Holzlastige Manufaktur ist eine wahre Freude

Nach einigen Wochen war das wieder ein sehr holzlastiger Tag. Allerdings nehme ich die Wunschbaum-Manufaktur selten als Last wahr, es ist um diese Jahreszeit ein wahre Freude, wenn ich mich auf das Material und seine Eigenarten, seine Energie und Ausstrahlung konzentrieren und intensiv damit arbeiten kann. Vor den insgesamt 5 Stäben habe ich heute auch meine Vorräte an Kanteln aus Holunder aufgefüllt. Dafür muss ich immer die Kreissäge hervorholen, um aus größeren getrockneten Abschnitten die Kanteln mit etwa 22 cm Länge herauszusägen. Ich bereite meist so 8-12 von jeder Holzart, die ausgegangen ist, vor. Das reicht eine Weile, bis irgendwann alle verbraucht sind ich wieder für Nachschub sorge. Bei über 40 Holzarten, die ich in ganz unregelmäßiger Verteilung bearbeite, ist auf dem Gebiet eigentlich immer etwas zu tun. Das Drechseln der Stäbe ist dann natürlich die eigentliche Herausforderung. Die Holunder-Stäbe und auch der aus Linde und Eberesche gingen recht problemlos und ziemlich gleichmäßig, ohne viel Korrekturbedarf, von der Hand. Aber der aus Esskastanienholz war wie eigentlich immer, sehr schwierig herzustellen. Ich habe tatsächlich auch zwei Anläufe benötigt, weil der erste, schon zur Hälfte bearbeitete Stab nicht geeignet war. Der hatte genau in der Mitte eine Art Astloch, das den Stab instabil machte und das zudem zu viel Materialverlust bedeutet hätte. Ich musste deshalb eine andere Kantel als Ersatz hervorholen, die dann ganz gut zu verarbeiten war.

Die Zeit der unbeschränkten Gartenfreude

Einen ziemlich produktiven Arbeitssamstag durfte ich heute erleben, mit Routinehausarbeiten am Vormittag, gut voranschreitender Projektarbeit am Nachmittag und Abend und zwischendurch mit einiger Zeit im Garten und Gesprächen, die in die gemeinsame vergangene Lebenszeit und zu bekannten Menschen zurückreichten. Der Garten strahlt in diesen Wochen seine ganze entspannende Schönheit aus. Die Zeit, in der man ihn genießen kann und die ganzen Arbeiten am Pflanzen, Zurückschneiden und Erde bewegen abgeschlossen sind. Später kommen noch Arbeiten, die mir der Ernte und gewissen Bereinigungen zu tun haben. Aber bis dahin ist noch einige Zeit und solange erfreuen wir uns an den Gartenbäumen mit ihrer lichten Ausstrahlung und ihrem gleichzeitig angenehm kühlenden Schatten und den vielen Farb- und Formakzenten, die von Blumen, Stauden und Dekorations- und Bauelementen im Garten ausgehen. Schön, dass die Krise zumindest dieses an Positivem mitbringt. Es gibt viel weniger, das von diesen grundlegenden Freuden ablenken könnte.

Wachstumsfördernder Sonnendurchschnitt

Die Sonnenstunden werden sich für diesen Mai letztlich doch dem annähern, was ich in den letzten 10 Jahren als Durchschnitt notiert habe. Trotz der starken Wechselhaftigkeit in den vergangenen Wochen, ist somit doch noch genügend Licht zusammengekommen. Für die Bäume ist das eigentlich ideal, weil ihnen in dieser Zeit alles im Übermaß zur Verfügung steht, was sie benötigen, um zu wachsen, stark zu werden und Sauerstoff zu produzieren: Wasser, Sonnenlicht und Mineralien aus dem Boden, die bei Regenphasen auch leichter aufgenommen werden können. Insofern alles gut. Noch besser fände ich, wenn der Juni uns mit herrlich sonnigem Frühsommerwetter erfreut und wir einer langen, freundlichen Sommerperiode entgegensehen.

Schönheiten der Jahreszeit

Nun hat M. die zweite Station ihrer Behandlung erreicht. Das ist schon einmal gut, aber die Verfassung muss sich noch deutlich verbessern. Wir sind schon sehr froh, dass die Hauptsache bestmöglich verlaufen ist, das andere werden wir mit Geduld auch noch meistern. Immerhin komme ich bei diesen Gelegenheiten immer wieder in den Genuss spätnachmittäglicher Überlandfahrten und kann das spätfrühlingshafte Grün der Bäume bei tief stehender Sonne genießen. Solches ist mir an normalen Tagen um diese Zeit des Tages und während der Woche nicht vergönnt. Nun warten wir darauf, dass auch M. an diesen Schönheiten der Jahreszeit Freude haben kann, vielleicht sogar vor der Tür.