Mehr Nahrung für Seele und Geist

Leider verdichten sich die eher gemischten Erfahrungen im Gesundheitsbereich, wie wir auch heute wieder feststellen mussten. Da kann einem schon vor der Zukunft in diesem Bereich grauen. Kaum zu glauben, wie stark selbst eine so grundlegende Dienstleistung unter dem Diktat ökonomischer Kalküle steht und leidet. Da richtet sich der Blick für die Jungen und Gesunden automatisch auf alles, was die Gesundheit erhält. Und dazu zählen neben der Ernährung und Bewegung eben immer auch die Dinge, die Seele und Geist Nahrung geben, auf denen aufbauend wir uns im eigentlichen Sinne aufrichten und weiterentwickeln. Es ist ein Jammer, dass eben das im öffentlichen Bewusstsein unterzugehen droht, einfach nicht beachtet oder als nachrangig hingestellt wird. Wir schaden uns durch solche Einstellungen und die damit verbundene Kurzsichtigkeit und Einseitigkeit. Ich hoffe, dass ich mit den Wunschbaum-Projekten einen kleinen kommunikativen Beitrag dazu leisten kann, dass die nicht rein funktionellen Bereiche unseres Denkens und Erlebens wieder mehr Aufmerksamkeit erlangen und damit für unsere Gesundheit heilsam wirken können.

Sonnenlicht, Frühlingsahnung und seelische Gesundheit

Ein Lebensbaum und der Baumkreis haben mich auch heute Nachmittag wieder beschäftigt, bei einer Arbeit, die von länger anhaltendem Sonnenschein bei ziemlicher Kälte von draußen begleitet war. Das ist bei der Arbeit während des Winters im Kelleratelier immer sehr schön – wenn ein Hauch von Sonne und Frischluft von außen hereinströmt und die Ahnung des kommenden Frühlings mit seinem vegetabilen Aufbruch aufblitzen lässt. Das sind Momente und Eindrücke, welche die lähmende, unglaublich ermüdende Krisengestimmtheit und Lethargie vergessen lassen oder zumindest zeitweilig in den Hintergrund rücken. Und es sind Momente, die gerade wegen der überlastenden Krisenstimmung geradezu lebenswichtig geworden sind. Ich wünsche jedem, dass sich solche Momente regelmäßig einstellen können, um so die seelische Gesundheit zu erhalten.

Krisenkontinuum und Auszeiten

Nun bin ich auch wieder in die Routinen des Gesundheitssystems verfangen worden. Aber dem folgen wir ja schon seit längerem wie ferngesteuert und haben es schon aufgegeben, nach dem Sinn zu suchen und alles verstehen zu wollen. Jedenfalls ist das jetzt auch wieder erledigt, und die Krise nimmt ihren weiteren Lauf. Ich hoffe sehr, wir nehmen alle keinen Schaden an den Folgen für das soziale Miteinander, für die Kultur, für die Motivationslagen in der Wirtschaft. Ich habe heute wieder meine Wochenendarbeit in Sachen Kunsthandwerk gestartet und genieße all diese Auszeiten, die beim konzentrierten und sehr intensiven Arbeiten mit den verschiedenen Hölzern möglich sind und mich mit alle den Baumarten in Verbindung bringen, deren Hölzer ich in Händen halte und in Form bringe.

Feiertage, Pflanzen und seelische Gesundheit

Das Frühjahr hat mit seinen Feiertagen etwas Erholsames, jedenfalls in normalen Zeiten. In dieser Krisensituation weiß man nicht so recht, wie man es einschätzen soll. Die besondere Atmosphäre an einem Feiertag, so wie mir selbst sie immer noch erscheint, ist eigentlich eindrücklicher und sinnhafter, wenn der Alltag durch die Ruhelosigkeit geprägt ist, die wir gewöhnlich kennen. Auch wenn das wiederum krank machend sein kann, ist es uns doch vertrauter geworden als die erzwungene Zurückhaltung, der über lange Zeit eingeschränkte Bewegungsradius, die reduzierte persönliche Begegnung, der fast ganz stillgelegte kulturelle Ausdruck und seine Rezeption. Es ist tatsächlich so, dass die gleichbleibenden Beobachtungen und Reflexionen, eng geführt an der pflanzlichen Natur, eine Grundlage bilden kann für seelische Gesundheit und kulturelle Wachheit. Die Feiertage geben dazu schöne Gelegenheiten mit hoffentlich längerfristiger Wirkung.

Entspannung im Katastrophen-Mainstream

Gewisse Entspannungsphasen bei gleichbleibend grundlegender Vorsicht kann ich schon feststellen. Es ist auch psychisch kaum realisierbar, ständig in Katstrophenstimmung zu bleiben. Aber es ist den Menschen erkennbar nicht mehr egal, man macht sich weitreichende Sorgen, was sich denn noch alles aus dieser Krise entwickeln kann, in Bezug auf die Gesundheitsversorgung, aber eben auch wirtschaftlich. Gewisse Anzeichen für zumindest eine Chance auf Kontinuität in der Projektarbeit kann ich erkennen, ohne das im Einzeln abschätzen zu können. Dennoch werden wir aus dem Krisenmodus so schnell nicht mehr herauskommen. Ich denke darüber nach, die beiden so lange aufgeschobenen Wunschbaum-Webprojekte, den Relaunch der beiden Auftritte in den nächsten Monaten anzugehen. So denn die zeitlichen Kapazitäten vorhanden sein sollten. Die konzeptionelle Arbeit am Baumthema kann, wie so oft schon, ein großer Trost sein.

Gefährdungen und Motivationsbremsen

Ich konnte mir Anfang des Jahres Verschiedenes vorstellen. Dass die Diskussion aktuell aber von einer Gesundheitsgefährdung dominiert werden würde, die die Weltwirtschaft in eine Krise zu versetzen droht, hätte ich aber nicht gedacht. Dabei haben wir schon mit genügend anderen Krisen zu tun, v. a. auf politischer Ebene, im eigenen Land wie international. Nun eine Gefährdung, die ohne globalisierte Mobilität nicht möglich wäre, die als Resultat derselben aber auf einmal jeden und überall bedroht. Das lähmt die Motivation der Menschen noch zusätzlich ab, und in vielen Fällen auch ganz praktisch. Das macht nicht gerade Mut für diesen Auftakt der neuen 20er Jahre. So sehr hätte ich mir eine echte Aufbruchstimmung gewünscht. Die scheint jetzt so schnell nicht in Sicht, zunächst müssen wir durch diesen unvorhersehbaren Nebel von nicht erwartbaren Irritationen. Da freue ich mich auf die nächste Gelegenheit, in der Holzarbeit in der intensiven Arbeit mit den Energien der Bäume von all dem zur Ruhe kommen zu können.

Klimastress und Baumgesundheit

Irgendetwas in der Atmosphäre verursacht uns Kopfschmerzen. Zumindest für mich eine Seltenheit, wenn es auch eine Auswirkung der Wetterfühligkeit sein kann. Das gehört eben zu den Dingen, die wir nicht vollständig verstehen, die man einfach nur registrieren und erdulden kann. Dabei sind es diese unberechenbaren Umschwünge des Wetters, der klimatischen und Bedingungen, der Luftdruckverhältnisse, die uns mehr zu schaffen machen können als uns gewöhnlich bewusst ist. Vielleicht sollte man mal die volkwirtschaftliche Relevanz von Wetterfühligkeit und des Klimawandels mit seiner stetigen Verstärkung der Extreme untersuchen. Ich gehe davon aus, dass im Ergebnis dieser Einfluss signifikanter ausfällt als so manche politische Entscheidung. Es ist schade, dass solche Fragen völlig ausgeblendet und als belanglose Nebensache betrachtet bzw. gar nicht erst bewusst werden. Ich sehe an solchen Tagen und in solchen klimatischen Stressperioden, dass auch die Pflanzen leiden, und gerade die Bäume, die doch so stoisch und unerschütterlich in der meisten Zeit wirken. Der kumuliert Stress kann sich auch bei ihnen auswirken. Dann allerdings oft gleich brutal und schädigend. Ich muss immer wieder ein genaues Auge auf unsere Gartenbäume haben, um sie vor nicht vorhergesehenen Schädigungen, etwa durch gefräßige Raupen, Wühlmäuse oder selbst initiierte Fremdkörper, z. B. von Stützstangen oder Drahtbefestigungen, entstehen können. Wenn ein Jahre heran gezogener Baum plötzlich empfindliche Schäden an der Außenrinde zeigt oder gerade noch vitale Triebe auf einmal vertrocknen, ist es meist angeraten, dem Übel nachzugehen, um Schlimmeres zu verhindern.