Vorzeichen des Herbstes

Die Ansätze des Altweibersommers waren einige Male zu erkennen, aber zurzeit macht das wieder Pause, mit ziemlich nasser und kühler Witterung. Auch die Sonne hat sicher weitgehend verabschiedet. Interessanterweise sind das gute Bedingungen für manche Pflanzen. Zum Beispiel haben die Chilis jetzt zum ersten Mal ihre kleinen weißen Blütenköpfe geöffnet, ausgerechnet bei nass-kaltem Wetter, wo ich immer dachte, sie bräuchten trockene Hitze für ihr Wohlergehen. So kann man sich täuschen. Jedenfalls habe ich noch Hoffnung, dass etwas aus den Chilischoten, die hoffentlich noch wachsen, werden könnte. Die Bäume dagegen haben ihren jahreszeitlichen Höhepunkt bereits überschritten und verlieren immer mehr Blätter. Beim Weinlaub geht das schon länger und setzt sich kontinuierlich fort, so dass wir ständig kehren müssen. Und andere Arten verhalten sich da mehr punktuell. Am einen Tag sind die Blätter noch zu sehen, am nächsten sind sie schon um den Wurzelbereich verteilt. So erwarte ich es bei den Gleditschien und auch bei den Feigenbäumchen. Der Walnussbaum hat schon früher mit dem Abwerfen begonnen. Die Vorzeichen des Herbstes sind jetzt nicht mehr übersehbar.

Ein paradox-lebendiger Ausdruck des Vergehens

Die Lethargie, die sich unter den Menschen breit gemacht hat, scheint sich in diesen Frühherbsttagen zu verfestigen. So als ob man auf irgendetwas wartet, dessen Eintreten die Motivation wieder ankurbeln sollte. Schwer zu sagen, was dieses Ereignis oder diese Entwicklung sein sollte. Selten jedenfalls habe ich so wenig Zuversicht wahrgenommen, so wenig Vertrauen in die je eigenen Fähigkeiten, Dinge voranzubringen, aus aktuellen Eindrücken auszubrechen mit Anknüpfung an das, was man als aufbauend in der Vergangenheit kennengelernt hat. Ich kann mir in dieser Situation eine Belebung aus den Eindrücken des Blätterherbstes wünschen, wenn das Farbenspiel der Baumblätter etwas Lebendiges im Inneren anstößt, gerade weil es einen paradoxen, aber vertrauten Ausdruck des Vergehens darstellt.

Zwischen Spätsommer- und Herbstgarten

Dass wir auf den Herbst zugehen, sehen wir auch an den jetzt anstehenden Gartenarbeiten. So haben wir bereits die meisten Sonnenblumen abgeschnitten, deren Blütenköpfe fast alle schon verblüht waren. Die kleineren habe ich auf der Bank für die Vögel ausgelegt, die sich in den nächsten Wochen sicher gerne daran bedienen werden. Und einige größere habe ich zum Trocknen zurückgelegt, um im nächsten Jahr aus den Samen neue Sonnenblumen zu ziehen. Auch etwa die Hälfte unserer Physalis haben wir abgeschnitten, alle, die bis zur Spitze schon rot gefärbte Lampions tragen, die sind jetzt in Bündeln nach Größe sortiert, zum Trocknen aufgehängt. Mit den Physalispflanzen ging es in den letzten Tagen plötzlich sehr schnell, auf einmal haben wir bemerkt, dass es doch nicht so wenige sind, wie ursprünglich vermutet. Ob ich daraus einen neuen Kranz binden kann, wenn sie abgetrocknet sind, weiß ich allerdings noch nicht, denn dazu benötige ich ziemlich viele. Auch wenn einiges schon entfernt werden musste, gibt’s doch noch einiges, das wir länger bewundern oder genießen können. So die Wunderbäume, die zu beachtlicher Höhe von bestimmt zwei Metern angewachsen sind und ihre riesigen Blätter ausbreiten. Deren Fruchtstände sind noch nicht eingetrocknet, so werden uns die Stauden noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Dier Pfirsichbaum kann jetzt schon nicht mehr alle Früchte tragen, die teils von selbst abgefallen sind. In der Mitte des Baums haben sich die dicksten Pfirsiche konzentriert. Ich kann mir vorstellen, diese bis Ende der kommenden Woche zu ernten und dann in einem leckeren Kuchen zu verarbeiten.

Hochsommerliche Desorientierung

Man könnte glauben, der Herbst sei schon angekommen und würde nicht mehr weichen. Aber für Samstag können wir doch noch mit einem Hochsommertag rechnen. Die etwas melancholische Stimmung, die sich automatisch mit der Laubfärbung einstellt, ist aber jetzt schon nicht mehr zu leugnen. Auch dass der Höhepunkt des Hochsommers schon vorbei ist. Ein Hochsommer, der den Namen nicht wirklich verdient, zu unregelmäßig und extrem ist er im Hinblick auf Wetter und emotionaler Verfasstheit des Großteils der Menschen verlaufen. Da war auch wegen der Beschränkungen nicht sehr viel von der Außenorientierung, der von Rudolf Steiner oft so beschriebenen Orientierung in Richtung des Kosmos, zu spüren. Allzu häufig hat der Rückzug nach Innen dominiert, eigentlich die passende Einstellung für Herbst und Winter. So bringen die Turbulenzen im Außen auch vieles in der emotionalen Verfassung der Menschen durcheinander und mit diesem ein Stück erwartbarer geographisch geprägter Kultur.

Herbstliche Vorboten und spärliche Baumobstbilanz

Tatsächlich macht sich seit heute, wie es auch angekündigt wurde, die Herbststimmung breit. Man sieht es an den Blättern der Bäume, die sich vereinzelt schon verfärben, zusammenschrumpeln oder gar schon von den Zweigen sich ablösen. Man sieht es am kühleren Schauerwetter, und nicht zuletzt am Licht, das diese melancholische Herbstatmosphäre transportiert, die währen der Hochsommermonate bisher noch so fern schien. Bei der bei uns traditionellen Beschäftigung mit Obstbäumen und dem von diesen gewonnenen eigenen Baumobst ist der Herbst natürlich auch im Alltag angekommen, indem die Zeit der Fruchtreife und Ernte zum Thema und zur praktischen Herausforderung wird. Die Zwetschgen und Mirabellen, die V. heute wieder gepflückt und mitgebracht hat, werden zu Marmelade und Obstkuchen weiterverarbeitet. Nur nicht in dem Umfang, wie wir das von obstreichen Jahren kennen. Denn dieses Jahr ist beim Baumobst generell sehr spärlich ausgefallen. Nur sehr geringe Mengen Mirabellen und auch nicht viele der Sorte Zwetschgen, die sich für Kuchen eignen. So wird es diesmal nichts mit den 12 oder 15 Hefekuchen mit Baumobstbelag, die wir schon öfters in dieser Zeit backen konnte und die dann das ganze folgende Jahr nach und nach aus der Kühltruhe geholt werden konnten.

Über den Höhepunkt des Hochsommers

Von dem schön gestalteten und stimmungsvollen Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt einmal abgesehen. Hochsommer kann aus stressig sein. Solche Tage vornehmlich während des Augusts nehme ich so wahr, nicht nur in diesem Jahr, auch schon in vielen Vorjahren waren es vor allem Augusttage, die besonders belastend für den Organismus wirkten. Vielleicht sind es nur die Pflanzen, die gerade solches schwül-warmes und sonnenreiches Wetter gut finden und dann prächtig gedeihen. So jedenfalls scheint es mir beim Blick auf die Gartenbäume und Stauden, während die Sommerblumen mit zarten Blüten schon eher zu Schwächen bei zu starker Sonnenstrahlung neigen. Aber wir wollen uns nicht nur beschweren, schließlich stehen die Vorzeichen schon auf Herbst. Das könnte auch heißen, dass die eigentliche Hochsommerphase jetzt vorüber ist und wir für den Rest des Jahres vielleicht gar keine Wirklichen Sommertage mehr erleben. Wenigsten anhaltende Sonne wünsche ich mir, die Temperatur kann von mir aus sinken, was für uns ohnehin schonender und konzentrationsfördernder wirkt.

Letzte Eindrücke des bestellten Gartens

Dieser Tag wirkte eher novemberlich, wenn auch heute die Sonne noch am Vormittag dominiert hatte. Dennoch ist der Spätherbst nicht zu verleugnen und stellt die Weichen erkennbar in Richtung Winter. Die letzten Nutz- und Zierpflanzen halten im Garten noch durch. So schneide ich immer noch einzelne Strohblumen ab und trockne sie, um sie im kommenden Jahr wieder zu verwenden. Und die Chilis werden jetzt ach noch in zunehmend großer Zahl so weit reif, dass ich sie abpflücken und drinnen weiter reifen lassen kann. Auch die Rizinusstauden lasse ich noch stehen, weil sie derzeit den kühlen Nächten noch standhalten und ansonsten immer noch frisch und stolz aussehen. So halten wir beim Anblick der letzten fallenden Blätter der Gartenbäume die letzten Eindrücke des bestellten Gartens fest, während sich die Natur immer weiter zurückzieht, auch in der offenen Landschaft.

Blätterherbst und Winterpflanzen

Das ist schon die Hochphase des Baumherbstes bei uns. Jetzt fallen die Blätter bei fast allen Bäumen sehr rasch, nachdem sie sich je nach Art gelblich oder rot-bräunlich verfärbt haben. Besonders schön finde ich das zarte und leuchtend gelbe Herbstlaub des Ginkgos. Die lappigen Blätter des Walnussbaums dagegen werden bei Regen rasch unansehnlich und machen viel Volumen, das man zusammenkehren muss. Immerhin, einen Hauch von Blätterherbst durften wir erleben bzw. können wir in den nächsten Tagen noch beobachten. Das ist in den letzten Jahren auch typisch für die Zeit um Allerheiligen gewesen. Auch bei den Blumen haben wir die Weichen in Richtung Winter gestellt. Die nicht winterharten Sommerblüher habe ich entfernt und größtenteils durch frostunempfindliche Arten ersetzt. Traditionell bei uns eine Übergangslösung, bis im Frühjahr wieder neue einjährigen Blütenpflanzen eingesetzt werden. M. wird im Verlauf des Novembers die kleinen Pflänzchen in den Kübeln und Trögen noch mit Moos einrahmen, um sie symbolisch wärmend für die kalte Jahreszeit zu wappnen.

Schützender Rahmen

Jetzt ist der Blätterherbst doch noch angekommen, auch wenn die sonnigen Abschnitte so kurz sind, dass man nicht so viel davon haben kann. Denn die typischen Herbstfarben wirken als solche nur bei Sonnenlicht, das wir meist vermissen. Stattdessen schon wieder Regen und Bewölkung, was das Herbstlaub dann auch schnell vergehen lässt. Ich hoffe, der sichtbare Baumherbst wird nicht zu schnell vergangen sein. Wäre schon, wenn wir wieder mehr von unseren Jahreszeiten hätten, wenn alles andere schon so regellos geworden ist. Die Jahreszeiten könnten uns gerade in der Situation einen beschützenden Rahmen bieten.

Ein Ansatz von Blätterherbst

Die Temperatur war tatsächlich im Laufe des Tages bis zur 20 Grad Marke hinaufgeklettert – ungewöhnlich für die Jahreszeit, aber auch belastend für den Organismus. Leider brauchte es den halben Tag, bis es soweit war. Und die Sonne dreht dann erst am späteren Nachmittag hinters Haus, so dass meine Chilis nicht so viel davon abgekriegt haben. Immerhin bekommen einige nach und nach eine minimale Färbung, so dass ich es auf der Fensterbank damit versuchen kann. Dennoch habe ich Hoffnung, dass wir doch noch einige goldene Oktobertage am Stück erleben und die letzten Früchte noch zur Reife kommen können. Wir freuen uns über jeden Sonnenstrahl, und natürlich über den endlich angekommenen und sichtbaren Blätterherbst. Mehr Licht würde normalerweise dazu gehören, da so die Farben des Herbstlaubs nicht so schön und belebend aufleuchten wie sie es könnten.

Wenn der Herbst auf Umwegen sichtbar wird

Der Tag war für den schon länger geplanten und immer wieder aufgeschobenen Ausflug und Besuch ganz gut gewählt. Im Oktober kann man eben nicht mehr erwarten, als dass zumindest der Regen sich zurückhält. Obwohl es theoretisch möglich gewesen wäre, haben wir diesmal aber keine Zeit die Gartenarbeit gesteckt, ein Entschluss, der schon vorher gefasst wurde. So wurde es ein typischer Indoor-Winter-Besuchstag, der traditionell mehr der persönlichen Kommunikation gewidmet ist. Tatsächlich hat der kurze Gang durch den Garten keine großen Überraschungen gebracht. Jetzt schon ist die Gartenkulisse, die Gartenbäume, in einen Zustand der Unauffälligkeit übergegangen, bis sie bald schon sich ganz in sich zurückziehen und alles nach außen Gerichtete abwerfen, die ganze Energie in die Wurzeln zurückziehen. Dann werden die Bäume mehr von Ihrem Nutzen her sichtbar, wie die Esskastanien und Walnussbäume, die ihre Früchte entweder schon abgeworfen haben oder es gerade im Schwerpunkt tun. Und wenn dann ein Eichhörnchen über den Gartenzaun huscht, auf der Suche nach der nächsten reifen Nuss, dann weiß man, es ist Herbst. Aber in diesen Tagen ist auch erstmals wirkliches Herbstlaub bei einem Teil der Bäume zu sehen, welches das Licht reflektiert und dadurch wie leuchtend aus dem Einheitsgrün heraussticht. Ich hoffe, die Mischung aus tagsüber sonnigen Abschnitten und nachts in Richtung Gefrierpunkt tendierenden Temperaturen wird den Blätterherbst noch deutlicher sichtbar machen.

Herbstliche Tageseindrücke

Dieser Freitag fühlte sich, wohl wegen des geplanten Ausflugs eher wie Samstag an. Immerhin konnte ich gestern schon die kunsthandwerkliche Arbeit abschließen, bevor es mit den weiteren Projekten nächste Woche weitergeht. Dieser Tag stand deshalb für Routinearbeiten zur Verfügung. Eine Bestandsaufnahme des Gartens in der Mitte des Herbstes war aber auch noch möglich, und auch eine wenig Weiterarbeiten am neuen Design für die Wunschbaum-Manufaktur. Das verspricht atmosphärisch eine gute Zeit für die Wunschbaum-Projekte zu werden. Ich denke, dass auch andere Menschen derzeit ein verstärktes Bedürfnis verspüren, mit den natürlichen Lebensgrundlagen näher in Kontakt zu treten und sie für sich selbst weiter zu erforschen.

Das Besondere der jeweiligen Zeit mit Leben füllen

Wie die Zeit fliegt. Es scheint so, dass sie sich nicht nur mit dem Lebensalter beschleunigt. Auch das Kalenderjahr wirkt auf mich so, als ob es zum Ende hin immer schneller vergeht. So haben wir schon Mitte Oktober. Nur noch zwei Monate bis zur letzten Adventwoche. Tatsächlich denke ich schon seit Tagen in Richtung der Feiertage und natürlich an den diesjährigen Weihnachtsschmuck. Sicher werden wir wieder einen großen echten Weihnachtsbaum haben. Und sicher auch den kleinen künstlichen für außen. Darüber hinaus kann es sein, dass einige Lichterarrangements hinzukommen könnten, neben denen, die wir so lieben und die schon zur Atmosphäre der Adventszeit wie selbstverständlich hinzugehören. Aber das sind vorerst nur Gedanken. Immerhin haben wir noch Herbst und warten zunächst darauf, dass er sich als solcher zeigt. Es ist schwierig und wahrscheinlich auch ungesund, die Jahreszeiten zu überspringen, die nächste schon im Gemüt zu bewegen, bevor die aktuelle sich richtig entfaltet hat. Wir müssen noch stärker daran arbeiten, uns das Besondere der jeweiligen Zeit zu erhalten, indem wir es selbständig und kreativ immer wieder zu Leben erwecken.

Sehnsucht nach typischer Symbolik

Das Motiv unserer neuen Tischsets ist zurzeit das am herbstlichsten Anmutende im Alltag. Die wunderbar klischeehaft bunten Darstellungen des Herbstlaubs von Spitzahorn, Rosskastanie und Eiche bringen uns die Baumfarben ins Bewusstsein, die für den Höhepunkt der Jahreszeit stehen, wenn es eine typische ist. Eben das erleben wir aber immer seltener, und so muss man sich bisweilen symbolische Verstärkung holen. Ich merke, dass nicht wegen der Krise, auch wegen dieser klimabedingten Abweichungen vom typischen Wechsel der Jahreszeiten sich die Menschen wieder zunehmend nach typischer Symbolik sehnen. Die Resonanz auf meine Wunschbaum-Projekte ist dafür ein Beleg, aber ich kann es auch aus Gesprächen heraushören, dass nur immer Technik oder nur immer Popkultur die Menschen matt und gleichgültig machen kann. An zunehmend dunkler werdenden Tagen des Jahres bemühe ich mich, die Intensität der Baumsymbolik möglichst ungebremst in Formen umzusetzen, die für manche eine Bereicherung darstellen können.

Komponenten der Ruhe

Anflüge von goldenem Oktober konnte man an den beiden Tagen des Wochenendes zwischendurch wahrnehmen. Denn die Sonne blitzte phasenweise auf, mit punktuell viel Helligkeit, aber jahreszeitenbedingt nur noch wenig Strahlkraft und Wärme. Immerhin, das macht einem die Jahreszeit verträglicher und lässt gerade am Wochenende die Gedanken eine Weile ruhen. Überhaupt wirkt dieser Oktober ohne bisher deutliche Anzeichen von Blätterherbst ziemlich ruhig. Diese Ruhe hat einiges von der Ausstrahlung der natürlichen Umgebung, aber natürlich auch Anteile von der allgegenwärtigen Krisenstimmung, die die Menschen weniger aufregt als abdämpft und demotiviert. Wir sollten versuchen, dem entgegenzuwirken und uns nicht ganz von krisendominierten Gedanken und Prognosen lenken zu lassen.

Ein erster Gartensaisonabschied

M. hat es für diesen Samstag vorgesehen und ich meine, wir haben dafür auch den richtigen Zeitpunkt erwischt. Denn die Verabschiedung der Gartensaison ist unvermeidlich. Es war ein Glück, dass es nach Tagen heute endlich einmal nicht geregnet hat, alles einigermaßen aufgetrocknet ist und sogar die Sonne herauskam. Man merkte, wie das den Geist weiter macht und den Wetter& Corona Frust der letzten Monate kurzzeitig vergessen ließ. Auf jeden Fall waren es gute Bedingungen, um die Sitzgarnituren im Garten teils reinzuholen, teils winterfest zu machen. Natürlich gehörte dazu, auch alle Polster und Decken hereinzuholen, zu waschen und für die nächste Saison wegzulegen. Die Aktion war noch recht schnell abgeschlossen, so dass wir uns auch noch weiteren Pflanz- und Gartenarbeiten widmen konnten. M. hatte einige Pflanzen umzutopfen oder in größere Gefäße mit mehr und neuer Erde zu verpflanzen. Der Hofraum musste vom schon verrotteten und regennassen Laub befreit werden. Die letzten Sonnenblumen habe ich auch mit Wurzeln aus der Erde gezogen und kompostiert, nur die Rizinusstauden sollen noch einige Wochen bleiben dürfen, da sie sich noch vital und grün präsentieren. Strohblumen erfreuen sich ebenso noch guter Gesundheit und blühen eifrig. Und die Chilis haben über diese Regenwochen weiter ihre Schoten wachsen lassen, blühen gleichzeitig immer noch, nur bringen sie die oft schon ausgewachsenen Schoten nicht mehr zur Reife. Ich hoffe, diesem vergleichsweise hellen und trockenen Tag werden jetzt einige ähnliche folgen. Dann könnte es mit der prognostizierten guten Chiliernte vielleicht doch noch etwas werden. Das war schonmal ein erster Gartensaisonabschied, dem noch einige weitere folgen werden, denn so richtig ist der Herbst noch nicht durch, und wirklicher Winter ist ebenfalls noch weit.

Herbstliche Planungen

Wieder so ein Techniktag, aber jetzt laufen die harten Fäden doch allmählich zusammen. Sieht fast so aus, als ob der große Stau der Erneuerungen und Erweiterungen sich jetzt seiner Auflösung annähert. Vielleicht bringt das dann mehr Zeit für kreative Vorhaben und Experimente, und natürlich für Investitionen in neue Projekte. Auch für die Wunschbaum-Manufaktur denke ich schon in Richtung des kommenden Jahres und habe mich vorsorglich mit neuen Schleifmittelvorräten eingedeckt. Erfahrungsgemäß ist der Verbrauch davon bei den filigranen Arbeiten besonders hoch. Schöner sind solche Planungen bei typischem jahreszeitlichem Wetter. Und auch fotografisch würde ich den diesjährigen Blätterherbst, so er denn noch vorkommen sollte, gerne festhalten. So hoffe ich nach einer verregneten, novembergleichen ersten Oktoberwoche auf eine Reihe goldener Tage, bevor wir den Winter kommen sehen.

Herbst und seine zyklischen Notwendigkeiten

Ein sehr arbeitsreicher Tag mit viel kleinteiligen Aufgabenstellungen, womit ich an diesem Vorfeiertagstag nicht gerechnet hätte. Gewöhnlich machen sich einige Tage vor und nach Feiertagen große Motivationslücken auf, die die Menschen eher stumm und unentschlossen werden lässt. Heute war das aber gegenteilig, vielleicht weil viele den 3. Oktober nicht ganz so feiertäglich erleben wie andere Feiertage. Ich hoffe, der Tag wird dennoch Gelegenheit geben, mit mehr Bewusstsein als im Arbeitsalltag zu verschnaufen, sich die Dinge, auch das Erleben der Jahreszeit genauer zu betrachten und damit der Routine einen Ausgleich entgegenzusetzen. Wenn es uns dann noch vergönnt ist, den Herbst von seiner munteren, aufbauenden Seite, mit einem Farbenspiel der Baumkronen, zu erleben, einen echten Blätterherbst, kann uns das stärken, auf andere Weise als die nach außen gerichtete Sommerzeit, weil wir dann die Gegentendenz, den Rückzug in uns selbst als zyklische Notwendigkeit für Entwicklung begreifen.

Der Winter kommt noch früh genug

Viel Sonnenlicht ist ja in der letzten Woche nicht mehr hinzugekommen. Deshalb wird die Sonnenstundenbilanz für September doch nicht ganz so toll ausfallen, aber immerhin durchschnittlich. Von mir aus könnten der Spätsommer oder Frühherbst mit wärmenden Sonnenstrahlen wieder zurückkehren. Zuletzt war mir das doch zu viel Regen, Dunkelheit und Kälte. Da werden meine Chilis schon gar nicht mehr rot, bestenfalls noch orange oder gelb. Und die noch grünen reifen nicht mehr weiter. Nein, einen goldenen Oktober mit viel Licht, schönem buntem Herbstlaub und jeder eigentümlichen Stimmung wünsche ich mir schon noch. Es wäre schade, wenn der ungewöhnlich warme Spätsommer gleich in Novemberwetter umschlagen und so verbleiben würde. Der Winter kommt noch früh genug.

Spätsommer- / Frühherbst-Stimmungen

Im Garten ist in diesen frühherbstlichen Tagen, die sich noch ein wenig sommerlich anfühlen, alles so unheimlich licht. Auch weil V. die Weinreben nach der Lese schon zurückgeschnitten hat, die sonst ein halbtransparentes Blätterdach bilden und größere Teile des Gartenareals abschatten, ohne die Sonne draußen zu lassen. Ohne dieses Blätterdach ist aber alles ganz offen und hell. Dann kommt die tief stehende Sonne, die so typisch für diese Jahreszeit ist, kombiniert mit einer wohligen Wärme in den Spätnachmittagen, so richtig zur Geltung und die Gartenbäume strahlen noch einmal ihre Vitalität ab, die sich jetzt noch in grünen Blättern manifestiert und bald schon hinter dem winterlichen Skelett von Stamm und kahlen Ästen verschwinden wird. Ich werde in den kommenden Wochen versuchen, dieses besondere Spätsommer- / Frühherbst-Licht auch fotografisch einzufangen. In dieser Jahreszeit sind mir schon sehr eindrückliche Impressionen von Blättern, Aststrukturen und Holzoberflächen gelungen. Das richtige Licht und eine kontemplative Stimmung sind dafür aber immer Voraussetzung.

Unauffällige Übergangszeit

Dieser Einundzwanzigste gehörte nicht zu den inspirierendsten, gemessen an der anhaltend großen Lethargie und Unentschlossenheit der Menschen. Aber er verkörperte etwas, das wie die perfekte Einheit von Sommer und Herbst wirkte. Gerade in der Mittagszeit eine unglaubliche Wärme, die dem Eindruck heftigsten Hochsommerstage in nichts nachstand. Und dann aber, auf den der Sonne abgewandten Seiten, eine Kühle, die isoliert betrachtet für den Herbst stand. Dazwischen ein undefinierter Schwebezustand, der durch de Eindruck eines beginnenden Rückzugs der Pflanzen, u. a. der Gartenbäume, sich noch verstärkt. Es ist diese Unauffälligkeit der Bäume, die ihren Wunsch ankündigen, sich demnächst auf Zeit von ihrer nach Außen gerichteten produktiven Rolle zu verabschieden und ihre Energien in die Erde, den Wurzelstock, zurückzuziehen. Der Rückzug des Chlorophylls, die Färbung, die uns zunächst wie ein ästhetischer Genuss entgegenkommt, der aber eigentlich einen Abschied bedeutet, markiert bis dahin den Übergangszustand.

Frühherbstliche Gartenarbeit

Mit den Gartenarbeiten geht’s jetzt doch langsam dem Ende zu. Vom Thema Chilis und Strohblumen einmal abgesehen, die beide bis in Anfang November noch quicklebendig sein können. Aber ansonsten ist nicht mehr viel auf dem Höhepunkt. Nur noch wenige kleine Sonnenblumen, die sich erstaunlich lange halten. Meine drei Rizinusstauden, die noch zahlreiche nicht eingetrocknete Fruchtstände zeigen und zur endgültigen Größe herangewachsen sind, eindrucksvoller denn je. Den Pfirsichbaum hat V. heute schon zurückgeschnitten, den weit ausladenden, in die Wiese hineinragenden Ast. Und die übrigen Gartenbäume dümpeln so vor sich hin, tragen überwiegend noch ihre Blätter in Grün, kein Wunder bei dem Licht und der Wärme, werden sich aber bald schon in Richtung Herbstlaub bewegen oder die Blätter auch zum Teil schlagartig abwerfen. M. hat einige geschenkte Pflanzen in Töpfe gepflanzt, von denen wir hoffen, sie wachsen an und sind im neuen Jahr eine Bereicherung für die Topfpflanzen auf den Fensterbänken. Morgen will ich die erste Portion Chilischoten kleinschneiden und zum Trocknen auslegen.

Altweibersommerentschädigung

Das Wetter ist konstant warm und enorm lichtreich. Selbst für den Altweibersommer ist das ungewöhnlich. Ein Altweibersommer, wie man ihn typischerweise kennt, ist das allerdings diesmal nicht. Es fehlt doch ein wenig das Herbstliche, wenn man so will ist ein bisschen zu viel Sommer dabei. Mir gefällt es trotzdem, zumal damit eine Aussicht auf eine Verlängerung der warmen Jahreszeit besteht und wir vielleicht anschließend noch einen goldenen Oktober erleben dürfen. Das wäre dann in Sachen Baumherbst und Herbstfarben ein zusätzliches Highlight, das uns für diese Dauerkrisenstimmung und die Beeinträchtigungen auch unserer Wahrnehmung der Jahreszeiten etwas entschädigen mag.

Zeit für Aufmerksamkeit

V. findet in dieser Saison mit dem Baumobst kein Ende mehr. Heute waren die letzten Zwetschgen auf dem Plan, denen später allerdings noch weiteres Obst, v. a. Birnen und Äpfel folgen werden. Allmählich scheint es dann doch einmal genug mit der reichen Obsternte. Auch damit wir die weniger ertragsbezogenen Seiten des Frühherbstes besser aufnehmen und verarbeiten können. Ich finde, durch zu viel Zweckbezogenheit und Zugzwang können die Jahreszeiten auch einen Teil ihrer Reize einbüßen. Und sie bewusst wahrzunehmen braucht auch Zeit für Aufmerksamkeit.

Prozesse der Baumobsternte

V. ist mit der üppigen Baumobsternte in diesem Jahr wie im Rausch. Dabei sind die Weintrauben am weiter außen gelegenen Standort immer schon weniger süß und dick ausgefallen, so auch in diesem Jahr. Aber sie sind eben vorhanden, und so vergehen wieder Tage, bis alles gelesen, eingemaischt und zu Rotwein vergoren ist, die vielen Arbeiten rund ums Saubermachen von Kelter, Häcksler und Fässern einmal abgesehen. Und mit Blick auf die ebenfalls umfangreichere Apfelernte ist die Saison auch noch nicht abgeschlossen. Ich bin ganz froh, wenn das alles hinter uns liegt und wir die weniger nützlichen, dafür aber umso ästhetisch reizvolleren Seiten des Altweibersommers in uns aufnehmen können. Die Chancen stehen nicht schlecht, sind doch recht angenehme Spätsommertemperaturen vorhergesagt.

Zwetschgenkuchentradition

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Eine angenehme Gartenzeit

Der Hochsommer soll gegen Wochenende doch wieder zurückkommen. Vielleicht nur kurzzeitig, aber es wäre auch schade, wenn er so abrupt mit Dauerregen und Temperatursturz geendet hätte. Ich freue mich besonders, wenn wir einen lang ausgedehnten Altweibersommer erleben dürften. Das vereint die Vorzüge des Sommers, nur moderater und die ästhetischen Reize des Herbstes. Eine für mich reizvolle Zeit, die ich gerne auch bei handwerklicher Arbeit im Freien verbringe. Das sind die letzten Möglichkeiten, den Garten und seine Eindrücke bei angenehmer Witterung zu genießen. Und da gibt’s schon noch einiges zu beobachten und zu tun: Die Walnüsse, die noch nicht erntereif sind, die Chilischoten, die demnächst gelbe oder vielleicht auch wieder rote Färbung annehmen werden, die Samenkerne des Rizinus, die hoffentlich noch an der Staude trocknen. Das ist Voraussetzung dafür, sie im Folgejahr nutzen zu können. Wenn die Fruchtstände nicht schon an der Pflanze trocknen, sind die Kerne in der Regel nicht zu gebrauchen. Und ich würde sehr gerne auch im nächsten Jahr wieder Nachfolger züchten, weil die Pflanze einfach ein Hingucker im Garten ist.

Herbstliche Atmosphäre

Ein ruhiger Sonntag, der ganz gut zur ansonsten arbeitsreichen Woche als Abschluss passte. Wir genießen den Ausklang des Sommers und den am Erscheinungsbild der Gartenbäume absehbaren Anfang des Herbstes. Nachdem ich gestern die meisten Sonnenblumen geschnitten hatte, fällt mir jetzt auf, dass auch die Bäume schon einzelne herbstlich verfärbte Blätter ausbilden. Das allein wäre ein deutliches Zeichen für den Wechsel der Jahreszeit. Aber auch die gesamte Atmosphäre fühlt sich schon überwiegend herbstlich an.

Jahreszeitenprivileg

Die schon selten gewordene Holzarbeit im Freien hat mir den Beginn des Herbstes sehr nahegebracht. Man spürt an der Luft, der Temperatur, dem Licht, wie sich die Jahreszeit im Übergang befindet. Das ist traurig und schön zugleich. Der Sommer, über den wir zuletzt wegen der schwülen Hitze noch geklagt haben, ist auf einmal vorbei, und sogleich trauern wir ihm nach. Aber der Herbst hat eben auch seine Reize. So freue ich mich jedes Jahr aufs Neue auf diese Wechsel und all die Eindrücke und inneren Handlungen, die sie in uns und zwischen uns hervorrufen. Ein großes Privileg der Bewohner mittlerer Breiten.

Vorverlegte Ernte

Eine der Folgen, die sich seit Jahren im Zuge des klimatischen Wandels abzeichnen, ist die Vorverlegung der Erntesaison. Vor zwanzig Jahren wäre es undenkbar gewesen, Weintrauben schon Ende August zu ernten. Das war früher, als wir solche schon großflächig über den Garten geleitet hatten, eine Aktion für die ganze Familie, meist gegen Ende September oder Anfang Oktober. Jetzt ist das schon gut einen Monat vorverlegt. Da lässt sich der vielbesprochene Klimawandel nicht mehr leugnen. Und wie immer kommt alles zusammen. V. wird sich relativ zügig auch an die Birnen und Zwetschgen geben müssen, die in diesem Jahr üppig und in größerer Menge gewachsen sind. Viel Erntearbeit gerade beim Baumobst, die noch Wochen in Anspruch nehmen wird, inklusive der Weiterverarbeitung, u. a. zu Wein, Viez, Saft, Marmelade oder eingemaischt als Grundlage für einen Obstbrand.

Vorgezogener Übergang

Die Abkühlung hält an, etwas ungewohnt nach diesem Dauerhitzesommer. Aber auch erholsam vor allem für die Pflanzen. Gießen muss ich an solchen Tagen auch weniger. Nur die Motivation der Menschen leidet bei mäßiger Temperatur, weniger Sonne und dunkel werdendem, sich teils schon verfärbendem Baumlaub doch erheblich. Eigentlich würde solche Stimmung in die Übergangszeit des Herbstes passen, hat uns aber schon früher ereilt. Tatsächlich hat M. heute früh als erstes angemerkt, dass sich der Tag jetzt schon herbstlich anfühlt. Ich stimme dem zu, bin aber zuversichtlich, dass wir noch einen Spätausläufer des Hochsommers erleben dürfen, bevor die letzten Sommerblüher verwelkt sind.