Symbolarbeit in Krisenzeit

Nun bin ich selbst auch Teil des Impfmarathons, wenn auch die Sache noch nicht abgeschlossen ist. Ich hoffe, die Menschen werden nicht übermütig und es taucht nicht unverhofft wieder eine weitere Welle auf. Die Projektarbeit beansprucht mich derzeit sehr, so dass die Krisenstimmung sich zum Teil verdrängen lässt. Wichtig ist mir aber immer, dass die grundlegenden Themen nicht zu kurz kommen. In hektischen Zeiten wird das noch lebenswichtiger als sonst. So bleiben gerade jetzt die Holzarbeit und die Weiterentwicklung der Arbeit mit und um die Symbolik herum mein kontinuierliches Parallelprojekt.

Für eine Stärkung des Grundlegenden

Der Verlauf des Sommers macht mich ein wenig ratlos. Ganz anders ist das wie von den Vorjahren gewohnt. Vielleicht eher wie der Sommer von „früher“, aber doch von Ungleichgewichten geprägt, die wie eine Spiegelung des Ungleichgewichts in Gesellschaft, Psyche und Kultur wirken, das uns seit Beginn der Krise mit unverhofften Wucht heimgesucht hat. Die Mitte zu finden ist ohnehin die große Herausforderung unserer Zeit, aber sie so mühsam immer wieder erarbeiten zu müssen, wirkt auf mich wie ein riesiger Rückschritt. Zumindest ist es ein Umstand, der Fortschritt verhindert, zusätzlich zu dem unverständlichen Vertrauen in rein wissenschaftliche Denkart und wissenschaftliche Erklärung, das eigentlich vor über hundert Jahren schon überwunden schien. Damals gab es vielversprechende Ansätze für eine Stärkung des transzendenten Bewusstseins und eine Anerkennung seines bestimmenden Einflusses auf unser Denken und Handeln. Was nur ist übrig von dem, was u. a. die anthroposophischen Einsichten hätten auf breiter Front anstoßen können? Wir sollten uns gerade in dieser Krise kräftig schütteln und den Riesenumweg endlich abkürzen, zu wirklich Wichtigem zurückkehren. Gegenwärtig ist das nur schwer vorstellbar, wenn politische Rahmensetzungen von den wissenschaftlichen Empfehlungen der Virologen, Physiker und Mediziner dominiert wird. Lasst uns bitte alles Andere nicht vergessen, und dass dieses Andere das wirklich Grundlegende darstellt. Die Baumprojekte verstehen sich vor allem als Beitrag zu dieser Stärkung in der Orientierung am Grundlegenden.

Bedeutung, Energie und Spiegelung

Eiche und Tanne, zwei Holz-Klassiker, haben mich seit gestern in meiner Manufaktur beschäftigt. Interessant, dass sich manchmal die Nachfrage nach bestimmten Arten häuft. Zurzeit sind es gerade die Arten, die jedes Kind kennt. Das ist insofern schön als es das Bedürfnis nach Grundlegendem besonders deutlich zum Ausdruck bringt. Da ist dann der dekorative Aspekt ganz außen vor, es geht in dem Fall nicht um Schmuck, nur um Bedeutung, Energie und Spiegelung. Das entspricht genau dem, was die Wunschbaum-Manufaktur im Kern ausmacht. Das auch in Krisenzeiten umsetzen zu können, in denen die Aufmerksamkeit auf meine Symbolformen etwas reduziert zu sein scheint, ist ein Geschenk und bekräftigt das langfristig angelegte Konzept.

Schadlose Verarbeitung dank Basisthemen

Das Bio-Wetter hält in seiner Wechselhaftigkeit an, heute einmal von seiner angenehmen Seite in Erscheinung getreten, mit sehr viel Helligkeit und einer wieder fast frühlingshaften Atmosphäre. Die Krisenstimmung kann das leider nicht übertünchen, im Gegenteil wird die Nervosität spürbar verbreitet und der Geduldsfaden reißt schneller und öfter auch mal ab. Kein Wunder, bei einer Ausnahmesituation, die nun schon seit einem Jahr andauert und die so schnell immer noch nicht aufgelöst werden kann. Ich bin froh um meine Basisthemen, die auf Grundlegendes verweisen und die komplizierte Informationslage zu Dingen, die uns widerfahren, die wir aber nicht wollen und auch nicht mehr hören können, zeitweise zu neutralisieren in der Lage sind. Vielleicht ist das die einzige Möglichkeit, diese Dinge auch wirklich schadlos zu verarbeiten.

Normalität erinnern

Auch wenn viele sich das Dauerthema täglich wegwünschen, es verfolgt uns beständig und lähmt zunehmend die Kommunikation wie auch die je individuelle Motivation. Da fällt es schwer, dem etwas Positives abzugewinnen. Es ist eher wie eine Aufforderung zum Durchhalten und zum Konzentrieren auf Wesentliches. Worin das besteht, muss man dann aber mit dem vergleichen, was man bisher als Essenziell betrachtet hat. Der Erfahrungshorizont verschiebt sich häufiger in solchen Krisenzeiten und muss das tun, einfach weil kein Vergleich im Erfahrungsschatz vorhanden ist. Ich bin froh, dass ich mit meinen Baumprojekten genügend Spektrum außerhalb des Nachrichtenalltags zur Verfügung habe und an entsprechende Bedürfnisse einer Reihe von Menschen in ganz Europa anknüpfen kann. Mir scheint, auch damit lässt sich zeitweise alte Normalität erinnern und wiederherstellen.

Weihnachten und seine Symbole nicht aus dem Blick verlieren

Nun fliegt die Adventszeit doch wieder davon, wie in den Vorjahren, schon der dritte Advent und eigentlich eine schöne weihnachtliche Stimmung. Wenn nicht dieses eine alles beherrschende Thema wäre. Das wirkt dann nachträglich als atmosphärische Bremse und lässt inzwischen jeden mit Ratlosigkeit zurück. Schwer, in der Situation in die Zukunft hinein zu planen, Vorhaben mit Elan weiterzubringen, Neues zu beginnen, wenn man das Gefühl hat, es gibt gerade Grundlegenderes. Ob das so ist kann auch außerhalb von Verschwörungsgedankengut sicher einschränkend bezweifelt werden. Mir scheint, das Grundlegende liegt doch auf einer anderen Ebene und ist eher in der weihnachtlichen Tradition und ihren Symbolen zu finden, in allem, was dies für unser geistiges Leben und unseren Lebensplan, die Selbstwahrnehmung und persönliche Entwicklung bedeutet. Das sollten wir nicht aus den Augen verlieren, sondern sogar verstärkt in den Blick nehmen. Eine meiner persönlichen symbolischen Vermittler ist immer schon der Weihnachtsbaum gewesen. Ich hoffe, ihn noch vor dem angekündigten Herunterfahren der Wirtschaft besorgen zu können. Sonst stehe ich möglicherweise auch noch beim Weihnachtsbaumhändler vor verschlossenen Türen – kaum vorstellbar.