Notwendige Rückbesinnung auf naturbezogene Wurzeln

Heute haben wir für V. wieder alle Voraussetzungen für eine Rest-Mobilität in den nächsten zwei Jahren geschaffen. Solche kleinen Technik-Exkursionen sind ganz erholsam, auch wenn ich dafür meine Projektarbeit immer unterbrechen muss. Aber andererseits helfe ich V. auch gerne bei solchen Dingen, die sonst vielleicht nicht mehr gut umsetzbar wären. Unterdessen verdichten sich gerade wieder meine anderen auf die Kommunikationsarbeit bezogenen Technikaufgaben und gehen aber auch einem vorläufigen Abschluss entgegen. Einige Tage werde ich noch in dieser intensiven Schien mich bewegen müssen. Aber dann werden kreative und inhaltliche Aufgaben auch wieder stärker in den Mittelpunkt rücken und wieder mehr Zeit und Anstrengung erfordern. Das alles natürlich parallel zur Wahrnehmung und mühsamen Verarbeitung all dessen, was uns an sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Umwälzungen täglich begleitet. Ich hoffe bei all den Anstrengungen und Überforderungen unserer Zeit, dass immer wieder und immer noch Freiraum für die Rückbesinnung auf unsere natürlichen Hintergründe und Wurzeln bleibt. Ich versuche das möglich zu machen – für mich selbst, aber über die Wunschbaum-Initiativen auch einiges davon weiterzugeben und für andere nutzbar zu machen.

Vom grundlegenden Wert in der Lebenssymbolik der Bäume

Die Sonntage sind für mich immer öfter echte Erholungstage. So auch dieser heute, an dem ich wieder gemerkt habe, dass wenigstens ein Tag in der Woche fast lebenswichtig ist, an dem man zumindest für einige Stunden die Gedanken mal entweder ruhen lassen oder in andere als die während der Arbeitswoche üblichen Bahnen lenken kann. Sich diese Stunden zu erübrigen, ist aber keine Selbstverständlichkeit, es erfordert schon eine Anstrengung während der übrigen Zeit. Ich meine aber, dass sich diese Anstrengung auszahlt. Nicht selten gehen meine Gedanken und kreativen Projektionen in diesen Stunden in Richtung der Bäume und anderer für mich prägender Symbolthemen. Denn die Lebenssymbolik der Bäume wie auch die vielfältige Bedeutung der Bäume im Leben von uns Menschen, hat etwas, das uns erden und auf eine beruhigende Grundlage zurückführen kann, von der ausgehend dann neue Anläufe wieder möglich sind, ohne dass sie zu einer anhaltenden Erschöpfung und Mutlosigkeit führen.

Plädoyer für naturbezogene Basisthemen

Sie tut gut, diese anhaltende Sonne, heute so gleichmäßig und durchgängig wie bisher noch nicht in diesem Jahr. Dann kann man unangenehme Termine, wie den von M. in S., gleich viel besser verarbeiten und relativ schnell zur Tagesordnung übergehen. Aber machen wir uns nichts vor. Die biologischen und klimatischen Highlights, die uns von außen mit der Annäherung an die warme Jahreszeit öfter entgegenkommen, können die tief liegende Verunsicherung der Menschen, ihren Glaubensverlust – nicht nur im religiösen Sinne – kaum überdecken. Was wir seit einigen Jahren erleben und was jetzt gerade vielleicht auf einem lähmenden Höhepunkt angekommen ist, bedeutet nicht nur Rückschritt gegenüber den früheren besseren Jahren. Es ist von so vielen Brüchen und Zerstörungen verbunden, dass man sich verbreitet einer ganz anderen Welt gegenübersieht, in der die Menschen nicht mehr sie selber sein können, sich in oft nicht vorteilhafter Weise verändern. Es kostet viel Energie, das zum einen zu verarbeiten und zum anderen, darüber hinaus wieder in einen Fortschritt zurückzufinden. Ich meine, mit einer Verkomplizierung des Denkens ist das kaum zu erreichen. Da sind wir wohl schon übers Ziel hinausgeschossen. Wir müssen im Gegenteil immer wieder den Nullpunkt, die Basis, einen festen Startpunkt suchen und von dort, alle Erfahrungen berücksichtigend, die Dinge neu aufrollen, möglichst rasch, damit wir die Rückschritte wieder kompensieren. Die Selbstspiegelung in der natürlichen Umwelt, z. B. der Rückgriff auf die Lebenssymbolik der vermittelten Mensch-Baum-Beziehung, kann so einen Neuanfang und Neuaufbau ins Leben zu rufen helfen. Dieses Baumtagebuch ist ein ganz kleiner, bescheidener Beitrag, um dieses Plädoyer für die Anknüpfung an naturbezogene Basisthemen plausibel zu machen.

Mehrfacher Schattensprung

Eines kann ich wohl jetzt schon feststellen: Das damals unerwartete Zwischenhoch, das wir Ende Januar / Anfang Februar letzten Jahres bei der Motivation und der Zukunftsorientierung der Menschen erlebt haben, wird sich wohl im gleichen Zeitraum 2026 nicht wiederholen. Tatsächlich stelle ich eher eine wie zementiert wirkende Fortsetzung der Unentschlossenheit, des Aufschiebens, des Vermeidens und Aus-dem-Weg-Gehens fest, das nur noch auf eine zeitliche Verschiebung des Zwischenhochs hoffen lässt. Besser wäre natürlich ein anhaltendes Hoch, ein echter auch emotionaler Aufschwung, ein neuer, frischer Wind, der den Dunst und die Verfestigung der letzten Jahre zerstreut und zumindest direkt an vormalige Hochs anschließt. Wenn meine durchgängig gepflegten Basis-Themen, z. B. der Themenkomplex rund um die Bäume, nicht wäre – ich könnte diese jahrelange Lethargie sehr viel schlechter vertragen. Eigentlich ist es ja auch notwendig, dem aktiv etwas entgegenzusetzen. Wie sonst kann der frische Wind jemals aufkommen. Nur muss man aktuell dafür eben über gleich mehrere Schatten, die eigenen und die in der näheren Umgebung springen. Ich hoffe, es wird einer kritischen Masse von Menschen eben dieses mehrfache Schattenspringen gelingen – damit wir wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken können.

Für eine hoffnungsvolle Weltsicht

In diesem Jahr scheinen sich viele die Feiertagsauszeit geradezu herbeizusehnen. Nur so kann ich mir eine Art Sprachlosigkeit erklären, die u. a. dazu führt, dass eigentlich vor Jahresfrist abzuschließende Projekte in unbestimmte Zukunft verschoben werden. So als ob man dem Morgen nicht mehr trauen würde und unser gegenwärtiges Erleben wie unwahrscheinlich wahrgenommen würde. Das macht es nicht gerade einfacher, kontinuierlich an den Dingen weiterzuarbeiten, denn auf einmal scheint alles in Frage gestellt. Selbst die scheinbar fraglosen und zeitlosen Themen, die Gegenstand dieses Baumtagebuchs sind, greifen derzeit nicht so, wie man das traditionell erwarten könnte. Da ist viel innere Klärungs- und Aufräumarbeiten bei jedem Einzelnen zu leisten, bevor sich der klarere Blick auch auf wieder flüssiges und zukunftsgerichtetes Kommunizieren auswirken kann. Die Weihnachtszeit ist da natürlich ideal. Ich möchte dieses aktuelle Rückzugstendenz einmal wohlwollend und verständnisvoll so auslegen, dass viele diese Gelegenheit willkommen heißen und tatsächlich eine Chance in der ruhigen, die Innenschau befördernden Zeit des Jahres sehen, um wieder zu sich selbst und zu einer hoffnungsvollen Weltsicht zu kommen.

Baumthema und Grundlagenorientierung

Anspannung im Verlauf der Problemlösungssuche und Auflösung, kreative Drangphasen und kontemplative Rückschau, konzentrierte Analyse und gestalterischer Anspruch. Diese Einstellungen und Arbeitsphasen wechseln sich bei mir ziemlich häufig ab, durchdringen sich, gehen ineinander über. Im Bezug auf einen angenommenen Lebensplan betrachtet ist das der Idealfall, etwas durchaus Erstrebenswertes, wenn es gelingt, eine Balance immer wieder herzustellen. Diese Balance ist dabei vielleicht das Schwierigste. Bei den kontemplativen und kreativen Anteilen spielt meine Grundlagenorientierung, v. a. die Beschäftigung mit und die Erkenntnisse aus der Arbeit rund um die Baumsymbolik und -ästhetik eine große Rolle. Vielleicht ist das mein eigentlicher Antrieb hinter der täglich vielfältig ausgefüllten Baumthematik. Bleibt zu hoffen, dass es mir noch lange vergönnt ist, das Thema weiterzuentwickeln.

Gelegentliche Vorwärtsbewegungen initiieren

Das mit keiner Jahreszeit kompatible Wetter macht uns allen sehr zu schaffen. Man bemerkt das insgesamt an der Zähigkeit der Kommunikationen. Daran, dass kaum jemand zu Neuanfängen oder Fortsetzungen bereit, niemand sich selbst motivieren zu können scheint. Da kann man auch mit unterstützender Symbolkraft nicht so viel bewegen. So versuche ich diese schwierigen Geduldsprobenzeiten wenigstens für die Entwicklung der eigenen Kreativität zu nutzen und damit gegen den Strom der Motivationen zu schwimmen. Das kann befreiend wirken und all das relativieren, was aktuell Nerven kostet und wenig zielführend verläuft. Und deshalb kommen die Symbolsysteme rund um Natur, Grundlagenthemen und Bäume eben für mich doch zur Geltung und nehmen täglich einen gewissen Raum ein, der sehr dabei hilft, die Dinge nicht still stehen zu lassen, sondern weiter in Bewegung zu halten, möglichst auch mit gelegentlichen Vorwärtsbewegungen.

Selbstbeobachtung, Selbstkorrektur und ein gesundes Gleichgewicht

Die Zeit der endlosen Arbeitstage scheint nicht enden zu wollen. Auch dieser war wieder einer aus dieser Kategorie, und auch das Wochenende wird sich nicht wesentlich unterscheiden. Aber immerhin kann ich Fortschritte erkennen und dass der Einsatz sich gewissermaßen lohnt, was nicht immer der Fall ist. Und bei den familiären Präferenzen bei der Einteilung der alltäglichen Routinen und besonderen Aufgaben kommen auch die eher auf Natur und Basisthemen bezogenen Aktivitäten eigentlich nie zu kurz. Wenn es ein Problem geben sollte, dann zumindest während der Sommer- und Erntemonate, dass es mit diesen Basisthemen vielleicht phasenweise überhandnimmt. Da sind von Zeit zu Zeit ehrliche Selbstbeobachtungen und Selbstkorrekturen, die Rückkehr zu einem gesunden Maß und Gleichgewicht angeraten. Darum jedenfalls bemühe ich mich immer wieder aufs Neue.

Was in diesen Tagen wichtiger denn je scheint

Ich freue mich auf Bewegung und Fortschritt bei meiner Arbeit. Aber zwischendurch auf jeden Eindruck von außen, der mit die Gegenwarte des Natürlichen offenbart. Diese Eindrücke sind in diesen Tagen für mich am wichtigsten, weil sie den Kopf auch wieder frei machen und auf anderes, Grundlegenderes lenken können. Die Beschäftigung mit der Symbolik, Ästhetik und Biologie der Bäume ist immer noch ein guter Weg, dies eindrücklich zu erreichen.

Zur Reaktivierung des bisher Fraglosen

Es ist schön, an diesem Wochenende wieder Gelegenheit zur kunsthandwerklichen Arbeit zu haben. Die ist zuletzt seltener geworden, ein Umstand, der wohl mit der anhaltenden Krisenstimmung zu tun hat. Kaum zu glauben, aber wahr, dass sich das nun sogar auf die Aufmerksamkeit dämpfend ausgewirkt hat, die die Menschen den archetypischen Symbolen entgegenbringen. Das war bisher etwas, das ich als zeilos eingestuft, das ich so behandelt habe und das auch verlässlich zeitlose Wirkungen und Reaktionen mit sich brachte. Diese neue Krisenlage ist aber schädlich und abtötend für alles, was immer als konstant und grundlegend gültig wahrgenommen wurde. Wir müssen mit diesen Zeitumständen vernünftig umgehen, sie zum einen ertragen und zum anderen unbedingt eine Gegenreaktion zeigen, die dem bisher Fraglosen seinen lebenswichtigen Stellenwert zurückgibt. Nicht, dass dieser Stellenwert verloren wäre, er muss aber wieder wie selbstverständlich erkannt und als Basis fürs Denken und Handeln reaktiviert werden.

Symbolthemen als feste Bestandteile des Alltagslebens

Dass die Untersuchung heute keine schockierenden Ergebnisse brachte, ist uns allen eine große Erleichterung, v. a. natürlich M. selbst. Morgen geht es dann gleich mit einer anderen Untersuchung weiter, mal abwarten. Wir hoffen, dass dies alles auch einen Fortschritt und verwendbare Erkenntnisse mit sich bringt. Damit wir eine Orientierung haben und wieder mehr Mut, dauerhafte Lösungen zu finden. Da sind mir die Lösungsfindungen im Bereich meiner Kommunikationsarbeit schon lieber. Dort gehören sie zum festen Bestand der Aufgaben, machen wahrscheinlich sogar die eigentliche Leistung aus. Wenn dahinter jede Menge Erfahrung, mit Inhalten, aber auch mit Methoden und kreativen Prozessen steckt, ist es immer wieder eine Freude, kontinuierlich und unvoreingenommen den Herausforderungen dieser Art zu begegnen. Das hat gar nichts Erschreckendes, aber immer etwas Anregendes. Wenn es gelingt, dass konstant in die Zukunft zu tragen, ist auf der Ebene alles gut. Schön ist, wenn es mir zudem gelingt, die Grundlagenthemen durchgehend zu berücksichtigen und nicht nur in den Pausen und Zwischendurch. Denn diese Grundlagenthemen, u. a. rund um die Lebenssymbolik der Bäume, sind genauso wichtig, auch wenn das in der Alltagshektik leicht untergeht und gerne als Nebensache abgetan wird. Das ist es sicher nicht, allerdings erfordert es sehr viel Konstanz, Durchhaltevermögen und Selbstreflexion, die Grundlagenthemen wirklich zum festen Bestandteil des Alltagslebens und -denkens werden zu lassen.

Die heilenden Kräfte der äußeren Natur

In Sachen Gesundheit war das heute ein enormes Wechselbad, mit Tendenz zur Erleichterung und in merkwürdigem Kontrast zum traumhaft sonnigen Wetter draußen. Was hinter den Mauern in den Gesundheitstempeln vor sich geht, ist weniger traumhaft, zum Teil eher erschreckend und desillusionierend, weil es etwas über gewisse gesellschaftliche Entwicklungen generell aussagt. Aber gerade in solchen Zeiten kann man das, was uns von außen, über das Licht der Sonne, das Grün der Bäume, die Frische der Luft zugetragen wird, besonders schätzen. Vielleicht ist es das, was das Leben am Ende noch lebenswert und zukunftsträchtig gestalten kann. Ohne die heilenden Kräfte der äußeren Natur wären wir heute schon verloren.

Natürliche Grundlagen von den Bäumen lernen

Fast ein ganzer Tag, der im Dienst der Gesundheit stand und dem sicher noch einige ähnliche folgen werden. Das ist bei uns gegenwärtig ein Schwerpunkt, neben den anderen Dingen, die alle beschäftigen. Aber von Zeit zu Zeit ist es eben wichtig, sich diesen Grundlagen zu widmen, um in gemäßigteren Lebensphasen mehr Ruhe zu haben und so etwas wie Kreativität entfalten zu können. Auch dafür gibts Mindestvoraussetzungen. Dass die aktuell nicht mehr selbstverständlich sind und zudem immer seltener erkannt werden können, ist eine herausragendes und überdeutliches Merkmal unserer Zeit. Ein krasser Gegensatz zu den Jahren z. B. der eigenen Kindheit, in der ein ganz anderer Geist vorherrschte, im Vergleich zu dem unserer derzeitigen Erlebnisse unvorstellbar erscheinen. Wir haben uns damals tatsächlich in anderen Sphären aufgehalten. Naturnäher, näher am Ursprünglichen war das zwar nicht. Aber sehr nah an dem, was man ohne zu viel kulturelle Überformung sehen, verstehen und begreifen kann. Menschliche Verrücktheiten und moralische Verdrehungen wie die, die uns heute kaum noch verwundern können, wären uns damals undenkbar gewesen, wie sie den Wesen des Pflanzenreichs heute und generell bedeutungslosen sein müssen. Es ist das, was ich meine, wenn ich hier im Baumtagebuch öfter von den natürlichen Grundlagen und den Basisthemen rede. Wir können in Bezug auf die immer wichtiger werdende Erdung, die uns Richtung und Neuorientierung vermitteln kann, von den Bäumen sehr viel lernen.

Die doppelt kreative Herausforderung unserer Zeit

Ein ruhiger Sonntag, wie er nach der arbeitsreichen Woche notwendig und hilfreich war. Und gleichzeitig einer, an dem die unübersichtliche und wirklich beängstigende Lage in der Welt und der eigenen Nation gleichermaßen unübersehbar war. Es scheint vielmehr, dass die politische Bewusstheit in den letzten Jahren angewachsen ist und vielleicht lange nicht so ausgeprägt war wie aktuell. Angesichts des Mangels an deutlichen Wahlalternativen ist das aber eine ernüchternde Diagnose, weil man die Perspektive nicht erkennen kann. So werden es die Grundlagenthemen, die u. a. in diesem Baumtagebuch zur Sprache kommen, noch einmal schwerer zu vermitteln sein. Noch weiter scheinen die Menschen von der Aufmerksamkeit auf vermeintlich Zweitrangiges entfernt zu sein. So weit, dass es nicht einmal als kompensatorische Themenalternative wahrgenommen wird. Das jedenfalls konnte ich in früheren Jahren oft registrieren. Dass gerade in fristbelasteten, depressiven Stimmungslagen das Interesse an den natürlichen Grundlagen des Lebens wie auch den symbolischen Formen ihrer Thematisierung höher war und auf der Grundlage themenbezogene Kommunikation möglich wurde. Die ist jetzt aber selten und unwahrscheinlicher geworden, kann ihre kompensatorische, wie es mir selbst sympathischer ist, ihre klärende, Transparenz schaffende Wirkung nur noch in geringem Umfang und seltener erreichen. Das ist die große Herausforderung für Kreative in diesem Jahr und in näherer Zukunft. Eine Herausforderung, zu deren Auflösung wiederum viel Kreativität und kreative Erfahrung einfließen muss, um Fortschritte zu machen.

Aufmerksamkeit auf die tief versurzelte Lebensenergie

Nach einigen nach zögerlichem Aufbruch aussehenden Tagen wirkte dieser Tag wieder ganz unwahrscheinlich auf mich. Die Verwirrungen und Unbegreiflichkeiten der Welt scheinen mir sofort wieder wie lähmend. Und ich beobachte das eben gleichzeitig bei jedem. Niemand scheint sich dem entziehen zu können. Die zwischenzeitlich, allerdings selten gewordenen Auftriebswellen scheinen wie Versuche einer Selbstüberlistung. Nur haben wir selbst nach Jahren dieser Autosuggestionsversuche noch nicht den überzeugenden Ansatz herausgefunden. Das Schwimmen, Staunen und Rätseln geht weiter. Bei all dem versuche ich dennoch den Anfang wiederzufinden und dabei alles Positive aus der eigenen Lebenserfahrung miteinzubringen. Einfach weil das viel Fortschrittliches enthält und nur irgendwann der Punkt gekommen war, für uns alle, an dem es nicht mehr aufwärts ging, ab dem wir mit dem endlosen Be- und Verarbeiten des aktuell Erlebten voll und ganz beschäftigt und erschöpft sind. Ich setze auf die Aufmerksamkeit und Hinwendung zu den eigenen biografischen Wurzeln, aber immer auch begleitet durch die Hinwendung zu geistigen Ursprüngen, um einen zukunftsfähigen Weg wiederzufinden. Ein kleines Element bei diesem Versuch ist die Beschäftigung und kreative Bearbeitung des Baum-Themas. Denn die Bäume verkörpern als Mit-Lebewesen vieles von diesem unerschütterlichen Vertrauen in die eignen Wurzeln und die tief verwurzelte Lebensenergie jedes Individuums.

Balanceübungen für einen optimierten Aufbruch im neuen Jahr

Im Gespräch heute Nachmittag hat mir J. erzählt, dass der Weihnachtsbaum dort noch nicht abgeschmückt ist. Da werde ich fast neidisch, weil wir nun seit einer Woche die ästhetische Weihnachtszeit abgeschlossen haben. Aber es wäre bei uns auch schwierig zu organisieren gewesen, länger zu warten. Stehen doch so viele Vorhaben an, die mit dem Start ins neue Jahr zu tun haben. Das ist mit weihnachtlicher Kontemplation und Ruhe nicht ganz so gut zu vereinbaren. Aber ganz ist das Thema auch für uns noch nicht abgeschlossen, denn die ganz kleinen Dekorationsobjekte und Figuren haben wir noch nicht verpackt, die haben sich noch länger erhalten, und können von mir aus auch noch eine Weile so verbleiben. Ich freue mich trotz meiner Weihnachtsaffinität sehr über die Chancen und Aufgaben, die mir den rasanten Einstieg in dieses Kalenderjahr ermöglichen. Und ich suche noch nach der optimierten Einstellung, dem optimalen Gleichgewicht zwischen diesem Aufbruch- und Fortschrittsdenken und einer Haltung, die immer auch den Nullpunkt sucht, um Scheuklappen und Einseitigkeiten zu vermeiden. Immer ganz genau das richtige Maß und Verhältnis zu treffen, bleibt schwierig. Aber ich meine, bei dem Versuch zunehmend geschickter zu werden.

Den Wert des Traditionellen und kulturell Angeeigneten über Umwege erhalten

Nach diesen Erfahrungen mit dem Wetter im Frühling sind wir inzwischen geneigt, von einem ebenso durchwachsenen und untypischen Verlauf des Sommers auszugehen. An diesem Fronleichnamstag, der traditionell eigentlich auch immer sonnenreich war, an dem deshalb die früher noch überall durchgeführte Prozession durch den Ort als öffentlich eindrucksvolles Ereignis in Erinnerung geblieben ist, kommen einem solche Gedanken besonders entgegen. Wie immer, wenn sich kulturelle Tradition mit natürlichen Lebensbedingungen überschneiden und wenn sich beides im Idealfall stimmig ergänzt. Leider können wir in fast keinem Lebensbereich mehr von etwas Gewohntem ausgehen, man muss tatsächlich mit ständigen Abweichungen rechnen, in deinem Ausmaß, das die Abweichung als das neue Normal erscheinen lässt. Den heutigen Sinn kirchlicher Feiertage sehe ich vor allem darin, anhand einer symbolischen Traditionsmarke nämlich eine Verstärkung und Unterstützung zur Verfügung zu haben, den Wert des Traditionellen und kulturell Angeeigneten weiterhin zu schätzen und seine Präsenz nicht vollständig zu vernachlässigen. Dieses Anknüpfen an kulturelle Tradition hat in meinen Augen damit eine ganz ähnliche Funktion und Wirkung wie die bewusste Beschäftigung mit natürlichen Lebenssymbolen wie z. B. den Bäumen. Beides hilft, die Aufmerksamkeit vom überbetonten wechselhaften Alltag auf das ganz Grundlegende zu konzentrieren und darüber immer wieder zu Neubewertungen und Neustarts zu gelangen, die zeitgemäße und individuell stimmige Lebenskonzepte ermöglichen. Im Alltag, im Gesellschaftlichen selbst werden wir diese Gelegenheiten nicht mehr vorfinden und auch nicht hervorbringen können. Auf den genannten Umwegen kann sich aber im Alltag, in der Kommunikation und in den gesellschaftlichen Bereichen wirklich etwas zum Positiven verändern.

Einmal den Alltag außer Acht lassen

In diesem Ausnahme-Mai zeigt sich die Sonne, wenn überhaupt, skurrilerweise nur noch gegen Abend. Verrückter und jahreszeitenuntypischer geht’s nicht mehr. Zudem soll das jetzt noch Tage so weiter laufen. Kein Wunder, dass dieses Wetter den Menschen aufs Gemüt schlägt. Nicht förderlich, wenn die Stimmung wegen unzähliger Unwägbarkeiten und unzufriedenstellender Zustände hierzulande wie in weiten Teilen der Welt sich ohnehin in Bodennähe bewegt. Da kann man beobachten, wie die Menschen bei jedem Sonnenstrahl förmlich aufatmen und sich spontan ins Freie begeben, wie zuletzt am Pfingstmontag, dem seit längerem schönsten Tag. Dann erhalten die einfachen Dinge wieder größere Bedeutung, wie einfach den Aufenthalt draußen zu genießen, die Geräusche, Farben, Lichtspiele in der Landschaft in sich aufnehmen, auch mal Details der Natur näher betrachten und einmal den Alltagswahnsinn, die viele oft nicht wohltuende Kommunikation, außer Acht lassen können. Na ja, vielleicht bekommen wir noch einen wenigstens angenehmen Sommer, mit Sonne und kühlendem Schatten unter üppig belaubten Bäumen.

Starke Verbündete

Es scheint, dass das Ende der Fastnacht und der heutige Beginn der Fastenzeit wieder einmal verbreitet als willkommener Anlass für eine erneute Auszeit angesehen werden. So lässt sich die laufende Woche ganz gut verbummeln, ohne Neues angehen zu müssen. Auf mich wirkt diese Feier- und Auszeit-Kultur inzwischen befremdlich. Nicht wegen der Auszeiten selbst oder ihrer Anlässe, deren Pflege ich ausdrücklich begrüße. Nein, weil das Verhalten vorher und nachher wie eine Flucht zu sein scheint. Als wenn das Bedürfnis, möglichst wenig von der aktuellen Wirklichkeit an sich heranzulassen, zu einer Grundeinstellung geworden ist. Ich hoffe, es ist tatsächlich nicht ganz so, und auch nicht unwiderruflich in dieser Form. Denn, was wir einmal als erwartbar und richtig empfunden haben, sollte nicht einfach verschwinden – nur wegen unbegreiflicher Wendungen in Gesellschaft, Politik und Kultur. Die haben etwas zu bedeuten, aber wir müssen sie auch aktiv verarbeiten und durchdenken. Anders machen Krisen- und Schreckenserfahrungen keinen wirklichen Sinn. Die Reflexion über Symbolhaftes und speziell die Symbolik der Bäume ist für mich auch keine Flucht, sondern im Gegenteil ein Ansatz, gerade sich ehrlich und unvoreingenommen mit dem auseinanderzusetzen, was uns gegenwärtig widerfährt. Als konstanter, quasi archetypischer Hintergrund der Beobachtung und Reflexion gehören die Bäume zu den stärksten Verbündeten.

Krisen – Grundlagen – Neustart

Es gibt solche Routine-Besuche, die für mich seit über 30 Jahren notwendig sind und die in jüngster Zeit glücklicherweise immer positive Ergebnisse erbracht haben. Das ist beruhigend, zumal alles Sonstige so unsicher und unberechenbar geworden ist. Neu scheint mir aber, dass die so krisenbesetzte Verfassung unserer Welt immer häufiger zum Gegenstand der Gespräche wird, eigentlich schon regelmäßig den kommunikativen Austausch nicht nur sporadisch begleitet, eher den eigentlichen Themenschwerpunkt darstellt. Einfach, weil sich dem keiner entziehen kann und man in jedem Bereich des Lebens Ansatzpunkte erkennt. Dinge, die eigentlich anders verlaufen und sich entwickeln sollten, wenn wir von einer Vorstellung beständiger positiver Weiterentwicklung ausgehen. Gegenwärtig und schon länger bewegen wir uns dagegen im Rückschritt. Niemand kann das mehr leugnen. Nur frustriert das zunehmend flächendeckend und umfassend und verhindert damit zusätzlich eine rasche Kehrtwende. Also muss sich in den Köpfen, am besten in denen einer „kritischen Masse“, wie schon so häufig in früheren Jahren, etwas bewegen, um wirkliche Veränderung in zukunftsfähiger, hoffnungsfroher Form zu erreichen. Ich meine ja immer noch, dass die Basisthemen, die wir in der gedanklichen und praktischen Auseinandersetzung mit unserer natürlichen Umwelt, u. a. mit den Bäumen, einen Ansatz finden können, um über die Grundlagen zu einem positiven Neustart zu gelangen. Wir müssen uns alle sehr viel Mühe dabei geben.

Symbolkommunikation in Krisenzeiten

Es ist schwer vorherzusagen, wie sich das Interesse und die Aufmerksamkeit auf das Kernthema meiner Wunschbaum-Projekte in diesem Jahr entwickeln wird. Diesbezüglich gab es schon alle möglichen Konstellationen, aus denen ich Theorien ableiten konnte. Die haben sich aber als nur für begrenzte Zeit gültig herausgestellt. Tatsächlich zeigen sich die Gemüts- und Seelenverfassungen der Menschen extrem wechselhaft. Natürlich hängt das von den Zeitumständen, der politischen, wirtschaftlichen und sozial-kommunikativen Situation ab. Und dass wir in schwierigen Zeiten leben, ist kein Geheimnis. Aber sofern es um symbolische Kommunikation und den Umgang und Gebrauch von Lebenssymbolen geht, können gerade schwierige Zeiten die Aufmerksamkeit auch auf die Symbole lenken. Und auch natürliche Faktoren wie die Witterung können eine Rolle spielen. So habe ich zwei Jahre hintereinander beobachten können, dass ein extrem lang andauernder, extrem ungemütlicher, kalter und lichtarmer Winter die Aufmerksamkeit der Menschen in Richtung vegetabiler Anschauung, auf das Grün der Bäume gelenkt hat. Und so sind dann auch sehr viele auf die symbolische Repräsentanz der Bäume in Form meiner Lebensbaum-Armbänder aufmerksam geworden. Das schien mir wie eine Bedürfniskompensation, wie der Versuch, den Frühling symbolisch vorzuziehen, um den nicht enden wollenden Winter damit quasi zu vertreiben. Aber zwei Jahr später war gerade in diesem Zeitraum des Jahres die Aufmerksamkeit fast gar nicht vorhanden, obwohl der Winter nicht erfreulicher verlief. Da spielen dann weitere Faktoren hinein, die Sorgen und Nöte der Menschen z. B. auf wirtschaftlichem Gebiet, die dann vieles andere überlagern und tendieren, anderes zu verdrängen. Und heute? Die Krisenstimmungen scheinen präsenter denn je, aber es mischt sich zwischendurch immer wieder eine Phase des selbst motivierten Aufatmens, dem Bedürfnis nach Normalisierung geschuldet und dem Überdruss gegenüber anhaltender Krisenkommunikation und Katastrophenrhetorik. Die Basisthemen rund um natürliche Grundlagen des Lebens können da helfen und sind oft auch der einzige Lichtblick und Rückzugspunkt, um sich zu besinnen und die Dinge neu zu denken.

Viel nachzuholen

Nun haZurzeit halten sich die dynamischen Ereignisse mit den deprimierenden ungefähr die Waage. Gerade so, dass sich die Dinge im Schritttempo weiterentwickeln. Aber das Vertrauen in die Rückkehr zu dem, was man mal als normal bezeichnen konnte, ist eben nicht in Sicht. Zu groß ist die Verunsicherung und zu groß ist die Angst vor der Ungewissheit. Da nützen die erfahrenen Rezepte nicht mehr viel. Da müssen ständig neue Lösungen aus dem Boden gestampft werden, deren Tauglichkeit ebenso unklar ist. So stelle ich bei vielen eine Ermüdung fest, die kein Ende zu nehmen scheint. Und die Aussicht auf Rückkehr zu geistigem Fortschritt ist in weitere Ferne gerückt als je zuvor. So ist es umso wichtiger, den Kontakt zu Basisthemen, zu den natürlichen Lebensgrundlage oder zumindest ihrer symbolischen Repräsentanz zu halten. Ich versuche das beständig, in Form der Wunschbaum-Projekte, die in Teilen ganz nah an die Lebenswirklichkeit der Interessierten heranreichen können. Aber die Aufmerksamkeit dafür muss zumindest für kurze Momente schon vorhanden sein. Auf dem Gebiet gibt’s aktuell wieder einmal viel nachzuholen.

Zukunftsfähiges Handeln und Denken

Es ist für mich schwer einzuschätzen und zu beschreiben, wie sich Traditionen und traditionelle Rituale und Symbolverwendungen in den letzten Jahren verändert haben. Die Veränderung ist überaus sichtbar, aber nicht in der Form, dass alles ausgestorben wäre. Die innere Einstellung aber, zumindest wenn ich von meiner eigenen ausgehe und heutige Traditionswahrnehmung mit der aus meiner Kindheit vergleiche, ist heute eine komplett andersartige. Wie wenn man handelnd gleichzeitig angestrengt aufmerksamer Selbstbeobachter wäre und möglichst nichts versäumen oder kommunikativ unauffällig belassen wollte. Fast eine professionelle Kommunikationsattitude, die aber im Bereich der privaten Traditionspflege deplatziert auf mich wirkt, fast in einer Weise befremdlich, die mich an Tagen wie diesen beinahe an der Zukunftsfähigkeit kulturellen Lebens in unseren Breiten zweifeln lässt. Die Veränderung ist für mich so unverständlich, dass ich derzeit eher zum distanzierten Rückzug neige und die abwartende Tendenz auf diesem Gebiet verstärke, die ich bei fast allen Menschen gerade in Bezug auf jegliche planende Aktivität und Perspektive beobachte. Auch in solchen Rückzugphasen sind für mich die Bäume, überhaupt die genaue Beobachtung von Naturprozessen der leistungsfähigste Anker, um wieder Standfestigkeit und stabile Grundlage zu gewinnen, um auf dieser stabilen Basis zukunftsfähiges Handeln und Denken neu aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Für Freiräume außerhalb der Krisenkommunikation

Zurzeit verschieben sich die Themen und Aufmerksamkeiten in eine Richtung, die mir nicht gefallen kann. Alle reden nur noch von Krisenbewältigung, v. a. in Bezug auf die Energiepreise, vom Sparen und sonstigen Strategien, möglichst glimpflich diese wahrscheinlich langanhaltende Zeit zu überstehen. Ungünstiger für meine zeitlosen Themen könnte dieses Umfeld und der Zeitgeist nicht sein. Bei solcher Gestimmtheit ist es besonders schwierig, Aufmerksamkeit auf irgendetwas zu lenken, was gerade nicht zum vordergründig Notwendigen und Unverzichtbaren gehört. Die Gefahr, dass man das Große Ganze aus dem Blick verliert wächst im gleichen Maße wie die Krisenhektik Konstanz gewinnt. Wir müssen dringend Freiräume schaffen, die Grundlagenkommunikation möglich macht, weil das lebenswichtig ist, nicht nur kulturell, auch ganz lebenspraktisch. Das muss allen bewusst werden. Und nein, es muss nicht unbedingt ein Gespräch über Bäume sein. Das bleibt mein Favorit, aber natürlich gibt’s auch andere Symbolebenen, die ähnlich stark die Selbstreflexion aktivieren können. Nur die grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft dafür muss schon vorhanden sein oder sich langsam bei einer größere Zahl Menschen wieder entwickeln.

Geschichte vs. zeitlose Grundlagenthemen

Der gesetzliche Feiertag hat schon eine Bedeutung für mich, auch wenn ich die Aura kirchlicher Feiertage deutlich intensiver wahrnehme. Aber die nationale Zugehörigkeit, gerade vor dem Hintergrund der deutschen Einheit ist natürlich ein immer auch biografisches Ereignis, mit dem jeder, der damals schon gelebt hat und es bewusst mitverfolgen konnte, ein Erlebnis verbindet oder zumindest sich erinnert, in welcher Lebenssituation und Stimmung er sich zu dem Zeitpunkt befand. Dass die Erinnerung jährlich wiederkehrt, ist der Bedeutung des weltweit zwar nicht einmaligen, aber doch seltenen Ereignisses sicher angemessen und besonders in diesen heutigen Zeiten von besonderem Stellenwert. Es sind dennoch die geschichts- und quasi zeitlosen Themen und Gedankenebenen, die für mich wirklich prägend sind. Ich wage zu behaupten, dass das im Grunde für jeden Menschen so ist, wenn auch die meisten sich dessen nicht bewusst sind. Und so hoffe ich, zumindest ein Stück weit mein Bewusstsein von den zeitlosen Symbolen des Lebens, enggeführt an der Symbolik der Bäume, auch künftig kreativ verarbeiten und teilen zu können. Die Wunschbaum-Projekte sind seit einigen Jahren bewährte Mittel dafür. Dass sie selbst in so krassen Krisenzeiten wie diesen Resonanz finden, ist mir eine Bestätigung und vor allem ein Zeichen für die reale Bedeutung der zeitlosen Grundlagenthemen.

Archetypische Bewältigungsstrategien

Die anhaltende Hitze mit schwüler Luft, aber konstanter Bodentrockenheit hat die Menschen zwischenzeitlich stark beansprucht. Das hat oft schon Auswirkungen auf den Arbeitsrhythmus und die Vorausplanung von Projekten. Es scheint, dass auf dem Höhepunkt des Hochsommers die Auszeit-Tendenzen der Sommerzeit auch destruktive Eigenschaften entwickeln, die vermutlich später im Jahr zu angestauten Aufgaben und Stress führen werden. Und währenddessen wird die Orientierungslosigkeit und Divergenz im politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben noch weiter verstärkt, bis hin zu offen ausgetragenen Konflikten. Keine schöne Zeit, in der wir leben. Eher eine, die einen erschrecken muss. Umso wichtiger sind wohl nicht nur für mich als Baum-Enthusiast die natürlichen Grundlagen des Lebens, wie sie in der Präsenz und Entwicklung, der Rezeption und symbolischen Verarbeitung von Bäumen zum Ausdruck kommen. Wir können uns dadurch ein Stück der genannten Orientierungslosigkeit wieder zurückholen, da es dabei um allgemeingültige, archetypische Größen geht, die für alle Menschen Bedeutung haben, zu allen Zeiten. Wir benötigen mehr solcher archetypischen Bewältigungsstrategien, und auch ein Bewusstsein dafür und die Muße, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Über Basisthemen zum wirklichen persönlichen Fortschritt

Atmosphärisch ähnelt dieser Hochsommer dem der Vorjahre. Dabei ist die Pandemie doch nicht mehr ganz so ausgeprägt. Aber die Auszeit gönnen sich die Menschen trotzdem oder vielleicht gerade deshalb. Denn man findet vermutlich in der Abkehr vom (Arbeits-)Alltag am ehesten eine Art Entspannung, die bei so viel Krisenbelastung schon notwendig geworden ist. Schlimm ist eben nur diese Tendenz zum endlosen Hinauszögern und Verzögern von Entscheidungen, das Verschieben von geplanten Aktivitäten in eine unbestimmte Zukunft, die oft vollständig abhanden gekommene Entschlusskraft. Für mich immer noch sehr irritierend. In solchen Zeiten und bei solchen Eindrücken sind die Basisthemen für mich umso wichtiger, weil man darin sich gedanklich oder praktisch kreativ aufhaltend einfach die ganzen Wirrungen im Kontext der Krisen außen vorlassen kann. Beim Kommunizieren und Arbeiten rund um das Baumthema kann man sich dem Grundlegenden, Facetten des Lebensbegriffs widmen. Und das ist immer gut und motivierend, in und außerhalb von Krisen, weil es den eigenen Standort und die eigene Verfasstheit und Motivationslage hilft zu bestimmen, als Grundlage für wirklichen persönlichen Fortschritt.

Kontakt mit den natürlichen Grundlagen suchen

Es wird so viel über die Krise und ihre Stimmung gesprochen. Und das ist berechtigt, scheint die Situation doch gerade auf ihrem vorläufigen Höhepunkt angekommen zu sein, wenn man von der verbreiteten Lethargie ausgehen will. Wir müssen das jetzt dennoch bewältigen. Und wir müssen versuchen, auf alles zurückzugreifen, was wir im positiven Sinne in den letzten Jahrzehnten hinzugelernt haben. Persönlich, aber auch als Gesellschaft. Vielleicht erfordert es eine ungeahnte Form von Kreativität, bereits Erfahrenes und Verstandenes zum Auflösen von Situationen zu nutzen, die man so nie gekannt hat. Ich wünsche mir, dass das möglichst vielen von uns gelingt und bald so etwas wie eine kritische Masse der besonders Mutigen zur Verfügung steht. Versuchen wir, den Kontakt zu unseren natürlichen Grundlagen nicht zu verlieren und gerade an diese natürlichen Quellen anzuknüpfen, wie sie sich uns z. B. in der Begegnung mit den Bäumen unserer Lebenswelt offenbaren.

Symbolische Standbasis

Der Tag hat von verschiedenen Richtungen keine guten Nachrichten gebracht. Es scheint so, als ob der globalen Krise noch eine Reihe persönlicher Tragödien hinzugefügt werden sollen. Jedenfalls stellt das Einzelne vor besonders große Herausforderungen, die Durchhaltevermögen, Mut und das Versuchen von Zuversicht fordern. Routine hilft da, um die Dinge nicht aus der Kontrolle zu lassen, aber auch Themen, die sich auf die Grundverfassung unseres Lebens beziehen. Insofern ist das Reden über Bäume gerade in solchen Zeiten kein Luxus, sondern eine Art Überlebensnotwendigkeit. Natürlich meine ich die Bäume nur exemplarisch. Sie stehen eben wie immer im Rahmen meiner Wunschbaum-Projekte, für ein starkes Symbol des Lebens und der Individualität. Ich wünsche vielen, dass sie ein für sie passenden Symbolsystem finden und die Chance erhalten, sich mit dessen Hilfe immer wieder eine Standbasis zu verschaffen.

Basisthemen und Basisaufgaben

Ein Tag mit unverhoffter Auszeit und einigen Auflösungen, die wohltun. Aber wir spüren auch das nahende Jahresende, mit dem viele nicht abgeschlossene Aufgaben auf eben diesen Abschluss warten. Verbunden ist das mit einer nicht ganz vermeidbaren gedrängten Anstrengung: Das eine abschließen, das Neue vorbereiten und damit starten. Ich bin froh um meine Basisthemen und Basisaufgaben, um diese Spannungen gut ausgleichen zu können. Unabhängig von der Jahreszeit und dem, was sonst so abläuft oder vermeintlich gefordert wird.

Archetypische Formen und professionelle Kommunikation

Das Thema der archetypischen Formen und des kollektiven Unbewussten ist schon ein sehr spezielles, vor allem in der Art, wie C. G. Jung das vor sieben bis zehn Jahrzehnten in vielen Einzelheiten und tiefgehend ausgeführt und erforscht hat. Aber die Lektüre ist gerade deshalb anregend, kann man sich doch in den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts kaum noch vorstellen, dass wissenschaftliches Interesse und wissenschaftliche Praxis sich derartigen Themenfeldern zuwenden kann, und vor allem über einen so langen Zeitraum verfolgt werden kann. Natürlich habe ich bei dieser Lektüre immer den Baum als meinen Lieblingsarchetypen vor Augen, auch wenn es in den Beiträgen Jungs meist um ganz andere und weit vielgestaltigere Archetypen geht. Nur anhand der Bäume kann ich das ganz gut in eigenes Denken und Beobachten transformieren. Auch wenn das Thema so gar nicht dem aktuellen Mainstream entspricht, bin ich ziemlich sicher, die damit zusammenhängenden Überlegungen und Beobachtungen gut für meine Arbeit nutzen zu können. Denn es geht um Grundlegendes, das auch allen Kommunikationen zugrunde liegt und ganz wesentlich unser Denken, unsere Wahrnehmungen und Handlungen beeinflusst. Das muss interessant sein, will man z. B. die Wirkung und Eignung sprachlicher und präsentativer Formen für professionelle Kommunikationsarbeit und -beratung lebensnah einschätzen.