Apfelbaum, Sägearbeit und familieninterne Bedeutung

Ganz so arbeitsintensiv hatte ich diesen Samstag dann doch nicht erwartet. Ich hatte das Kochen mit meiner Spezialität übernommen und dann schonmal die Werkstatt vorbereitet. Denn ich hatte mir vorgenommen, die schon lange zum Trocknen ausgelegten und inzwischen gut angetrockneten Apfelbaumabschnitte in einem zweiten Schritt in Form zu sägen. Und da V. schon seit Tagen davon redet, die verbrennfähigen Reste des Maulbeerbaums, die größeren aus der riesigen Menge an Ästen von der letzten Rückschnittaktion, ofenfähig sägen zu wollen, hatte ich das für anschließend geplant. Die Apfelbaumabschnitte haben mich dann sehr lange aufgehalten. Von allen Seiten anschneiden, anschließend die Kopfholzenden ebenfalls kürzen, und immer so, dass das Optimum an Material übrig bleibt, das ist schon eine Menge Arbeit. Außerdem hatte ich zuvor noch Abschnitte von drei weiteren Arten, Esskastanie, Zürgelbaum und Eibe, zur Seite gelegt, um daraus neuen Vorrat an Kanteln zu machen. Das kam am Ende des Arbeitstags noch hinzu. Zwischendurch waren die Äste kleinzuschneiden, darunter einige dicke Kirschbaumabschnitte, die V. ebenfalls von diesem Grundstück mitgebracht hatte. Auf -und Abbau des notwendigen Equipments, Saubermachen, eine größere Sache bei so viel Staub. Jedenfalls war das ein mit Sägearbeiten vollständig ausgefüllter Nachmittag, der erst am Abend abgeschlossen war. Anstrengend und doch habe ich gerade bei diesen Aktionen, die mit Holz und speziell dem Sägen zu tun haben, den Eindruck, dass wir darin etwas ganz Familientypisches, etwas uns Eigenes, eine Art Spezialität gefunden haben, deren eigentliche Bedeutung in dem gemeinsam wahrgenommenen Sinne und einer Selbstverständlichkeit liegt. Etwas, das familieninterne Bedeutung hat, von außen wahrscheinlich aber nicht in derselben Weise verstanden werden kann.

Das Besondere der jeweiligen Zeit mit Leben füllen

Wie die Zeit fliegt. Es scheint so, dass sie sich nicht nur mit dem Lebensalter beschleunigt. Auch das Kalenderjahr wirkt auf mich so, als ob es zum Ende hin immer schneller vergeht. So haben wir schon Mitte Oktober. Nur noch zwei Monate bis zur letzten Adventwoche. Tatsächlich denke ich schon seit Tagen in Richtung der Feiertage und natürlich an den diesjährigen Weihnachtsschmuck. Sicher werden wir wieder einen großen echten Weihnachtsbaum haben. Und sicher auch den kleinen künstlichen für außen. Darüber hinaus kann es sein, dass einige Lichterarrangements hinzukommen könnten, neben denen, die wir so lieben und die schon zur Atmosphäre der Adventszeit wie selbstverständlich hinzugehören. Aber das sind vorerst nur Gedanken. Immerhin haben wir noch Herbst und warten zunächst darauf, dass er sich als solcher zeigt. Es ist schwierig und wahrscheinlich auch ungesund, die Jahreszeiten zu überspringen, die nächste schon im Gemüt zu bewegen, bevor die aktuelle sich richtig entfaltet hat. Wir müssen noch stärker daran arbeiten, uns das Besondere der jeweiligen Zeit zu erhalten, indem wir es selbständig und kreativ immer wieder zu Leben erwecken.