Sommer-Auszeit als kommunikative Hochzeit

Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen, bei denen diese Hochsommerwochen mit fast noch mehr Geschäftigkeit ausgefüllt sind als in der übrigen Zeit des Jahres. Das hat natürlich ein wenig mit dem Umstand zu tun, dass die Kommunikationsbranche sich um oft als nachrangig eingestufte Aufgaben dreht, für die einige Auftraggeber gerade in Auszeiten wie Sommer-Urlaubszeit und Weihnachtzeit bzw. Jahreswechsel am ehesten den Kopf frei haben. Dieses Jahr ist das ganz sicher so und etwas ausgeprägter als sonst. Gut daran ist vor allem, dass ich in Ruhe und anhaltend an den Projekten arbeiten kann und mich nicht zu sehr verzetteln muss. Und außerdem gelingt es mir aufgrund der langen Tage trotzdem noch ganz gut, die schönen Seiten des Sommers im Spiegel der vegetabilen Natur, der Baumlandschaft, den Gärten um mich herum in mir aufzunehmen und Energie daraus zu ziehen. Die ist bei allem, was mir an Aufgaben und Herausforderungen begegnet, auch sehr willkommen.

Ein emotional zwiespältiger Start in den Frühling

Der einundzwanzigste März. Da fallen starke Zahlensymbolik und Frühlingsanfang zusammen. Eigentlich gute Voraussetzungen. Aber der Tag war im Ergebnis dann doch nicht im positiven Sinne besonders. Eher problembelastet und das Nervengerüst belastend. Ich freue mich dennoch, vielleicht gerade wegen der Wirrungen in diesen Tagen, auf den Frühling und alles, was er uns an Öffnung nach außen, an Umkehr der Orientierungsrichtung von Innen nach Außen anbietet. Nur die Gelegenheit, diesen Rahmen zu nutzen, müssen wir schon noch finden. Wenn es gelingt, sind wieder mehr Erkundungen der Baumlandschaft, mehr Beobachten und Fotografieren der jahreszeitlichen Veränderungen im Zuge des Grünens, Blühens und Fruchttragens v. a . der Bäume für mich möglich. Allein das ist eine gute Basis, auf der man alle die komplizierten sozialen und kommunikativen Aufgaben besser ausfüllen und auflösen kann.

Die Gemüsepflanzen gedeihen ganz nebenbei

Die jüngste technische Herausforderung hat mich auch heute fast den ganzen Tag beschäftigt, konnte dann aber doch zumindest vorläufig aufgelöst werden. Eine Erleichterung, zumal ähnliche Aufgaben in nächster Zeit sicher häufiger vorkommen werden. Im gleichen Zuge, wie ich derzeit mit höchst technischen und, wenn man so will, mathematischen Fragen beschäftigt bin, entwickeln sich meine Gemüsepflanzen erfreulich gut. Die sind ja immer recht schwierig aus den Samen großzuziehen, aber neben allem, was man an Erfahrung und Recherche hineinstecken kann, spielen viele undefinierbare Faktoren für das Wachstum eine Rolle. Ganz konnte ich noch nicht dahinter blicken, lerne aber immer wieder auch auf diesem Gebiet dazu. Dann brauchen wir eigentlich nur noch eine möglichst sonnenreiche, warme und ab und zu auch feuchte Witterung während der Sommermonate, um das Projekt recht erfolgreich werden zu lassen. Die gleichen Rahmenbedingungen werden auch den Gartenbäumen gut tun – und uns diesen Sommer hoffentlich wieder mehr in den Garten ziehen. Denn im Vorjahr haben wir uns z. B. zum Essen praktisch gar nicht dort aufgehalten. Das war schade und eigentlich eine Art Verlust, den wir diesen Sommer idealerweise wieder ausgleichen wollen.

Problemzeiten

Ein Tag, der ganz der Problembewältigung auf verschiedenen Gebieten gewidmet war und der umfangreiche Grundlagen für weitere Problemroutinen geboten hat. Immerhin können wir uns auf ein sonnenreiches Wochenende freuen. Dann werden die Bäume einen neuen frühlingshaften Schub machen. Das baut uns ein wenig auf.

Balanceübungen für einen optimierten Aufbruch im neuen Jahr

Im Gespräch heute Nachmittag hat mir J. erzählt, dass der Weihnachtsbaum dort noch nicht abgeschmückt ist. Da werde ich fast neidisch, weil wir nun seit einer Woche die ästhetische Weihnachtszeit abgeschlossen haben. Aber es wäre bei uns auch schwierig zu organisieren gewesen, länger zu warten. Stehen doch so viele Vorhaben an, die mit dem Start ins neue Jahr zu tun haben. Das ist mit weihnachtlicher Kontemplation und Ruhe nicht ganz so gut zu vereinbaren. Aber ganz ist das Thema auch für uns noch nicht abgeschlossen, denn die ganz kleinen Dekorationsobjekte und Figuren haben wir noch nicht verpackt, die haben sich noch länger erhalten, und können von mir aus auch noch eine Weile so verbleiben. Ich freue mich trotz meiner Weihnachtsaffinität sehr über die Chancen und Aufgaben, die mir den rasanten Einstieg in dieses Kalenderjahr ermöglichen. Und ich suche noch nach der optimierten Einstellung, dem optimalen Gleichgewicht zwischen diesem Aufbruch- und Fortschrittsdenken und einer Haltung, die immer auch den Nullpunkt sucht, um Scheuklappen und Einseitigkeiten zu vermeiden. Immer ganz genau das richtige Maß und Verhältnis zu treffen, bleibt schwierig. Aber ich meine, bei dem Versuch zunehmend geschickter zu werden.

Neue Aufbruchversuche

Gut, dass die Herausforderungen umfangreich und die Aufgaben gerade vielfältig sind. Und gut auch, dass das zu Beginn des Arbeitsjahres sich so entwickelt. Denn das steht schon für Anzeichen neuen Muts und neuer Aufbruchversuche nach einer langen Zeit lethargischer Unentschlossenheit. Man muss diese zarten Ansätze insofern pflegen und nach Möglichkeit wachsen lassen. Das sind vegetabile Überlegungen, die eigentlich zum Frühling in der Natur, dem Grünen und Austreiben der Bäume passen würden, nun aber schon im Winter bei sehr ungemütlicher Außentemperatur eine Rolle spielen. In so schwierigen Zeiten sind solche Gegensätze vielleicht aber auch notwendig und sogar hilfreich, um Dinge wieder in Bewegung zu bringen. Warum also nicht frühlingshafter Aufbruch inmitten des Winters. Kein Weihnachtswunder mehr, aber doch noch ein spätes Winterwunder, das uns hoffentlich mit etwa Schwung in dieses Jahr hineinträgt.