Schlagwortarchiv: Eibe

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Kunsthandwerk mit besonderen Holzarten

Gemessen an den letzten Monaten bin ich wieder viel kunsthandwerklich aktiv. Das ist schön, weil es irgendwie gut zur Übergangsjahreszeit passt. Und für den ersten Arbeitsschritt in der Außenwerkstatt ist es auch noch nicht zu kühl. Weniger angenehm wird das im Hochwinter, in dem ich gelegentlich auch dort stehe, bei Minustemperaturen, bei denen der Wind der Drechselmaschine die Finger noch schneller einfrieren lässt. Aber jetzt ist das in Ordnung, und für die weiteren Arbeiten verlege ich den Arbeitsplatz ohnehin ins wärmere Kelleratelier. Heute waren Eibe, Zürgelbaum und Ulme an der Reihe. Gleich drei ausdrucksstarke und energiegeladene Baumarten, was sich auch schon an der Art ablesen lässt, wie ihr Holz durch seine bloße Präsenz wirkt. Erst recht kommt die Besonderheit beim Bearbeiten zum Ausdruck. Der größte Zeitaufwand fiel wieder auf die Ulme, wegen der speziellen Art, wie ich diese Art bearbeite. Aber es war notwendig, da nun schon zum vierten Mal in Folge eine Kombination mit Beteiligung der Ulme angefragt wurde. Noch habe ich einige Vorräte der selten gewordenen Art. Wenn die einmal ausgegangen sein werden, überlege ich, auch für Rüster auf die konventionelle, sonst praktiziert Art der Perlenherstellung umzusteigen. Dafür kommen dann aber nur ganz bestimmte, in bestimmter Richtung gewachsene Abschnitte in Frage. Vielleicht eine Gelegenheit, meinen Lieblingshändler in H. nach langer Zeit wieder zu kontaktieren.

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Widerspenstige Eibe

Nun habe ich den verregneten Nachmittag doch genutzt, um die Grundlagenarbeiten für die beiden aktuellen Armband-Projekte umzusetzen. Eigentlich wollte ich nur eines davon angehen, aber das Einrichten der Maschine und des Arbeitsplatzes braucht doch Zeit, so war es in einer Aktion praktischer. Relativ flüssig konnte ich die insgesamt 6 Stäbe dann auch herstellen. Nur der letzte hat Schwierigkeiten gemacht. Ausgerechnet die Eibe, mein eigentlicher Lebensbaum, mit dem ich so gerne arbeite, den ich wegen seiner symbolischen Tiefe und ästhetischen Präsenz verehre, hat mit dem dünner Werden des Stabs zunehmend seine ihm eigene Elastizität entfaltet und konnte dann nicht mehr kontrolliert werden. Auch der zweite Versuch mit einer Kantel aus demselben Abschnitt verlief identisch. Am Ende musste ich die halb fertigen Stäbe teilen, den gebogenen Abschnitt jeweils entfernen und mit den vier kleinen Stücken dann die Arbeit abschließen. Mühsam und langwierig, aber letztlich doch zum Erfolg führend. So hat die Eibe einmal wieder gezeigt, dass man bei ihr von Überraschungen und Widerspenstigkeiten nicht verschont wird.

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Der ganze Baumkreis und die geheime Eibe

Mit einer selten gewordenen Arbeit an der Gesamtheit der Hölzer im keltischen Baumkreis konnte ich den Arbeitstag abschließen. Das gehört zu den konzentriertesten und eindrücklichsten Arbeiten im Rahmen meines Wunschbaum-Projekts überhaupt. Denn es markiert den Kern der symbolischen Implikationen der 22 Bäume, repräsentiert in ihren Hölzern. Es ist somit wie eine Rundumschau über ein ganzes Spektrum europäischer Holzarten und allem, was man botanisch, kulturgeschichtlich, symbolisch und ästhetisch mit ihnen in Verbindung bringen kann. Das ist nach über 20 Jahren Beschäftigung mit dem Thema nicht wenig. So kann die Bearbeitung des Baumkreis-Armbandes nur spannend sein. Ich freue mich über jede Gelegenheit dazu, und auch darauf, dass der spätere Träger / die Trägerin ähnliche viel Freude und Anregung aus dem Armband und seiner Ausstrahlung gewinnen kann. Morgen geht’s mit einem nicht minder anregenden Projekt gleich weiter. Die im Baumkeis „geheime“ Eibe ist diesmal Gegenstand und Träger eines Wunschbaum-Armbandes. Auch das ist eher selten und für mich besonders schön, da ich die Möglichkeit erhalte, mich meinem eigentlichen Lebensbaum erneut zu nähern und mich auf einer bestimmten Ebene mit ihm zu verbinden.

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Aus dem Vollen schöpfen

Seltsam, im Hochsommer nehme ich die Eiben viel deutlicher wahr als in den übrigen Jahreszeiten. Dabei steht sie symbolisch doch gerade für das Dunkle, Unergründliche, fast Unsichtbare, auch für das ewig Geheime und Verdeckte, was so viel besser in den Winter zu passen scheint. Vielleicht liegt es einfach an ihren dunklen Nadeln, die sie bei wenig Licht tatsächlich weitgehend verschwinden lässt. Im Sommerlicht dagegen wird das satte Dunkelgrün quasi hervorgeholt, wird der vollständige Baum auch eher als Gestalt sichtbar. Ich genieße gerade dieses Sichtbarwerden der Pflanzen, das satte Beobachtungsangebot während dieser Wochen des Jahres. Das ist wie aus dem Vollen zu schöpfen.

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Sagenhafter Lebensbaum Eibe

Meine Baumbücherlektüre war in letzter Zeit stark reduziert. Deshalb bin ich froh, heute das Kapitel über die Geschichte und Symbolik der Eibe gelesen zu haben. Das hat einiges aufgefrischt, was ich aus der bisherigen Literatur kannte, und neue Aspekte hinzugefügt. Dieser mein Lebensbaum, der je nach Betrachtungsweise seinen Schwerpunkt bei der Lebens- oder Todessymbolik setzt, in Wirklichkeit aber für die Einheit der Differenz zwischen beidem steht, ist in jeder Hinsicht faszinierend und greift mit seiner Existenz, seiner Biologie, seiner spirituellen Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart, seiner ästhetischen Besonderheiten in alle möglichen Lebensbereiche hinein und bietet damit vielfältige Ansatzpunkte für eine weiterentwickelnde Betrachtung. Vielleicht entwickele ich für Ostern eine neue Gestaltungsidee, die an die vor Jahren realisierte Kreuzform anknüpft. Das wäre stimmiger als vieles andere, setzt aber die nötige Zeit voraus, was aktuell noch offen ist.

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Familiäres Baumensemble

Wie es aussieht wird die Frage, was aus unserer Zypressenhecke im Garten werden soll, nun doch schneller aufgelöst, als wir noch vor Wochen gedacht hatten. V. war nicht mehr daran interessiert, sie herunterzuschneiden. Weil sie schon sehr weit herausgewachsen war und der Rückschnitt martialisch hätte ausfallen müssen. Jemand, der sich hauptsächlich mit diesen Dingen beschäftigt, hat heute dann auch die Ansicht geäußert, dass ein starkes Zurückschneiden, das später nach regelmäßige Trimmen in Schulterhöhe ermöglichen würde, tatsächlich das Aus für die blauen Zypressen bedeuten würde. Sehr wahrscheinlich könnten sie von der Schnittkante aus nicht mehr grün nachwachsen. Deshalb fiel recht schnell die Entscheidung, die Hecke ganz zu entfernen, inklusive der Wurzelstöcke und anschließend an deren Stelle neue Eiben zu pflanzen. Das rechte Ende der jetzigen Hecke wird ohnehin schon seit Jahren von einer in Form geschnittenen Eibe gebildet. Die ganze Seite mit Eiben zu bepflanzen ist da naheliegend. Für mich war das ohnehin immer schon die erste Wahl. Nicht nur auspraktischen Erwägungen. Sie lassen sich eben gut in Form schneiden und treiben vor allen Dingen auch nach radikalen Rückschnitten immer wieder aus. Natürlich denke ich aber vor allem daran, dass die Eibe mein zweiter Lebensbaum ist. Wenn künftig die neue Eibenhecke und der junge Walnussbaum gemeinsam den Garten bevölkern, sind gleich meine beiden Lebensbäume gebührend repräsentiert. Ich hoffe, dass Ms Feigenbaum und Vs Nash-Birnbaum, quasi als Ersatz für einen Apfelbaum, sich ebensogut weiterentwickeln und das familiäre Ensemble weiterhin komplettieren.

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Symbolbaumexkurse

An diesem Tag, an dem die Eibenphase ihren Höhepunkt erreicht hat, erleben wir schon richtigen Winter, nicht bloß November. Und die nächsten Tage sollen auch genau das andeuten, woran wir den Winter untrügerisch erkennen, Schnee und Eis. Vielleicht ist das der Grund für den kommunikativen Stillstand, den ich erlebe, die scheinbare Sprachlosigkeit, die meist Anzeichen für Umstellungsschwierigkeiten ist. Meine alte These, dass soziales Verhalten und kultureller Ausdruck immer ihre Grundvoraussetzungen und Weichenstellungen von der Natur erhalten. Und deshalb ist es kein Wunder, dass ich heute ein Baumsymbolthema aufgegriffen und die engere Auswahl weihnachtlicher Motive des Vorjahres noch einmal durchgesehen habe. Eine der stimmungsvollen Nahaufnahmen vom geschmückten Weihnachtsbaum mit Faltpapierengel und warmem Kerzenlichtschein, aber zusätzlich mit einem Bokeh-Blick auf die kleine Fotogalerie der Ahnen an der dahinter liegenden Wand, hat mich dabei besonders angesprochen. So habe ich diese eher ungewöhnliche, kein bestimmtes Bildelement in den Mittelpunkt stellende, sondern von der Lichtstimmung und der Individualität des Augenblicks lebende Aufnahme aus den RAW-Daten entwickelt und optimiert. Damit gehört sie zu den engeren Favoriten für meine diesjährige Weihnachtsgrußkarte. Schade nur, dass sie bei der ersten Microstock-Agentur bereits abgelehnt wurde. Das überrascht mich allerdings nicht, da der Grund, wie bei einer Variante mit ähnlichem Motiv, in vermuteten Copyrightverletzungen gesehen wir, was andere so nicht einordnen. Zur Dokumentation und Vermittlung meiner eigenen weihnachtlichen Wahrnehmung ist es unabhängig davon mehr als geeignet.

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Möbelpläne 2016

Meine Schreibtischpläne reifen zusehends. Mit dem Frühling wird mein Tendenz auch wieder zunehmen, neue symbolhafte Holzprojekte anzugehen. Eine Schreibtischplatte aus Eibe, möglicherweise in Kombination mit Walnussbaum, ist eines dieser Vorhaben. Dazu muss ich aber erst geeignetes Material finden. Eibenbolen mit ca. 3,20 Länge und ca. 5 cm Dicke dürften nicht leicht zu finden sein. Dafür muss es sich schon um ein sehr altes und stattliches Exemplar gehandelt haben. Aber gerade würde natürlich der Eibennatur besonders nahe kommen. Und ein Gebrauchsmöbel aus solchem Material wäre an Symbolkraft wohl kaum noch zu übertreffen. Die üblichen Fragen der Oberflächenbehandlung spielen danach eine geringere Rolle, zumal wirkliches gutes Eibenholz pflegeleichtere Eigenschaften mitbringt als der bei meinem ersten Versuch verwendete Walnussbaum.

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Ein Schreibtisch aus dem Holz des Lebensbaums

Die wechselhaften Erfahrungen mit den Eigenschaften des Nussbaumholzes als Möbelholz lassen mich ernsthaft darüber nachdenken, das größere Schreibtischprojekt vollständig mit Eibe umzusetzen. Bisher hatte ich die Idee, nur in der Mitte einen Streifen aus Eibe einzufügen, den Rest aber in Nussbaum auszuführen. Es wird natürlich nicht einfach sein, über drei Meter lange Abschnitte in der erforderlichen Stärke zu finden. Das wird wohl eine ziemlich aufwändige Suche. Und dann stellt sich immer auch die Frage des Transports. Dem Hamburger Spezial-Holzhandel traue ich solche Sonderformen noch am ehesten zu. Das ist aber dann mit erheblichen Versandkosten verbunden. Ob in abholfähiger Nähe solches Holz aufzutreiben ist, werde ich sehen. Über Oberflächenveränderungen, wie ich sie gerade beobachte, müsste ich mir in dem Fall aber wohl weniger Gedanken machen.

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Ein Baum für die Ewigkeit

Zurzeit bringt nicht viel nach draußen. Bei einem der kurzen Aufenthalte im Garten, um nämlich etwas zur Komposttonne zu bringen, hatte ich eine überraschende Begegnung mit meinem Lebensbaum. Die Eibe wächst dort, gerade neben der Tonne seit vielen Jahren als quasi fremdartiger Bestandteil der Hecke, die ansonsten nur aus blaunadeligen Zypressen besteht. Trotz dieser fremden Nachbarschaft und obwohl sie in früheren Jahren gerade zur Weihnachtszeit heftig reduziert wurde, hat sie sich – wie das so in der Eibenart liegt – mit viel Geduld und beständig ihren Platz behauptet und sogar deutlich ausgeweitet. Heute ist sie als Teil der Hecke nicht mehr zu übersehen und sticht schon allein wegen ihres satten Dunkelgrüns aus ihrer Umgebung hervor. Aber natürlich hat sie auch einen ganz anderen, viel eindrucksvolleren Charakter als die Zypressen, in deren Reihe sie sich eingepasst hat. Ich bin froh, auf diese Art meinen eigentlichen Lebensbaum auch im persönlichen Umfeld präsent zu haben. Sonst begegne ich der Art vielleicht einmal auf dem Friedhof oder in irgendwelchen Hecken öffentlicher Anlagen. Auch bei J. und W. im Garten hat sich eine eingerichtet. Aber sie sind eben nicht überall präsent. Und das macht ihnen auch nichts aus, denn ihr eigentliches Trachten geht nach der Ewigkeit.

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In der Mitte der Eibenphase

Das mit dem Älterwerden wird in der Familie mittlerweile mit einer beruhigenden Gelassenheit betrachtet. So formieren wir uns inzwischen alle als eine Gruppe echter Erwachsener, die bestimmte Themen und Gespräche hinter sich gelassen hat und das auch kann. Denn es gibt weitaus Wichtigeres, das unsere Zeit und Energie beansprucht. So habe ich es heute als sehr stimmig wahrgenommen, den Nachmittag in meinem Kellerverlies verbringen zu können, bei dieser wunderbar meditativen und ruhigen Holzarbeit (wenn man von den Maschinengeräuschen absieht, die mich gar nicht stören). Vier verschiedene Bäume mit ihren charakteristischen Hölzern haben mich dabei begleitet und mir für einige Stunden Einblick in ihre je eigene Welt gewährt. Was könnte es Interessanteres geben in der Mitte jener Zeitphase, die man mit der Eibe und ihrer Ewigkeitssymbolik in Verbindung bringen kann.

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