Auf der Suche nach dem Erfolgsrezept der schwarzen Maulbeere

Eigentlich wollte ich heute wieder nach den Maulbeeren sehen, weil ich davon ausgegangen war, dass sie zwei Wochen nach der ersten Sichtung halbreifer Beeren jetzt doch endlich einmal eine erste Ernte möglich machen sollten. Aber V. hat mir gestern schon mitgeteilt, dass sich tatsächlich nichts mehr getan hat. Die Reifung der Maulbeeren steht tatsächlich seit über zwei Wochen still und es sind auch keine neuen hinzugekommen, das vollständige Ausblieben in einer Hälfte der Krone inklusive. Das entspricht genau meiner eigenen Beobachtung. Das ist irritierend und unverständlich und natürlich sehr enttäuschend. Ich dachte eigentlich, das richtige Maß und den passenden Zeitpunkt für den Rückschnitt weit vor Beginn des Knospens ausfindig gemacht zu haben. Auch bin ich dabei wieder sehr sorgfältig und behutsam vorgegangen. Aber das allein scheint es nicht zu sein. Es muss noch weitere Einflussfaktoren geben, die den Fruchterfolg des Maulbeerbaums beeinflussen. Ein komplizierte und für mich noch nicht durchschaubare botanische Besonderheit. Vielleicht gelingt es mir zu Lebzeiten ja noch, das Geheimnis des Maulbeerbaums und das Erfolgsrezept der schwarzen Maulbeeren zu lüften.

Geheimnisse des Rückzugs und des Neuaufbruchs

Diese schöne Herbstsonne, die gestern bei meinem Spaziergang zumindest phasenweise hervorkam und die Baumlandschaft in besonders atmosphärisches Licht getaucht hat, war heute Mittag wieder da. Deshalb habe ich die Gelegenheit erneut für eine kurze Runde genutzt. Allzu selten sind diese Momente geworden, selbst über den Sommer, der in diesem Jahr so extrem verregnet war. In Kombination mit einem großen Arbeitsvolumen waren das nicht die besten Voraussetzungen für das regelmäßige Erkunden der Landschaft. Leider ist das in 2025 zu kurz gekommen, umso mehr versuche ich im letzten Quartal etwas von den jahreszeitlichen Besonderheiten aufzunehmen und zu verarbeiten. Obwohl die Baumlandschaft in diesen Tagen vordergründig so reizarm wirkt, strahlt sie doch eine besondere Innerlichkeit und Präsenz aus. Man spürt förmlich, wie sich die Natur auf den großen Rückzug vorbereitet, immer den Neuaufbruch des kommenden Frühlings schon im Blick. Aber diese Neuaufbruch setzt eben den vorherigen Rückzug voraus. Es muss alles in einem geordneten Gleichgewicht aufeinander folgen. Und wie die Abfolgen und Zeiträume der Transformation konkret ausfallen, das variiert in jedem Jahr wieder aufs Neue. Das Konkrete in diesen Prozessen gehört zu den großen Geheimnissen, von denen wir noch nicht allzu viel wissen.

Arbeit und Pläne mit Efeu

Die überschießenden Efeutriebe an der Einfahrtwand habe ich heute ebenfalls noch zurückgeschnitten. Das sonnige Wetter der letzten Wochen hat die Ranken noch einmal auf Hochtouren gebracht. Am Ende sah es dann ziemlich wild aus, da teilweise lange Triebe in den Raum ragten. Und wieder ist fast die Hälfte der Biotonne mit Grünschnitt gefüllt. Das Efeukleid der Grotte hatte ich schon gestern zurückgeschnitten. Vorsichtig, denn in diesem Jahr haben sich besonders viele Früchte gebildet. Es wäre zu schade, die nicht zur Reife kommen zu lassen. Vielleicht sind sie ja diesmal zum Beginn der Adventszeit bereits ausgereift und tragen schöne dunkle Beerchen. In der Regel kommt das erst Anfang des Folgejahres, wenn man es zu Dekorationszwecken nicht mehr verwenden kann. Bei so vielen Früchten denke ich aber auch daran, sie später wieder zu entkernen und die Samenkerne trocknen zu lassen. Ich habe bereits von vor Jahren eine ganze kleine Pappschachtel mit Efeusamen gesammelt, die ich damit auffüllen könnte. Nach dem Trocknen sind sie wie Papier, federleicht und halb transparent. Das finde ich sagenhaft, wie überhaupt alles an der Pflanze etwas Geheimnisvolles und Faszinierendes mit sich trägt.