Wechselhafte Baumobstaussichten für dieses Jahr

Man kann jetzt wohl schon sagen, dass dieses Jahr 2026 nicht zu den besten Baumobstjahren gehören wird. Es ist bei fast allen Obstsorten schon vorhersehbar, dass die Ernte weniger reichhaltig als im Vorjahr ausfallen und in einigen Fällen auch ganz ausbleiben wird. Bei den Maulbeeren haben wir das ja schon vor Wochen beobachtet, denn seitdem die ersten Maulbeeren in unterschiedlichen Reifegraden, aber überwiegend noch grün, weiß oder blass-rot zu sehen waren, hat sich so gut wie nichts weiterentwickelt. So als ob die Früchte partout nicht ausreifen wollten. Eine Vermutung: Dass diese Art doch neben moderater Wärme auch ziemlich viel Niederschlag und Wasserzufuhr benötigt. Der ist von einzelnen Schauern und Gewitterregen abgesehen aber ausgeblieben. Kann sein, dass der Maulbeerbaum im Besonderen sich daran gestört hat. Aber bei anderen Arten ist es ähnlich. Unsere Pfirsiche kommen zwar, sind auch schon klein und grün in mitteldichter Verteilung zu sehen. Aber der ausgebliebene Regen ist eben die Erklärung für ihr zögerliches Ausreifen und die bisher geringe Größe. Da müssten noch einige Wochen mit nicht zu großer Wärme, viel Sonne und zusätzlich ausgiebigem Regen kommen, wenn wir eine noch zufriedenstellende Pfirsichernte erwarten sollen. Bei den Äpfeln, Birnen und Zwetschgen wage ich noch keine Prognose, Die habe ich mir noch nicht angesehen, aber damit hat es ohnehin noch Zeit. Interessanter und naheliegender sind da schon die Mirabellen. V. sagte vor 10 Tagen, dass sie noch ca. 2 Wochen benötigen. Wir werden sie in den nächsten Wochen noch einmal inspizieren müssen und werden dann entscheiden, ob eine erste Pflückung Sinn macht. Denn richtig reif und süß müssen sie schon sein, wenn daraus ein schmackhafter Hefe-Mirabellenkuchen werden soll. Beziehungsweise eine ganze Reihe solche Kuchen, die wir traditionell einfrieren und dann übers ganze Jahr sukzessive verspeisen.

Hitzefolgeschäden nicht nur für die Bäume

Mit Hitze konnte ich in den letzten Jahren eigentlich deutlich besser umgehen als in früherer Zeit. Tatsächlich war ich zuletzt in Hitzephasen recht kreativ und produktiv. Aber diese wirklich langanhaltende Hitze dieser Wochen macht mir nun doch zu schaffen – wie man hört nicht nur mir, sehr viele Menschen leiden an diese Wetter, das zudem gerade kaum irgendwelche Erleichterung z. B. in Form von Wind oder Regenschauern erfährt. Sehr beanspruchende Zeiten für wetterfühlige oder irgendwie körperlich angeschlagene Menschen. Ich kann nur hoffen, dass sehr bald eine Normalisierung eintritt, dass der Hochsommer ein angenehm warmer werden wird. Diesmal gilt der Wunsch v. a. für uns Menschen, nachdem ich hier im Baumtagebuch schon des Öfteren die Hitzefolgeschäden bei den Bäumen in den Mittelpunkt gestellt hatte. Nein, dann ist mir ein durchwachsener Sommer wie in den beiden vergangenen Jahren fast lieber. Und die Fruchtbäume mögen durchwachsene Sommer offenbar auch mehr, wie wir an dem sagenhaften Baumobstreichtum des Vorjahres gesehen haben. Dagegen dürfte dieses Jahr sehr bescheiden ausfallen, v. a. beim Maulbeerbaum scheint sich in Sachen reifer Früchte gar nichts voran zubewegen. Ich hoffe, irgendwann besser zu verstehen, von welchen Faktoren insgesamt der Baumobstertrag abhängig ist und inwieweit man das beeinflussen kann.

Auf der Suche nach dem Erfolgsrezept der schwarzen Maulbeere

Eigentlich wollte ich heute wieder nach den Maulbeeren sehen, weil ich davon ausgegangen war, dass sie zwei Wochen nach der ersten Sichtung halbreifer Beeren jetzt doch endlich einmal eine erste Ernte möglich machen sollten. Aber V. hat mir gestern schon mitgeteilt, dass sich tatsächlich nichts mehr getan hat. Die Reifung der Maulbeeren steht tatsächlich seit über zwei Wochen still und es sind auch keine neuen hinzugekommen, das vollständige Ausblieben in einer Hälfte der Krone inklusive. Das entspricht genau meiner eigenen Beobachtung. Das ist irritierend und unverständlich und natürlich sehr enttäuschend. Ich dachte eigentlich, das richtige Maß und den passenden Zeitpunkt für den Rückschnitt weit vor Beginn des Knospens ausfindig gemacht zu haben. Auch bin ich dabei wieder sehr sorgfältig und behutsam vorgegangen. Aber das allein scheint es nicht zu sein. Es muss noch weitere Einflussfaktoren geben, die den Fruchterfolg des Maulbeerbaums beeinflussen. Ein komplizierte und für mich noch nicht durchschaubare botanische Besonderheit. Vielleicht gelingt es mir zu Lebzeiten ja noch, das Geheimnis des Maulbeerbaums und das Erfolgsrezept der schwarzen Maulbeeren zu lüften.

Vom Hegen und Pflegen des Maulbeerbaums

Der Sommer könnte jetzt doch noch in eine angenehme Phase übergehen. Maximal 30 Grad bei ziemlich durchgehendem Sonnenschein und etwas Wind sind schon sehr gute Voraussetzungen dafür. Und wesentlich angenehmer als vieles, was wir zuletzt erlebt haben. Das moderat warme und helle Hochsommerwetter sollte nun auch dem Maulbeerbaum guttun. Und die Maulbeeren hoffentlich zur Reife bringen. Ich werde das am Samstag noch einmal in Augenschein nehmen und dann vielleicht den ersten kleine Eimer der Früchte abpflücken. Einige abgestorbene Äste, ausgerechnet einige der tiefliegenden und weit herunterreichenden, werde ich außerdem absägen müssen. Das Pflücken wird auch deshalb wohl mühsamer werden als im Vorjahr. Und auch nicht so ergiebig. Aber eine zumindest kleinere Menge neuer Marmeladengläser würde ich mir nach dem Hegen und Pflegen des Maulbeerbaums doch auch in diesem Jahr wünschen.

Günstige Bedingungen für gute Maulbeerenernte sind ein Rätsel

Gestern war es mir einfach noch zu heiß, aber heute Vormittag habe ich es dann doch gewagt, nach einer Woche dem Bienenhaus und meinen Maulbeerbaum einen Besuch abzustatten. Eigentlich mit dem Vorhaben, endlich das erste Eimerchen Maulbeeren abzupflücken. Dafür hatte ich extra noch eine Stehleiter von zuhause mitgenommen, die fürs erste geeigneter ist als die lange Ausziehleiter. Zu meiner großen Überraschung hat sich bei den Maulbeeren seit der vorangehenden Woche überhaupt nichts verändert. Immer noch sind die vorhandenen Früchte grün, weiß oder vereinzelt schon hellrot ausgefärbt. Aber reife, d. h. bei dieser Sorte schwarze waren überhaupt nicht dabei. Es scheint, dass das Hitzeklima dem Baum wider Erwarten keinen Anschub gegeben hat. Ganz anders, als ich erwartet hatte. Bei so viel Sonne, sollte die Zuckerproduktion doch auf Hochtouren laufen und die Früchte schneller reif werden. Aber es hat sich gar nichts verändert. Leider auch an der Zahl der Früchte nicht. Teile der Krone scheinen auf den ersten Blick fast frei von Früchten, und bei anderen sind sie zwar von Nahem betrachtet gewachsen, aber eben ziemlich spärlich verteilt und noch nicht ausgereift. Im Vorjahr konnte ich fast täglich neue Beeren pflücken, wobei die ganze Ernte schon im Juni abgeschlossen werden konnte. Und jetzt sind die Maulbeeren Ende Juni noch gar nicht erntereif. Das soll jemand verstehen. Ich hoffe, irgendwann hinter das Geheimnis dieser Baumart zu kommen und zu verstehen, welche Bedingungen für eine reiche Ernte förderlich sind.

Bio-Wetter-Leiden und eine Wiederholung des Baumobstvorjahrs

Anders als angekündigt kam auch heute der Sommer nicht wieder von seiner angenehmen Seite zum Vorschein. Stattdessen herrschte eine Mischung aus Kühle am Vormittag und drückender Schwüle zum Abend hin. Und relativ wenig Sonne, wegen der ziemlich dichten Wolkendecke. Und setzt sich das Bio-Pflanzen-Wachstumswetter fort, während wir Menschen eher leiden uns den trockeneren, weniger extremen Sommer zurückwünschen. Immerhin ist beim Baumobst mit den Kirschen schon die erste Art zur Reife gelangt. An unserem noch kleinen Kirschbaum konnten wir etwas ernten, nach einer weiteren Pflückung sollte der dann aber auch schon abgeerntet sein. Was als Nächstes kommt, ist schwer vorherzusagen. Vielleicht die Pfirsiche, die Nashis, dann die Mirabellen, dann die Zwetschgen, später die Äpfel. Es ist nicht auszuschließen, dass das ein wiederum gutes Baumobstjahr wird. Die Anzeichen stehen für eine Wiederholung des Vorjahres, nur vielleicht nicht ganz so ausgeprägt.

Zwei ertragreiche Baumobstjahre in Folge?

Es geht trotz der kühlen Luft erkennbar wieder zurück in Richtung Hochsommer. Heute hatten wir einen eigentlich strahlenden Sonnentag, der nur dadurch holprig verlief, dass der Himmel voller vorbeiziehender dicker Wolken hing, die das Sonnenlicht nur durch ihre Lücken ließ. Das ist dann aber besonders intensiv strahlend. Immerhin macht das Hoffnung auf ein Ende dieses frostigen und nassen Intermezzos. Unsere Weinreben entwickeln sich in diesen etwas feuchten und lichten Tagen hervorragend und haben jetzt schon üppigere Blätter als i Vorjahr ausgebildet. Auch erkennt man schon die Trauben selbst, die noch ganz kleine und grüne Beeren tragen. Aber die Dichte und Anzahl, die jetzt schon erkennbar ist, lässt eine recht ertragreiches Weinjahr erwarten. Über die Qualität ist damit natürlich noch nichts gesagt und das lässt sich auch so früh ganz schlecht voraussagen. Aber vieles spricht dafür, dass wir nach dem ungewöhnlichen Baumobstjahr 2025 erneut eine gute Obsternte erwarten können. Zweimal in Folge wäre das allerdings sehr ungewöhnlich.

Auch dieses Jahr wieder hoffnungsvolle Anhaltspunkte für reiche Baumobsternte

Der Mai geht mit einer Sonnenstundenbilanz zu Ende, die unterhalb der vom April liegt. Das hat natürlich mit den in diesem Jahr ungewöhnlich sonnenreichen Apriltagen und mit den längeren Temperatur- und Sonnenlichteinbrüchen in diesem Mai zu tun. Eigentlich sollte es umgekehrt sein, zumal gerade der Mai in den meisten Jahren als sonnenreichster Monat des ganzen Jahres herausgestellt hat. Aber natürlich können einen die auf Klimawandel zurückzuführenden Abweichungen vom Gewohnten, was ich sonst als das „Verschwinden der Jahreszeiten“ hier bezeichne, nicht mehr wirklich wundern. Immerhin ist das zuletzt sehr sonnenreiche, dann aber auch tageweise eher bedeckte, schwüle und regenreiche Wetter für das Pflanzenwachstum von Vorteil. 2025 war ja schon ein an Baumobst sehr reiches Jahr. Wie es scheint, wird der diesjährigen Witterungsverlauf eine Wiederholung begünstigen. Die früh fruchtenden Arten, allen voran die Kirschbäume, zeigen jetzt schon eine üppige Fruchtdichte. Auch die Pfirsiche scheinen zumindest bezüglich der Anzahl von Pfirsichen auf eines der besseren Jahre hinauszulaufen. Bei den anderen Arten, den Äpfeln, Birnen, Mirabellen und Zwetschgen, können wir allerdings derzeit noch keine Prognose abgeben. Natürlich freue ich mich insbesondere auf eine möglichst reiche Maulbeerenernte. Aber die Frage kann ich noch gar nicht beantworten. Zuletzt habe ich nur beobachtet, dass die Krone sich mit Blättern verdichtet hat – ein guter Anfang. Aber bei der Art folgt die Fruchtreife recht schnell, nachdem das Blätterdach sich ausgebreitet hat. Ich hoffe, hoffnungsvolle Anhaltspunkte bei meinem nächsten Besuch des Baums zu erkennen.

Wachstumswetter auch für die empfindlicheren Gehölze

Morgen wird wohl die Talsohle dieses Zwischentiefs erreicht sein, bevor es in Richtung des Wochenendes wieder frühlingshafter, wärmer und sonnenreicher werden soll. Wir waren zuletzt auch wirklich verwöhnt vom traumhaften Frühlingswetter, das über einige Tage wolkenfreier und strahlender nicht hätte ausfallen können. Jetzt also das mäßig erfreuliche, eher an April erinnernde Schmuddelwetter, mit dem sich die Grünpflanzen aber zur Abwechslung wohl zu fühlen scheinen. Die Efeuhecke wuchert jedenfalls wie verrückt und muss in Kürze gleich wieder zurückgeschnitten werden. Und für den Maulbeerbaum, der sich mit dem Blätterbilden immer sehr schwertut, ist das leicht mit Regen aufgefrischte Wetter jetzt auch ganz vorteilhaft. Ich kann mir vorstellen, dass dann die Krone schneller und dichter mit einem durchgehenden Blattkleid bedeckt wird. Im letzten Jahr ging das beim Maulbeerbaum irre schnell, obwohl er da mit dem Grünen auch so spät an war. Jedenfalls haben wir schon im Lauf des Junis die meisten Maulbeeren gepflückt. Ob es wieder so kommt, und ob der Baum überhaupt in diesem Jahr wieder fruchtet, ist noch unklar. Rückschnitte wie der vom Spätwinter hat er bisher nie besonders gut weggesteckt. Aber ich hoffe, dass der Baum mit zunehmendem Alter auch widerstandsfähiger und unempfindlicher, damit in Sachen Fruchtreife auch konstanter wird.

Ungewohnt ausgeprägte Schwerpunkte in diesem Jahr

Nachdem V. in einer Fernsehsendung das Rezept eines leckeren Apfel-Schmand-Kuchens gesehen hat, soll es am Wochenende wohl ein weiteres Kuchenbacken geben. Natürlich sollen M. und ich das realisieren, nur dass wir von Apfelkuchen nicht ganz so begeistert sind. Ich habe jedenfalls einige interessant klingende Rezepte herausgesucht, von denen wir wohl eines versuchen werden. Noch eine Premiere: Noch nie zuvor hatten wir derart viel mit der Baumobsternte zu tun gehabt. Und jetzt kommt auch noch ein ungewohnter Eifer beim Kuchenbacken hinzu. Ich denke, wir müssen diese Tätigkeiten langsam reduzieren, weil es doch zu viel wird und all das andere Wichtige eben auch seine Zeit und seinen Raum beansprucht.

Vielleicht etwas zu viel von einem Thema

Nachdem die eigenen Äpfel und Birnen alle gepflückt und nach Hause gebracht sind, ist V. nicht mehr zu bremsen. Es geht wie jedes Jahr um diese Zeit um das Mixen und Keltern der Äpfel, um daraus Viez zu machen. Den trinkt bei uns keiner aus V., aber alle sind immer wieder in diese Verarbeitungsaktion eingebunden. Und das ist recht viel Aufwand, gerade weil die Baumobsternte dieses Jahr so üppig ausgefallen war. Abgeschlossen ist das noch nicht, zumal die hier bei uns gelesenen Weintrauben noch in der Maische ruhe und dann ebenfalls gekeltert werden müssen, das Einkellern des Viez noch aussteht und danach die zweite Charge Weintrauben von dem Grundstück außerhalb noch zu lesen und weiterzuverarbeiten ist. Das ist dann meist der Schlusspunkt der Baumobstaktivität des Jahres. So viel wie in diesem Sommer und Frühherbst hatten wir, soweit ich es erinnere, noch nie mit dem Thema zu tun. Gerade auch die ganzen Kuchen, von denen M. und V. sich heute wieder sehr angetan gezeigt haben. Nach meinem Gefühl aber ist es doch etwas überzogen ausgefallen. Gut, dass nicht jedes Jahr ein gutes Obstjahr ist.t.

Baumobstintensiver Samstag

Jetzt trägt der Pfirsichbaum nur noch wenige Früchte, erst nachdem V. noch einmal drei Eimer gepflückt hatte, aus denen gestern schon Marmelade entstanden ist. Und heute kamen noch einmal zwei Eimer hinzu, die ich auf zwei große Kuchenbleche verteilt habe. Noch einmal zwei Bleche des sagenhaften Pfirsich-Eierlikör-Rührkuchens, den ich am Nachmittag größtenteils in kleineren Portionen eingefroren habe. Damit haben wir einen wirklich ungewöhnlich großen Obstkuchenvorrat angesammelt, der uns die nächsten 12 Monate zahlreiche Gelegenheit geben wird, an die spätsommerliche, in diesem Jahr so üppige Obsternte erinnert zu werden. Zu allem Überfluss hat Frau H. uns am Vormittag ebenfalls noch einen Kuchen vorbeigebracht, mit Sauerkirschen, Rührteig und Creme sowie einem Rotkäppchen-Spiegel. Toll, so haben wir an dem selbst gebackenen noch deutlich länger. Auch Birnen von den eigenen Bäumen gibts in dieser Saison so viele, dass wir sie teilweise an Bekannte verschenken. Ansonsten stehen für die Obsternte eigentlich nur noch die Äpfel auf dem Programm. Aber auf die stehen zumindest M. und ich nicht ganz wie auf anderes Baumobst.

Es gab schon mal aufbauendere Tage

Ein ziemlich anstrengender Ausflug hat die Arbeitsroutine heute etwas weitere Kreise ziehen lassen. Das hat immerhin zum eher durchwachsenen und wechselhaften Wetter gepasst. Insgesamt eher ein Tag zum Vergessen, der doch einige Dinge auflösen oder zumindest etwas klären konnte. Morgen gehts dann mit unserem Baumobstthema weiter, wohl eine Wiederholung der Pfirsichkuchenaktion von letzter Woche.

Diesmal waren die Zwetschgen an der Reihe

Das war ein sehr produktiver Tag, der mit dem „Wachstumswetter“ draußen korrespondierte. Wachstumswetter deshalb, weil die mäßigere, dennoch warme Temperatur und der zeitweilige Regen für alles, was grünt und aktuell reift, einen Katalysator darstellt. Gut für die noch anstehenden Erntevorhaben. V. hat heute die zuletzt gepflückten Zwetschgen entkernt, M. hat Hefeteig für 5 Bleche zubereitet und ich habe die Bleche wie immer in solchen Fällen dicht belegt. Damit sind es 5 weitere Obstkuchen, diesmal mit Zwetschgen, die unsere Spätsommerbilanz bereichern und die größtenteils wieder eingefroren werden. Ich schätze, es werden noch nicht die letzten gewesen sein. Aber insgesamt dürften wir jetzt schon mehr Obstkuchen mit eigenem Baumobst gebacken haben als jeweils sonst zuvor. Wohl ein Resultat des üppigen Obstjahrs, aber auch, weil wir gewisse Familientraditionen, die auch mit eigenen Obstbäumen und ihren Erträgen zu tun haben, ungewöhnlich intensiv haben aufleben lassen.

Jetzt reift alles gleichzeitig aus

Auch heute wieder: Pfirsiche, Nashis, Zwetschgen, Äpfel und Birnen. V. hat die noch übriggebliebenen Zwetschgen sowie je einen Eimer Äpfel und Birnen auf der Streuobstwiese in F. gepflückt bzw. aufgesammelt und mitgebracht. Die Nashis sind in diesem Jahr so zahlreich und jetzt auch schon reif, dass sie scharenweise vom Baum fallen. Auch die wird V. in den nächsten Tagen ernten müssen, damit sie noch gut verwertbar bleiben. Und die Pfirsiche unseres kleinen Gartenbaums haben seit meinem letzten Pflücken vor ein paar Tage noch einmal an Reife gewonnen, so dass ich am Abend noch einen Eimer mit ziemlich ausgereiften Exemplaren pflücken konnte. Ich schätze, ich werde bis zum Wochenende doch noch einmal zwei Bleche backen müssen, auf denen die Pfirsiche bevorzugt zum Einsatz kommen. Das Rezept hat jedenfalls verbreitet Anklang gefunden. Da macht es Sinn, die Aktion zu wiederholen, umso mehr eingefrorene Obstkuchenvorräte können wir anlegen.

Ungewöhnlich lang anhaltende Baumobstthemen

Toll, dass Ende August der Sommer wieder einen neuen Anlauf nimmt und ein Licht, eine Wärme und eine Atmosphäre herbeizaubert, die urlaubstypischer nicht sein könnte. Das war nach einigen trüben Tagen und abgekühlten Temperaturen nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Es wird auch wieder umschlagen und moderater werden, aber solche Spitzentage sind eine willkommene Entschädigung für zu lange Phasen der sommerlichen Unterbrechung, die wir im Verlauf des Juli und August erlebt haben. Ganz gut ist das Wechselhaft für die ohnehin vitalen Obstbäume und ihre Früchte. Die profitieren von der Sonne, wenn sie denn so intensiv scheint wie heute, und von den Regenphasen zwischendurch, die die Früchte größer und saftiger werden lassen. Es scheint, dass das Thema der Baumobsternte aufgrund des guten Obstjahres, aber auch der günstigen Entwicklung des Wetters gerade jetzt in der Erntezeit, in diesem Jahr ein ungewöhnlich ausgeprägtes und lang andauerndes werden könnte.

Sommerliches Regenintermezzo und Fortsetzung der Baumthemenkommunikation

Schade, das war der erste ziemlich sonnenlose Tag seit zwei Wochen. Und immerhin hats ein wenig geregnet, was mir einmal das Blumengießen erspart hat. Aber ab morgen wird es wohl wieder notwendig sein. Ich habe neben vielen Projektarbeiten am Nachmittag einen lang nicht mehr gewesenen Ausflug nach L. gemacht. Ein Überlandfahrt, die selbst bei trübem Wetter einen gewissen Reiz hat und wie eine Auszeit wirkt, irgendwie erholsam. Das ist nach hektischen und ruhelosen Arbeitswochen auch mal ganz willkommen. Unterdessen setzen sich gesprächsweise und auch praktisch unsere Baumobstthemen und die Verarbeitung des Baumobstes eigentlich jeden Tag aufs Neue fort. Auch im Gespräch mit Externen ist das immer wieder ein Thema, das so schnell nicht abreißen wird. Morgen werde ich mich voraussichtlich auf anderer Grundlage den Bäumen widmen, eine private Manufakturarbeit rund um den Baumkreis. Vielleicht wird das auch in der nächsten Auftragsarbeit nach langer Unterbrechung solcher Anfragen im Mittelpunkt stehen.

Dominante Gartenbäume und kühlender Baumschatten

Sehr schön, jetzt kommt der Sommer doch noch mal kräftig zurück. Bezeichnend für diesen August ist aber, dass trotz der jetzt zurückgekehrten Wärme oder Hitze die Temperaturen nicht so belastend wirken wie noch im Juni. Da liegt schon etwas vom Herbst in der Luft. Ganz gut, weil es dann bei der Hitze nicht so anstrengend wird. Dass unsere Gartenbäume inzwischen so dicht beieinanderstehen und sich ihre Kronen vielfach schon berühren, ist bei solchem Wetter natürlich ein Segen. In vielen anderen Hinsichten ist es eher ein Hindernis, da der Schatten die Möglichkeiten stark einschränkt, Blumen, Stauden und Kräuter zu pflanzen. An Sonnenblumen z. B. ist schon seit Jahren nicht mehr zu denken. Die finden einfach keine Lücke mehr, in die sie ihre Köpfe recken können. Aber so habe die Bäume eine größere Dominanz entwickelt und beschenken uns in Jahren wie diesen auch reichlich mit Früchten – und eben mit Schatten wie in diesen Tagen. V. hatte heute ein ernüchterndes Erlebnis, da ich zufällig initiiert habe. Das gerade nach drei Arbeitstage abgeschlossene Einkochen der Maulbeermarmelade war missglückt, da sie nicht steif genug wurde. Möglicherweise ein Resultat der veränderten Konsistenz der Früchte nach dem Einfrieren. Jetzt muss die Sache wiederholt werden, um mit längerem Einkochen die Flüssigkeit zu reduzieren. Ein Test dazu ist schon geschafft. Aber natürlich ist es ärgerlich, den größeren Aufwand einer Wiederholung auf sich zu nehmen.

Der neue Vorrat Maulbeermarmelade

V. hat den größten Teil der eingefrorenen Maulbeeren schon zu Marmelade verkocht. Aber mindestens ein Drittel ist noch zu verarbeiten, was vermutlich morgen abgeschlossen werden kann. Dann werden wir einen ordentlichen neuen Vorrat an der Marmelade haben. Nicht ganz so viel, wie V. zuvor angenommen hatte. Aber doch wirklich viele. Ich freue mich sehr, das dürfte mindestens zwei Jahr ausreichen und damit einen möglichen Ernteausfall im kommenden Jahr kompensieren können. Aber natürlich hoffe ich, dass der Baum künftig mehr Konstanz zeigt und vielleicht auch durch das Alter und den Umfang des Stamms widerstandsfähiger geworden ist. Jedenfalls wäre es toll, wenn wir jedes Jahr Maulbeeren pflücken könnten. Das ist schon eine Art Erlebnis, das einen gewissen jahreszeitlichen Gewinn für uns alle darstellt.

Folgende Baumobstvorhaben

Das Mirabellenthema sollte für dieses Jahr jetzt abgeschlossen sein. Denn V. hat von den restlichen Früchten, die wir nicht zu Kuchen verarbeitet haben, heute Marmelade gekocht. Die wird allerdings wahrscheinlich lange im Vorratsregal stehen bleiben, weil wir letztlich doch fast immer auf die Maulbeermarmelade zugriefen. V. wird sich wohl alleine an dieser Mirabellenmarmelade erfreuen, die zwar, wie die frischen Mirabellen selbst, einen charakteristischen Geschmack hat, aber doch mit den aromatischen dunklen Früchten der schwarzen Maulbeeren nicht mithalten kann. Natürlich wird es bei diesem Einkochen nicht bleiben. Es werden sicherlich noch die Nashi-Birnen, die Pfirsiche und die Zwetschgen folgen. Nur mit Apfelmus haben wir es alle nicht so, darauf werden wir auch in dieser Saison sicher verzichten.

Gemeinschaftsarbeit rund um den Mirabellenkuchen

Heute, so schätze ich, haben wir wohl die letzten Mirabellenkuchen dieser Saison gebacken. Wobei backen natürlich untertrieben klingt. Tatsächlich ist es jedes Mal eine Gemeinschaftsarbeit, für die V. die Früchte gepflückt und entkernt hat, M. die Teige zubereitet hat und ich alles mit meiner speziellen Technik belegt habe. Natürlich bin ich auch für die ganzen Nacharbeiten mit den Blechen und dem späteren Verpacken und Einfrieren zuständig. Und mit den jetzt noch 13 übriggebliebenen Mirabellenkuchen sind es auch von dieser Art genug – einen für jeden Monat eines vor uns liegenden Jahres. Alle Blechkuchen mit Baumobst werden es aber wohl noch nicht gewesen sein. Schließlich steht noch die Ernte der Zwetschgen, Pfirsiche und später auch der Äpfel noch an. Ich hoffe nur, wir werden das alles einfrieren können. Langsam wird der Gefrierraum knapp. Aber die Familientradition ein weiteres Mal gepflegt zu haben, ist uns doch am Ende immer eine Freude. Auch, dass das in Gemeinschaftsarbeit überhaupt noch möglich ist, keineswegs selbstverständlich.

Jahreszeitliche Verwertungstradition

Sehr gleichförmig erscheinen diese Tage, wie geklont und mit ähnlichen Abläufen. Und tatsächlich haben wir auch heute, als Nebentätigkeit, die aber viel Zeit beansprucht, wieder 5 Mirabellenkuchen gebacken. Nun sind es schon 10, von den wir einen schon gegessen haben. Und einen eingefrorenen vom Vorjahr habe ich heute aus der Truhe geholt, damit wir ihn morgen verzehren können. Das wird vermutlich wieder ein Problem mit dem freien Platz im Gefrierschrank ergeben. Aber das erleben wir eigentlich in jedem Jahr. M. ist ziemlich genervt wegen der vielen Teige und des großen Zeitaufwands. Ich hoffe, die Aktion artet nicht aus und erfüllt noch ihren traditionellen Zweck, nämlich bewusst jahreszeitlichen Aktivitäten nachzugehen und die saisonalen Baumfrüchte zu verwerten.

Alles auf Herbst eingestellt

Das Juliwetter, das zuletzt eher ein Augustwetter war, fordert uns schon jede Menge Geduld ab. Und biologische Kompensationsstrategien, die Winterzeiten vorwegnehmen. So als ob wir durch völlig abweichende Witterungsentwicklungen geprüft werden müssten. Dabei gibts doch schon genügend Prüfungen und Herausforderungen anderer Art. Na ja, praktisch gesehen und außerhalb der Projektarbeit, die letztlich von dem „Un-Wetter“ profitiert, ist eigentlich ohnehin schon alles auf Erntezeit und Herbst eingestellt. V. hat gestern die ersten Mirabellen gepflückt, einen ganzen Eimer. Die sind zwar noch nicht super ausgereift, aber schon genießbar. Vor allem für den Kuchen, für den wir sie gewöhnlich verwenden. Und so haben wir heute schon die ersten 5 Mirabellenkuchen gebacken, ausnahmsweise einmal nicht mit Hefeteig, sondern mit dem früher so geschätzten Ölquarkteig. Die Zubereitung war nicht mehr ganz so präsent, aber im Ergebnis und nach Blick ins uralte Backbuch mit den handschriftlichen Notizen, ist der Teig ganz gut gelungen – und schmeckt auch fast so wie früher. Wir werden das noch etwas optimieren. Bin mal gespannt, auf wieviele Obstkuchen wir in dieser Saison kommen werden. Vielleicht wird die letzte Rekordzahl von ca. 16 ja noch überschritten. In einem guten Baumobstjahr wie diesem wäre das naheliegend.

Sommerübergangszeit und Baumobsterwartung

Ein bisschen erschreckend, wie schnell der Hochsommer vorbei ist, kaum dass man ihn wahrgenommen hat. Es war zuletzt auch schwer, an das Sommerfeeling anzuknüpfen, das es schon mal über Wochen gab, das aber sprichwörtlich dann ins Wasser gefallen war. Und heute früh meinte Frau T. dann sogar, dass der Herbst schon in der Luft liege. So weit würde ich trotz der zeitweiligen Kühle nicht gehen. Aber man hat schon den Eindruck, der Hochsommer hat seinen Zenit überschritten und schwenkt nur auf die Reife- und Erntezeit ein. Immerhin verspricht das viel Ereignishaftes im Bereich der Obstbäume und des Baumobstes. Überhaupt bei allem, was wir in diesem Jahr auch in Sachen Gemüse angepflanzt haben. Und auch die Feigen entwickeln sich in diesem Sommer prächtig, was ihre Größe und Reife betrifft. Nur deren Anzahl ist nicht ganz so überragend. Immerhin, M. kann sich auf einige Wochen mit zeitweilig schönen großen Feigen frisch vom Baum freuen, die sich in Aussehen und Geschmack kaum von denen unterscheiden, die man im Kaufhaus bekommen kann und die aus der Türkei oder Italien importiert wurden. Wohl auch in Indiz für den kaum noch festzustellenden klimatischen Unterschied zwischen mediterranen Gebieten und unserem erhitzten Klima in Mitteleuropa.

Erster Blick in Richtung Mirabellen

Jetzt sollte der Sommer aber doch endlich zurückkehren. Wir haben es jetzt satt, die Nässe, das wenige Sonnenlicht passt nicht zur Jahreszeit und dämpft die Stimmung spürbar. Ich hoffe, wir werden das durchhalten und mit neuem Mut durchstarten. Vielleicht begleitet von den nächsten Baumobst-Pflückungen. Die Mirabellen wären da geeignete Kandidaten. Bestimmt finden wir einen geeigneten Tag, um unser Lieblingsobst (nach den Maulbeeren) erstmals für diese Saison zu ernten.

Neues Equipment fürs Baumobst Pflücken

Aus der Besorgung bzw. Vorbereitung der nächsten Baumobstaktion ist heute leider nichts geworden. Eigentlich wollten wir eine neue, besonders hohe Standleiter besorgen, die beim Pflücken der Mirabellen in Kürze gute Dienste leisten könnte. Schon bei den Maulbeeren wäre die nützlich gewesen, habe ich doch auf der alten, sehr wackligen Leiter in den unteren Kronenregionen stehen und immer ein bisschen balancieren müssen, weil die nicht mehr stabil war und manchmal auch einseitig im Boden versank und dann kippte. Na ja, eine neue und höhere Leiter wäre da jedenfalls eine gute Lösung. Vielleicht können wir das ja in Kürze nachholen, wenn es V. wieder besser geht. Denn das Pflücken, gerade in diesem Jahr mit viel Obst, ist auch zeitraubend. Hilfsmittel sind da willkommen.

Die richtige Balance fürs optimale Reifen

Heute schon wieder ziemlich viel Regen, hinter dem die gewohnten Sonnenstrahlen dann sich doch durchsetzen konnten. Immerhin haben die Obstbäume von der wiederholten Abkühlung und dem Nass profitiert. Besonders der Pfirsichbaum und der Nashi-Birnenbaum werden mit einem schnelleren Reifen ihrer Früchte darauf reagieren. Das war in den Vorjahren häufig das Problem: Entweder es gab zu wenig Sonne, aber viel Regen. Dann konnten die Früchte kein Zucker bilden und sind am Ende gar nicht gereift. Oder es war zu heiß und zu intensiv sonnenbeschienen, aber der Regen fehlte. Dieses Jahr ist es von der Wärme und der Sonneneinstrahlung eigentlich ideal, wie das ganze Jahr bisher günstig fürs Baumobst war. Aber es ist, wo die Früchte noch grün und klein sind, sehr wichtig, dass zum einen phasenweise Flüssigkeit nachkommt, und zum anderen darf die Sonne nicht zu lange ausbleiben. Ich hoffe, diesmal funktioniert es mit der richtigen Balance fürs optimale Reifen und gute Baumobsterträge.

Den Maulbeerbaum in der Hochzeit seiner Fruchtreife kennengelernt

Die Samstage sind bei uns immer angefüllt mit Routineerledigungen, vor allem mit solchen, zu denen die Arbeitswoche zuvor keine Gelegenheit bietet. Aber ich hatte mir nach der Rückkehr des Hochsommers dennoch vorgenommen, noch einmal beim Maulbeerbaum vorbeizuschauen, um eine weitere Pflückaktion durchzuführen. Wegen der Regentage und auch aus Zeitmangel hatten wir den Baum ja in den letzten 10 Tagen nicht mehr besucht. Schade eigentlich, denn in der Zeit sind bestimmt sehr viele Früchte einfach reif heruntergefallen, die wir natürlich auch noch hätten ernten können. Aber auch zuvor war schon klar, dass sich die Fruchtreife noch länger hinziehen würde. Das ist an der Art abzulesen, in der dieser Baum seine Beeren reifen lässt. Immer so, dass die Früchte büschelweise zusammenhängen, aber immer weiße, rote und dunkelblau gefärbte nebeneinander. So zeigt sich über die gesamte Fruchtzeit hinweg ein sehr buntes Bild, wenn man sich in dem ungemein dichten und verzweigten Geäst der Baumkrone einmal umsieht. Obwohl V. schon vorher einen kleinen Eimer gepflückt hatte, konnte ich zum Teil vom Boden und der Stehleiter aus, zum Teil von der langen an verschiedenen Ästen angelehnten langen Ausziehleiter aus noch einmal 1,4 KG Früchte zusammentragen. Das ist bei der bekannten Mühseligkeit beim Ernten dieser kleinen Fruchtbeeren, eine ordentliche Menge, auch wenn ich bei früheren Aktionen, die länger dauerten, auch schon mal 2,5 KG zusammen hatte. Aber auf die Menge und das Gewicht kommt es natürlich nicht wirklich an. Es ist v. a. das Erlebnis dieser ungeheuer vitalen Baums über die Wochen seiner Fruchtreife, das man eigentlich nur inmitten der Baumkrone bei dieser Arbeit des Pflückens haben kann. Ich bereue es nicht, mir in den vergangenen Wochen die Zeit genommen zu haben. Wegen der leckeren Marmelade, von der wir diesmal wirklich einen ordentlichen Vorrat werden anlegen können. Aber eben auch wegen der Gelegenheit, meinen Maulbeerbaum auf der Höhe seiner Fruchtreife so nah und gut kennengelernt zu haben.

Rosige Baumobstprognosen

Nach einer Schwächephase hat V. nun das Baumobstfieber doch wieder gepackt. So ist beim Maulbeeren Pflücken heute wieder ein kleines Eimerchen zusammengekommen, was ungefähr dem halben großen Eimer entspricht, den ich bei den letzten ca. 2-stündigen Aktionen sammeln konnte. Damit verspricht der diesjährige Maulbeerenertrag recht ordentlich zu werden, zumal die Fruchtzeit des Baums noch lange nicht zum Ende gekommen ist und wir sicher noch einige Gelegenheiten nutzen werden. Mit Freude blicke ich diesmal auch auf den Pfirsichbaum, der sehr viele kleine Früchte trägt. Die große Frage beim Pfirsichbaum ist nur, ob die auch dicker werden und wirklich ausreifen. Die Plagen der letzten Jahre, der aggressive Blätterpilz und die Wespen haben noch nicht zugeschlagen. Beim Pilz gehe ich auch davon aus, dass wir diesmal verschont bleiben. Aber mit zunehmender Reife und Süße der Pfirsiche werden die Wespen sicher wieder aktiv werden. Dann müssen wir den richtigen Zeitpunkt zum Pflücken finden. Daneben gibts ja noch jede Menge anderes Baumobst: Die Nashi-Birnen z. B., die ebenfalls zahlreich und kräftig wachsen. Und außerhalb des Gartens, auf unserer Streuobstwiese: Mirabellen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen. De Mirabellen dürften demnächst aktuell werden. Mit den anderen Früchten müssen wir noch warten, um abschätzen zu können, wie die Saison und der Ertrag einzuschätzen sind.

Ansätze von Selbstversorgung mit Baumobst

Die Lektüre des Buchs über den vorgeblich letzten Waldmenschen des Alpenlandes habe ich heute abgeschlossen. Es ist schon länger her, dass ich diese Art von zeitgenössischer Erfahrungs-Baumliteratur durchgearbeitet habe. Aber es war ganz spannend und interessant, gerade weil es nicht ausschließlich nostalgischen Charakter hatte. Solche Einblicke in ungewöhnliche und seltene Lebensweisen, die einen Bezug zu meinem Lieblingsthemenfeld „Baum und Mensch“ haben, sind schon eine Bereicherung. Der Naturmensch, von dem das Buch handelt, ist allerdings nicht explizit ein Baum-Kenner, eher ein Kräuterweiser, die ursprünglich über die Beschäftigung mit Weidetieren in den Dolomiten im Laufe seines Lebens immer stärkeren Bezug zu den Pflanzen aufgebaut hat und auch deshalb weitgehend autark und selbstversorgend leben konnte. Sich ausschließlich von selbst gesammelten Pflanzen wie heimischen Kräutern, Obst, Pilzen und Flechten zu ernähren, erfordert schon eine profunde Kenntnis und eigentlich auch diese Lebensweise, die den Fokus auf das Erkunden der Natur und das Sammeln für den Eigebedarf benötigter Pflanzen legt. Natürlich kommen auch in den Berichten über diesen Naturmenschen und in den eigenen Äußerungen desselben auch die Bäume vor, die u. a. für den Obstvorrat sorgen, deren Blätter, Nadeln, Blüten und Früchte in vielfältiger Form in Salaten, Tees, Salben, Brot und Getränken Verwendung finden. Einiges davon ist mir aus meiner langjährigen Beschäftigung mit den Bäumen ebenfalls vertraut und wird von mir auch praktiziert. Aber eine solche Fokussierung ist mir wie wohl fast jedem eher fremd. Meine Bezüge zum Nutzen der Bäume für quasi landwirtschaftliche bzw. selbstversorgende Zwecke ist in der Tradition meiner Familie sehr viel eingegrenzter, aber dauerhaft präsent. Denn wer pflegt heute tatsächlich noch von den Vorfahren angelegte Streuobstwiesen? Ein Abfallprodukt, wenn man so will, dieser Obstbaumtradition war vor Jahren für mich der Erwerb und das Einpflanzen des Maulbeerbaums auf Vs Bienenhaus-Grundstück. Auch wenn ich damals, beim Pflanzen des noch jungen Baums, den Standort nicht hundertprozentig gut getroffen habe, in der schmal auslaufenden Spitze des Grundstücks, die Wuchsfreude und den Ausdehnungsdrang der Baumart unterschätzend, bin ich heute doch sehr froh über diese Entscheidung und darüber, dass sich der Baum so gut entwickelt hat. Dabei hat der regelmäßige und wohl überlegte Rückschnitt natürlich auch seinen Anteil. Nach dem Ausfall im Vorjahr und einigen noch länger anhaltenden, sogar mehrjährigen Pleiten in den vorangehenden Jahren haben wir dieses Jahr aber einen guten Maulbeerjahrgang erwischt. Der Baumobstertrag dürfte zwar in diesem Sommer generell, auch bei den Äpfeln, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Mirabellen, besonders üppig ausfallen. Aber bei den Maulbeeren kann man sich wegen ihrer Anfälligkeit während der Blütezeit und nach empfindlichen Frösten, besonders über reichen Ertrag freuen. Am Vormittag bin ich noch einmal zum Pflücken ausgezogen und konnte in den knapp zwei Stunden immerhin wieder einen halben großen Eimer sammeln. Wenn man bedenkt, dass noch massig unreife Beeren über den gesamten Kronenbereich verteilt sind, könnte das eine sehr gutes Maulbeerenjahr werden. Die Frage ist nur, ob wir die Zeit freimachen können, die sukzessive ausreifenden Beeren zumindest teilweise zu pflücken.

Nutzlose Naturfreuden sind die schönsten

An den Sommer in dieser Form könnte man sich gewöhnen. Mir zumindest bekommt die trockenere Hitze ganz gut und auch besser als die eher lauwarme und feuchte Variante. Und dennoch kann das bei körperlich anstrengenderen Aufgaben zu einer Herausforderung werden. Heute ist aber damit noch mal alles gut gegangen. Ich freue mich dann auf die ehr schattigen kunsthandwerklichen Arbeiten am Wochenende und all die anderen Aktivitäten, die mich hoffentlich von der formalen und techniklastigen Arbeit im ausgleichenden Sinne wegführen. Vielleicht werde ich am Wochenende dem Maulbeerbaum noch einen weiteren Besuch abstatten, vielleicht warte ich aber auch noch eine Woche, damit zwischenzeitlich mehr Früchte ausreifen können und sich dann eher lohnt. Das Arbeiten im Freien, in Gartennähe und die Präsenz der Gartenbäume sind aber auch eine schöne Alternative, ganz nutzlos, aber genauso zur Jahreszeit passend.