Umfangreiche Aufgaben mit Ruhe zum Erfolg führen

Carolina Reaper Chilis aus eigenem Anbau 2025
Carolina Reaper Chilis aus eigenem Anbau - Detailaufnahme 2025

Ruhig ist dieser Sonntag schon ausgefallen. Aber ich hatte mir so viele Aufgaben vorgenommen, dass er nicht gerade kontemplativ verlief. Vielmehr war ich von Früh bis Spät mit dem Abarbeiten dieser Aufgaben beschäftig. Unter anderem habe ich alle noch an den Pflanzen hängenden Chilis geerntet, leider um festzustellen, dass ein größerer Teil dieses Rests nicht mehr zu verwenden war. Wirklichen Frost, wie wir ihn in den letzten Nächten erlebt haben, hat den meisten Sorten so sehr zugesetzt, dass die Zellstruktur der Schoten kaputtgegangen ist. Beim Aufschneiden entströmte ihnen ein seltsamer Duft, der nicht zu einer gesunden Schotenkonsistenz passte. So habe ich mich auf die eine Sorte in der Weiterverarbeitung beschränkt, die Glockenchilis, die diese Frostnächte noch einigermaßen überstanden haben, u. a. auch weil sie unter Dach standen und „nur“ die tiefe Temperatur, aber nicht auch noch Nässe abbekommen haben. Nun, für die nächsten Jahre wird mir das eine Warnung sein, dass man die Ernte bei den Chilis nicht bis in den November hinein fortsetzen kann. Auch wenn das bedeutet, dass zahlreichen Schoten vorher noch grün geerntet werden müssen. Technische Aufgaben, die noch abzuschließen waren, erneutes Kuchenbacken, Objektfotografie der schönsten Carolina Reaper Schoten, die ich in geringer Zahl ernten konnte, waren weitere Punkte auf meiner heutigen Aufgabenliste. Auch die Vorbereitung für den nächsten kunsthandwerklichen Einsatz, den ich morgen starten will. Aber auch in so viel Geschäftigkeit kann an einem Sonntag mit unwirtlichem Wetter viel Ruhe liegen – wenn es gelingt, sie in der Situation zu pflegen, wohlwissend, dass es auch mit Ruhe zu guten Ergebnissen kommen wird.

Ungeahnte pflanzliche Highlights im goldenen November

Reife Schoten der Chilisorte Carolina Reaper

Der goldene November tut richtig gut. Auch wenn es heute nicht ganz so sonnenreich war wie gestern. Aber die Temperaturen und das Licht über viele Stunden sind ein willkommenes Kontrastprogramm zu den zahlreichen trüben und verregneten Monaten, die hinter uns liegen. Und der Baumherbst verlängert sich auf diese Weise auch ungeahnt anhaltend. Nicht die Herbstblätter, aber meine diesjährigen Zuchtneuerung bei den Chilipflanzen, die Carolina Reaper bzw. ihre knallroten noch an der Topfpflanze hängenden Schoten haben es mir angetan. Die sind nicht sehr zahlreich, aber die wenigen so schön ausgereiften musste ich einfach fotografisch festhalten. Man muss auch sagen, dass die besondere zerknitterte und zerklüftete Form dieser Schoten die legendäre Schärfe irgendwie auch nach außen strahlen. Man sieht ihr gewissermaßen ihr Potenzial an. Vielleicht kann ich mit dieser Art im nächsten Jahr ja etwas mehr Ertrag erreichen, so wie dieses Jahr erstmals mit Bhut Jolokia, die anders als zuvor sich diesmal sehr wuchsfreudig zeigt und nicht minder interessant aussehende Schoten trägt.

Aufbauende Licht-Herbst-Tage

Solche sehr sonnenreichen Tage im Herbst wie dieser sind einfach belebend. Ich hoffe, die Chilis haben davon profitiert und werden doch noch überwiegend ausreifen. Sehr schöne Exemplare habe ich schon gesammelt und zum Trocknen ausgelegt. Ansonsten ist die Erntesaison eigentlich abgeschlossen. Und dank der jetzt trockeneren Tage und eher milden Nächte halten sich auch die Blätter der Bäume noch länger als erwartet in typisch herbstlicher Verfassung, bevor sie abfallen. Könnte sein, dass wir dieses Jahr einmal ein eher lichtes Allerheiligen erleben dürfen. Extrem nebliges, nasses und dazu noch kaltes Wetter zu Allerheiligen hatten wir schon allzu oft. Eines dieser sonnenreichen Allerheiligenereignisse passt auf andere Weise zur besonderen Bedeutung dieses Feiertags.

Doch noch passable Herbststimmungstage

Es scheinen doch noch recht passable Herbsttage nachzukommen. Jedenfalls sind die Temperaturen gerade mild zu nennen, wenn sich auch die Sonne dabei rar macht. Aber bei den Chilis merke ich, dass die zuletzt fast schon verloren geglaubten Schoten doch noch ins Reifestadium übergehen. Sehr langsam zwar, aber ich denke, es kann noch eine respektable Ernte auch der neuen Sorten geben, gerade weil die Nächte eben noch nicht frostig sind und die Pflanzen somit ihr Laub noch halten können. Gießen ist wegen des vielen Regens zuletzt kaum noch nötig. Eigentlich eine sehr arbeitsarme Sache jetzt, ich kann mich auf das Ernten, sortieren und Extrahieren der Samen für die nächste Saison konzentrieren. Und der Blätterherbst der Bäume dehnt sich ebenfalls erfreulich aus, da sich noch viele Herbstblätter an den Zweigen gehalten haben. Damit haben wir viel mehr von der ästhetisch ansprechenden Jahreszeit.

Stunden möglicher Gelassenheit

Es ist schön, dass die Sonne wenigstens in kurzen Phasen herauskommt und dann gleich gleißend strahlt. Das vermittelt kurze Anmutungen von goldenem Oktober und hebt die Stimmung. Das Themenfeld Spätsommer, Herbst und Erntezeit, v. a. die Obsternte und all die häuslichen Aktivitäten drumherum, das Marmeladekochen, Kuchenbacken, Obst einmachen, Wein und Viez herstellen, war auch heute im Gespräch mit Bekannten wieder präsent und hat breiten Raum eingenommen. Etwas, was für viele in unserer Region identitätsstiftend wirkt und mit dem viele einfach etwas zu tun haben, was sie beschäftigt und auch erfreut. Es ist gut und schön, das solche Gespräche noch möglich sind. Sie vermitteln das beruhigende Gefühl von Normalität Stunden möglicher Gelassenheit, wo sonst nur Anspannung und Krisendenken dominieren.

Walnüsse und Esskastanie sammeln

V. lassen auch die letzten zu erntenden eigenen Anbauerzeugnisse keine Ruhe. So waren heute schon wieder und immer noch die Walnüsse ein Thema, von denen noch viele auf unserem Bienenhausstück einzusammeln waren. Ich selbst hatte ja am Wochenende hier zuhause noch einiges zusammengetragen. Und die erste Charge Studentenfutter mit einer Mischung aus unseren Walnüssen und weiteren Nüssen, Rosinen und Mandeln habe ich ja auch schon zusammengemischt. Ich schätze, da werden noch einige Vorratsdosen folgen, sobald die Walnüsse gut angetrocknet sind. Für die restlichen auf der Fensterbank zum Trocknen ausgelegten dauert das noch eine Weile. Die wohl letzte Ernte von Baumfrüchten wird sich dann in Kürze auf die Esskastanie konzentrieren. Davon haben wir nicht ganz so viele Bäume, die zudem auch nicht so ertragreich sind wie die Walnussbäume. Aber es wird schon wenigstens für einige Kastanienbrataktionen etwas dabei herausspringen. Geröstete Esskastanien sind ja auch etwas ganz Feines, darauf freue ich mich schon.

Goldener Start in den Oktober

Es ist dabei geblieben, dass der vergangene September zu den nassesten und sonnenärmsten der letzten Jahrzehnte gehörte. Bei und im Südwesten war das besonders ausgeprägt, ganz im Gegensatz zur Verteilung des Wetters in den meisten Zeiten des Jahres. Aber der Oktober ist gleich „golden“ gestartet. Von dem sehr heftigen Wechsel zwischen fast frostigen Nächten und zeitweise lichtdurchfluteten Tagesstunden einmal abgesehen, sind diese längeren Phasen, in den die Sonne so richtig die gesamte Landschaft durchflutet, in dieser Zeit des Jahres eine Wohltat. Für die späten Früchte, v. a. beim Gemüse, wäre es wichtig, dass das nun noch länger anhält. Denn wenige lichtreiche Tage, am besten noch mit überdurchschnittlichen Temperaturen, können die Fruchtreife entscheidend beschleunigen. So würde ich mich sehr über eine Rest-Ernte bei den Feigen (für M.) freuen, aber auch über eine reiche Chili-Ernte mit wirklich ausgereiften Schoten. Bei vielen Tagen wie dem heutigen hintereinander ist das durchaus realistisch.

Spätes Gemüse vor dem Ausreifen

Der ganz große Regen sollte jetzt vorbeigezogen sein. Und so kommt neue Hoffnung auf ein paar Indian Summer Tage auf, oder zumindest einen Übergang zum Goldenen Oktober – als Entschädigung sozusagen. Ich sorge mich bei dem vielen Regen zur Unzeit v. a. um das Gedeihen und Ausreifen meiner Chilis. Die versprechen, auch bei großen Zahl von Pflanzen dieses Jahr, eine ganz üppige Ernte. Aber dafür müssen sie auch erst noch ausreifen. Mit wenigen Ausnahmen sind sie die Schoten nämlich noch Grün oder noch gar nicht gewachsen. Immer noch sieht man viele Blüten, wie das bei dieser Gemüseart wohl typisch ist, obwohl ich mit der Aussaat und Vorzucht schon sehr früh im Jahr beginne. Also mehr Sonne und deutlich weniger Regen bräuchten wir schon. Ein paar subtropische Tage vielleicht noch, und dann könnte es etwas werden mit den Chilis, nachdem wir uns über mangelnden Baumobstertrag ja dieses Jahr nicht beklagen konnten. Der große Aufwand während des ganzen Frühjahrs und Sommers sollte sich so auszahlen.

Noch eine intensiver Baumobst-Tag

Das war wieder einer dieser sehr arbeitsintensiven Samstage. Immerhin habe ich es geschafft, die Projektarbeit auf ein geringes Maß zu reduzieren. Nach den anstrengenden und langen Tagen mit viel Technik und komplizierten Entwicklungen war das erholsam, wenn auch körperlich natürlich anstrengender. Jedenfalls war V. froh, dass ich bei den Weintrauben und auch bei der Nashi-Ernte behilflich sein konnte, auch beim Zusammentragen des Grünschnitts, dem Häckseln und vielem mehr. Und dann habe ich das Vorhaben eben doch wahr gemacht, zum dritten Mal für diese Saison zwei Bleche nach meinem aktuellen Lieblingsobstkuchenrezept zu backen. Da zu meiner Überraschung aber gar keine Pfirsiche mehr zu pflücken waren – die letzten waren alle teilweise oder vollständig schon verfault und nicht mehr verwertbar – habe ich auf die eigenen Äpfel und auf die Nashi-Birnen zurückgegriffen. Die in diesem Kuchen zu verarbeiten macht nur mehr Aufwand, wegen des Schälens, als es bei den Pfirsichen der Fall war. Aber diese letzte Gelegenheit wollte ich eben nutzen, bevor die Baumobstsaison endgültig abgeschlossen ist. Zu unserer Überraschung haben wir festgestellt, dass die Nashi-Variante eigentlich die bessere ist. Mit Äpfeln ist das Rezept nicht ganz so überzeugend. Aber die nicht sehr süßen und dafür aber sehr saftigen Nashis sind wirklich gut geeignet, weil die Frucht durch das Backen nur etwas fester wird, die Flüssigkeit aber in sich verschlossen hält. Das ergibt optisch schöne Kuchenabschnitte und die Konsistenz ergänzt sich gut zu dem Rührteigkuchen mit dem Schmand-Eierlikör-Überzug.

Ungewöhnlich lang anhaltende Baumobstthemen

Toll, dass Ende August der Sommer wieder einen neuen Anlauf nimmt und ein Licht, eine Wärme und eine Atmosphäre herbeizaubert, die urlaubstypischer nicht sein könnte. Das war nach einigen trüben Tagen und abgekühlten Temperaturen nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Es wird auch wieder umschlagen und moderater werden, aber solche Spitzentage sind eine willkommene Entschädigung für zu lange Phasen der sommerlichen Unterbrechung, die wir im Verlauf des Juli und August erlebt haben. Ganz gut ist das Wechselhaft für die ohnehin vitalen Obstbäume und ihre Früchte. Die profitieren von der Sonne, wenn sie denn so intensiv scheint wie heute, und von den Regenphasen zwischendurch, die die Früchte größer und saftiger werden lassen. Es scheint, dass das Thema der Baumobsternte aufgrund des guten Obstjahres, aber auch der günstigen Entwicklung des Wetters gerade jetzt in der Erntezeit, in diesem Jahr ein ungewöhnlich ausgeprägtes und lang andauerndes werden könnte.

Neues Equipment fürs Baumobst Pflücken

Aus der Besorgung bzw. Vorbereitung der nächsten Baumobstaktion ist heute leider nichts geworden. Eigentlich wollten wir eine neue, besonders hohe Standleiter besorgen, die beim Pflücken der Mirabellen in Kürze gute Dienste leisten könnte. Schon bei den Maulbeeren wäre die nützlich gewesen, habe ich doch auf der alten, sehr wackligen Leiter in den unteren Kronenregionen stehen und immer ein bisschen balancieren müssen, weil die nicht mehr stabil war und manchmal auch einseitig im Boden versank und dann kippte. Na ja, eine neue und höhere Leiter wäre da jedenfalls eine gute Lösung. Vielleicht können wir das ja in Kürze nachholen, wenn es V. wieder besser geht. Denn das Pflücken, gerade in diesem Jahr mit viel Obst, ist auch zeitraubend. Hilfsmittel sind da willkommen.

Herbstliche Gartenarbeiten vor dem Winter

Immerhin in der Hinsicht ist es diesmal wie gewohnt abgelaufen. Die Sitzmöbel unter der Überdachung im Garten haben wir heute bereits abgebaut und reingeholt. Das Rattan-Sofa lassen wir allerdings draußen stehen, nur mit einer Plastikplane gut abgedeckt und vor Feuchtigkeit geschützt. Ein bisschen Arbeit ist das immer, auch weil rundherum einiges sauberzumachen ist. Vor allem das langsam sich lösende und trocknende Herbstlaub der Gartenbäume sammeln sich überall zu Haufen, die wir wohl auch noch in den kommenden Wochen immer wieder zusammenkehren müssen. So ganz ist die Gartenarbeit also noch nicht abgeschlossen. Aber die Aktion ging ganz gut von der Hand und konnte auch weitgehend beendet werden. Immerhin sind wir dann auch noch dazu gekommen, das traditionelle Herbstfest unserer Heimatstadt zu besuchen. Kurz wie immer, eigentlich nur, um eine gute Portion „Gromper Meisjer“ zu bestellen und eingepackt mit nach Hause zu nehmen. Das machen wir immer so, und bei der Gelegenheit haben wir auch noch einmal die ganz spezielle Atmosphäre bei diesem Fest mitgenommen, die auch nach so vielen Jahren noch etwas hat, natürlich auch wegen der Menschen, die man sonst nie sieht.

Ende der Gartensaison und symbolische Kompensationen

Nun ist V. auch mit den letzten Weintrauben vom Grundstück außerhalb durch. Dann sollte nur noch einiges im Zusammenhang mit der Überwinterung der Bienenvölker anstehen. Aber der Großteil der Aktivitäten rund um den Garten, das Anpflanzen, das Ernten und die Brennholzarbeit ist dann für dieses Jahr schon abgeschlossen. In Sachen Anstrengung ist das V. sicher ganz recht. Aber natürlich fehlt über die dunklen, nassen und kühlen Wintermonate auch diese Arbeit im Freien, mit der Erde und den Bäumen. Mir wird das auch fehlen, auch wenn ich mit der Symbolarbeit rund um die Bäume eine Art Ausgleich für den schwindenden direkten Kontakt mit der lebenden und sich ausbreitenden Natur in dieser Jahreszeit finde.

Gartenhighlights im jahreszeitlichen Übergang

Bäumische Attraktionen kommen in diesem eigentümlichen jahreszeitlichen Übergang fast gar nicht vor. Aber der Garten bietet uns noch jeden Tag punktuelle Highlights. Mal sind es die Physalis, die M. schon gestern teilweise und die ich heute Abend fast vollständig geschnitten habe, weil die Lampions inzwischen schön rot geworden sind und ein weiteres Reifen nicht mehr zu erwarten ist. Es sind zwar nicht viele und auch keine sehr langen Stängel mit nur wenigen Lampions pro Stängel. Aber wenn sie später getrocknet sind und die Blätter abgestreift wurden, werden wir doch ein paar sehr ansehnliche Herbstgestecke damit gestalten können. Leider verblassen die von Vorjahren aufgehobenen irgendwann und sind dann nicht mehr so schön anzusehen. Wir haben die drei zusammengebundenen Sträuße erstmals ins Fenster zum Trocknen gehängt. Vielleicht ist das ein wenig skurril, aber so wird das mit dem Trocknen auch schnell passieren, wenn sie hinter der Scheibe dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind. Neben den Physalis machen mir jetzt die Chilipflanzen Freude, weil allmählich immer mehr Schoten reifen und sich orange bis rot färben. Ich schneide sie schon etwas früher ab, um die Kraft der Pflanzen in die weiteren Früchte fließen zu lassen. Meist reifen sie dann auf der warmen Fensterbank innen noch weiter. Und die Schärfe ist auch schon in den leicht angefärbten Exemplaren vorhanden. Ich vermute sogar schon in den noch grünen. Aber die zu Trocknen ergibt am Ende ein wenig erfreuliches Produkt, denn grün-graues Chilipulver sieht nicht wie solches aus und wäre insofern kaum akzeptabel. So hoffe ich, dass die dieses Jahr größere Zahl an Pflanzen und Schoten auch noch rechtzeitig auswachsen und ausreifen, bevor die richtigen Nachtfröste kommen.

Willkommener Ruhetag und erste Ernteresultate

Gut, dass der Sonntag als wirklicher Ruhetag zur Verfügung stand. Ich konnte der Versuchung auch leicht widerstehen, den Tag doch noch mit liegengebliebenen Erledigungen zuzupacken. Am Ende hat sich das Erledigen mit Rekreation und Lektüre die Waage gehalten, wie ich das idealerweise von einem Sonntag mir wünsche. Die Geschäftigkeit kann dann morgen wieder durchstarten und sicher auch während der Arbeitswochen bis Weihnachten nicht geringer werden. Eine Premiere für diese Saison: Ich konnte die ersten geernteten Chilischoten kleinschneiden, die Samen sortieren und die Chilischnipsel zum Lufttrocknen auslegen. Die Methode hat in den Vorjahren gut funktioniert. Irgendwann verwandle ich die getrockneten und dann ganz harten Chiliflocken in der Gewürzmühle zu Pulver, das ich das ganze Jahr über zum Würzen verwenden kann. Im letzten Jahr ist das ganz ausgeblieben, weil ich nur wenige Chilis ernten konnte. Aber dieses Jahr sieht gut aus, mit mittelscharfen und gleich zwei sehr scharfen Sorten. Ein Zuchterfolg mit viel Aufwand und Geduld seit März.

Punktuelle Ernteerfolge und unverhofft viele Mirabellen

Die Gartenbäume in G. waren bei unserem Besuch gestern gar nicht so sehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wir haben uns mehr um die Blumen und vor allem die Gemüsepflanzen u. a. aus dem Hochbeet dort gekümmert und diese auch bewundert. Denn bei den Bäumen konnte man auch dort feststellen, was eigentlich flächendeckend dieses Jahr zu beobachten war. Dass die Bäume sich nämlich ziemlich gebeutelt und wenig vital präsentieren. Wie z. B. das Ebereschenpaar in der Mitte des Gartens dort, das ich immer besonders eindrucksvoll fand, weil es wie gleichgewichtig, eng zusammenstehend, wie eine bäumische Lebensgemeinschaft wirkte. Seit einem wohl von Hitze verursachten Schwächeanfall eines der beiden Bäume im letzten Jahr aber, war dieser Baum auf einmal stark reduziert, ein großer Ast quasi abgestorben, und die anderen sehr reduziert. Jetzt sieht dieser Baum wie der kleinere Bruder seines Nachbarn aus, das Ganze nicht mehr wie ein Baum-Ensemble. Und ich schätze, bei den größeren Bäume im Vorgarten, dem Walnussbaum und der Esskastanie, wird es sich ähnlich präsentieren, wir hatte aber keine Gelegenheit, uns das genauer anzusehen. Dieses Jahr also eher eines für die Gemüse-Nutzpflanzen. Immerhin konnten wir und konnten J. und W. auf dem Gebiet einige Erfolge erzielen. Einen weiteren Ernteerfolg hat V. gestern während unseres Ausflugs, allerdings mit viel Mühe, erzielt. Bei der zweiten Mirabellenpflückaktion in Folge kam diesmal schätzungsweise die dreifache Menge an Mirabellen zusammen. Alle noch ein bisschen ausgereifter als die letzten. Das werden dann wohl eine ganze Reihe weitere Mirabellenkuchen. Projekt, das wir in den nächsten Tagen zusammen angehen wollen. Und vermutlich wird die Menge die denkbare Kuchenkapazität übersteigen, so dass V. sicherlich vom Rest noch Marmelade kochen wird. Nach all den Ausfällen und Pleiten gerade auch beim Baumobst ist das doch mal eine erfreuliche Nachricht.

Schlechte Ernteprognosen rund um die Bäume

Die Kurve der eingehenden Sonnenstrahlung hat heute heftig ausschlagende Amplituden gezeigt. Ein Rauf und Runter der Strahlungswerte war zu beobachten, der Grund lag in den den ganzen Tag über kontinuierlich vor blauem Frühsommerhimmel vorbeiziehenden dicken Wolken. Merkwürdigerweise und so gar nicht zur Wetterentwicklung der Vortage passend, sind die Temperaturen dazu noch deutlich gefallen, so dass man schon wieder einen Pulli überziehen musste. So wenig erfreut wie wir sind auch die Bienen über diese Witterung, denn zu der Flaute bei der Baumblüte kommt noch eine wenig ausgeprägte Lust, überhaupt rauszufliegen, und eine relative Schwäche der Völker. V. meint, außer einem seien alle nicht stark genug, um wirklich fleißig Honig nach Hause zu bringen, wenn denn einmal wieder Tracht vorhanden ist. So wird sich wohl die Ausfalltendenz bei der diesjährigen Ernte auch beim Honigertrag als traurige Erfahrung manifestieren. Noch aber hoffen wir auf wenigstens ein wenig neuen Honig. Bisher hat es gerade für den Eigenbedarf der Bienen ausgereicht.

Esskastanien und letzte Baumerträge

Immerhin gibt’s jetzt auch noch einige Esskastanien. Die kleinen Bäumchen auf unserem Bienenhausgrundstück sind allerdings noch nicht sehr ergiebig, so hält sich der Ertrag wie im letzten Jahr schon in Grenzen. Dennoch gehören die Kastanien irgendwo zu unserer traditionellen Vorstellung vom Baumherbst. Deshalb zählt für uns vor allem, dass es überhaupt welche gibt. Und sogleich konkurrieren wieder verschiedene favorisierte Methoden, sie zu garen: Mit dem Bunsenbrenner in einer feuerfesten Schale, durch Kochen in Wasser oder gar in der Mikrowelle. Die ursprüngliche Methode mit Feuer ist natürlich immer noch die beste, was den Geschmack der Kastanien angeht, nur ist sie eben aufwändig, so dass wir zwischendurch auch auf die moderatere Kochmethode zurückgreifen. Mal sehen, was der Oktober von den Kastanie und Walnüssen einmal abgesehen, sonst noch für letzte Baumerträge mit sich bringt.

Noch weitere warme und lichte Tage erwünscht

Recht kühl ist es jetzt tagsüber, und doch überwiegt die Sonne, die sich mit Anfang der kommenden Woche auch wieder mit Wärme durchsetzen soll. Eine echte Übergangsjahreszeit. Von mir aus könnte es noch mehr Licht und Wärme in den nächsten Tagen geben, da es jetzt für die späten Früchte, darunter Baumfrüchte wie unsere Feigen oder Gemüsefrüchte wie die Chilischoten, wichtig ist, sowohl Wärme als auch Licht zu erhalten, um endgültig auszureifen. Meist geht das bei den Chilis recht schnell, wenn sie einmal angefangen haben, sich ins Gelbe zu verfärben, die Orange- und später Rotfärbung lässt dann nicht lange auf sich warten. Manchmal ist es auch möglich, sie vorzeitig zu ernten und auf der Fensterbank im Warmen Raum weiterreifen zu lassen. Dann werden sie letztlich auch noch orange oder rot, je nach Sorte. Es wäre schön, wenn nach all der Mühe, die ich mir mit den Chilis dieses Jahr gegeben habe, wenigstens die erfolgreichen Pflanzen noch zur vollen Reife gelangen würden. Schon um des Gelingens willen, noch nicht einmal wegen des Chilipulvers, das ich daraus herstelle.

Vorgezogene Traubenlese

V. hat heute auf mein Anraten die Weintrauben ums Haus geerntet. Sie waren ohnehin schon reif, nur sollten sie erst nach denen rund ums Bienenhaus drankommen. Der Anlass fürs Vorziehen waren die Schwärme von Staren, die ich in den letzten Tagen beobachtet habe. Die hatten sich überfallartig den Weinreben genähert und dort jede Menge Schaden angerichtet. Ich vermute, sie konnten aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts dort nicht landen, so dass sie nur wenige Trauben tatsächlich fressen konnten. Die meisten sind dem hektischen Geflatter des Schwarms beim An- und Abflug zum Opfer gefallen und lagen zerstreut auf dem Pfad. Selbst dort haben sie die Trauben nicht mehr angerührt, verrückt. Jedenfalls lag es nahe, dem ein Ende zu machen, deshalb die vorgezogene Lese, die in wenigen Stunden abgeschlossen war, da wir hier ohnehin dieses Jahr wenig Trauben hatten. Für den Eigenbedarf an Rotwein wird es zusammen mit den Trauben von weiter weg aber ausreichen.

Pflanzerfolge bei den Chilis

Nach dem eher gemischten und wechselhaften Erfolg der diesjährigen Baumobsternte, die mit den Äpfeln ja noch nicht abgeschlossen ist, zeigen sich jetzt auch erste Erfolgserlebnisse bei meiner Chilizucht. Zwar ist aus den richtig scharfen Sorten überhaupt nichts geworden. Tatsächlich ist keine einzige davon normal herausgewachsen, vielmehr bloß im niedrigen Blätterstadium stehengeblieben. Aber verschiedene weniger scharfe Chilisorten hatte ich ja auch gesät, und die blühen schon seit einigen Wochen, tragen inzwischen auch die ersten Schoten, die z. T. schon ausgewachsen, aber noch grün sind. Bei den am wenigsten scharfen, den Gelben Chilis, wird es sogar eine reiche Ernte geben. So viele jetzt noch winzige Schotenansätze sind in dem einen Pflanzgefäß an nur zwei Pflanzen zu sehen. Wirklich toll und auch so wie auf den Abbildungen vorher schon gesehen, sind die Glocken-Chilis, die mittelscharf sein sollen und deren Früchte tatsächlich die Form von Glock bekommen. Fast noch deutlicher ist die Formanalogie zu den Früchten der Pfaffenhütchen. Ja, diese „Glocken“ sind eher Pfaffenhütchen. Nun bin ich gespannt, wie viele es an dieser Pflanze werden und welche Farbe sie im vollreifen Zustand annehmen. Da ist von gelb über orange bis knallrot alles denkbar. Eigentlich müsste es später auch noch Habanero Orange geben, die in den Vorjahren so gut und reichlich gewachsen sind. Die Pflanzen, die ich aktuell dieser Art zuordne, sind aber noch nicht so weit, blühen noch, so dass ich auf das Ergebnis gespannt bleiben kann.

Zeit für die Rückkehr des Sommers

Am Vormittag war endlich wieder ein Temperaturanstieg feststellbar, und der Sommer wieder in Sicht, auch wenn es dann nachmittags wieder kühler wurde. Aber die Wochenmitte wird uns das Hochsommerfeeling zurückbringen und für die ins Wasser gefallenen zurückliegenden Zeiten entschädigen. Ich hoffe vor allem, dass die Pflanzen sich noch gut entwickeln werden. Die Flüssigkeitsaufnahme sollte eigentlich wie eine Kur gewirkt haben, aber die Sonne und die Wärme müssen jetzt schleunigst zurückkehren, damit ein normales Fruchtwachstum und Ausreifen noch möglich sind. Das wünsche ich mir für das Baumobst, v. a. für die Pfirsiche, Zwetschgen und später die Äpfel. Aber auch für meine selbst gezogenen Chilipflanzen. Denn von dem Misserfolg der scharfen Sorten abgesehen, hat sich auch bei den harmloseren Chilisorten in Sachen Schoten bisher wenig getan. Eine Art hat immerhin Blüten ausgebildet. Aber selbst die fehlen bei den anderen Sorten. So wird es wohl wieder knapp werden mit den Chilis, vielleicht werden einige auch gar nicht mehr über die Blütephase hinauskommen. Bei der Erfahrung denke ich ernsthaft darüber nach, es im nächsten Jahr einmal mit Heizmatten und künstlicher Beleuchtung schon ab Februar zu beginnen und die spätzündenden Chilipflanzen damit quasi zu überlisten bzw. zu motivieren, etwas früher zu ihren Früchten zu kommen.

Gutes Jahr auch für Weintrauben

Das Wetter war dann durchgehend doch zu unangenehm, so dass der Traditionsausflug und Marktbesuch leider ausfallen musste. Tatsächlich verbinde gerade diesen Markt immer mit tollem Hochsommerwetter. Bei seiner Platzierung rund um einen Kurparkteich ist das auch verständlich, ebenso dass bei Kälte und Regen die Location wenig Reize mit sich bringt. Immer konnten wir den Sonntag auf die Art etwas ruhiger angehen, was nach den angestrengten Arbeitseinsätzen der letzten Tage auch ganz gut war. Beim Blick durchs Fenster in die immer noch verregnete Gartenkulisse sehe ich allerdings die nächsten Ernteaktionen schon im Kommen. Denn die Weintrauben sind schon ziemlich weit, sind zur Hälfte, teilweise auch schon ganz ins Dunkelblaue hinein verfärbt. Wenn ab der Wochenmitte der Sommer mit Wärme und Licht zurückkommt, könnte das nach der Regenphase ganz vorteilhaft für die Trauben und den Wein sein. Da viele der ganz alten Weinstöcke in den Vorjahren eingegangen waren, ist der zu erwartende Ernteertrag zwar bescheiden. Aber zusammen mit dem Rückschnitt ist es eben doch immer auch mit Aufwand verbunden. Ich hoffe, es wird rund um die Obsternteaktionen noch genug Zeit und Gelegenheit während des Sommers bleiben, den Brennholzvorrat für den kommenden Winter herbeizuschaffen und ofengerecht zu sägen. Das allein wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Bei schönem Wetter ist es leichter und angenehmer als im Spätherbst, wenn man sich nur noch ungern vor die Tür wagt.

Für und Wider der kühleren Nässe im Hochsommer

In unserem Umfeld hat sich die Einschätzung des aktuellen kühl-nassen Wetterlage inmitten des Hochsommers eher negativ angehört. Vor allem die Landwirte, die Getreide anbauen, sind natürlich entsetzt, da zu viel anhaltende Nässe in Wochen, die normalerweise von trockener Hitze gekennzeichnet sind, die ganze Ernte ruinieren oder zumindest für schlechte Qualität sorgen kann. Die Winzer dagegen schätzen die Situation eher positiv ein, vermutlich weil so die Trauben nochmal Flüssigkeit aufnehmen und Volumen zusetzen können. Und die sich um den Wald und den verbreiteten Hitzestress der Bäume sorgen, äußern sich sogar zufrieden. Denn Abkühlung ist nach langanhaltender Hitze und sehr starker Trockenheit für die Gehölze ein Segen. In den Vorjahren beobachtete Hitzefolgeschäden wie den Borkenkäferbefall, können so wahrscheinlich vermieden werden. Wichtig auch deshalb, weil viele Areale ja immer noch mit der Regeneration in Folge der letzten Hitzesommer beschäftigt sind. Neuerlicher Extremstress könnte dort dann endgültig destabilisierend wirken. So trösten wir uns bei dem ungemütlichen Wetter damit, dass zumindest einige unserer pflanzlichen Mitbewohner einen Vorteil haben.

Zuversichtlicher Garten- und Ernteauftakt

Es ist schön, dass wir uns auf typisches Pfingstwetter freuen können und es auch schon heute erleben durften. Tolle Sonne und eine angenehme Wärme sind endlich Zeichen des Sommers. Dann macht die Gartenarbeit erst richtig Spaß. So habe ich heute meine letzten auf der Fensterbank vorgezogenen Pflanzen in Töpfe und Kübel draußen eingepflanzt. Gerade die Chilis sind zwar eigentlich noch viel zu klein für diesen Schritt, aber noch länger wollte ich nicht warten, und dieses Jahr ist es mit dem Vorziehen eher schwierig gewesen. Sonst waren es schon mindestens doppelt so hohe Pflanzen, aber diesen Sommer müssen sie das Verpasste draußen, bei Wind, richtiger Luft und direkter Sonneneinstrahlung hoffentlich schneller als zuletzt nachholen. Ich hoffe nur, dass sie überhaupt noch dazu kommen, rechtzeitig zu blühen und später auch Schoten auszubilden, die noch rechtzeitig ausreifen können. Spannend ist in diesem Jahr aber die Sortenvielfalt und natürlich, ob es mir gelingt, den Großteil davon zum Wachsen und Gedeihen zu bringen. Ganz so schlecht scheinen die Aussichten für diesen Sommer nicht zu sein, hat V. mit seinen Bienen doch schon überraschend gute Erträge erzielt – das war in den letzten Jahren bei der Frühtracht leider nicht der Fall gewesen. Aber dieses Jahr haben Ahorn und Weißdorn üppig geblüht und die Witterung war zur Blütezeit auch aus Sicht der Bienen günstig, so dass sie den Nektar gut einsammeln konnte. Wäre schön, wenn sich diese positive Tendenz für den Rest der Saison fortsetzt.

Den Herbst kreativ bewusst machen

M. hat aus den kürzlich am Bienenhaus gesammelten Zweigen des Pfaffenhütchens, der Heckenrose und des Mispelbaums, jeweils mit reifen Früchten, und den lose aufgesammelten Esskastanien in ihren stacheligen Hüllen einen schönen Herbstkorb zusammengestellt und an der Eingangstreppe platziert. Das ist in dieser Zusammenstellung ein schöner Spiegel des vegetabilen Herbstes und eine geeignete optische Marke, um die Jahreszeit bewusst auf und in sich wirken zu lassen. Ich freue mich sehr auf die Gelegenheit, weitere jahreszeitliche Akzente zu setzen, z. B. in Form eines neuen Strohblumensträußchens, das wegen der nicht gerade vielen und zudem eher klein gewachsenen Blüten, die ich in diesem Sommer sammeln und aussortieren konnte, zwar kleiner ausfallen wird. Aber das diesmal selektierte Farbspektrum im Bereich von Gelb, Hellrot und Orange, dürfte ein interessanter Hingucker werden, der sich von den noch stärker herbstlichen, ins Bräunliche gehenden Farben der beiden Vorgängerjahre unterscheiden dürfte. Auch von den aus verschiedenen hellen Farben zusammengesetzten noch früheren Sträußen. Ich habe mich auch diesmal wieder auf ein enges Farbspektrum bei der Auswahl beschränkt, weil das erfahrungsgemäß die stimmigsten und eindrücklichsten Ergebnisse bringt.

Erste Weintraubenlese für dieses Jahr

Unseren Brennholzvorrat für den Winter konnten wir heute leider noch nicht weiter auffüllen, zu viele andere Aufgaben, u. a. eine lange aufgeschobene Einkaufstour. Aber V. hat unterdessen mit der Lese und dem gleichzeitigen Rückschnitt der Weintrauben begonnen, die an zwei Standorten wachsen. Den externen hat er bis zum Nachmittag schon weitgehend abgearbeitet, nachdem es schon zwei vorgängige Einsätze dort gab. Nächste Woche wird dann der Rest im Garten folgen, danach das Einmaischen, Keltern und die Weiterverarbeitung des Rotweins. Das hat bei uns eine lange Tradition, allerdings ist der Umfang mittlerweile verschwindend gering geworden, im Vergleich zur Zeit meiner Kindheit, als die ganz Familie mindestens einen ganzen Tag nur mit der Lese bei uns zu Hause beschäftigt war. Den Rückschnitt haben wir damals meist im Nachhinein angeschlossen, seit einigen Jahren erledigt V. das aber gleich mit, um das Projekt schneller abschließen zu können und den Aufwand in Grenzen zu halten. Auch wenn das sicher nicht den Best Practices der Winzerzunft entspricht.

Erträge und Ausfälle beim Baumobst und den Nutzpflanzen des Gartens

Etwas dicker sind unsere Pfirsiche inzwischen gewachsen, aber essbar sehen sie immer noch nicht aus. So wird es von anhaltenden Regentagen in nächster Zeit abhängen, ob aus diesem leckeren Baumobst noch etwas wird. Immerhin sind in diesem Jahr die Nashis sehr schön geworden. Zwar noch hart und nicht ganz reif, aber die werden in Kürze sicher erntebereit sein. Die Weintraubenernte wird wie in den Vorjahren wieder sehr dünn ausfallen. Das liegt zum einen am Wassermangel in diesem Sommer, der den meisten Winzern zwar eine super Qualität, aber eben weniger Ertrag bescheren wird. Zum anderen sind die meisten unserer überalterten Weinstöcke schon eingegangen und es wird länger dauern, bis die nachgepflanzten stark und groß genug sind, um Früchte hervorzubringen. Ein Trost in Sachen Nutzpflanzen sind mir meine Chilipflanzen. Die ersten Chilis von der früher blühenden Sorte konnte ich schon in knallrotem Zustand ernten. Und sehr viele, auch von der anderen schärferen Sorte, werden in den nächsten Wochen folgen. Schön ist das, nachdem der Ausfall des Vorjahrs frustrierend war.

Rätsel um den Obstbaumertrag

Bei J. und W. in G. ist es in punkto Gartenbäume genauso wie bei uns in diesem Jahr. Alle übrigen Arten entwickeln sich prächtig, aber die Obstbäume tragen kaum Frucht, während sie vom Laubgrün her auch gut entwickelt sind. Ihr Apfelbaum, der in den letzten Jahren sehr reich getragen hat, kann diesmal mit genau 4 Äpfeln aufwarten. Das deckt sich mit Vs Beobachtung, dass ausgerechnet von den Bäumen der Streubobstwiese nahezu nichts zu erwarten ist. Möglicherweise trägt selbst der wilde Mirabellenbaum nicht genug Mirabellen, um damit die obligatorischen Hochsommer-Hefekuchen zu backen. Ein Erklärung für das Ausbleiben der Baumfrüchte hat niemand. Auch kann sich niemand an Nachfröste während der Blütenzeiten oder an eine Invasion der bekannten Insekten erinnern, die ansonsten für einen Abbruch der Blütephase und damit das Ausbleiben von Früchten verantwortlich sind. So gibt uns der fehlende Obstbaumertrag auch in diesem Jahr wieder einige Rätsel auf.

Alles Baumobst ist verarbeitet

Nun hat V. auch die Weiterverarbeitung der diesjährigen Baumobsternte abgeschlossen. Der Saft der Weintrauben, die zu Wein vergoren werden, ist jetzt auch der von Äpfeln und Birnen im Keller, um in den nächsten Wochen zu Viez zu werden. Die Pressabfälle, diese schweren trockenen Obstkuchen haben wir auf unsere Streuobstwiese gebracht, an deren Rand es verrotten kann und im nächsten Jahr vermutlich nicht mehr zu sehen sein wird. Die Sommersitzgarnitur im Garten will ich morgen winterfest einpacken, da wir uns sehr wahrscheinlich dort nicht mehr aufhalten können. Und so ist alles bereits auf die Vorweihnachtszeit ausgerichtet. Ich bin froh, dass der Dekorationskranz aus gesteckten Physalis und Waldrebetrieben, den ich vor einer Woche hergestellt hatte, uns in der Wohnung noch einige Wochen den Herbst vergegenwärtigt, bevor die adventliche Dekoration an diese Stelle tritt.

Versöhnlicher Weinertrag

Ein sehr wechselhafter Tag mit langen Phasen von Dunkelheit und heftigem Regen und ebensolchen mit gleißend hellem Sonnenschein. Das ist vielleicht symptomatisch für diese Übergangsjahreszeit, verlangt jedem aber doch einiges ab. V. hat heute die gestern schon gemixten Weintrauben gekeltert. Dank der vergleichsweisen üppigen Ausbeute am Außenstandort ist letztlich doch noch einiges zusammengekommen, vielleicht knapp 100 Liter. Nicht natürlich im Vergleich zu früheren Jahren, in denen wir meist auf das Fünf- bis Sechsfache gekommen sind. Aber die Weinstöcke sind eben überwiegend in die Jahre gekommen und bringen nicht mehr viel Ertrag. Außerdem war es auch anderswo ein bescheidenes Weinjahr, auch die Qualität dürfte nicht überwältigend werden. Aber V. ist dieses traditionelle Weinmachen eben wichtig, und so sind wir froh, dass es kein gänzlicher Reinfall wurde.