Durchschnittsfebruar

Gefühlt war das bisher ein eher lichtarmer Februar. Im Vergleich der Sonnenstromresultate der letzten Jahre liegt es aber durchaus im Bereich des Durchschnitts für diesen Monat. Jedenfalls, wenn die zweite Monatshälfte nicht total einbricht. Wie ich vor einigen Tagen schon bemerkt habe, scheint trotz der zwischendurch immer wieder durchziehenden Kälte der eigentliche Winter schon vorbei. Es ist so, als ob man den Frühling schon ahnt, wenn auch noch nicht viel davon zu sehen ist. Außer den absoluten Frühblühern, allen voran dem Haselstrauch, und einigen Blumen – ich habe gestern die ersten Schneeglöckchen in einer Ecke des Gartens entdeckt – liegt die gesamte (Baum-)Landschaft noch Grau in Grau vor uns, wenig Reize und Motivationen in sich tragend. Ich freue mich auf jene nicht allzu ferne Nacht, innerhalb derer sich der plötzliche Wandel vollzieht. Nach der man auf einmal weiß, jetzt ist der Frühling angekommen.

Natur als Wahrnehmungsprodukt

Die ersten sonnigen Stunden seit Wochen durften wir am Nachmittag heute erleben. Noch keine Reize gehen derzeit von der Baumlandschaft aus. So richte ich meine Aufmerksamkeit noch auf die Verarbeitung der symbolischen Aspekte dieser Rückzugszeit, die uns gerade durch die lange Abwesenheit von Licht und Grün den neuen Zyklus ins Bewusstsein rückt und den Frühling in der Empfindung vorwegnimmt. Irgendwann ist er dann da. Und in dieser Perspektive fühlt sich diese Zeit schon nicht mehr wie Winter an. Sondern wie etwas, das katalysiert durch die Fastnachtstage bereits abgewickelt ist und nur noch aus formalen Gründen auf seine Auflösung wartet. Es ist interessant zu sehen, wie wir selbst unsere Wahrnehmungen im Kopf bereits viel früher vorbereiten und gewissermaßen kreativ ausgestalten. Das macht die Natur nicht zu einem von uns Unabhängigen, sondern ein Stück weit zu einem Produkt unseres aufmerksamen Lebens.

Vorfrühlingsplanungen

Der erwartete Umschwung in Richtung Frühling blieb heute noch aus. Ich hoffe jetzt auf eine Veränderung in den nächsten Tagen. Dann wird es vielleicht schon etwas mit der Arbeit draußen. Die Wunschbaum-Projekte machen zurzeit eine kleine Pause, nachdem ich die Überarbeitung der Manufaktur-Logos erfolgreich abschließen konnte. Als nächstes werden einige Abbildungen neuer Hölzerkombinationen auf dem Programm stehen, die in der Auswahlübersicht ergänzt werden können. Und natürlich die Konzeptarbeit zur Vorbereitung des neuen Produkts. Das liegt mir sehr am Herzen, wird aber noch viele hoffentlich ruhige Sonntage in Anspruch nehmen.

Symbolische Vorwegnahme

Dass eine Frühlingsausstellung mitten im unwirtlichen Winter bleibende Eindrücke hinterlässt, hätte ich nicht gedacht. Aber tatsächlich war ich von der Ausstellung im Blumenhaus W. sehr angetan. Natürlich gab es keine echten Blumen, sondern, wie fast immer in diesem Geschäft, jede Menge jahresspezifische Dekorationen, künstliche Blumen, Wohnaccessoires, Karten, Schmuck u. ä. Aber alles wieder so geschmackvoll arrangiert und thematisch stimmig, dass man sich am Gesamteindruck begeistern kann. Eine schöne symbolische Annährung an den Frühling also, der die Blüte der Bäume, neues Wachstum und nicht zuletzt das Osterfest an äußere Feiertagsmarke vorwegnahm und genau die richtige Anregung an diesem nicht sehr lichtreichen Wintertag darstellte.

Vorfreude auf den neuen Jahreszyklus

Ob der angehäufte Brennholzvorrat bis zum Ende der Holzofensaison wohl reicht. Das ist schwer einzuschätzen. Der Haufen ist überschaubar geworden, und nächste Woche ist ein Temperaturanstieg vorausgesagt. Das könnte es durchaus sein, dass der Winter sich schneller verabschiedet, als wir zuletzt dachten. Mir wäre das Recht, freue ich mich doch jetzt schon auf das erste Grün der Spitzahorne, das zunächst in Form ihrer Blüten sichtbar wird, und kurze Zeit später dann durch die Blätter. Bald darauf geht’s Schlag auf Schlag, bis wir wieder eingetaucht sind in dieses üppige Grün des Frühlings und der aufbauende Teil des neuen Jahreszyklus seinen Lauf nimmt. Die Wunschbaum-Projekte beschäftigen mich jetzt schon sehr. Es wäre schön, wenn sie durch das Frühjahr auch die dem entsprechende gute Resonanz dauerhaft erzeugen.