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Unsere diebische Elster

Alice hat den Bezug zu uns doch noch nicht verloren. M. hatte zuletzt vermutet, die so menschenfreundliche Elster habe mehr ihre Vogelnatur verinnerlicht und sich mehr ihren Artgenossen angeschlossen. Das war wohl vorübergehend auch so. Aber mit dem wiederkehrenden Sommerwetter ist er doch in die alten Gewohnheiten und Orientierungsmuster zurückgefallen. So hat er sich den ganzen Nachmittag in meiner Nähe aufgehalten, während ich meine verschiedenen Hölzer bearbeitete: Walnussbaum, Feigenbaum und Esche. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich hinter der vertraulichen Manier die alte Elsternart nicht nur versteckt hielt, sondern sich offenbar noch ausgereift hatte. Denn obwohl ich bei selbst kurzer Abwesenheit alles nur irgendwie von einem Vogel Transportierbare in Sicherheit gebracht habe, hat er den Bruchteil einer unvorsichtigen Sekunde genutzt, um mir einen der fertiggestellten Stäbe, nämlich den aus Eschenholz, zu stibitzen und damit fortzufliegen. Ich stand direkt vor den Stäben, nur einen Augenblick in eine andere Richtung blickend, den er zielgerichtet erkannt und ausgenutzt hat. Ich sah mich schon in der Situation, den Stab vollständig erneuern zu müssen, konnte ihn aber mit Hilfe der Nachbarn auf deren Grundstück gleich darauf finden. Verschmutzt und an einigen Stellen angepickt. Letztlich war er aber nach einem erneuten vorsichtigen Feinschliff doch noch zu retten. Für mich eine Warnung, noch vorsichtiger in Anwesenheit des Vogels zu sein. Das „Problem“ wird sich aber spätestens ab kommender Woche für dieses Jahr erledigt haben. Danach nämlich wird es ziemlich sicher nicht mehr möglich sein, draußen zu arbeiten. Und im Kelleratelier ist die Gefahr ohnehin nicht vorhanden.

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Ein sympathischer Vogel

Der aktuelle Aufmerksamkeitslenker in der Nachbarschaft sind nicht die Hunde oder Katzen, auch nicht die noch so schönen Blumen oder Stauden. Jedem, der uns besucht, fällt Alice auf, die so genannte Elster, die unsere Nachbarn aufgezogen haben und die zutraulicher und neugieriger ist als „normale“ Elstern. Sie hat einen weiten Radius rund um ihr Stammhaus und gibt sich unermüdlich. Der Vogel ist ein Phänomen, scheint an allem und jedem interessiert und begeistert eigentlich jeden. Natürlich, Vögel gehören zu den großen Archetypen, den ewigen Symbolen, die niemand vollständig fassen kann und die einen emotional berühren. Bei einem so menschenfreundlichen Tier ist diese Wirkung umso deutlicher. Mich hat er heute im Arbeitszimmer durch die Fensterscheibe gesichtet und ist aufgeregt auf der Fensterbank hin- und hergelaufen. Da er nicht hinein kam, orientiert er sich kurzerhand an den teils schon reifen Weintrauben, die als Einzelportion gerade so in seinen Schnabel passen. Wie er überhaupt an allem Süßen, z. B. den Rosinen, die M. ihm schon mal gegeben hat, sehr interessiert zu sein scheint. Schön, wieder einen Vogel als neuen Nachbarn zu haben. Vor Jahren nahm diese Rolle, auch über den Sommer unsere Felix benannte Amsel ein, die unseren Garten über ein halbes Jahr zu ihrem Revier erklärt hatte. Deren Gesang habe ich noch als Tondatei gespeichert. Eine schöne Erinnerung.

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