Herbstfarben bei Blüten und Blättern

Die in diesem Jahr gesäten Strohblumen gehörten wohl nicht zu den großblütigen. Vielleicht lag es aber auch an dem trockenen Sommer, dass die Blüten diesmal zwar sehr schön, aber nicht extrem zahlreich und vor allem kleiner ausgefallen sind. Über die Sommermonate habe ich kontinuierlich die schönsten Blüten gesammelt und mich diesmal auf ein enges Spektrum der gelblichen bis hell-rötlichen konzentriert. Und auch wenn nach alle dem Auswählen und nachträglichen Aussortieren nur recht wenige zusammengekommen sind, ist es doch eine sehr ansprechende und stimmige Auswahl geworden. Im Ergebnis des kleinen Sträußchens, das ich gestern arrangieren konnte, kommen diese Gelb-Rot-Töne doch sehr schön heraus und unterscheiden den kleinen Strauß erkennbar von seinen Vorgängern, die mehr bräunliche Herbstfarben versammelten. Dieses ist jetzt eine sehr frisch und spätsommerliche anmutende Variante, die in einer roten Murano-Vase präsentiert, wirklich Freude macht. Da hat sich der langwierige Aufwand doch gelohnt, zumal ich in den beiden Vorjahren keine Strohblumen großgezogen hatte und nach der Pause ein neues Exemplar doch auch anregend wirkte. Währen die Vorgänger mit den Herbstfarben mich tatsächlich auch an Baumblätter und ihr typisch rost-rotes Farbenspektrum erinnert haben, ist dieser neue doch für Strohblumen spezifisch und wirkt eben als Blütenstrauß. Genau das Richtige für die Wohnungsdekoration in dieser Übergangsjahreszeit, bevor wir uns der vegetabilen Ästhetik der Weihnacht zuwenden.

Den Herbst kreativ bewusst machen

M. hat aus den kürzlich am Bienenhaus gesammelten Zweigen des Pfaffenhütchens, der Heckenrose und des Mispelbaums, jeweils mit reifen Früchten, und den lose aufgesammelten Esskastanien in ihren stacheligen Hüllen einen schönen Herbstkorb zusammengestellt und an der Eingangstreppe platziert. Das ist in dieser Zusammenstellung ein schöner Spiegel des vegetabilen Herbstes und eine geeignete optische Marke, um die Jahreszeit bewusst auf und in sich wirken zu lassen. Ich freue mich sehr auf die Gelegenheit, weitere jahreszeitliche Akzente zu setzen, z. B. in Form eines neuen Strohblumensträußchens, das wegen der nicht gerade vielen und zudem eher klein gewachsenen Blüten, die ich in diesem Sommer sammeln und aussortieren konnte, zwar kleiner ausfallen wird. Aber das diesmal selektierte Farbspektrum im Bereich von Gelb, Hellrot und Orange, dürfte ein interessanter Hingucker werden, der sich von den noch stärker herbstlichen, ins Bräunliche gehenden Farben der beiden Vorgängerjahre unterscheiden dürfte. Auch von den aus verschiedenen hellen Farben zusammengesetzten noch früheren Sträußen. Ich habe mich auch diesmal wieder auf ein enges Farbspektrum bei der Auswahl beschränkt, weil das erfahrungsgemäß die stimmigsten und eindrücklichsten Ergebnisse bringt.

Ein Samstag angefüllt mit herbsttypischen Gartenarbeiten

Die Gartenmöbel winterfest zu machen, war heute an der Zeit. So habe ich mich auch schon am Vormittag daran gemacht, alles abzukehren, einzupacken und die Polster und Kissen in ihr Winterquartier zu bringen. Im Einzelnen ist das immer ziemlich zeitaufwändig, wodurch auch der ganze Vormittag am Ende mit dieser Arbeit ausgefüllt war. Dann habe ich die Mittagszeit genutzt, um meine jüngst zusammengetragenen Chilischoten zu zerteilen, die Samen zu separieren und das Fruchtfleisch wiederum in ganz kleine Stücke zu schneiden, die ich dann in der gewährten Form auf großen Tellern auf der Fensterbank zu Trocknen auslege. Zuletzt sind auch etwas mehr Schoten zusammengekommen. Jetzt scheint sich der Reifungsprozess zu beschleunigen, auch wenn die Schoten am Strauch inzwischen nicht mehr orange ausreifen und im geernteten Zustand im warmen Zimmer die Reifung nachträglich erfolgen muss. Interessant, dass bei dieser Sorte das Maximum tatsächlich ein sattes Orange darstellt, während ich sonst immer nur das Knallrot als Reifeoptimum kannte. Am späteren Nachmittag bin ich zusammen mit M. noch zu unseren Wiesenstück mit den Walnussbäumen und Esskastanien gefahren. Vor allem, um V. zu entlasten, der zunehmend Schwierigkeiten hat, diese Dinge selbst zu bewältigen. So war dann auch zunächst eine große Menge an angetrocknetem Astmaterial der Weinreben zusammenzutragen, das die Hälfte der Gartenfläche bedeckt hatte. Und jede Menge Laub und sonstiger Grasschnitt, bevor wir überhaupt richtigen Zugriff auf die Nüsse und Kastanien hatten. Die auch nur annähernd vollständig aufzusammeln, wäre ganz unmöglich gewesen, zu groß ist in diesem Jahr der Ertrag und zu klein und oft mit der ledrigen, weil schon halb verrotten Schale umhüllt sind viele Nüsse. Aber für den eigenen begrenzten Bedarf reicht das vollkommen aus. Und für einige herbstliche Dekorationen, für die wir v. a. die Esskastanien mit ihren stacheligen Fruchthüllen und einige Zweige des Mispelbaums mit seinen charakteristischen Früchten verwenden. Insgesamt war so dieser Samstag mit viel Arbeit im und rund um den Garten ausgefüllt. Wohl nicht die letzte Gartenarbeit vor Beginn des echten Winters.

Goldene Oktoberlichtimpressionen als Spiegel der Jahreszeit

Der Start in diesen Oktober ist belastend für den Organismus, mit Wetter, das besser in den November passen würde. Wir versuchen, diese unwirtlichen Übergangstage auszuhalten und das Beste daraus zu machen, bis fast sommerliche Temperaturen bis Mitte der kommenden Woche wiederkehren werden – wie ich hoffe, als Auftakt zu einem Goldenen Oktober. Dann könnte ich nahtlos von den zuletzt bearbeiteten neuen Weihnachtsmotiven zum Herbstmotivfeld und den typischen Baumblätterfarben des Herbstes übergehen. Auch ganze Bäume oder Nahaufnahmen der Kronenarchitektur können im Herbst sehr eindrucksvoll wirken. Aber dafür benötigt man viel Licht, eben, das, was den Oktober dann golden macht.

Hoffnung auf eindrücklichen Baumblätterherbst

Für die nächste Holzarbeit werde ich wohl in mein Kelleratelier ziehen müssen. Das war Anfang Oktober in den letzten Jahren eigentlich immer so. Dann ist auch die Gartensaison so gut wie abgeschlossen und wir machen die Gartenmöbel winterfest. Ein bisschen Gartenarbeit bleibt danach immer noch, und auch die Blumenpflanzgefäße bereiten wir noch für den Winter vor, mit einigen kälteresistenten Blumensorten, Heidekraut und vielleicht wieder ausgekleidet mit frischem grünem Moos. Letztes Jahr ist dieses Einbetten ausgefallen, da keine dichten Moosteppiche zu finden waren. Aber ich diesmal könnte es besser aussehen – vielleicht, nach den Regenphasen zuletzt. Ansonsten ist die Winterzeit jetzt deutlich spürbar, fast so, als ob der Herbst schon vorbeigehuscht wäre, ohne dass ihn jemand richtig bemerkt hat. Tatsächlich häufen sich in meinen Microstock-Portfolios die Nachfragen nach Weihnachtsmotiven, die ich kürzlich deshalb auch nochmal um frisches Material vom Vorjahr aufgefüllt habe. Dennoch hoffe ich auf einige goldene Tage im Oktober, die uns weiter an den eindrücklichen Baumblätterherbst glauben lassen.

Der diesjährige Weinrebenertrag

V. hat es sich doch nicht nehmen lassen, den diesjährigen Ertrag der heimischen Weinlese weiterzuverarbeiten. Die Maische war schon gut durchgezogen, länger als sonst, so dass dem Keltern nichts mehr im Wege stand. Und da heute Nachmittag endlich mal wieder die Sonne herauskam, bot sich die Gelegenheit. Immerhin, die Menge ist nicht geringer als im Vorjahr, und außerdem ist auf Grund der vielen Sonne ein sehr hoher Oechsle-Wert zu erwarten. Ich selbst bräuchte solche Erträge nicht. Für mich haben eher die weit verzweigten Weinreben im Garten eine familiär traditionelle Bedeutung, und im Wechsel der Jahreszeit diese Reben zu beobachten, ist immer schön, zumal sie im Sommer einen kühlenden Schatten und dieses wunderbare Filtern des Sonnenlichts bieten. Allein deshalb macht es für Sinn, die Tradition weiterzuführen, auch wenn eine Ernte mal nicht möglich sein sollte.

Herbstfarben und Blätterherbst

Von den fröhlichen Seiten des Herbstes haben mich bisher nur die gelben bis orangenen Farbtöne der neuen Chilischoten erreicht. Davon habe ich schon einige geerntet, und viele werden noch folgen, wenn irgendwann die Sonne wieder zurückkommt, denn zumindest die benötigen die Schoten zum Ausreifen schon, wenn schon jetzt regelmäßig niedrigere Temperaturen vorherrschen. Aber manchmal hatten wir ja auch einen goldenen Oktober, darauf setze ich in Sachen Blätterherbst jetzt meine Hoffnung, auch um mein Portfolio mit Blätterfotografien und herbstlichen Baumimpressionen wieder etwas auszuweiten. Und die Zeit, die für solches bewusstes kreatives Verarbeiten der Jahreszeiten notwendig ist, die wünsche ich mir gleich dazu.

Früher Übergang in den Herbst

Das wird wohl der erste Monat in diesem Jahr, der weniger Sonnenstunden bringt als derselbe Monat im Vorjahr. Tatsächlich ist der Altweibersommer weniger freundlich ausgefallen, als wir uns das aus typischen Jahren wünschen. Und das hieß vor allem weniger Sonnenlicht und – allerdings endlich einmal wieder – mehr Regen. Als positiv gewinne ich aus diesem Umstand, dass mir der Übergang in den Herbst so leichter fällt bzw. der meiste gewöhnungsbedürftige Übergang schon eingeleitet wurde. Im Garten werden wir deshalb wohl in den nächsten Wochen die Sitzmöbel verpacken bzw. reinholen, weil es ab Oktober in der Regel ausgeschlossen ist, sich noch im Garten länger aufzuhalten oder dort zu sitzen. Auch mit meinem Manufakturarbeitsplatz werde ich bei nächster Gelegenheit in meinen Kellerarbeitsplatz umziehen. Und schon beginnt der Endspurt des Arbeitsjahres, der jetzt schon absehbar die gleiche Dichte und Dringlichkeit der Projektarbeiten mit sich bringt wie ich das schon seit langem immer wieder erfahre. Heute aber wieder ein ruhiger Ausruh-Sonntag, an dem ich mich von dem anstrengenden Arbeitseinsatz gestern erholen konnte. Und schon sehe ich in der neuen Woche jeder Menge sowohl technischer Aufgaben als auch kreativer Herausforderung gegenüber.

Plädoyer für einen identifizierbaren Herbst

Ein trüber und sehr ungemütlicher, weil nass-kalter Sonntag, an dem einen nichts ins Freie zog. So gesehen das richtige Wetter am richtigen Tag. Aber auch etwas frustrierend, weil man sich Altweibersommer ganz anders vorstellt. Das war dann eher Novemberwetter, auch die Heizung muss man jetzt schon einschalten und trotzdem einen Wollpullover tragen. Ich hoffe, es wird angesichts der Energieprobleme kein ausgedehnter langer Winter, der sich möglicherweise jetzt schon anbahnt. Stattdessen fände ich nach einigen Jahren Unterbrechung endlich wieder einen echten Blätterherbst, bei dem das herbstliche Laub der Bäume mildes Herbstlicht reflektiert und uns damit den Rückzug des Sonnenlichts besser verträglich gestaltet. Aber auch, weil ich dann den Herbst wieder in Fotografien festhalten kann. In den Vorjahren war die Baumfotografie v. a. auf den Frühling konzentriert, weil es einen identifizierbaren, seinen Namen verdienenden Herbst eigentlich nicht gab.

Erste Weintraubenlese für dieses Jahr

Unseren Brennholzvorrat für den Winter konnten wir heute leider noch nicht weiter auffüllen, zu viele andere Aufgaben, u. a. eine lange aufgeschobene Einkaufstour. Aber V. hat unterdessen mit der Lese und dem gleichzeitigen Rückschnitt der Weintrauben begonnen, die an zwei Standorten wachsen. Den externen hat er bis zum Nachmittag schon weitgehend abgearbeitet, nachdem es schon zwei vorgängige Einsätze dort gab. Nächste Woche wird dann der Rest im Garten folgen, danach das Einmaischen, Keltern und die Weiterverarbeitung des Rotweins. Das hat bei uns eine lange Tradition, allerdings ist der Umfang mittlerweile verschwindend gering geworden, im Vergleich zur Zeit meiner Kindheit, als die ganz Familie mindestens einen ganzen Tag nur mit der Lese bei uns zu Hause beschäftigt war. Den Rückschnitt haben wir damals meist im Nachhinein angeschlossen, seit einigen Jahren erledigt V. das aber gleich mit, um das Projekt schneller abschließen zu können und den Aufwand in Grenzen zu halten. Auch wenn das sicher nicht den Best Practices der Winzerzunft entspricht.

Kein Altweibersommer

Nach diesem Wahnsinns Hochsommer präsentiert sich der Altweibersommer leider nicht so wie man sich ihn wünscht, mit wohlig temperierter Wärme und diesem unvergleichlichen warmen Licht v. a. an den Nachmittagen. Stattdessen wechseln sich jetzt Regenphasen und nur bewölkten Abschnitten ab. Da wir nun schon Mitte September haben und der Indian Summer gewöhnlich schon früher beginnt, rechne ich in diesem Jahr nicht mehr mit einem solchen. Es ist eher zu erwarten, dass der Extrem-Hochsommer nach der Schmuddelwetter-Periode direkt in den Herbst übergeht. An den Bäumen ist der Baumherbst jetzt schon vielerorts zu beobachten und oder zu erahnen. Nun ja, wir wollen uns nicht zu verwöhnt zeigen und nehmen den endlich reichlichen Regen als späte Wohltat zumindest für die Pflanzen wahr.

Ein sehr schöner herbstlicher Erika-Kranz

Ich hatte es eher für ein wenig vielversprechendes Vorhaben gehalten. Aber M. hat sich nicht davon abhalten lassen, grüne, nicht mehr blühende Zweige der Erika-Gehölze aus dem Garten zu einem kleinen Kranz zu binden. Wie ich vermutet hatte, sind die störrischen, sich teils stark windenden Zweigchen nicht sehr geeignet für solche Verwendungen. Aber am Ende ist das Ergebnis zu meiner Verwunderung doch sehr schön geworden, zumal M. noch einige andere Pflanzenteile eingebunden hat, ein paar Efeublätter und Früchte vom Kirschlorbeer. In diesem Fall war das Umwickeln mit dünnem Kupferdraht die richtige Methode des Wickelns. Obwohl er nicht rundherum gebunden wurde, sondern nur von vorne und der sichtbaren Seite, wirkt er jetzt, in der Mitte der Eingangstür hängend, doch sehr dicht. Jedenfalls scheint der Strohkranz im Untergrund nicht durch. Ein sehr schönes vegetabiles Dekorationsobjekt, das für die Übergangszeit bis zum Beginn der Weihnachtszeit die Tür schmücken wird. Dann allerdings wird er von dem LED Leuchtkranz abgelöst, der während der winterlichen Dunkelzeit so wunderbares Licht verströmt und den wir dann mit Mistelzweigen ausschmücken.

Herbstgedanken und Energievorsorge

Die Landschaft wirkt jetzt auf einmal schon sehr herbstlich. Es stellt sich die Gewissheit ein, dass der Sommer eigentlich schon vorbei ist. Und auch über mangelnde Feuchtigkeit müssen wir uns jetzt nicht mehr beschweren. Und auch die Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit verschieben sich zunehmend in Richtung der kälteren Jahreszeit. Die Ernte der letzten Baumobstsorten und verschiedener anderer Nutzpflanzen des Gartens stehen bevor. Und das Auffüllen des Brennholzvorrats ist vor allem an der Zeit. Vielleicht werden wir den ersten Teil der Aktion am Wochenende durchführen, jedenfalls wenn V. bei dem Vorhaben mitzieht. Es wird aber noch ein zweiter Termin notwendig sein, wenn wir tatsächlich schon früher mit dem Holzbrand einsteigen, um teures Heizöl einzusparen.

Letztes Herbstlaub

Bei den wiederholt frostigen Nächten sahen sich jetzt auch die zähesten Bäume gezwungen, den Rest ihres Laubs abzuwerfen. Nun steht auch unser Nashi-Birnenbaum ganz kahl da. Und der Rasen und die Pflanzflächen sind schon wieder mit Herbstlaub bedeckt. Eine Arbeit fürs Wochenende, zusammen mit dem Ausgraben der letzten noch in der Erde verbliebenen Wurzeln von Stauden, die uns im Sommer so viel Freude gemacht haben. Dann haben wir die aktive Gartensaison wohl endgültig abgeschlossen und können uns ganz der Vorbereitung der Adventszeit mit den vielen ebenfalls vegetabilen Gestaltungen widmen.

Die Illustration des Baumherbstes übergehen

Schade, dass die nächsten Tage verregnet sein sollen. Denn andernfalls hätte ich die letzte Gelegenheit gerne genutzt, den gerade erst sichtbar gewordenen Blätterherbst fotografisch festzuhalten. In dem Motivfeld bin ich länger nicht unterwegs gewesen, so dass ich es gerne einmal wieder ausgeweitet hätte. Allerdings befürchte ich, mit der Illustration des diesjährigen Baumherbstes wird es nichts mehr. Die Chance auf atmosphärische Bereicherungen in der Adventszeit ist da schon realistischer. Und darüber reden wir intern auch schon regelmäßig. So werden zu den zahlreichen schönen Möglichkeiten, die Weihnachtszeit auszugestalten, sicher noch weitere neue hinzukommen. Eines davon ist ein großformatiger Leinwanddruck, der eines meiner letztjährigen Weihnachtsmotive aufgreift. Das wird dann eine Art Eigenzitat.

Spärliche Ansätze von goldenem Oktober

Herbst ist derzeit ein großes Thema, auch in den Medien. Das zeigt, wie wichtig für uns alle die Jahreszeiten sind, und dass man sie äußerlich gespiegelt sind. Am deutlichsten natürlich in den Bäumen, ganz besonders eindrücklich am Beispiel des Laubfalls und der herbstlich bunt gefärbten Baumblätter. Eigentlich erleben wir jetzt erst den Blätterherbst, viel später als sonst, wie es schon bei allen Vegetationsäußerungen über den gesamten Sommer beobachtet werden konnte. Ich freue mich über zumindest spärliche Ansätze von goldenem Oktober, jetzt kurz vor Ende des Monats.

Wenn die vegetabilen Eindrücke verblassen

Ungemütliches Schmuddelwetter hat den großen Vorzug, dass wenig von der konzentrierten Arbeit ablenkt. So hat auch diese Übergangsjahreszeit ihre Reize, während wir unsere Aufmerksamkeit langsam von den vegetativen Veränderungen draußen ab- und den häuslichen Dingen und unserer eigenen Innerlichkeit zuwenden. Die Spiegelung im Lebenszyklus der Bäume und ihren sichtbaren Zeichen wird schwächer und macht der Innenschau und den Kommunikationen im engeren Kreis Platz. Ich hoffe, es gelingt uns, dies bewusst zu nutzen und mit Konzentration einen hektischen Verlauf des letzten Quartals zu vermeiden.

Pfaffenhütchen im goldenen Oktober

Es war einer dieser schönen „goldenen“ Oktobertage, die ich einfach zu einem Spaziergang nutzen musste. Das Licht und die Luft tuen gut, das sahen viele andere auch so. Die Baumlandschaft ist noch überwiegend grün. Überrascht haben mich die Pfaffenhütchen, die ihre Vollreife sonst sehr viel früher schon gezeigt haben, oft schon Anfang September. Das zeigt, wie extrem spät sich in der Vegetation in diesem Jahr alles entwickelt. Aber schön ist das natürlich auch, so konnte ich mein Portfolio mit diesem attraktiven Motiv um einige Aufnahmen erweitern. Die Kombination der ungewöhnlichen Form mit ihren Farben – Rosa und Orange – ist einfach immer wieder ein Hingucker, der mich immer aufs Neue begeistern kann.

Zweig mit reifen Pfaffenhütchen in 2021 I
Zweig mit reifen Pfaffenhütchen in 2021 II
Zweig mit reifen Pfaffenhütchen in 2021 III

Rückzugstendenzen im Mensch-Baum-Spiegel

Die Bäume sind gerade an solchen nasskalten, an November erinnernden Frühherbsttagen schon ziemlich weit weg. Auch wenn das Laub bei den meisten Arten noch nicht abgeworfen ist, ihr Rückzug, das Sich-Zurückziehen, ist schon vorauszuahnen, auch weil wir ihnen nicht mehr so häufig begegnen. So trägt das zunehmende Ausbleiben von Wachstumszeichen, wie sie so deutlich am Jahreszyklus der Bäume ablesbar sind, auch dazu bei, dass wir uns selbst wieder von der Außenorientierung entfernen, uns in warme Innenräume zurückziehen. Die Bäume machen uns diesen zyklischen Rückzug leichter, da wir eigene Befindlichkeit auch in diesem Bereich besonders gut in der Gestalt und dem Leben der Bäume spiegeln können.

Vorzeichen des Herbstes

Die Ansätze des Altweibersommers waren einige Male zu erkennen, aber zurzeit macht das wieder Pause, mit ziemlich nasser und kühler Witterung. Auch die Sonne hat sicher weitgehend verabschiedet. Interessanterweise sind das gute Bedingungen für manche Pflanzen. Zum Beispiel haben die Chilis jetzt zum ersten Mal ihre kleinen weißen Blütenköpfe geöffnet, ausgerechnet bei nass-kaltem Wetter, wo ich immer dachte, sie bräuchten trockene Hitze für ihr Wohlergehen. So kann man sich täuschen. Jedenfalls habe ich noch Hoffnung, dass etwas aus den Chilischoten, die hoffentlich noch wachsen, werden könnte. Die Bäume dagegen haben ihren jahreszeitlichen Höhepunkt bereits überschritten und verlieren immer mehr Blätter. Beim Weinlaub geht das schon länger und setzt sich kontinuierlich fort, so dass wir ständig kehren müssen. Und andere Arten verhalten sich da mehr punktuell. Am einen Tag sind die Blätter noch zu sehen, am nächsten sind sie schon um den Wurzelbereich verteilt. So erwarte ich es bei den Gleditschien und auch bei den Feigenbäumchen. Der Walnussbaum hat schon früher mit dem Abwerfen begonnen. Die Vorzeichen des Herbstes sind jetzt nicht mehr übersehbar.

Ein paradox-lebendiger Ausdruck des Vergehens

Die Lethargie, die sich unter den Menschen breit gemacht hat, scheint sich in diesen Frühherbsttagen zu verfestigen. So als ob man auf irgendetwas wartet, dessen Eintreten die Motivation wieder ankurbeln sollte. Schwer zu sagen, was dieses Ereignis oder diese Entwicklung sein sollte. Selten jedenfalls habe ich so wenig Zuversicht wahrgenommen, so wenig Vertrauen in die je eigenen Fähigkeiten, Dinge voranzubringen, aus aktuellen Eindrücken auszubrechen mit Anknüpfung an das, was man als aufbauend in der Vergangenheit kennengelernt hat. Ich kann mir in dieser Situation eine Belebung aus den Eindrücken des Blätterherbstes wünschen, wenn das Farbenspiel der Baumblätter etwas Lebendiges im Inneren anstößt, gerade weil es einen paradoxen, aber vertrauten Ausdruck des Vergehens darstellt.

Zwischen Spätsommer- und Herbstgarten

Dass wir auf den Herbst zugehen, sehen wir auch an den jetzt anstehenden Gartenarbeiten. So haben wir bereits die meisten Sonnenblumen abgeschnitten, deren Blütenköpfe fast alle schon verblüht waren. Die kleineren habe ich auf der Bank für die Vögel ausgelegt, die sich in den nächsten Wochen sicher gerne daran bedienen werden. Und einige größere habe ich zum Trocknen zurückgelegt, um im nächsten Jahr aus den Samen neue Sonnenblumen zu ziehen. Auch etwa die Hälfte unserer Physalis haben wir abgeschnitten, alle, die bis zur Spitze schon rot gefärbte Lampions tragen, die sind jetzt in Bündeln nach Größe sortiert, zum Trocknen aufgehängt. Mit den Physalispflanzen ging es in den letzten Tagen plötzlich sehr schnell, auf einmal haben wir bemerkt, dass es doch nicht so wenige sind, wie ursprünglich vermutet. Ob ich daraus einen neuen Kranz binden kann, wenn sie abgetrocknet sind, weiß ich allerdings noch nicht, denn dazu benötige ich ziemlich viele. Auch wenn einiges schon entfernt werden musste, gibt’s doch noch einiges, das wir länger bewundern oder genießen können. So die Wunderbäume, die zu beachtlicher Höhe von bestimmt zwei Metern angewachsen sind und ihre riesigen Blätter ausbreiten. Deren Fruchtstände sind noch nicht eingetrocknet, so werden uns die Stauden noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Dier Pfirsichbaum kann jetzt schon nicht mehr alle Früchte tragen, die teils von selbst abgefallen sind. In der Mitte des Baums haben sich die dicksten Pfirsiche konzentriert. Ich kann mir vorstellen, diese bis Ende der kommenden Woche zu ernten und dann in einem leckeren Kuchen zu verarbeiten.

Hochsommerliche Desorientierung

Man könnte glauben, der Herbst sei schon angekommen und würde nicht mehr weichen. Aber für Samstag können wir doch noch mit einem Hochsommertag rechnen. Die etwas melancholische Stimmung, die sich automatisch mit der Laubfärbung einstellt, ist aber jetzt schon nicht mehr zu leugnen. Auch dass der Höhepunkt des Hochsommers schon vorbei ist. Ein Hochsommer, der den Namen nicht wirklich verdient, zu unregelmäßig und extrem ist er im Hinblick auf Wetter und emotionaler Verfasstheit des Großteils der Menschen verlaufen. Da war auch wegen der Beschränkungen nicht sehr viel von der Außenorientierung, der von Rudolf Steiner oft so beschriebenen Orientierung in Richtung des Kosmos, zu spüren. Allzu häufig hat der Rückzug nach Innen dominiert, eigentlich die passende Einstellung für Herbst und Winter. So bringen die Turbulenzen im Außen auch vieles in der emotionalen Verfassung der Menschen durcheinander und mit diesem ein Stück erwartbarer geographisch geprägter Kultur.

Herbstliche Vorboten und spärliche Baumobstbilanz

Tatsächlich macht sich seit heute, wie es auch angekündigt wurde, die Herbststimmung breit. Man sieht es an den Blättern der Bäume, die sich vereinzelt schon verfärben, zusammenschrumpeln oder gar schon von den Zweigen sich ablösen. Man sieht es am kühleren Schauerwetter, und nicht zuletzt am Licht, das diese melancholische Herbstatmosphäre transportiert, die währen der Hochsommermonate bisher noch so fern schien. Bei der bei uns traditionellen Beschäftigung mit Obstbäumen und dem von diesen gewonnenen eigenen Baumobst ist der Herbst natürlich auch im Alltag angekommen, indem die Zeit der Fruchtreife und Ernte zum Thema und zur praktischen Herausforderung wird. Die Zwetschgen und Mirabellen, die V. heute wieder gepflückt und mitgebracht hat, werden zu Marmelade und Obstkuchen weiterverarbeitet. Nur nicht in dem Umfang, wie wir das von obstreichen Jahren kennen. Denn dieses Jahr ist beim Baumobst generell sehr spärlich ausgefallen. Nur sehr geringe Mengen Mirabellen und auch nicht viele der Sorte Zwetschgen, die sich für Kuchen eignen. So wird es diesmal nichts mit den 12 oder 15 Hefekuchen mit Baumobstbelag, die wir schon öfters in dieser Zeit backen konnte und die dann das ganze folgende Jahr nach und nach aus der Kühltruhe geholt werden konnten.

Über den Höhepunkt des Hochsommers

Von dem schön gestalteten und stimmungsvollen Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt einmal abgesehen. Hochsommer kann aus stressig sein. Solche Tage vornehmlich während des Augusts nehme ich so wahr, nicht nur in diesem Jahr, auch schon in vielen Vorjahren waren es vor allem Augusttage, die besonders belastend für den Organismus wirkten. Vielleicht sind es nur die Pflanzen, die gerade solches schwül-warmes und sonnenreiches Wetter gut finden und dann prächtig gedeihen. So jedenfalls scheint es mir beim Blick auf die Gartenbäume und Stauden, während die Sommerblumen mit zarten Blüten schon eher zu Schwächen bei zu starker Sonnenstrahlung neigen. Aber wir wollen uns nicht nur beschweren, schließlich stehen die Vorzeichen schon auf Herbst. Das könnte auch heißen, dass die eigentliche Hochsommerphase jetzt vorüber ist und wir für den Rest des Jahres vielleicht gar keine Wirklichen Sommertage mehr erleben. Wenigsten anhaltende Sonne wünsche ich mir, die Temperatur kann von mir aus sinken, was für uns ohnehin schonender und konzentrationsfördernder wirkt.

Letzte Eindrücke des bestellten Gartens

Dieser Tag wirkte eher novemberlich, wenn auch heute die Sonne noch am Vormittag dominiert hatte. Dennoch ist der Spätherbst nicht zu verleugnen und stellt die Weichen erkennbar in Richtung Winter. Die letzten Nutz- und Zierpflanzen halten im Garten noch durch. So schneide ich immer noch einzelne Strohblumen ab und trockne sie, um sie im kommenden Jahr wieder zu verwenden. Und die Chilis werden jetzt ach noch in zunehmend großer Zahl so weit reif, dass ich sie abpflücken und drinnen weiter reifen lassen kann. Auch die Rizinusstauden lasse ich noch stehen, weil sie derzeit den kühlen Nächten noch standhalten und ansonsten immer noch frisch und stolz aussehen. So halten wir beim Anblick der letzten fallenden Blätter der Gartenbäume die letzten Eindrücke des bestellten Gartens fest, während sich die Natur immer weiter zurückzieht, auch in der offenen Landschaft.

Blätterherbst und Winterpflanzen

Das ist schon die Hochphase des Baumherbstes bei uns. Jetzt fallen die Blätter bei fast allen Bäumen sehr rasch, nachdem sie sich je nach Art gelblich oder rot-bräunlich verfärbt haben. Besonders schön finde ich das zarte und leuchtend gelbe Herbstlaub des Ginkgos. Die lappigen Blätter des Walnussbaums dagegen werden bei Regen rasch unansehnlich und machen viel Volumen, das man zusammenkehren muss. Immerhin, einen Hauch von Blätterherbst durften wir erleben bzw. können wir in den nächsten Tagen noch beobachten. Das ist in den letzten Jahren auch typisch für die Zeit um Allerheiligen gewesen. Auch bei den Blumen haben wir die Weichen in Richtung Winter gestellt. Die nicht winterharten Sommerblüher habe ich entfernt und größtenteils durch frostunempfindliche Arten ersetzt. Traditionell bei uns eine Übergangslösung, bis im Frühjahr wieder neue einjährigen Blütenpflanzen eingesetzt werden. M. wird im Verlauf des Novembers die kleinen Pflänzchen in den Kübeln und Trögen noch mit Moos einrahmen, um sie symbolisch wärmend für die kalte Jahreszeit zu wappnen.

Schützender Rahmen

Jetzt ist der Blätterherbst doch noch angekommen, auch wenn die sonnigen Abschnitte so kurz sind, dass man nicht so viel davon haben kann. Denn die typischen Herbstfarben wirken als solche nur bei Sonnenlicht, das wir meist vermissen. Stattdessen schon wieder Regen und Bewölkung, was das Herbstlaub dann auch schnell vergehen lässt. Ich hoffe, der sichtbare Baumherbst wird nicht zu schnell vergangen sein. Wäre schon, wenn wir wieder mehr von unseren Jahreszeiten hätten, wenn alles andere schon so regellos geworden ist. Die Jahreszeiten könnten uns gerade in der Situation einen beschützenden Rahmen bieten.

Ein Ansatz von Blätterherbst

Die Temperatur war tatsächlich im Laufe des Tages bis zur 20 Grad Marke hinaufgeklettert – ungewöhnlich für die Jahreszeit, aber auch belastend für den Organismus. Leider brauchte es den halben Tag, bis es soweit war. Und die Sonne dreht dann erst am späteren Nachmittag hinters Haus, so dass meine Chilis nicht so viel davon abgekriegt haben. Immerhin bekommen einige nach und nach eine minimale Färbung, so dass ich es auf der Fensterbank damit versuchen kann. Dennoch habe ich Hoffnung, dass wir doch noch einige goldene Oktobertage am Stück erleben und die letzten Früchte noch zur Reife kommen können. Wir freuen uns über jeden Sonnenstrahl, und natürlich über den endlich angekommenen und sichtbaren Blätterherbst. Mehr Licht würde normalerweise dazu gehören, da so die Farben des Herbstlaubs nicht so schön und belebend aufleuchten wie sie es könnten.

Wenn der Herbst auf Umwegen sichtbar wird

Der Tag war für den schon länger geplanten und immer wieder aufgeschobenen Ausflug und Besuch ganz gut gewählt. Im Oktober kann man eben nicht mehr erwarten, als dass zumindest der Regen sich zurückhält. Obwohl es theoretisch möglich gewesen wäre, haben wir diesmal aber keine Zeit die Gartenarbeit gesteckt, ein Entschluss, der schon vorher gefasst wurde. So wurde es ein typischer Indoor-Winter-Besuchstag, der traditionell mehr der persönlichen Kommunikation gewidmet ist. Tatsächlich hat der kurze Gang durch den Garten keine großen Überraschungen gebracht. Jetzt schon ist die Gartenkulisse, die Gartenbäume, in einen Zustand der Unauffälligkeit übergegangen, bis sie bald schon sich ganz in sich zurückziehen und alles nach außen Gerichtete abwerfen, die ganze Energie in die Wurzeln zurückziehen. Dann werden die Bäume mehr von Ihrem Nutzen her sichtbar, wie die Esskastanien und Walnussbäume, die ihre Früchte entweder schon abgeworfen haben oder es gerade im Schwerpunkt tun. Und wenn dann ein Eichhörnchen über den Gartenzaun huscht, auf der Suche nach der nächsten reifen Nuss, dann weiß man, es ist Herbst. Aber in diesen Tagen ist auch erstmals wirkliches Herbstlaub bei einem Teil der Bäume zu sehen, welches das Licht reflektiert und dadurch wie leuchtend aus dem Einheitsgrün heraussticht. Ich hoffe, die Mischung aus tagsüber sonnigen Abschnitten und nachts in Richtung Gefrierpunkt tendierenden Temperaturen wird den Blätterherbst noch deutlicher sichtbar machen.

Herbstliche Tageseindrücke

Dieser Freitag fühlte sich, wohl wegen des geplanten Ausflugs eher wie Samstag an. Immerhin konnte ich gestern schon die kunsthandwerkliche Arbeit abschließen, bevor es mit den weiteren Projekten nächste Woche weitergeht. Dieser Tag stand deshalb für Routinearbeiten zur Verfügung. Eine Bestandsaufnahme des Gartens in der Mitte des Herbstes war aber auch noch möglich, und auch eine wenig Weiterarbeiten am neuen Design für die Wunschbaum-Manufaktur. Das verspricht atmosphärisch eine gute Zeit für die Wunschbaum-Projekte zu werden. Ich denke, dass auch andere Menschen derzeit ein verstärktes Bedürfnis verspüren, mit den natürlichen Lebensgrundlagen näher in Kontakt zu treten und sie für sich selbst weiter zu erforschen.