Im sommerlichen Kontakt zu spannenden Holzarten

Nach einem schon ziemlich mit zahlreichen ganz anderen Aufgaben angefüllten Arbeitstag hätte ich nicht gedacht, ab dem späten Nachmittag noch mit so verschiedenen Holzarten in Berührung zu kommen. Bei diesem ersten Arbeitsschritt für die Herstellung unterschiedlicher Wunschbaum-Armbänder waren folgende z. T. recht exotische Holz- und Baumarten beteiligt: Holunder, Haselstrauch, Hainbuche, Ginkgo und sogar Weißdorn. Von letzterem habe ich nur noch wenige Abschnitte auf Vorrat, ein Anlass, neues Material zu besorgen. Es hat mich aber einfach gefreut, um diese Jahreszeit, in der wir den längsten Tagen des Sommers entgegen gehen, bei Sonne und Wärme zugleich, diese spannenden Hölzer bearbeiten und mit der Energie ihrer Bäume in Kontakt treten zu können. Und natürlich geht diese Arbeit in verfeinerter und detaillierterer Form in den nächsten Tagen weiter. Darauf freue ich mich, zumal das Wetter konstant zu bleiben verspricht.

Vorbote des Frühlingslichts vor Lichtmess

KI generiertes Bild eines Hainbuchenzweigs mit frühsommerlicher Anmutung

Das tut gut, endlich einmal wieder richtig viel Licht. Die grafische Aufzeichnung der Sonneneinstrahlung bildete heute eine steil ansteigende, oben abgerundete und fast symmetrisch wieder abfallende Kurve. Fast perfekt für die Jahreszeit, und so schön, dass das genau einen Tag vor Lichtmess uns so begegnet. Dann ist vielleicht doch noch nicht alles verloren, dann können wir uns doch zumindest manchmal noch auf typische jahreszeitliche Verläufe freuen. Und natürlich auf die reichhaltige Symbolik, die das mit sich bringt. Denn wer würde bei so viel Licht wie heute nicht an Frühling denken. Wahrscheinlich deshalb habe ich nach längerer Pause mit dem Generieren heute einmal die KI generierte Fassung eines natürlich wirkenden Hainbuchenzweigs versucht, wie er im Frühling oder Frühsommer an den Bäumen in Erscheinung tritt. Die Ergebnisse sind ganz gut, auch wenn ich für bestimmte Einstellungen, die den Eindruck natürlich erscheinen lassen, bei den Prompts ziemlich nachjustieren musste. Eines der Ergebnisse habe ich hier abgebildet.

Widerspenstige Hainbuche

Bei der Arbeit an dem Hainbuchenstab heute galt es heftige Widerstände zu überwinden. Offenbar sind aktuell in meinem Vorrat Kanteln vorhanden, die aus einem besonders harten und verquer gewachsenen Abschnitt der Hainbuche stammen. Jedenfalls ließen sie sich nur mit großer Mühe überhaupt drechseln und haben sich auch beim späteren Feinschliff widerspenstig gezeigt. Der erste Stab ist dann auch gerissen, nachdem ich ihn immer fester einspannen musste, um ihn abtragen zu können. Dem Druck konnte er dann doch nicht standhalten. Und der zweite Versuch war letztlich zwar erfolgreich, hat mich aber ein Maschinenersatzteil gekostet, das beschädigt wurde. Glücklicherweise konnte ich den Spitzstahl noch besorgen. Die letzten ca. 10 Jahre hat er gehalten und viel geleistet. Aber jetzt war seine Zeit wohl gekommen, auch auf Grund der widerspenstigen Hainbuche.

Wiedersehen und geteilte Lebenszeit

Wieder einmal ein Arbeitstag mit Außentermin, der eine Art Abwechslung bot und an einen vergleichbaren Einsatz vor etwa einem Jahr anknüpfen konnte. Menschen mit zeitlichem Abstand wiederzusehen, mit denen man zwischenzeitlich auf anderen Wegen Kontakt hatte, ist immer spannend. Man kann dann Bezug nehmen auf eine Gemeinsamkeit, auf ein Teilstück kooperativ verbrachter Lebenszeit. In diesem Fall mit überwiegend positivem Verlauf und so, dass man sich einen Ausbau für die Zukunft vorstellen kann. Passend zum Wochenende bin ich anschließend zu meiner aktuellen kunsthandwerklichen Arbeit übergegangen, allerdings nicht sehr weitgehend, da ein zwischenzeitlicher Besuch mich von der Arbeit abgehalten hat. Immerhin, das Gespräch war ebenso abwechslungsreich und einen Anfang konnte ich zumindest setzen. Jetzt geht’s morgen weiter mit der Arbeit an Hainbuche und Ulme und ihrer zunehmend filigraner werdenden Verarbeitung.

Kreative Woche

Schön, zwischendurch einmal wieder handwerklich arbeiten zu können. Verschiedene Armbänder mit insgesamt drei Holzarten: Pappel, Hainbuche und Ulme. Letztere erfordert immer wieder eine Sonderbehandlung, wegen der besonderen Struktureigenschaften dieser Art, mehr Aufwand als gewöhnlich, aber im Ergebnis sieht es besonders lebendig aus. Das entschädigt für die viele Arbeit. Bei spätsommerlicher Wärme und viel Licht ist das eine schöne Arbeit, die ich gerne in den nächsten Tagen mit der Weiterverarbeitung der Stäbe fortsetze. Sieht so aus, dass das eine recht kreative Woche wird, nach Wochen fast ausschließlich technischer Herausforderungen.

Symbolische Ergänzungen

Wieder zurück zur Symbolarbeit mit den verschiedenen Lebensbaum-Hölzern. Diesmal war es die Hainbuche, die ich realisieren konnte, für ein außerordentlich schmales Handgelenk, das normalerweise zu einem Kind passt, tatsächlich aber für eine Erwachsene bestimmt ist. Aber solche Bänder mit sehr kurzen Perlen haben natürlich auch ihren Reiz, schon auf Grund der feingliedrigen Oberflächenästhetik. Der eigentliche Sinn aber entsteht durch die symbolischen Ergänzungen, die nur der Träger selbst vornehmen kann. Auch wenn ich diese Ergänzungen fast nie in Augenschein nehmen kann, bringe ich doch in jeden Kontakt ein individuelles Moment ein, das dem Produkt, dem Symbol tragenden Objekt die bestmögliche Energie mit auf den Weg gibt. Es ist einfach ein gutes Gefühl, das der Prozess damit noch nicht abgeschlossen ist, sondern sich bei jedem Tragen aufs Neue aktualisiert und im Zeitverlauf sicher auch verändert.

Das Typische des Frühlings

Leider hatte ich die Kamera auf dem Weg nicht dabei. Die jungen, gerade erst sich auffaltenden Blätter der Hainbuche, die sich zurzeit gleichzeitig mit den Blüten entwickeln, finde ich in diesem Stadium nämlich besonders eindrucksvoll. Einer der Eindrücke, die einem tatsächlich wie natürliche Formwunder erscheinen, so filigran sind diese Blätter strukturiert – wie ein sorgsam in Papierfalttechnik ausgeführtes Kunstwerk. Eine meiner besten Frühlingsfotografien stellt einen jungen Hainbuchenzweig dar, der, schon etwas weiter entwickelt, in seinem eigenen Hellgrün mit einem pastellartigen lichten Bokeh in Grün-Weiß kontrastiert. Solche Szenen stehen in meinen Augen stellvertretend für das Typische des Frühlings, wie es sich aus unserem Wahrnehmen der Baumlandschaft manifestiert.

Frühlingsmut

Der erste Tag mit richtig viel Sonne in diesem Jahr. Einer, der gemessen an der Intensität der Lichtstrahlung durchaus in den Sommer gepasst hätte. Ich hoffe, das dürftige Resultat der letzten Monate wird während des Aprils ausgeglichen. Schon einmal hatten wir einen extrem sonnigen April, der also nicht zwangsläufig von „Aprilwetter“ geprägt sein muss. Die Baumlandschaft steht unter solch ermutigenden Vorzeichen kurz vor der großen Frühjahrsexplosion. Die Schlehdornblüte wird jetzt kommen, die Weißdornblätter sind schon an vielen Sträuchern aufgefaltet, und auch die Traubenkirschen und Heckenrosen haben sich schon weiterentwickelt. Bei den Hainbuchen zeigen sich jetzt gleichzeitig Blüten und Blätter. Ich schätze, in wenigen Tagen schon wird das Grün eine deutliche Farbmarke in der Landschaft hinterlassen, und wiederum zwei Wochen später wird es den Farbeindruck dominieren. Freuen wir uns auf den Frühling.