Das wieder ausgeprägte Bedürfnis nach weihnachtlichen Symbolformen

Eine Weichenstellung für das kommende Projektjahr war heute bei etwas lichtreicherem Winterwetter möglich. Und das in einer sympathischen Gesprächsatmosphäre, die in diesen Zeiten nicht mehr selbstverständlich ist. Die Menschen wirken ehrlicher, weil sie eine universelle Ausbreitung des Krisenbewusstseins und des Krisenhaften selbst beobachten. Das schafft so etwas wie Solidarität aus dem Eindruck kollektiver Betroffenheit heraus. Im Übrigen war mir das Bedürfnis der Menschen nach weihnachtlicher Ruhe und Frieden noch nie so bewusst wie in diesem Jahr. Vermutlich weil dieses Bedürfnis tatsächlich seit langem nicht mehr so ausgeprägt war. Das fördert auch die Wertschätzung der vielen weihnachtlichen Symbolformen, aber auch dessen, was inhaltlich mit Weihnacht in Verbindung gebracht wird. Nur beim Weihnachtsbaumhändler um die Ecke scheint dieser Spirit nicht angekommen zu sein. Der ist nämlich kaum jemals zu sehen, und auch Kunden sehe ich dort nie. So dürfte es schwierig werden, die Bäume bis Heilig Abend unter die Menschen zu bringen.

Natur, Bäume und ihre Energie in Krisenzeit

Eigentlich haben die Menschen ein durchgängiges Bedürfnis, sich mit den natürlichen Grundlagen zu beschäftigen. Nur sind sie oft zu abgelenkt, das Bedürfnis macht sich aber zwischendurch Luft bzw. wird in der Alltagskommunikation offenkundig. So z. B. heute in Form des in kurzer Zeit zweiten Besuchs eines in der Nachbarschaft arbeitenden Handwerkers, der von unserem Honig ganz begeistert ist. Der hat auch und vielleicht gerade in Krisenzeiten eine Chance, wenn man sich einfach nur an naturbelassene Nahrungs- und Genussmittel erinnern und diese nutzen will. So kommen auf Umwegen die Bäume und das, was an Energie von ihnen abstammt, selbst am Ende des Winters ins Spiel und entfalten ihre nicht nur symbolische Kraft. Eine Kraft, die wir bereitwillig aufnehmen, wenn so viel menschengemachten Wahnsinn an einer würdigen Zukunft zweifeln lässt.