Schlagwortarchiv: Fastnacht

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Vorfrühlingserwartungen

Gut, jetzt könnte die Sonne wieder zurückkehren. Der krasse Wechsel vom Traumwetter im Februar ausgehend, fiel mir dann doch zu heftig aus. Außerdem passt das nicht zu den Fastnachtstagen. V. hat das heute schon mal symbolisch zu nivellieren versucht, indem er mehrere Säcke Pflanzerde im Baumarkt besorgt hat. Das ist gut, denn die ersten Saatversuche stehen noch im März an. Ich denke dabei vor allem an die Chilipflanzen und auch an den Rizinus, von denen ich vorjährige Samen zur Verfügung habe. Mit den Sonnenblumen werde ich aber noch etwas länger warten, das ist im März eigentlich noch viel zu früh, weil die bei uns erfahrungsgemäß erst viel später zur Hochform auflaufen. Auf die Gartensaison, die aktuell noch kaum vorstellbar scheint, freuen wir uns alle. Das gehört zur Aufbruchstimmung des Frühlings dazu. Und wenn wir uns bald wieder mehr draußen bewegen und dort arbeiten können, ist das immer eine Bereicherung, auch schon bevor die Bäume ihr volles Blattkleid ausgebildet haben.

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Fleißige Kreativität

An diesen Fastnachtstagen nehme ich einen eigentümlichen Kontrast zwischen der medial und aus Distanz beobachteten Fastnachtsaktivität und einer Art vorsichtiger Zurückhaltung, einer eher gegenteiligen Innerlichkeit wahr. Vielleicht eine subjektive Wahrnehmung, aber eigentlich bin ich in der Einschätzung von globalen Stimmungen recht treffsicher, was ich manchmal erst im Nachhinein bestätigt sehe. Und vielleicht ist es ja tatsächlich ein deutsches Phänomen, diese eingebaute Ängstlichkeit in Zeiten scheinbarer Prosperität. Die gilt aber eben lange nicht für alle, und sie ist näher betrachtet auch nicht wirklich vorhanden. Sollte in einer so nivellierenden Betrachtungsweise die analytische Stärke, die einmal zu den typischen deutschen Tugenden zähle, allmählich verloren gehen. Ich würde mir wieder mehr von jener fleißigen Kreativität wünschen, die hinter dem Bild von den Dichtern und Denkern steckt. Nur der Mut dazu scheint tatsächlich eher zu verblassen. Gut, dass ich mit den Wunschbaum-Projekten mich auf einer Ebene bewegen darf, die solchen Fragen vorausgeht.

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Frühling, Aktivität und Spiegelung

Für alle Fastnachtsfreunde ist es bitter, dass das schöne Wetter jetzt schon vorbei ist und ausgerechnet über die Hochzeit der närrischen Tage ziemlicher Regen mit Wind und Sturm angesagt sind. Wieder einmal verkehrte Welt. Ich genieße unterdessen die letzten Tage mit vom Holzofen gewärmten Räumen, was das unwirtliche Wetter draußen vergessen lässt. In Verbindung mit der Auszeit der Fastnachtstage ergibt das eine wohlige Situation, die ganz gut tut, bevor der Frühling nicht nur die Lebensgeister erneut aufweckt, sondern auch die Energiereserven wieder besonders fordert. Mit dem ersten Grünen der Bäume ist eben auch für uns Menschen die Zeit für verstärkt nach außen gerichtete Aktivität wieder gekommen, die uns besonders herausfordert. Auch eine Spiegelung, die sich so häufig im Verhältnis von Mensch und Baum beobachten lässt.

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Flächendeckende Auszeit

Nun hat der Auszeitcharakter der Fastnachtstage doch die meisten erfasst, auch die sonst eher nichts mit den närrischen Tagen anfangen können. Als willkommene Ausnahme, während derer man die Dinge einmal etwas lockerer angehen kann, haben sie dennoch flächendeckend eine Wirkung. In Kindheitstagen waren die bevorstehenden Tage für mich fast immer mit Erkältungen verbunden. Die Phase haben wir alle glücklicherweise schon hinter uns, so dass wir das ungewöhnlich sonnige Wetter wirklich genießen können. Gleichzeitig geht unsere Holzofensaison dem Ende entgegen, vor allem weil der angehäufte Vorrat zu Neige geht, allerdings auch passend zu den eigentlich zu warmen Außentemperaturen. Natürlich ist es möglich, dass der Winter wieder zurückkommt. Ob V. und M. sich dann aber noch dazu aufraffen können, neues Holz heranzuholen, ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlich wird das Buchen- und Fichtenholz dann erst wieder im neuen Jahr für die willkommene Winterwohnungswärme sorgen.

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Auszeiten und Aufnahmebereitschaft

Seit längerer Zeit einmal wieder ein Wochenende ohne Holzarbeit. Das hat Seltenheitswert und ist aber ganz gut, da auch diese geschätzte Arbeit erschöpfend wirken kann, wenn sie pausenlose Fortsetzung findet. Deshalb sind Auszeiten auf dem Gebiet förderlich und lassen bei nächsten Gelegenheiten die Arbeiten sich wieder mit aufgefüllter Energie entwickeln. Und wenn sich gerade eine solche Auszeitphase wie um die Fastnachtstage herum breit macht, ist selbst für Symbolthemen, die ansonsten kein Alter zu kennen scheinen, die Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft nicht optimal. So hat jede Zeit aus guten Gründen und aus einer Erfahrungslogik heraus ihre Schwerpunkte und kommunikativen Chancen.

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Ablenkungskommunikation

Ein Einundzwanzigster. Das habe ich erst am Abend registriert, denn der Tag hatte nichts wirklich Erhebendes, auch wenn ich mi der Projektarbeit gute Fortschritte gemacht habe. Aber die eigentliche Aufbruchstimmung, die von Frühlingsgefühlen zeugt und von Zuversicht für den weiteren Verlauf des Jahres geprägt ist, die kann ich allenthalben nicht erkennen. Das wird, wie so häufig in dieser Zeit des Jahres von Ablenkungskommunikationen übertüncht, für die die Fastnachtstage jede Menge Gründe liefern. Gut daran ist, dass ich mich auf die mir wichtigen Aufgaben ganz konzentrieren kann. Die Resonanz, in Agentur- und Wunschbaum-Projekten, die kann gerne auch zeitversetzt kommen. Immerhin das kann Lebenserfahrung ganz erfolgreich überbrücken.

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Närrische Ersatzsymbolik

Vom inzwischen schon traditionellen Nachtumzug höre ich an diesem Abend so gut wie nichts. Vielleicht ist es den Narren dann doch zu kalt. Und wie man hört, sieht man ohnehin fast nichts. Bei klirrender Kälte ist das wahrscheinlich nicht die größte Freude. Dennoch sind die Fastnachtstage immer noch ein Thema in Gesprächen. Ich glaube, daran knüpfen sich für die meisten Erinnerungen, die bis in die Kindheit reichen. Und die zeitlose Atmosphäre dieser Tage ist gerade in diesem Jahr sehr deutlich zu spüren. So gibt es immer noch bestimmte Konstanten, die auch für mich das große Baumthema, das sonst für Beständigkeit und zeitlose symbolische Stärke steht, in diesen frühen Fastnachtstagen in den Hintergrund getreten und ein Stück weit kompensiert.

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Fastnachtstraditionen sind hartnäckig

Es ist erstaunlich, wie wenig sich die Fastnachtsbegeisterten von der Kälte irritieren lassen. In Fastnachtshochburgen mit alten Traditionen sowieso nicht. Das ist eine Frage der Ehre. Aber auch bei uns melden sich die Traditionen selbst bei diesem ungemütlichen Wetter lautstark wie lange nicht. Sollte sich der Unbeweglichkeitsstau tatsächlich aufheben? Die Natur lässt keinerlei Aussagen zu einer Aufbruchsstimmung zu. So wird uns der Winter noch länger im Griff haben, auf seine eigene unberechenbare Weise. Und die Zeit für das leuchtende Grüngelb der Spitzahorne scheint noch lange nicht gekommen.

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Starke Symbolthemen

Selbst die kunsthandwerklichen Projekte schiebe ich derzeit vor mir her. Es scheint so, dass die Zeit dafür noch nicht reif ist. So weit weg ist diese Witterung von dem, was an Wachstum und lichte Neuentwicklung denken lässt. Ich glaube, die Menschen haben sich schicksalshaft in diesen skurrilen Winter eingegraben und machen keine Anstalten mehr, aufzutauchen, bis das Licht zurückkommt und ein Motivationsschub von außen spürbar wird. Solange setze sich das Bearbeiten und Verarbeiten, das Lernen und Neuentwickeln zwischen vier Wänden fort. Eine Phase des intensiven Eintauchens ohne jegliche Ablenkung, wenn nicht die Fastnachtsaison anstünde, die den einen oder anderen doch noch nach außen zieht. Keine Zeit für Naturbeobachtung, schon eher für die Nutzung der Natursymbolik als kompensatorische Maßnahme. Natürlich läuft alles, was die Bäume an Lichtem und Dynamischem in sich tragen wie eine Gewissheit im Untergrund weiter. Das ist das Schöne an den starken Symbolthemen.

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Ungewöhnliche Rosenmontage

Der wohl verregnetste Rosenmontag, an den ich mich erinnern kann. Dabei haben wir schon sehr häufig sonnige Rosenmontage erlebt. Einer, der mir genau in Erinnerung ist, gerade wegen seiner frühlingshaften Stimmung, ist aus dem Jahr 1996 – jetzt, da ich es schreibe, sehe ich, das sind schon ganze 20 Jahre her, unglaublich. Damals habe ich meine Ausstellung mit Holzskulpturen, die auch damals schon überwiegend Baumskulpturen waren, im Schlösschen abgebaut. Der Kulturabteilungsleiter meinte, das sei ungesund an einem Rosenmontag. Aber für mich war das eine eher meditative Arbeit, so ganz allein und in Ruhe die Skulpturen stoßsicher zu verpacken und abzutransportieren. Ich konnte dabei die schöne Ausstellung und ihre positiven Resonanzen ungestört rekapitulieren. Ein Kontrastprogramm zwar zum turbulenten Fastnachtstreiben, aber gerade deshalb so eindrücklich, dass es mir über zwei Jahrzehnte detailreich im Gedächtnis geblieben ist.

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Willkommene Ausnahme

Fast alle sind jetzt im Fastnachtsmodus, selbst die, die dem Thema wenig Begeisterung entgegen bringen. Einfach weil sie den Begeisterten begegnen und die sich eben in Ausnahmestimmung befinden. So ist es wie jedes Jahr um diese Zeit: Die Menschen nehmen die tollen Tage als willkommene Ausnahme wahr und freuen sich, dass die Routine einmal ausgesetzt werden kann. Ich finde diese Stillstandzeiten immer sehr anregend, weil man dann so gut beobachten kann. Das Interesse an der Symbolik der Bäume ist interessanterweise auch an solchen Tagen präsent, vielleicht weil man dann einmal Zeit und Muße hat, über Allgemeineres nachzudenken. Gleichzeitig merke ich, dass im Angesicht des Fastnachtstreibens in den Köpfen jetzt schon der Frühling präsent ist. Die Fastnacht quasi als Maßnahme zum Vertreiben des Winters aufgefasst wird. Das ist aber nur deshalb so schlüssig, weil wir diesen milden Winter erleben, der Gedanken an Frühling wahrscheinlicher macht als gewöhnlich Anfang Februar.

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Kultur und Kosmos

Die Zeit vor Fastnacht, so scheint es mir, hat den immer gleichen Charakter. Ganz unabhängig davon, wie früh oder spät im Jahr die Fastnacht beginnt und wie das Wetter drum herum ausfällt. Denn während wir in diesem Jahr eine Winterfastnacht feiern, fällt sie in anderen Jahren bereits in den Frühling. Für die Menschen ist es aber in jedem Fall eine Auszeit. Wie bei Feiertagen schafft das eine Art Auszeit für ca. zwei Wochen. Eine Woche vorher und eine nachher. Man freut sich gewissermaßen darauf und man genießt die Nachwirkungen. Das Wichtige daran ist wohl die Ausnahme an sich, die Ablenkung und Weblenkung von den Routinen des Alltags. Ich glaube, viele brauchen diese Ablenkung, und Feiertage, Festzeiten allgemein sind eine willkommene Gelegenheit. Interessant, dass auch die Zeit, zu der uns das vergönnt wird, von kosmischen Konstellationen bestimmt wird. Interessant deshalb, weil es schließlich um Kultur geht, Kultur in Abhängigkeit der Sterne. Denn das Osterfest wird zeitlich vom ersten Vollmond im Frühjahr definiert. Entsprechend richtet sich der Beginn der Fastenzeit und die davor liegende Fastnacht aus. So ist unsere Wahrnehmung kultureller Traditionen oft von den anderen Planeten bestimmt, die nicht nur die Wachstumszyklen der Bäume und aller Pflanzen beeinflussen, sondern auch unser Leben mit der Natur und unsere eigenen kulturellen Ausdeutungen.

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