Jetzt waren die Zwetschgen an der Reihe

Gesagt, getan. Am Ende sind es vier Zwetschgenkuchen geworden. Ursprünglich hatten wir nur zwei ins Auge gefasst. Aber ich habe einfach einmal 2/3 der sonst für 6 Bleche vorgesehenen Rezeptmengen angesetzt und dann eben 4 rund Bleche daraus gemacht. Die Backzeit ist mit den Zwetschgen gleich, nur entsteht beim Backen natürlich mehr Saft als bei den Mirabellen. Ich denke, wir werden einen davon draußen belassen und ab morgen gleich verzehren und die restlichen 3 werden eingefroren, gesellen sich dann zu den 18 bereits dort gelagerten Mirabellenkuchen. Insgesamt 21 – das ist natürlich ganz nach meinem Geschmack. Am Ende der Saison werden es allerdings noch deutlich mehr Baumobstkuchen werden, denn die Pfirsiche und später auch die Äpfel und vielleicht auch einige Birnen sind ja noch nicht geerntet. In jedem Fall dürfte das vom Umfang der Backaktivitäten sicher eine Rekordsaison für uns werden. V. hat am späten Nachmittag noch einen Eimer Zwetschgen zusätzlich gepflückt, um noch eine Reihe von Gläsern mit Zwetschgenkraut einzumachen. Davon haben wir tatsächlich gar nichts mehr im Vorrat. Das wird also unsere Auswahl an Marmeladen weiter bereichern.

Förderliches Wetter für die Pfirsichreife

Das Regenwassermanagement haben wir über die letzten Wochen ja ganz gut hingekriegt. Bei der langen Phase mit extremer Hitze ohne jegliche Niederschläge war das nicht unbedingt selbstverständlich. Und man muss aber auch sagen, dass die verschiedenen Regenwasserreservoirs, Tanks und offene Becken, natürlich dazu beigetragen haben, mit Umpumpen vom einen ins andere immer doch noch ausreichend Gießwasser zur Verfügung zu haben. Tatsächlich musste ich über die ganzen Wochen hinweg kein Trinkwasser aus dem Hahn anzapfen. Und mit dem Regen gestern konnte ich den wichtigsten Tank nun auch wieder vollständig auffüllen. Das offene Becken ist dadurch zwar wieder fast geleert, aber vielleicht werden heftige Gewitterregen oder länger anhaltende Regenfälle tagsüber ja auch diese Lücke in den nächsten Tagen wieder schließen. Ich freue mich nach den an Niederschlägen wieder reicheren zurückliegenden Tagen vor allem auf die Fruchtreife der Pfirsiche. Bei denen dürfte der Regen für dickere Früchte sorgen und, wenn ich von den Vorjahren ausgehen, auch für eine Beschleunigung des Reifeprozesses. Etwas länger dauern wird es damit dennoch. Jedenfalls glaube ich nicht, dass ich für das Kuchenbacken morgen schon Pfirsiche einplanen kann. Die haben noch nicht die richtige gelb-orangene Farbe angenommen und dürften insofern aktuell noch an Süße und Weichheit zu wünschen übriglassen.

Mirabellen, Zwetschgen, Chilis – gute Erträge in diesem Jahr

So ganz kann V. das Baumobst-Thema nicht ablegen, obwohl die Beschäftigung damit zunehmend große körperliche Hürden darstellt. Aber sobald eine der Arte auf unserer Streuobstwiese eine gute Fruchtsaison hinter sich hat, kommt der Drang, die Früchte auch einzusammeln und sie weiterzuverarbeiten. Bei den Zwetschgen war es eigentlich in diesem Jahr so, dass wir nicht mehr mit einem Ertrag gerechnet hatten, weil vor einigen Wochen noch nichts davon zu sehe war. Jetzt aber ist der Ertrag an fruchtreifen Zwetschgen doch gut, so dass V. sich gedrängt fühlte, ein paar Eimer davon zu pflücken. Außerdem auch noch einen kleinen Eimer der letzten Mirabellen, die jetzt ebenfalls schon zu Ganzfrucht-Marmelade verkocht sind – was ich durchaus begrüße. Mit den Zwetschgen werden wir wohl teilweise Kuchen backen, natürlich wieder meine Aufgabe, und teilweise werden wir sie zu Zwetschgenkraut, diese besonders aromatische Marmelade, verkochen. Das ist auch schon Jahre nicht mehr vorgekommen. Also wird das am Ende doch noch ein gutes Baumobstjahr. Und sicher auch ein gutes Jahr für meine Chilipflanzungen, die jetzt schon viele Schoten zeigen, von denen die ersten schon ganz rot ausgereift sind. Bei den meisten steht dieser Reifeprozess aber jetzt noch bevor.

Auf der Suche nach dem Erfolgsrezept der schwarzen Maulbeere

Eigentlich wollte ich heute wieder nach den Maulbeeren sehen, weil ich davon ausgegangen war, dass sie zwei Wochen nach der ersten Sichtung halbreifer Beeren jetzt doch endlich einmal eine erste Ernte möglich machen sollten. Aber V. hat mir gestern schon mitgeteilt, dass sich tatsächlich nichts mehr getan hat. Die Reifung der Maulbeeren steht tatsächlich seit über zwei Wochen still und es sind auch keine neuen hinzugekommen, das vollständige Ausblieben in einer Hälfte der Krone inklusive. Das entspricht genau meiner eigenen Beobachtung. Das ist irritierend und unverständlich und natürlich sehr enttäuschend. Ich dachte eigentlich, das richtige Maß und den passenden Zeitpunkt für den Rückschnitt weit vor Beginn des Knospens ausfindig gemacht zu haben. Auch bin ich dabei wieder sehr sorgfältig und behutsam vorgegangen. Aber das allein scheint es nicht zu sein. Es muss noch weitere Einflussfaktoren geben, die den Fruchterfolg des Maulbeerbaums beeinflussen. Ein komplizierte und für mich noch nicht durchschaubare botanische Besonderheit. Vielleicht gelingt es mir zu Lebzeiten ja noch, das Geheimnis des Maulbeerbaums und das Erfolgsrezept der schwarzen Maulbeeren zu lüften.

Zwei ertragreiche Baumobstjahre in Folge?

Es geht trotz der kühlen Luft erkennbar wieder zurück in Richtung Hochsommer. Heute hatten wir einen eigentlich strahlenden Sonnentag, der nur dadurch holprig verlief, dass der Himmel voller vorbeiziehender dicker Wolken hing, die das Sonnenlicht nur durch ihre Lücken ließ. Das ist dann aber besonders intensiv strahlend. Immerhin macht das Hoffnung auf ein Ende dieses frostigen und nassen Intermezzos. Unsere Weinreben entwickeln sich in diesen etwas feuchten und lichten Tagen hervorragend und haben jetzt schon üppigere Blätter als i Vorjahr ausgebildet. Auch erkennt man schon die Trauben selbst, die noch ganz kleine und grüne Beeren tragen. Aber die Dichte und Anzahl, die jetzt schon erkennbar ist, lässt eine recht ertragreiches Weinjahr erwarten. Über die Qualität ist damit natürlich noch nichts gesagt und das lässt sich auch so früh ganz schlecht voraussagen. Aber vieles spricht dafür, dass wir nach dem ungewöhnlichen Baumobstjahr 2025 erneut eine gute Obsternte erwarten können. Zweimal in Folge wäre das allerdings sehr ungewöhnlich.

Ungeahnte pflanzliche Highlights im goldenen November

Reife Schoten der Chilisorte Carolina Reaper

Der goldene November tut richtig gut. Auch wenn es heute nicht ganz so sonnenreich war wie gestern. Aber die Temperaturen und das Licht über viele Stunden sind ein willkommenes Kontrastprogramm zu den zahlreichen trüben und verregneten Monaten, die hinter uns liegen. Und der Baumherbst verlängert sich auf diese Weise auch ungeahnt anhaltend. Nicht die Herbstblätter, aber meine diesjährigen Zuchtneuerung bei den Chilipflanzen, die Carolina Reaper bzw. ihre knallroten noch an der Topfpflanze hängenden Schoten haben es mir angetan. Die sind nicht sehr zahlreich, aber die wenigen so schön ausgereiften musste ich einfach fotografisch festhalten. Man muss auch sagen, dass die besondere zerknitterte und zerklüftete Form dieser Schoten die legendäre Schärfe irgendwie auch nach außen strahlen. Man sieht ihr gewissermaßen ihr Potenzial an. Vielleicht kann ich mit dieser Art im nächsten Jahr ja etwas mehr Ertrag erreichen, so wie dieses Jahr erstmals mit Bhut Jolokia, die anders als zuvor sich diesmal sehr wuchsfreudig zeigt und nicht minder interessant aussehende Schoten trägt.

Esskastanien und letzte Baumerträge

Immerhin gibt’s jetzt auch noch einige Esskastanien. Die kleinen Bäumchen auf unserem Bienenhausgrundstück sind allerdings noch nicht sehr ergiebig, so hält sich der Ertrag wie im letzten Jahr schon in Grenzen. Dennoch gehören die Kastanien irgendwo zu unserer traditionellen Vorstellung vom Baumherbst. Deshalb zählt für uns vor allem, dass es überhaupt welche gibt. Und sogleich konkurrieren wieder verschiedene favorisierte Methoden, sie zu garen: Mit dem Bunsenbrenner in einer feuerfesten Schale, durch Kochen in Wasser oder gar in der Mikrowelle. Die ursprüngliche Methode mit Feuer ist natürlich immer noch die beste, was den Geschmack der Kastanien angeht, nur ist sie eben aufwändig, so dass wir zwischendurch auch auf die moderatere Kochmethode zurückgreifen. Mal sehen, was der Oktober von den Kastanie und Walnüssen einmal abgesehen, sonst noch für letzte Baumerträge mit sich bringt.

Garten und Bäume als konkurrierende Gesprächsthemen

Beim Besuch heute bei J. und W. war der Garten und was wir darin dieses Jahr mehr oder weniger erfolgreich anpflanzen konnten, häufiges Thema. Die Bäume dagegen nur, insoweit es um Baumfrüchte ging. Die waren ja bei uns schon ziemlich wechselhaft erfolgreich, und bei J. und W. beschränkten sie sich weitgehend auf die Früchte eines einzelnen Apfelbaums, die aber ganz gut gediehen schienen. Seltsam, dass wir dem Vorgarten mit dem großen Walnussbaum und der Esskastanie gar keinen Besuch abgestattet haben. Es gab einfach sonst zu viele Themen, die nach längerer Besuchspause auf dem Gesprächsplan standen. Aber das Gartenthema ist immer wieder virulent und zeigte mit neue Pflanzgefäßen und -konstruktionen auch neue Ansätze, die in der kommenden Saison wieder mehr Vielfalt und Ertragsmöglichkeiten, v. a. aber viel vegetabile Zierde bieten werden.

Zuversichtlicher Garten- und Ernteauftakt

Es ist schön, dass wir uns auf typisches Pfingstwetter freuen können und es auch schon heute erleben durften. Tolle Sonne und eine angenehme Wärme sind endlich Zeichen des Sommers. Dann macht die Gartenarbeit erst richtig Spaß. So habe ich heute meine letzten auf der Fensterbank vorgezogenen Pflanzen in Töpfe und Kübel draußen eingepflanzt. Gerade die Chilis sind zwar eigentlich noch viel zu klein für diesen Schritt, aber noch länger wollte ich nicht warten, und dieses Jahr ist es mit dem Vorziehen eher schwierig gewesen. Sonst waren es schon mindestens doppelt so hohe Pflanzen, aber diesen Sommer müssen sie das Verpasste draußen, bei Wind, richtiger Luft und direkter Sonneneinstrahlung hoffentlich schneller als zuletzt nachholen. Ich hoffe nur, dass sie überhaupt noch dazu kommen, rechtzeitig zu blühen und später auch Schoten auszubilden, die noch rechtzeitig ausreifen können. Spannend ist in diesem Jahr aber die Sortenvielfalt und natürlich, ob es mir gelingt, den Großteil davon zum Wachsen und Gedeihen zu bringen. Ganz so schlecht scheinen die Aussichten für diesen Sommer nicht zu sein, hat V. mit seinen Bienen doch schon überraschend gute Erträge erzielt – das war in den letzten Jahren bei der Frühtracht leider nicht der Fall gewesen. Aber dieses Jahr haben Ahorn und Weißdorn üppig geblüht und die Witterung war zur Blütezeit auch aus Sicht der Bienen günstig, so dass sie den Nektar gut einsammeln konnte. Wäre schön, wenn sich diese positive Tendenz für den Rest der Saison fortsetzt.