Rückschritte aufholen in einem globalen Klima der Depression

Wie sich die kunsthandwerkliche Arbeit mit den Holzarten des Baumkreises und verschiedenen Wunschbaum-Arten während des Sommers entwickelt, bleibt spannend. Derzeit sind die meisten mit der ungewöhnlichen Hitze beschäftigt. Wenn die gegangen ist, bleibt die ausgeprägte Krisenstimmung, die allein Grund für Unentschlossenheit und Aufschieben ist. Überhaupt nimmt die Desorientierung und Interesselosigkeit an fast allem zu. Ich hätte nicht gedacht, dass selbst das eigentlich zeitlose Baum-Thema einmal davon betroffen sein könnte. Zurzeit allerdings und auch in den letzten Jahren phasenweise scheint und schien es aber so. Natürlich kann man gegen solche übergreifenden, tief verankerten und sich über einen längeren Zeitraum langsam entwickelten Depressionen und Demotivationen nicht direkt und gezielt etwas tun. Selbst Gegensteuern ist schwierig. Aber wir sind gerade jetzt aufgerufen, neue Wege zu finden und möglichst zu vermitteln und zu teilen, die uns wieder zurück auf einen aufbauenden, fortschrittlichen Weg der Zukunftsgestaltung bringen. Da haben wir sehr viel aufzuholen, was vor längerer Zeit schon einmal entwickelt war, durch unvorstellbare hartnäckige und immer wiederkehrende Turbulenzen aber verschwunden zu sein scheint.

Voran bewegen unter erschwerten Bedingungen

Warum diese Arbeitswoche von so viel beobachteter Müdigkeit geprägt war, erschließt sich mir nicht. Zuletzt war eigentlich nach langer Zeit wieder Aufbruchswille spürbar, die Menschen fingen wieder an, wenn auch zaghaft, neue Projekte in Angriff zu nehmen. Mehr Mut und Zuversicht schienen ein Hoch zu erreichen. Aber das hat nicht lange angehalten, die gefühlte Depression folgte sehr schnell darauf. Das ist nun wirklich eine Zeit für tiefgreifendes Neudenken und Einordnen. Alles scheint auf dem Prüfstand und nicht mehr in der gewohnten Form gültig und schlüssig. Fast schon zu viel steht zur Disposition und verlangt uns neben der Bewältigung des Alltags eine riesige Menge Situationslernen ab, bei dem man sich nur schwimmend voran bewegen kann. Vielleicht ist so ja auch die ungewöhnliche Zurückhaltung bei der Lebensbaum-Thematik zu erklären. Wenn selbst Grundlagenthemen nicht mehr greifen, die ich bis vor kurzem noch als zeitlos bezeichnet und sie auch tatsächlich so betrachtet habe, dann ist es ganz besonders schwierig geworden. Da müssen wir sämtliche tief liegenden Kraftreserven anzapfen, um so etwas wie Weiterentwicklung unter erschwerten Bedingungen möglich zu machen.