Den Herbst kreativ bewusst machen

M. hat aus den kürzlich am Bienenhaus gesammelten Zweigen des Pfaffenhütchens, der Heckenrose und des Mispelbaums, jeweils mit reifen Früchten, und den lose aufgesammelten Esskastanien in ihren stacheligen Hüllen einen schönen Herbstkorb zusammengestellt und an der Eingangstreppe platziert. Das ist in dieser Zusammenstellung ein schöner Spiegel des vegetabilen Herbstes und eine geeignete optische Marke, um die Jahreszeit bewusst auf und in sich wirken zu lassen. Ich freue mich sehr auf die Gelegenheit, weitere jahreszeitliche Akzente zu setzen, z. B. in Form eines neuen Strohblumensträußchens, das wegen der nicht gerade vielen und zudem eher klein gewachsenen Blüten, die ich in diesem Sommer sammeln und aussortieren konnte, zwar kleiner ausfallen wird. Aber das diesmal selektierte Farbspektrum im Bereich von Gelb, Hellrot und Orange, dürfte ein interessanter Hingucker werden, der sich von den noch stärker herbstlichen, ins Bräunliche gehenden Farben der beiden Vorgängerjahre unterscheiden dürfte. Auch von den aus verschiedenen hellen Farben zusammengesetzten noch früheren Sträußen. Ich habe mich auch diesmal wieder auf ein enges Farbspektrum bei der Auswahl beschränkt, weil das erfahrungsgemäß die stimmigsten und eindrücklichsten Ergebnisse bringt.

Ein Samstag angefüllt mit herbsttypischen Gartenarbeiten

Die Gartenmöbel winterfest zu machen, war heute an der Zeit. So habe ich mich auch schon am Vormittag daran gemacht, alles abzukehren, einzupacken und die Polster und Kissen in ihr Winterquartier zu bringen. Im Einzelnen ist das immer ziemlich zeitaufwändig, wodurch auch der ganze Vormittag am Ende mit dieser Arbeit ausgefüllt war. Dann habe ich die Mittagszeit genutzt, um meine jüngst zusammengetragenen Chilischoten zu zerteilen, die Samen zu separieren und das Fruchtfleisch wiederum in ganz kleine Stücke zu schneiden, die ich dann in der gewährten Form auf großen Tellern auf der Fensterbank zu Trocknen auslege. Zuletzt sind auch etwas mehr Schoten zusammengekommen. Jetzt scheint sich der Reifungsprozess zu beschleunigen, auch wenn die Schoten am Strauch inzwischen nicht mehr orange ausreifen und im geernteten Zustand im warmen Zimmer die Reifung nachträglich erfolgen muss. Interessant, dass bei dieser Sorte das Maximum tatsächlich ein sattes Orange darstellt, während ich sonst immer nur das Knallrot als Reifeoptimum kannte. Am späteren Nachmittag bin ich zusammen mit M. noch zu unseren Wiesenstück mit den Walnussbäumen und Esskastanien gefahren. Vor allem, um V. zu entlasten, der zunehmend Schwierigkeiten hat, diese Dinge selbst zu bewältigen. So war dann auch zunächst eine große Menge an angetrocknetem Astmaterial der Weinreben zusammenzutragen, das die Hälfte der Gartenfläche bedeckt hatte. Und jede Menge Laub und sonstiger Grasschnitt, bevor wir überhaupt richtigen Zugriff auf die Nüsse und Kastanien hatten. Die auch nur annähernd vollständig aufzusammeln, wäre ganz unmöglich gewesen, zu groß ist in diesem Jahr der Ertrag und zu klein und oft mit der ledrigen, weil schon halb verrotten Schale umhüllt sind viele Nüsse. Aber für den eigenen begrenzten Bedarf reicht das vollkommen aus. Und für einige herbstliche Dekorationen, für die wir v. a. die Esskastanien mit ihren stacheligen Fruchthüllen und einige Zweige des Mispelbaums mit seinen charakteristischen Früchten verwenden. Insgesamt war so dieser Samstag mit viel Arbeit im und rund um den Garten ausgefüllt. Wohl nicht die letzte Gartenarbeit vor Beginn des echten Winters.

Schwieriges Honigjahr mit unbekannten Faktoren

Nach Vs Aussage kommen unsere Bienen jetzt erst erkennbar zu erwartbarer Aktivität. In den Vorjahren war es immer so, dass im Juni schon langsam das Saisonende eingeleitet wurde, übrigens viel früher als vor noch 20 Jahren. Aber dieses Jahr scheint der Großteil der Tracht ausgefallen zu sein, von einer kleinen ersten Ernte kürzlich einmal abgesehen. Da die Völker an sich recht stabil schienen und auch den Winter ganz gut überstanden hatten, gehört das sicher zu den vielen Unerklärlichkeiten der heutigen Imkerei, zumal die Witterung eigentlich ideal war, warm, sonnenreich und zwischendurch Regen, der für Feuchtigkeit sorgte. Das ist auch wichtig, dass die Bienen den Nektar loskriegen. Da diese Idealbedingungen aber praktisch kein Ergebnis gebracht haben, muss es noch andere, uns unbekannte Einflussfaktoren geben, die nicht nur uns ein Rätsel geblieben sind. Schade, gerade blühen die Robinien, die in kurzer Zeit sonst einen volumenmäßig guten Ertrag bringen können. Und dann kommen nur noch Brombeerblüte und Esskastanienblüte, bevor dieses Honigjahr auch schon wieder abgeschlossen ist, es sei denn, uns ist der eher seltene Waldhonig noch zusätzlich beschert. Ich kann V. nur wünschen, dass es mit dieser späten Tracht noch etwas wird. Auch damit die Lust an der Imkerei nicht ganz verloren geht.

Stark verzögertes Honigjahr

Auf einmal ist der Hochsommer präsent und bestimmt, wie wir den Tag wahrnehmen. Die Topf- und Kübelpflanzen sind bei solchen Temperaturen bei aller guten Pflege schon überfordert und machen vereinzelt schlapp. Da müssen wir wohl einiges ersetzen, was vor einer Woche noch toll aussah und vermeintlich gut gedieh. Aber es gibt dann auch wieder Gewitterregen, die Ausgleich schaffen, nur leider meist in Form extremer Wechsel, die auch belastend sein können. Schön ist, dass V. wenigsten noch ein zweites Mal Honig schleudern konnte. Diesmal wohl mit Schwerpunkt auf der Robinienblüte. Aber insgesamt ist das ein ziemlicher Ausfall, obwohl die Bienenvölker so stark sind seit letztem Jahr. Bleibt zu hoffe, dass die späteren Blüten, Esskastanie und Brombeere möglichst sich lange hinziehen und wir aus von diesen spät blühenden Arten noch einen guten Ertrag erhalten. Natürlich kann es auch noch Waldhonig geben. Das ist nicht vorhersehbar und kommt auch nicht jedes Jahr vor. Nur wenn die Bedingungen dafür gut sind, wird es meist eine größere Menge. Wollen wir‘s hoffen.

Worin die Freude am Garten gründet

Bei J. und W. war dieses Jahr ähnlich turbulent wie bei mir. So konnten sie zwar ihren Garten mit allem, was die Jahreszeiten an Attraktionen bieten, sehr genießen, aber allem gleichzeitig nachzukommen, ist eben doch nicht möglich. Walnüsse von dem schon hoch gewachsenen Baum im Vorgarten gab es dieses Jahr reichlicher als zuvor. Und die konnten auch gesammelt und als Vorrat getrocknet werden. Aber die jüngere Esskastanie trägt inzwischen auch schon viele Kastanienfrüchte, die nicht nur blind in ihrer stacheligen Hülle stecken. Nur die konnten sie eben aus Zeitmangel nicht ernten. Das meiste dürfte deshalb leider verloren sein. Der Vitalität der Baums wird das keinen Abbruch tun, aber ein kleiner Teil des Garten- und Erntejahrs ist damit ungenutzt geblieben. Ich finde, die Freude an alle dem, was man ganz nah im Garten übers Jahr beobachten und mitverfolgen kann, ist die Hauptsache, die uns bereichert. Ertrag und Effizienz ist da zumindest für mich nachrangig. Es wäre auch schlimm, wenn der so grassierende Leistungsgedanke nun auch noch die Freude am Garten und der Gartenarbeit trüben würde.

Spätherbstliche Baumfruchtüberlegungen

V. kann von den Esskastanien gar nicht mehr lassen. Täglich ist er Stunden damit beschäftigt, die richtige Methode zum möglichst hautfreien Schälen der Früchte zu entwickeln, ohne jemals mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Schön eigentlich, dass wir nach längeren Zeit einmal wieder so reichte Kastanienernte haben. Aber V. sagt, sie seine diesmal ziemlich ausgetrocknet, wohl der langen Trockenperiode und dem wenigen Regen der letzten Monate geschuldet. Geschmacklich finde ich sie aber in Ordnung. Überhaupt kann ich ihnen mehr abgewinnen als Walnüssen, auch wenn wir mit Walnussbäumen noch reicher beschenkt sind. Nur bei denen ist der Ertrag noch abhängiger von der Witterung. So warm wie in diesem Jahr ist es zur Blütezeit der Walnussbäume eben nicht immer.

Geröstete Esskastanien – Eine Tradition

V. sieht sich in alte Traditionen erinnert und testet verschiedene Methoden, die reifen Esskastanien zu rösten. Meiner Erinnerung nach ist das Rösten mit dem Bunsenbrenner die beste Methode. In diesem Jahr, mit der anhaltenden Trockenheit, ist aber auch der Fruchtkern der Kastanie ziemlich trocken, was das Loslösen der pelzigen Außenhaut erschwert. Bei den ersten Versuchen ließ ich die Haut nicht sehr gut lösen. Da müssen wir wohl noch weiter experimentieren. Aber eingetrocknet sind die Kastanien deshalb noch nicht. Sie scheinen mir sogar besonders groß und voluminös zu sein. So denke ich, werden wir in den nächsten Wochen noch einige Gelegenheiten haben, die jahreszeittypische Spezialität zwischendurch zu genießen.

Eingetrübte Aussichten für die Honigernte

Nachdem die Honigsaison so ermutigend gestartet ist, scheint es jetzt, auf ihrem Höhepunkt sozusagen, wieder etwas beunruhigender zu sein. Viele tote Bienen vor den Stöcken, und während dieser langen Wochen mit untypisch nassem und kaltem Wetter haben die Tiere den größten Teil ihres gesammelten Honigs selbst verkonsumiert. Das ist ein Phänomen, das wir schon öfter beobachtet haben. Ich hoffe jetzt nur, dass das nicht wieder mit einer einschneidenden Schwächung der Völker verbunden ist. Das wäre dann nämlich noch weniger zu erklären wie in den Vorjahren, gemessen an dem enormen Pflegeaufwand, den V. seither getrieben hat. Wir wollen insofern positiv in die nächsten 2 Monate blicken und hoffen, dass doch noch einiges von der Blüte der Brombeeren und der Esskastanien zu erwarten ist.