Den Schwierigkeiten dieser Zeit etwas entgegensetzen

Da sich an dem schmuddelig-kühlen Wetter ja so gar nichts im Laufe der Woche geändert hat, schwindet inzwischen meine Hoffnung, dass aus diesem Juni noch ein vernünftiger Sommermonat werden könnte. Wieder einmal sind wir von den Folgen des Klimawandels überrascht und können es kaum glauben. Dabei wäre wenigstens jahreszeitentypisches Wetter besonders jetzt wichtig, wo doch wirtschaftlich, politisch und kulturell kaum noch etwas zu funktionieren scheint. Dann schließen die natürlichen Grundlagen und vor allem die aus der Natur kommenden Highlights eine Verständnis- und Sinnlücke bzw. kompensieren das, was sozial-kommunikativ nicht ins Lot gebracht werden kann. Wenn aber auch das noch wegfällt, wird’s richtig frustrierend. Nichtsdestoweniger sehe ich mich als Kommunikationsfachmann schon in der Pflicht, solchen Phasen und ihren Ausstrahlungen etwas entgegenzusetzen. Die Beiträge im Baumtagebuch sind nur ein Versuch in dieser Richtung, und in verschiedenen anderen Umgebungen der Lebenswelt ergänze ich das durch weitere Äußerungen und Aktionen.

Lichtblicke der österlichen Botschaft

Der zweite Feiertag war zwar endlich wieder frühlingshaft, mit viel Sonne und auch wärmer, aber eine Fortsetzung der feiertäglichen Erholung war uns an diesem Tag nicht vergönnt. Vorsorglich habe ich M. in die Klinik gebracht, um einen Verdacht auszuschließen, der nicht von der Hand zu weisen war. Dass der Zustand sich später wieder verbessert hat, ist uns allen eine Erleichterung, aber die institutionelle Prozedur ist eben noch nicht abgeschlossen. So hoffen wir auf eine weitere positive und beruhigende Entwicklung und möglichst viel Klarheit. Es war ein Tag, an dem die Eindrücke der strahlende blühenden Spitzahornbäume auf den Wegen zur und von der Klinik zu den aufbauendsten und heilendsten Erlebnissen gehörten. Ein positiver Rest der österlichen Botschaft.

Heilende Kraft der Symbolpflanzen

Ich bin froh, dass wir dieses Jahr schon wenige Tage nach Palmsonntag J. und W. die geweihten Palmzweige vorbeibringen konnten. Ich habe sie an vier Stellen bzw. Tür- und Wandkreuzen im Haus gegen die alten, schon deutlich vertrockneten ausgetauscht. Außerdem haben wir einen guten, weil schattigen und nicht direkt von der einfallenden Sonne beschienenen Platz an der Wand des Wohnzimmers für den Buchsbaumkranz gefunden, der so hoffentlich lange Zeit grün bleiben sollte. M. bedauert zwar sehr, dass wir bei uns keinen solche Kranz aufhängen konnten, aber das können wir ja nächstes Jahr nachholen. Ich hoffe sehr, dass die heilende Kraft des Symbolpflanzen ihren guten Geist das ganze Jahr über in unser beider Heimwohnungen entfalten kann.

Von außen kommende Verstärkung

Die Sonntagsruhe hat nach den dicht gepackten technischen Aufgaben, die mich während der ganzen Woche in Dauerschleife wohl auch noch länger beschäftigen, sehr gut getan. Aber das anstrengende und lichtarme Biowetter geht an die Substanz, weil es so gar keine Aussicht auf ein Ende dieses nass-kalten Spätwinters zu geben scheint. Nächste Woche ist die Fastnachts-Hochzeit und dann gehen wir schon auf Ostern zu. Aber von Frühling keine Spur, noch nicht einmal eine Vorahnung, die sich in einem verstärkten und wieder aufgenommenen Bewegungsdrang in der Landschaft äußern würde. Das kann man zurzeit tatsächlich nicht feststellen. Stattdessen ein Einigeln wie während der Weihnachtszeit und ein grüblerisches Abarbeiten der großen Frage, wie wir diese lange schon in Entwicklung befindliche Lethargie und Demotivation zu überwinden wäre. Antworten scheinen kaum an die Oberfläche zu kommen. Aber ich denke, dass sich im Untergrund, bei jedem für sich und angestrengt, so einiges tut. Mögen die ersten Frühlingszeichen der Bäume eine von außen kommende Verstärkung bieten und die Lebenssymbolik der Bäume so ihr mobilisierendes und heilendes Potenzial entfalten.

Atmosphärische Kontraste

Der Besuch heute in den beiden Kliniken, vor allem in der nahegelegenen, die uns aus den letzten Jahrzehnten so gut bekannt ist, hatte wieder etwas sehr Surreales. Dieser eigentümliche Kontrast zwischen dem super sonnigen Wetter und für die Jahreszeit milden Temperaturen mit dieser sterilen Innraum- und Funktionsatmosphäre. Und dann die erwartbaren und eigentlich auch immer ähnliche verlaufenden Gespräche und Prozesse. Das ist nicht ganz einfach zu verarbeiten. Die kurzen Gänge durch den Klinikpark, vorbei an den alt bekannten Bäumen, ist dann schon das Aufbauendste an den Aufenthalten dort, was ich versuche, mit in die Innenräume hinein und in die Gespräche und Begegnungen dort atmosphärisch positiv einfließen zu lassen.

Die heilenden Kräfte der äußeren Natur

In Sachen Gesundheit war das heute ein enormes Wechselbad, mit Tendenz zur Erleichterung und in merkwürdigem Kontrast zum traumhaft sonnigen Wetter draußen. Was hinter den Mauern in den Gesundheitstempeln vor sich geht, ist weniger traumhaft, zum Teil eher erschreckend und desillusionierend, weil es etwas über gewisse gesellschaftliche Entwicklungen generell aussagt. Aber gerade in solchen Zeiten kann man das, was uns von außen, über das Licht der Sonne, das Grün der Bäume, die Frische der Luft zugetragen wird, besonders schätzen. Vielleicht ist es das, was das Leben am Ende noch lebenswert und zukunftsträchtig gestalten kann. Ohne die heilenden Kräfte der äußeren Natur wären wir heute schon verloren.

Die herausragende Bedeutung des Sonnenlichts

Es ist toll, so viele Sonnentag hintereinander lassen fast schon an Frühsommer denken. Nur die Temperatur passt noch nicht dazu. Aber das Helle und Lichte ist für mich und für wohl die meisten ohnehin das Wichtigste. Insofern ist auch der immer wieder gehörte Hinweis auf die stetige Erderwärmung und die jedes Jahr aufs Neue übertroffenen Spitzenwerte bei den Durchschnittstemperaturen zwar hochgradig klima- und zukunftsrelevant. Es hat aber nicht so viel mit der psychischen Verfasstheit der Menschen zu tun. Die hängt, sofern wir von natürlichen, von außen kommenden Faktoren sprechen, vor allem vom Sonnenlicht ab. Wenn deshalb nach Monaten sehr trüben und verregneten Wetters jetzt das Sonnenlicht so dominant wird, ist das immer befreiend und auch biologisch aufbauend. Das kann doch angesichts unserer aktuellen Familienkrisen nicht schaden. Ich hoffe sehr und vor allem, dass M. und V. davon profitieren, und mit ihnen alle, die sich um sie kümmern. Mögen Sie von der Kraft der Spätwintersonne gestärkt und inspiriert werden. Und das schon, bevor der Baumfrühling erkennbar wird. Das erleben wir auch nicht so häufig in dieser Zeit des Jahres.

Innerer Kraftquell und die heilsame Wirkung der Weihnachtszeit

Zuletzt schien die Lethargie und das Verdrängen all der wenig zufriedenstellenden Entwicklungen in der näheren und ferneren Welt allzu erdrückend und lähmend auf allem zu liegen. Aber die begonnene Weihnachtszeit scheint ihre heilsame Aura und ihre ausgleichende Wirkung doch schon wirksam werden zu lassen. Kann ich doch in den letzten Tagen Ansätze für Entspannung feststellen, erste und lange nicht gesehene Anzeichen von Zukunftsplänen und zuversichtlicher Planung, die bis ins neue Jahr hinein reichen. Man hätte ja zuletzt vermuten können, es gehe den meisten nur noch darum, dieses Jahr einfach nur schadlos zu überstehen, so als wenn das neue Kalenderjahr per se nur Verbesserungen oder einen Auftrieb bringen könnte. Dass die Hoffnungszeichen sich schon im Dezember abzeichnen, stimmt mich zuversichtlich. Denn es zeigt, dass man die eigenen inneren Kraftquellen bemüht und wiederentdeckt hat. Zumindest versucht, sie aus den tiefen Untergründen hervorzuholen und zu reaktivieren. Ich bin sicher, spätestens am Heiligen Abend wird beim ehrfürchtigen Anblick des Weihnachtsbaums der letzte Zweifel verfliegen, dass diese inneren Kraftquellen existieren und uns Menschen tatsächlich immer schon zur Verfügung stehen.

Ein Teil des Innersten teilen

Der Einundzwanzigste hat sich durchaus belebend ausgewirkt. Denn ich konnte eine Menge Aufgaben abarbeiten und dabei die Ruhe bewahren. Das ist an einem so trüben und lichtarmen, zudem kalten und nassen Novembertag nicht selbstverständlich. Eigentlich auch kaum zu erklären ohne die Heilwirkung und Energie der Zahlensymbolik. Aber die näherkommende Weihnachtszeit hat auch ihren Anteil daran. Und dass ich punktuell den Eindruck gewinnen kann, dass es auch Lichtstreifen am Horizont gibt und nicht alles nur immer schlechter wird. Zuletzt hätte man noch so denken und reden können. Es wäre schön, wenn wir wieder mehr Zuversicht entwickeln und die auch ausstrahlen könnten. Mit Hilfe der heilbringenden Weihnachtszeit zum Beispiel. Aber auch, und das ganzjährig, mit Hilfe unserer Selbstreflexion, im Spiegel der großen Lebenssymbole, wozu zweifelsfrei die Bäume zählen. Mit Hilfe unserer Mitmenschen letztlich immer auch, besonders wenn die sich ebenfalls in der Welt des Symbolischen wohlfühlen und wir das gleichgerichtete Interesse teilen und damit ein Teil des Innersten teilen können.

Für ein ausgedehntes Sonnenjahr

Viele und umfangreiche technische Aufgaben halten mich in diesen Januartagen in Schach. Wie das zwischendurch immer wieder ist, bis sich irgendwann der technische Problemstau wieder auflöst und die heilenden Wirkungen des Natürlichen wieder Raum greifen und Zeit beanspruchen können. Ich hoffe, das wird bald schon sein, und möglichst mit einem früh eintretenden und dann ausgedehnten Frühling mit viel frischem Baumgrün und -blühen einhergehen. Denn den Winter kann ich bis hierher nicht wirklich schätzen. Ich wünsche mir ein langes Licht- und Sonnenjahr und eine Hochzeit für das lebendige Wachstum der Bäume und alles Grünen.

Heilende Wirkung in der Krise

Das Jahr rast so ungeheuer dahin, wie ich es noch nie zuvor wahrgenommen habe. Eine Beschleunigung der Zeit mit zunehmendem Lebensalter, diesen Eindruck haben viele und die subjektive Zeitwahrnehmung verändert sich wohl tatsächlich mit dem Alter. Aber über all die Krisenkommunikation haben wir tendenziell verpasst, den Lauf der Jahreszeiten richtig in uns aufzunehmen. Die huschten noch schneller an uns vorbei als gewöhnlich. Dabei sind gerade die Bäume in diesen Monaten ein wunderbarer Spiegel von Wachstums- und Entwicklungsprozessen, greifen immer weiter in den Raum, mit ihrem Blattgrün, den Formen von Blüten, Früchten und sich verstärkenden und verlängernden Zweigen. Ich hoffe, es gelingt mir, dass nicht nur in der Beobachtung angemessen zu würdigen, sondern es zudem als Gegenmittel bei zu viel krisenhafter Beanspruchung einzusetzen, mit hoffentlich heilender Wirkung.