Dominantes Gartenbaum-Dreieck

Von allen Gartenbäumen, deren Entwicklung ich seit Jahren genauestens beobachte, hat sich die Gleditschie in diesem Sommer am erstaunlichsten weiterentwickelt. Es ist der plötzliche Eindruck, den ich vor 3-4 Jahren vom Ginkgo hatte, dass er nämlich urplötzlich zu einem stattlichen hohen Baum mit starkem Stamm emporgewachsen war, der sich mir jetzt, in diesem Somme, bei der älteren der beiden Gleditschien aufdrängt. Noch im Vorjahr war sie der filigrane, lichte, irgendwie zerbrechlich wirkende Jungbaum. Und heute präsentiert sie sich mit enorm ausgeweiteter Krone, mit enorm in die Breite gewachsenem Stamm und vielen im oberen Teil der Krone sichtbaren Schotenfrüchten, die bisher noch nie so deutlich das sommerliche Bild beeinflussten. Und so licht und filigran wie zuvor erscheint er jetzt auch nicht mehr. Die jetzt dichter mit Blättern bewachsene Krone scheint deutlich erwachsen und lässt der Juniorbaum insgesamt auf einmal erwachsen wirken. Damit sind es erstmals drei dominierende Senioren unter den Gartenbäumen, die ein Dreieck bilden und den größten Teil der Gartenfläche überdachten: Walnussbaum – Ginkgo – Gleditschie. Der Feigenbaum nimmt sich dagegen wie ein Winzling aus, der wegen seiner typischen Wuchsform auch niemals die Höhe und Dominanz der anderen drei erreichen wird.

Handarbeit im Umfeld des Gartens

Es ist schon enorm, wie viele Hitzetage in Folge, und das verteilt über jetzt schon mehrere Wochen, wir in diesem Sommer erleben. In der Form, so glaube ich mich zu erinnern, hat es das tatsächlich noch nicht gegeben. Es waren sonst nur kurzfristige Inseln mit wirklich heißen Temperaturen, dann aber immer im Wechsel mit abgekühlten Phasen und Regen. Das hier ist schon ein Hitzesommer, der an das anknüpft, was in Spanien oder Portugal wohl schon vor Jahren Normalität war. Wir müssen uns einfach darauf einstellen, vor allem, weil sich solches wohl immer öfter einstellen wird. Trotz der Hitze genieße ich die Holzarbeit im Freien, die bis zum späten Nachmittag noch ganz angenehm im kühlen Schatten des Hinterhauses möglich ist und erst später dann schweißtreibend wird. Durch die jetzt schon hohen Gartenbäume, die gemessen an der Fläche des Gartens zudem eigentlich zu dicht stehen, haben wir aber gerade im Hochsommer ohnehin ein schattiges Plätzchen, das fast vollständig mit Baumkronen überdacht ist, die sich teils sogar überlagern. Daraus entsteht in sehr angenehmes Mikroklima, das diese Handarbeit im Umfeld des Gartens zu einem Erlebnis werden lässt.

Erholsame Auszeit unter sommerlichen Linden

Den Traditionsmarkt, neben der schon früher terminierten Gartenausstellung der erste eigentliche Antikmarkt des Jahres, konnte ich heute mit M. besuchen. Und A. ist wie in den Vorjahren auch noch dazugekommen. Ich bin sehr froh, dass wir das heute realisieren konnten, nachdem Ausflüge der Art zuletzt nicht mehr selbstverständlich waren und wir solche Vorhaben ohnehin nur noch kurzfristig beschließen können. Aber das war eben heute möglich, bei schönem, nicht zu knallig heißem Sommerwetter. Und auf diesem quadratisch mit Linden bewachsenen Marktplatz in W. ist das immer ein eindrucksvoller und auch stimmungsreicher Auftakt der Marktsaison. Eine Gelegenheit, Leute zu treffen, die ebenfalls regelmäßig und schon lange den Markt besuchen, aber auch Bekannte von früher, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben. Ich finde solche Ereignisse sehr erholsam, weil sie im Freien bei schönem Wetter stattfinden, weil sich dort wirklich Interessierte zusammenfinden und weil es einfach eine Abwechslung vom Alltag darstellt, bei der man einmal nichts Zweckmäßiges in Erwägung ziehen und effektiv verfolgen muss. Ganz ohne solche Auszeiten ist es wohl schwierig.

Auf ein gesundes Gleichgewicht im Garten hinarbeiten

Beim abendlichen Rundgang durch den Garten und ums Haus wirken gerade die Gartenbäume in dieser Zeit des Jahres sehr dominant auf mich. So präsent und majestätisch wie in diesem Sommer erschienen mir insbesondere die hoch hinaus gewachsenen Bäume, der Walnussbaum, der Ginkgo und die ältere der beiden Gleditschien noch nie. Alle drei haben gewaltig an Höhe und Ausdehnung der Krone zugenommen. Wenn ich den Ginkgo heute mit dem von vor 10 Jahren vergleiche, als ich ihn noch mit einer parallel zum Stamm eingeschlagenen flexiblen Eisenstange stützen musste, so ist er kaum mehr wiederzuerkennen. So hochgewachsen, so zahlreich verzweigt, vor allem mit so starkem Stamm präsentiert er sich jetzt. Noch mehr zugelegt, innerhalb weniger Jahre, hat die Gleditschie, die mir bis vor einigen Jahren noch wie eine zarte Baum-Elfe erschienen war, die aber auf einmal einen enorm starken Stamm und unbändig in alle Richtungen wachsenden Seitenäste bekommen hat. Dabei habe ich ihn jedes Jahr aufs Neue kräftig zurückgeschnitten, insbesondere die tief liegenden Seitenäste herausgenommen. Aber jetzt ist der nächste notwendige Rückschnitt im Frühjahr nächsten Jahres schon erkennbar. Ich achte darauf besonders, da diese Bäume, bei aller Majestät sonst zu viel Schatten werfen und alle lichthungrigen Pflanzen unter ihnen verdrängen. So ist es schwierig geworden, im Kronenschatten der Bäume noch Kräuter oder Sommerblumen zu pflanzen, die kaum noch eine Chance zu gedeihen haben. Wir arbeiten noch daran, einen gesundes Gleichwicht in der Bepflanzung und Verteilung der Pflanzen im Garten langfristig hinzubekommen.

Gegen die schattige Wachstumsbremse

Noch so ein unentschlossen zwischen Spätwinter und Vorfrühling angesiedelter Tag. Aber die Zeichen stehen gefühlt auf Frühling, und tatsächlich sollen ja mit der neuen Woche die vor einigen Tagen schon dagewesenen frühlingshaften Temperaturen zurückkehren. Ich habe deshalb den gestern nicht mehr möglichen Rückschnitt des Walnussbaums nachgeholt. Im Wesentlichen zwei nicht allzu große Seitenäste, die im Sommer, mit voller Belaubung, aber sehr viel Schatten um den Gartenbaum herum werfen. Die Gefahr ist jetzt beseitigt, unverständlicherweise von Vs Missmut begleitet. Ich selbst habe keinen Zweifel, dass das eine sinnvolle Maßnahme war, habe ich doch in den Vorjahren immer wieder feststellen müssen, dass im Schatten des Nussbaums nahezu nichts mehr gedeiht, selbst die sonst so vitalen und blühfreudigen Strohblumen sind zwei Jahre in Folge überhaupt nicht gegangen. Ich hoffe jetzt auf einen milden Verlauf des Frühlings, vor allem während der für die einzelnen Baumarten relevanten Blütezeiten. Damit wir wieder ein gutes Jahr fürs Baumobst und ein für das gesunde Wachstum der Zierbaumarten günstiges Klima erleben.

Dominante Gartenbäume und kühlender Baumschatten

Sehr schön, jetzt kommt der Sommer doch noch mal kräftig zurück. Bezeichnend für diesen August ist aber, dass trotz der jetzt zurückgekehrten Wärme oder Hitze die Temperaturen nicht so belastend wirken wie noch im Juni. Da liegt schon etwas vom Herbst in der Luft. Ganz gut, weil es dann bei der Hitze nicht so anstrengend wird. Dass unsere Gartenbäume inzwischen so dicht beieinanderstehen und sich ihre Kronen vielfach schon berühren, ist bei solchem Wetter natürlich ein Segen. In vielen anderen Hinsichten ist es eher ein Hindernis, da der Schatten die Möglichkeiten stark einschränkt, Blumen, Stauden und Kräuter zu pflanzen. An Sonnenblumen z. B. ist schon seit Jahren nicht mehr zu denken. Die finden einfach keine Lücke mehr, in die sie ihre Köpfe recken können. Aber so habe die Bäume eine größere Dominanz entwickelt und beschenken uns in Jahren wie diesen auch reichlich mit Früchten – und eben mit Schatten wie in diesen Tagen. V. hatte heute ein ernüchterndes Erlebnis, da ich zufällig initiiert habe. Das gerade nach drei Arbeitstage abgeschlossene Einkochen der Maulbeermarmelade war missglückt, da sie nicht steif genug wurde. Möglicherweise ein Resultat der veränderten Konsistenz der Früchte nach dem Einfrieren. Jetzt muss die Sache wiederholt werden, um mit längerem Einkochen die Flüssigkeit zu reduzieren. Ein Test dazu ist schon geschafft. Aber natürlich ist es ärgerlich, den größeren Aufwand einer Wiederholung auf sich zu nehmen.

Die erste Pflückung im kühlen Schatten der Maulbeerbaumkrone

Das gestern geschmiedete Vorhaben war schlüssig, so dass ich es heute auch umsetzen konnte. Zur Hälfte am Vormittag, zur anderen Hälfte am frühen Nachmittag habe ich die erste Pflückung der reifen Maulbeeren durchgeführt, zum Teil mit Vs Unterstützung. Aber ich habe überwiegend von der ausziehbaren Leiter aus gepflückt, weil die meisten und auch die größten Früchte natürlich in der oberen Baumkrone zu finden waren. Ein Problem ist bei diesem so vitalen Baum aber jedes Mal, dass es schwierig ist, alle Bereiche der Krone überhaupt zu erreichen. Es gibt nicht genügend tragfähige Äste, an die ich die Leiter sicher anstellen kann. So bleiben ganze Abschnitte der Krone letztlich unerreichbar. Aber alle machbaren habe ich soweit wie möglich abgepflückt. Das hat bei dieser Baumart nicht viel zu bedeuten, da die Fruchtreife sich über einige Wochen erstreckt, in denen die Maulbeeren nach und nach reifen. Und das ziemlich gleichmäßig verteilt, so dass man regelmäßig weiße, rote und schwarze Früchte nebeneinander findet und dann, da es sich um eine schwarze Maulbeere handelt, immer versuchen muss, die schwarzen herauszupicken. Das ist auch ein ganz treffender Ausdruck für diese Pflücken, bei dem man sehr ruhig und zielsicher vorgehen muss. Die „Befestigung“ der Früchte mit ihren kurzen Stielchen ist nämlich so instabil, dass sie bei der geringsten Berührung gleich herunterfallen. Entsprechend dicht gesät ist trotz der Vorsicht der Boden unterhalb der Krone, da sehr viele Früchte abfallen, bevor ich sie zu greifen kriege. Aber die durchaus angenehme, weil im kühlenden Schatten inmitten der Baumkrone geschützte Pflückaktion war durchaus erfolgreich. Riesen Mengen sind bei den relativ kleinen Früchten, die durchschnittlich vielleicht die halbe Größe von Brombeeren erreichen, zwar nicht zu erwarten. Aber ein großer gefüllter Obsteimer als Ernte für einen Tag ist eigentlich nicht schlecht. Ich hoffe, in den nächsten Wochen genügend Zeiträume freimachen zu können, um immer wieder eine Runde zu pflücken. Am Ende sollten wir genügend geerntet haben, um unseren langsam zu Neige gehenden Vorrat an leckerer Maulbeermarmelade wieder auffüllen zu können.

Fleißarbeit im Vorfrühlingsgarten bei frostiger Temperatur

M. und V. haben sich verwundert darüber geäußert, dass ich mich heute so eifrig in die Gartenarbeit gestürzt habe. Es war auch kein Zuckerschlecken, da bis zur Mittagszeit ein frostige Kühlschrankatmosphäre im Garten herrschte und ich mir ziemlich die Finger unterkühlt habe. Aber ansonsten dick eingepackt war es dann doch ganz gut machbar. Als erstes hatte ich mir das Aussäen von vier verschiedenen Chilisorten in die kleinen rechteckigen Pflanztöpfchen vorgenommen, die ich auch in den Vorjahren schon immer dafür verwendet hatte. Auch habe ich zuvor dasselbe Pflanzenerdesubstrat besorgt, das speziell für Chilipflanzen gedacht ist und das bisher immer geeignet schien. Drei der Chilisorten, die ich auf diese Weise in den nächsten Wochen mit Heizmatte und künstlichem Licht vorziehen will, stammen aus Samen, die ich im letzten Jahr aus eigenen Pflanzen gewonnen hatte: Habanero Rot, Glocken-Chili und Bhut Jolokia. Von letzterer hatte ich nicht sehr viele Samen, aber die Sorte habe ich trotzdem besonders häufig gesät, in 14 Töpfchen, weil es sich ja um eine ehemals als schärfste Chili der Welt geltende Sorte handelt. Ich hoffe, der Ertrag wird diesmal größer sein. Habanero Rot war wie die Orange Variante zuvor schon ganz ordentlich ertragreich, und die Glockenchilis haben nicht nur diese wunderbar plastische Form, sie bilden auch ziemlich große Schoten und vor allem wachsen die Pflanzen am schnellsten und werden am höchsten von allen. Neu ist die vierte Sorte, die ich mir neu angeschafft habe und die eine besondere Rarität darstellen soll: Habanero Chocalate. Tatsächlich zeigen die Abbildungen des Lieferanten dunkelrot-bräunliche Schoten, die vermutlich ähnliche Geschmackseigenschaften wie die Red Variante haben werden. Ich bin gespannt, vor allem ob sie überhaupt keimen und vernünftig wachsen. Sehr viel Arbeit hat nach diesem Pflanzen der Rückschnitt von zwei Gartenbäumen gemacht. Der Walnussbaum musste auf jeden Fall von zwei großen, tief liegenden Ästen befreit werden, die im Sommer einen großen und dichten Schatten werfen, gerade an die Stelle im Garten, an dem ich die Chilis später in Kübel auspflanze. Wenn dann keine Sonne hingelangt, kann aus dem ganzen Projekt ja nichts werden. Deshalb dieser umfangreichen Rückschnitt, der dem Sommergarten und allem, was in ihm wachsen soll, gut tun wird. Und die Gleditschie hat ebenfalls einen Rückschnitt erfordert, der sich wegen der Höhe des schmalen Bäumchens und wegen der enorm langen und vielen Dornen, die sich überall über die Äste verteilen, nicht ganz unanstrengend gestaltet. Mit viel Mühe, einigen blutigen Stichen durch die Dornen und kleinteiligem Zerkleinern der Äste mit Ast- und Baumscheren war das Ergebnis aber zufriedenstellend. Auch bei der Gleditschie sind jetzt die tief liegenden und breit ausladenden Äste entfernt und der Baum in der Breite deutlich reduziert. Dass er in der Vertikalen langsam dem benachbarten Walnussbaum und dem Ginkgo Konkurrenz macht, stört mich eher nicht, weil das bei dem filigranen Blätterdacht selbst im Hochsommer kaum Schattenwurf verursacht.

Bessere Lichtbedingungen für die Sommerblumen im Garten

Ein bisschen Gartenarbeit war heute schon noch angesagt. Aber der Übergang in eine ganz heiße Phase des Augusts hat uns auch alle geschwächt, so dass wir den Samstag eher in gemäßigter Aktivität verbracht haben. Dass im Garten die Gartenbäume so dominant geworden sind, weil ihre Kronen im Sommer immer größere Abschnitte beschatten, wenn das Kronenlaub am dichtesten ist, ist uns in den letzten Tagen wieder sehr bewusst geworden. Einfach weil die Blumen im Hinterhausgarten dadurch einen sehr schweren Stand bekommen haben. Es ist kaum noch möglich, einen Spot zu finden, der regelmäßig und ausreichend von der Sonne beschienen wird. Und das ist bei den meisten Sommerblühern doch notwendig. So denke ich daran, im nächsten Frühjahr oder Spätwinter wirklich zahlreiche untere Kronenäste bei den Gartenbäumen zurückzuschneiden, so dass mehr Sonnenlicht zum Gartenboden wird vordringen können. Die oberen Kronenäste werden die Bäume dann immer noch ausreichend mit Energie versorgen und das weitere Höhenwachstum ermöglichen. Abe die oberen Äste werden möglicherweise zumindest der tieferstehenden Sonne mehr Durchdringen erlauben und auch bei höherem Stand um die Mittagszeit wahrscheinlich die Kronen insgesamt durchlässiger für das Licht der Sonne machen. Dann sollten auch die Sommerblumen wieder bessere Bedingungen vorfinden.

Baumgrün, Hochsommer und Baumschatten

Das sind die Tage, an denen das Baumgrün so richtig zu seiner Hochform gelangt. So satt grün und wuchernd erscheint es sonst noch nicht oder nicht mehr im Laufe des Sommers. Später, im Verlauf des Hochsommers, wandelt sich dieses Grün in ein eher ledriges Dunkelgrün, das das Sonnenlicht nicht mehr so schön halbtransparent durchscheinen lässt oder glitzernd reflektiert. Dann ist es so, als ob alles Licht von den Blättern absorbiert würde und auf der anderen Seite vor allem der Schatten sich breit macht. Nicht die schlechteste Wandlung, denn dann benötigen wir den Schatten ja auch dringend. Das dürfte für die meisten Lebewesen in dieser Hochsommerphase gelten, nur nicht für die besonders lichtbedürftigen Arten. So habe ich die Pflanzkübel und -töpfe mit meinen Chilipflanzen noch weiter in zentrale Flächen des Gartens gezogen, die am wenigsten von den sich breiter machenden Baumschatten betroffen sind. Denn bei dieser Art wirkt die pralle Sonne besonders wachstumsfördernd, immer in Verbindung mit der Wärme, die wir jetzt auch reichlich haben. Ich hoffe, das setzt sich so fort, damit meine Pflanzungen auch noch rechtzeitig zur Blüte und zum Früchte Tragen kommen.

Quadratische Marktszene im Schatten der Bäume

Aus dem geplanten Ausflug zur Gartenausstellung ist heute leider nichts geworden. Schade, denn der Besuch dort hatte in den letzten Jahren bei uns Tradition, auch weil er so wunderbar in die Jahreszeit passt. Und das Wetter wäre gerade heute ideal gewesen. Na ja, dann freuen wir uns auf eine neue Gelegenheit im nächsten Jahr und hoffen, die nächsten Trödel- und Flohmärkte des Sommers erleben zu können. Da steht noch einiges an, inklusive der meist wunderbaren Überlandfahrt, idealerweise bei strahlendem Sonnenschein, der die Laune der Besucher zusätzlich hebt. Der erste Markt findet Anfang Juni statt. Der ist als Auftaktereignis immer etwas Besonderes. Auch mag ich es, dass die Stände im Schatten eines Karrees aus Bäumen auf einem ebenfalls quadratischen Platz angeordnet sind, der dem Ganzen einen mediterranen Touch verleiht. Dieses ziemlich einmalige Baumschatten-Setting ist es wohl eigentlich, warum ich diesen Ort schon seit vielen Jahren regelmäßig aufsuche.

Sonne, Baumschatten und Kühlung

Manchmal denke ich, es sind schon zu viele Gartenbäume auf zu engem Raum. Auch weil sie sich teilweise gegenseitig das Licht streitig machen. Aber auch im Herbst, weil bestimmte Arten ziemliche Massen an Laub abwerfen, wie z. B. der Walnussbaum. Aber jetzt im Hochsommer, wenn die Sonne über Stunden brennt, erweist sich eine solche Gartenbaumoase doch als sehr angenehm. Das Sonnenlicht wird gefiltert und von den Blättern quasi absorbiert, und doch dringt noch genügend durch, um den Hochsommer erlebbar werden zu lassen. Und dann werfen die Baumkronen eben auch weitflächige Schatten, die für mich neben dem kühlenden Effekt auch eine ästhetische Qualität aufweisen. Ich wollte schon einmal eine Fotoreihe nur mit Baumkronenschatten starten, bin bisher aber noch nie dazu gekommen. Gerade auch Schattenwürfe von Bäumen auf Asphalt können spannend sein. Vielleicht ein Thema für den Sommer 2023.

Renaissance der Sommer-Märkte

Der Antikmarkt in W. war in den letzten zwei Jahren wie so viele andere ausgefallen und konnte heute erstmals wieder stattfinden. Zur Freude der Händler und Besucher, die in nicht verminderter Zahl zu sehen waren. Währen die Stimmung bei den Besuchern durchaus wie sonst auch war, schienen viele Händler weitgehend frustriert. Nicht nur wegen des langen Ausfalls. Offenbar war auch die Kauffreude nicht mehr so ausgeprägt, die Zurückhaltung und Unsicherheit überall spürbar. So hat die andere Funktion der Märkte, einfach als Anlass für einen geselligen Ausflug mit Abwechslung zu bieten, wohl in diesem Jahr den Vorrang. Und tatsächlich hat er diese Funktion gut ausgefüllt. Bei Wandeln zwischen den Ständen bei schöner Sonne, aber erträglicher Temperatur, teilweise unter den Schatten spendenden Bäumen des in Normalzeiten karg gestalteten, aber in seiner quadratischen Form gerade für Märkte sehr geeigneten Platzes, verging die sonntägliche Zeit allzu schnell. Eine der seltener gewordenen Gelegenheiten für entspannte Auszeiten und eine Annäherung an das was, was einmal als Normalität wahrgenommen wurde.

Nostalgischer Ausflug mit Wiedererkennungswerten

In T. waren wir tatsächlich schon seit vier Jahren nicht mehr. Deshalb hatte das heute einen fast nostalgischen Wiederentdeckungswert. Aber einfach auch eine willkommene Abwechslung, nach so langer Zeit der Krisenbeschränkungen und fast vollständigem Ausfall der Art von Veranstaltungen, die wir sonst öfter besucht haben. Schön ist immer auch die Fahrt dorthin, die wegen einer Sperrung diesmal besonders interessante Überlandfahrten mit sich brachte, mit bei diesem Supersommerwetter sehr schönen Landschaftseindrücken. Dabei merkt man auch, dass die Energiewende ihre Wirkungen zeigt, in Form einer deutlich höheren Zahl noch höherer Windräder auf der Höhe oberhalb von T. Die Eindrücke der Stadt selbst sind nicht so sehr verändert gegenüber dem, was wir kennen, außer, dass sich selbst in diesem touristischen Umfeld die Krisenstimmung bemerkbar macht. Mein Blick vom Parkplatz in Richtung der Innenstadt geht meist als erstes in Richtung des inmitten hoher Mauern liegenden Innenhofs, der die gewaltige Libanon-Zeder beherbergt, die ich einmal in einem der Baum-Bildbänder mit besonders eindrucksvollen alten Baumindividuen gefunden hatte. Von weitem wirkt diese Zeder noch genauso vital und unbeeindruckt von ihrem hohen Alter wie eh und je. Sie scheint sich aus den Abgasen der vielbefahrenen Straßen direkt an ihr vorbei nicht unterkriegen zu lassen bzw. ist offenbar demgegenüber ziemlich unempfindlich. Auch in der Stadt selbst bieten die auf Plätzen gepflanzten hohen Baumexemplare wichtige Halte- und Ruhepunkt, unter denen man sich von der Hitze des Tages ausruhen und etwas durchschnaufen kann. Der Ausflug war für uns aber auch kommunikativ eine Auszeit, mit zahlreichen Anregungen durch die Gespräche mit Menschen, die wir sonst nicht zu Gesicht bekommen.

Das Zusammenspiel von Licht und Pflanzen

Ein Sonnentag mit angenehmer Wärme und viel Licht, der zum Sommeranfang gut passte. Auch passend dazu präsentieren sich alle bislang zögerlichen Pflanzen sehr vital. Das erkenne ich an den Wicken, an den Chilis, an den Rizinusstauden und Sonnenblumen. Und auch die Ringelblumen und Strohblumen scheinen sich bei gleichzeitig sonnigem und warmem Wetter sehr wohl zu fühlen. Jetzt strebt der Gartensommer seinem Höhepunkt entgegen. Und das dichter werdende Laub der Weinreben, die breiter werdende Kronen der Gartenbäume, die zunehmend mehr Schatten werfen, tauchen die Gartenkulisse in diese Mischung aus Lichtspots, halbtransparent von den Blättern gefilterten Flächen und ganz abgeschatteten Stellen. Dann entsteht wirklich hochsommerliche Gartenatmosphäre, die eben nur in diesem Zusammenspiel von Pflanzen und Licht möglich ist.

Erholsame Baumschatten und Vorfreude auf den Sommergarten

Der Sonntag war wettermäßig ein Duplikat des Vortags. Richtiges Sommerferienwetter mit strahlend blauem Himmel von früh bis spät. Allzu lange unter freiem Himmel ist da eher ungesund. Aber man kann sich ja auch an schattigen Plätzchen aufhalten, bevorzugt unter den jetzt schon dicht belaubten Kronen ausladender Bäume. Beim Besuch bei M. in O. war dazu leider keine Gelegenheit. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir schon bald den Radius ausdehnen können und dann vielleicht sogar schon bis zum Baumwipfelpfad zusammen spazieren können. Das wäre dann knapp vor Erreichen der „Vollmobilität“, eine irgendwie lustig klingende Bezeichnung, die in einem der Infoblätter verwendet wurde. Das Beste ist, dass der ganz unangenehme Teil des Projekts inzwischen zwei Wochen zurück liegt und sich seitdem doch erheblich Fortschritte eingestellt haben. Und später, in dann wieder gewohnter Umgebung und mit dem sommerlich üppigen Garten, wird auch die Normalität wieder schrittweise zurückkehren.