Auszeit-Phasen und entspannteres Arbeiten

Es ist gerade wie eigentlich immer schon vor Christi-Himmelfahrt: Die Menschen nutzen den Feiertag am Donnerstag, um nicht nur den so genannten Brückentag am Freitag, sondern gleich die ganze Woche freizumachen. Anders erklärt sich das verbreitete Nicht-Reagieren auf Anschreiben und sonstige Kontaktaufnahme in dieser Woche nicht. Ein Gutes hat das aber auch: Ich kann mit mehr Ruhe an laufenden Projekten arbeiten und werde nicht so häufig unterbrochen und abgelenkt durch Tausend abwegige Vorgänge. Und ein entspannterer Blick auf die Veränderungen der Baumlandschaft wie der vegetabilen Umwelt generell ist in solchen Auszeit-Phasen auch eher möglich. Leider wird der Feiertag selbst nicht so sonnendurchflutet und warm ausfallen, wie wir das häufig schon erleben durften. Deshalb werden wir den Ausflug zur Gartenausstellung wohl auch erst am Ende der Woche realisieren – jedenfalls wenn bis dahin nicht Hinderliches dazwischengekommen sein wird.

Freie Tage – freie Gedankengänge

Einige Sondervorhaben, die nicht unbedingt hätten sein müssen, haben den Sonntag doch wieder recht aufgabenintensiv gestaltet. Aber es ist doch gelungen, einige Stunden für die Fortsetzung meiner Lektüre übrig zu machen. Das hätte ich sonst als Verlust empfunden. Dafür ist der Sonntag eigentlich da, für Dinge, die während der Woche regelmäßig verschoben werden müssen. Dann drehen sich die Gedanken auch mehr als sonst um meine nicht-kommunikativen Projekte, u. a. im Rahmen der Wunschbaum-Initiativen. Einfach weil etwas gedanklicher Freiraum dafür förderlich ist und man in zu viele Routine eingebunden recht schnell in unkreative Schienen mündet. Gut, dass uns im Wesentlichen freie Tage vergönnt sind.

Traditionsausflug an einem wunderschönen Frühherbsttag

Was für ein toller Ausflug nach R. war das heute – zumal es im Vorjahr nicht geklappt hat und wir mit diesem Ausflug aus Anlass des Trödelmarkts dort eine lange Familientradition verbinden. Von den Anfängen in viel kleinerem Maßstab bis zu diesem fast schon Großveranstaltung zu nennenden Marktereignis, das es heute darstellt. Vor allem bin ich froh, dass M. sich doch noch entschließen konnte, uns zu begleiten. Schließlich ist das keine Selbstverständlichkeit mehr, kann doch so vieles dazwischenkommen und müssen doch alle möglichen Voraussetzungen und Mindestverfassungen erfüllt sein. An diesem ungemein schönen Frühherbsttag kamen diese glücklichen Umstände zusammen. Und so konnten wir nicht nur beim Markt selbst schöne Eindrücke gewinnen und interessante Begegnungen und Kommunikationen erleben. Auch die Fahrt dorthin und die zurück hatten Erlebnischarakter, durch die sehr schönen Landschaften der eigenen Heimat und der französischen Nachbarregion fahrend, die weniger durch Wald und Wiesen, sondern vor allem durch weitläufige Feldflächen beeindrucken, und an verschiedene autobiographische Erlebnisse dabei anknüpfend. So ein kurzzeitiger Orts- und Perspektivenwechsel kann den Kopf frei machen und erholsam sein. Ich denke, diese Funktion hat der Ausflug heute bei uns allen erfüllt.

Von der Wohltat grundloser Freizeitbeschäftigung

Es ist die Gesamtanmutung des Platzes, sein mediterranes Erscheinungsbild, die den traditionellen Besuch der Antikmarktes in W. so angenehm gestaltet. Natürlich auch die im Karree angeordneten Lindenbäume, die den Marktleuten und Besuchern an Sommertagen Schatten spenden. So deutlich wie heute habe ich die Dominanz der Marktatmosphäre allerdings noch nicht wahrgenommen. Nicht nur für uns selbst, mir schien es auch aus der Beobachtung der übrigen Besucher offensichtlich, dass es bei solchen Märkten vornehmlich um das Flanieren, das themenbezogene Stöbern, die Unterhaltung und Begegnung mit Bekannten geht, weniger darum, etwas zu kaufen. Das wird zwar die Händler eher betrüben und mag auch der Grund für den Rückgang der Händlerzahl seit der Vor-Corona-Zeit sein. Aber die langfristige Tendenz, mit Freizeitmöglichkeiten so umzugehen, wie das die meisten heute tun, nämlich als relativ leicht austauschbare Option, die man eher spontan in Anspruch nimmt, weil es einfach gerade passt, diese Tendenz hat sich mir heute sehr deutlich bestätigt. Eigentlich entspricht das seit einigen Jahren auch meiner eigenen Motivation, solche öffentlichen Ereignisse wahrzunehmen. Und das ist etwas, was zu unserer Zeit passt, in der es fast lebensnotwendig erscheint, sich zeitweise aus der Alltagsroutine zu befreien, auch und gerade, wenn es ansonsten keinen Grund dafür gibt.

Freizeit, Gelegenheit und Sinnverschiebung

Ein Tag, der in dieser entspannten Ruhe nur unmittelbar vor oder auch nach einem Feiertag erlebt werden kann. So war das heute ganz typisch für das Freizeitverhalten oder mehr die Freizeiteinstellung der Deutschen, wie sie seit Jahren zu beobachten ist. Man freut sich über jede Gelegenheit, die einen Grund fürs Abstandnehmen bietet. Auch wenn das inhaltlich vielleicht nicht passend ist, schließen sich gerade bei schönem Wetter und in der sonnenreichen Jahreszeit dann Ausflüge oder sonstige Unternehmungen an. Ich finde das einerseits schön, vor allem, dass uns überhaupt in vergleichbarer Fülle Feiertage beschert sind, vor allem die kirchlichen, die einen weiterreichenden Sinn in sich tragen. Andererseits vermisse ich den verbreiteten Bezug zur Bedeutung und dem Grund für den jeweiligen Feiertag. Die unterschiedslose Vereinheitlichung jeglicher Form von Aktivität und Freizeitgestaltung bei sich bietender Gelegenheit gibt mir immer noch zu denken. Nur, wer sollte sich dagegen aussprechen nach inzwischen schon mehreren erzwungenen Jahren ohne solche Gelegenheiten. So werde ich mit diesmal mehr Verständnis selbst an einer solchen Unternehmung an einem christlichen Feiertag teilnehmen und den Schwerpunkt auf das Thema Garten, Sommer und Pflanzen legen. Sicher wird es dort viele Aussteller geben, die mit Blumen, Bäumen und allerlei Hilfsmitteln rund um die Gärtnerei aufwarten können und die man in dieser geballten Form sonst nicht sieht. Aber am Ende geht es doch vor allem um das Ereignis selbst und seinen kommunikativen Stellenwert.

Ein echter Brückentag

Der Brückentag hatte flächendeckende Wirkung, wieder einmal. Tatsächlich gab es einige Äußerungen und Anfragen, aber man merkte doch, dass die Menschen sich das verlängerte Wochenende nicht mit zu viel Engagement vermiesen wollten. Ich freue mich auf das Wochenende und den Arbeitssamstag, aber auch darüber, dass der ganz große Teil der Gartenarbeit schon erledigt ist, vor allem der aufwändige Rückschnitt der Efeuhecken. Morgen können wir die restlichen Sommerblumen einpflanzen, die nach langem Warten endlich mit der Post gekommen sind. Wie zu erwarten war ziemlich demoliert, denn trotz einer aufwändigen Schale für die Pflanztöpfe waren alle Pflanzen samt der Erde aus den Töpfen gerutscht und wurden beim Transport auch teilweise verletzt. Einige abgebrochene Stängel und Blätter. Bei einer Pflanze sind die Blätter zur Hälfte auch schon welk. Insgesamt ein eher enttäuschendes Gesamtbild, nach der langen Warterei. Ich kann nun nur noch hoffe, dass sie sich erholen, sobald sie in der guten Erde sitzen und in einigen Wochen sich die sagenhaft farbintensiven Blüten zeigen werden, die versprochen worden sind und auf dem Verkaufsprospekt abgebildet waren. Das wäre dann die Entschädigung.

Der letzte Markt im Jahreslauf

Dass wir den Traditionsmarkt in diesem Jahr wieder besuchen konnten, hat mich ungemein gefreut. Vor allem auch, dass M. mitgekommen ist und es dank der Vorkehrungen auch nicht zu anstrengend wurde. Zwar haben wir uns nicht ganz so lange aufgehalten wie sonst und waren recht früh vor Ort, aber das war auch gut, weil es gegen Ende einen Wetterumschwung gab, wie vorhergesagt, der dann in der Folge den Besuch doch vermiest hätte. So haben wir die richtige Zeit erwischt, einige schon bekannte Händler gesehen und die vertrauten Positionen aufgesucht. Einfach eine schöne Atmosphäre, die auch durch die Terminierung Ende September geprägt ist, eben einer der letzten Märkte dieser Art, die im Jahreslauf durchgeführt werden. Nach der Stärkung unter den Bäumen am Marktplatz sind wir im ersten Regen den Heimweg angetreten, der wie die Hinfahrt über eine schöne ländliche Route führt, die immer wieder etwas Typisches aus unserer Heimat in sich trägt, das wir besonders in Freizeiten und an Sonntagen genießen.