Vielleicht kommt heute noch die Erholung von der Dauerhitze

Nicht ganz so sonnig, aber drückend warm ging dieser Juli seinem Ende entgegen. Und wir warten immer noch auf den Regen, der jetzt endlich – mit dreitägiger Verspätung – doch noch kommen soll. Allerdings ist es bis zum Abend immer noch nicht soweit gewesen. Ich hoffe im Sinne unserer Regenwasservorräte darauf, dass es mindestens eine Stunde kräftige Regengüsse geben wird, die alles wieder auffüllen. Damit unsere Sommerblumen und auch die Stauden und Bäume eine Erfrischung und Flüssigkeitszufuhr nach so langer Hitze und Trockenheit erfahren.

Immerhin schon Wind, aber noch kein Regen

Heute schien sich über mehrere Stunden ein Gewitterregen anzukündigen. Aber statt des Regens kam einfach nur viel Wind auf, der immerhin die stehend heiße Luft in Bewegung brachte. Der so dringend benötigte Regen aber soll jetzt doch erst morgen kommen – vielleicht. Für unsere Regenwasserreservoirs wäre ein ergiebiger und länger andauernder Regen jetzt sehr wichtig. Das heißt letztlich für die Pflanzen und auch ohne Gießen für die Bäume im Garten wie in der Landschaft, die langsam an die Grenze gelangen, es sei denn sie verfügen über wirklich tief und weit reichende Wurzeln, was aber tendenziell nur für die älteren und größeren der Fall sein dürfte. So konzentriere ich mich – bevorzugt in abgedunkelten Innenräumen – darauf, die Sommerurlaubszeit zu nutzen, um meine kreativen und kommunikativen Projekte möglichst wenig abgelenkt voranzubringen.

Dominantes Gartenbaum-Dreieck

Von allen Gartenbäumen, deren Entwicklung ich seit Jahren genauestens beobachte, hat sich die Gleditschie in diesem Sommer am erstaunlichsten weiterentwickelt. Es ist der plötzliche Eindruck, den ich vor 3-4 Jahren vom Ginkgo hatte, dass er nämlich urplötzlich zu einem stattlichen hohen Baum mit starkem Stamm emporgewachsen war, der sich mir jetzt, in diesem Somme, bei der älteren der beiden Gleditschien aufdrängt. Noch im Vorjahr war sie der filigrane, lichte, irgendwie zerbrechlich wirkende Jungbaum. Und heute präsentiert sie sich mit enorm ausgeweiteter Krone, mit enorm in die Breite gewachsenem Stamm und vielen im oberen Teil der Krone sichtbaren Schotenfrüchten, die bisher noch nie so deutlich das sommerliche Bild beeinflussten. Und so licht und filigran wie zuvor erscheint er jetzt auch nicht mehr. Die jetzt dichter mit Blättern bewachsene Krone scheint deutlich erwachsen und lässt der Juniorbaum insgesamt auf einmal erwachsen wirken. Damit sind es erstmals drei dominierende Senioren unter den Gartenbäumen, die ein Dreieck bilden und den größten Teil der Gartenfläche überdachten: Walnussbaum – Ginkgo – Gleditschie. Der Feigenbaum nimmt sich dagegen wie ein Winzling aus, der wegen seiner typischen Wuchsform auch niemals die Höhe und Dominanz der anderen drei erreichen wird.

Parkähnliche Anmutung

Heute kam endlich mal wieder mehr Wind in die Atmosphäre, was die ansonsten noch immer hohen Sommertemperaturen erträglicher gestaltete. Der sehr belastende Eindruck von gestern war damit korrigiert, so dass wir uns auf etwas angenehmere Sommertage freuen können. Trotz der sommerlichen Hitzebelastungen freuen wir uns ungemein am vitalen Erscheinungsbild des Gartens, dem vielen Grün, dem Blühen, dem enormen Zuwachs in Kronenausdehnung und Stammdicke bei unseren älteren Gartenbäumen. Das geht schon fast in Richtung einer parkähnlichen Anmutung. Ich hoffe, wir finden die Muße, das auch durch Aufenthalte draußen genießen zu können.

Der konkrete Kontakt zur Natur

Nach dem sehr unvorhergesehenen Intermezzo und Aufenthalt bei J. und W. konnte ich heute wieder nach Hause zurückkehren. Aber erst, nachdem wir eine Lösung für Js und Ws aktuelle Ausnahmesituation gefunden hatten. Das hat tatsächlich die ganzen 4 Tage an Organisation, Planung, Kommunikation, Recherche und Erfahrungsaustausch erfordert, die mein Aufenthalt währte. Da ich J. und W. professionell versorgt weiß, kann ich mich jetzt wieder meiner Projektarbeit und den anderen Aufgaben widmen, die den Aufgaben während des Aufenthalts dort nicht unähnlich sehen. Ich hoffe, dass wir auf dieser Grundlage mit hoffnungsvoller Aussicht auf eine Erleichterung weiterarbeiten und weiterleben können. Mir selbst hilft der konkrete Kontakt zu meiner natürlichen Umwelt – natürlich vor allem zu den Bäumen meiner Lebenswelt – sehr dabei, mich nach ungewöhnlichen Belastungssituationen zu erden, zur Ruhe zu kommen, die Gedanken zu sortieren. Und wenn ich dann noch positive Rückmeldungen zu den Ergebnissen meiner Wunschbaum-Manufaktur erhalte, gibt mir das eine zusätzliche Bestätigung bezüglich des Werts, den dieser Naturkontakt für das Lebens fast von uns allen haben kann.

Eine schöne Lebenskonstante

Wie schon der letzte Sonntag war auch dieser ein wichtiger Ruhetag in diesen anstrengenden Wochen, die für mich von vielen technischen Aufgaben, langfristigen Aktualisierungsprojekten, aber auch mit formalen Erledigungen und familiäre Routineaufgaben überfüllt waren. Vermutlich können sich ab jetzt die Schwerpunkte wieder mehr in Richtung inhaltlicher Entwicklungsarbeit und Kommunikationsaufgaben verschieben. Und hoffentlich auch wieder stärker kreative Aufträge miteinbeziehen, die zuletzt etwas zu kurz kamen und zu selten waren. Das Einzige, was mir eigentlich ganzjährig und zu allen Zeit ziemlich konstant entgegentritt, ist die Begegnung mit den Baumthemen, natürlich auch mit den lebenden Bäumen, der Baumlandschaft, all der vegetabilen Symbolik und Ästhetik rund um die Bäume als Lebenssymbole und lebendige Spiegel für uns Menschen. Eine schöne und beruhigende Lebenskonstante.

Jahreszeiten symbolisch verlängern

Die Baumthemen sind nicht mehr nur über die Manufakturarbeit und das zuletzt auf 8 verschiedene Lebensbaum-Arten angewandte Kunsthandwerk aktuell. Auch in den gedanklich vorweggenommenen Planungen für den kommenden Frühling und in meiner redaktionellen Arbeit waren die Bäume heute wieder Thema. Interessant, dass sich diese Themenverlagerung mit dem Wechsel der Jahreszeit quasi von selbst einstellt und so oft die noch nicht angekommene Jahreszeit vorwegnimmt. Durch dieses Nachdenken, Austauschen und kreative Arbeiten ist für mich der Frühling schon jetzt präsent, auch wenn er in einem Baumfrühling noch nicht zum Ausdruck kommen konnte. Aber er liegt eben schon in der Luft – oder fliegt durch die Gedanken. Schön, dass ich jede Jahreszeit auf diese Weise verlängern und stärker mit den angrenzenden verschränken kann.

Worin wir die Bäume auch bewundern können

In Bezug auf die Sonnenstunden ist dieser Januar sicherlich einer der dunkelsten der letzten 15 Jahre gewesen. Daran wird auch der letzte Tag des Monats nichts mehr ändern können. Für uns Menschen ist das eher schwächend und demotivierend. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Pflanzen, allen voran die Bäume, das anders wahrnehmen. Für sie ist diese Dunkelphase wahrscheinlich eine Erholung, bevor das Frühjahr die vitalen Kräfte wieder extrem in Anspruch nimmt und es bis zum Spätherbst mit dem Wachsen, Grünen, Sprießen, Blühen und Fruchten auf Hochtouren weitergeht. Es ist wohl eine der Mankos in der evolutionären Entwicklung und gerade auch im Vergleich der menschlichen mit der anderer Arten, dass die Menschen von solchen natürlichen Ruhephasen ausgenommen sind und so eigentlich einem beständigen Abbau ausgesetzt sind. Da könnte man so manchen Baum beneiden, und es müssen dafür nicht gleich die 1000-jährigen Eichen sein. Auch andere Arten bringen es bei einem guten Standort und wohlmeinenden menschlichen Begleitern locker auf über hundert oder gar mehrere hundert Jahre.

Von den Baum-Individuen bei irritierenden Lebensumständen lernen

Was ich in den vergangenen Tagen überdeutlich beobachten konnte, hat sich an diesem be-sonders ungemütlichen, nass-kalten und stürmischen Wintertag erneut bestätigt. Die äußeren Verhältnisse spiegeln sich im Gemüt der Menschen und schlagen auch auf das Kommunika-tionsverhalten durch. Tatsächlich ist die Kommunikation auf ein Minimum reduziert, viele scheinen jeden nicht unbedingt notwendigen Kontakt zu meiden, ziehen sich zurück. Und damit bleiben viele Dinge liegen, verzögern sich, kommen nicht zu dem avisierten Abschluss. Eine sich selbst verstärkende Entwicklung, die es perspektivisch nicht erfreulicher macht. Wir müssen gerade in solchen verzwickten Phasen sehr an unseren tief liegenden Reserven und versuchen, unsere im Menschsein liegenden Basisenergien zu mobilisieren. Anders gerät das Leben ins Stocken und droht gar, sich rückwärts zu bewegen. An der Stelle nehme ich mir gerne das Baum-Individuum als Vorbild, das seine Einzigartigkeit auch bei den widrigsten Verhältnissen behauptet und sehr lange bewahrt. Diese Widerstandsfähigkeit und dieses un-verrückbare Selbst-Bewusstsein können wir in der Auseinandersetzung mit den Bäumen für uns neu mobilisieren.

Dem Aufbauenden und Zukunftsfreundlichen mehr Raum verschaffen

Mit dem ersten Tag dieses neuen Arbeitsjahrs bin ich schon gleich wieder ganz in die Projekte eingetaucht. Auch weil sich über die Feiertagspause einiges angestaut hatte und manches, das kurz vor den Feiertagen nicht mehr bearbeitet werden konnte, jetzt seine Fortsetzung fand. Gleichzeitig baut sich bereits ein neuer Berg von Aufgaben auf, der die nächsten Monate schon jetzt auszufüllen scheint. Aber gut so, jedenfalls erfreulicher und aufbauender, als wenn das Jahr gleich mit einer Erfahrung von Rückzug oder Abbremsung begonnen hätte. So freue ich mich und hoffe jedenfalls auf einen produktiven und kreativen Start in diese Projektjahr und dass die aufbauenden, wirklich auf die Zukunft gerichteten Denkarten und Ansätze sich durchsetzen und Raum verschaffen können. Für mich wird zu diesem Aufbauenden immer auch einen Anteil beitragen, der von der intensiven Beschäftigung mit Bäumen, Holz und vegetabiler Symbolik gespeist wird. Dieser Bezugspunkt zu den zeitlosen natürlichen Grundlagen ist wertvoll, um immer wieder ein Gleichgewicht herzustellen, gerade in diesen Zeiten, in denen nichts mehr ausgeglichen, erwartbar und verlässlich zu sein scheint.

Geisteswissenschaftliche Essenz

Heute hat sich mir die Gelegenheit geboten, M. von meiner jüngsten Lektüre der Mitschriften von späten Vorträgen Rudolf Steiners zu erzählen. Die anlässlich des 21-jährigen Jubliäums der anthroposophischen Bewegung gehaltenen Vorträge gehören zum Alterswerk Steiners und stellen meiner Einschätzung nach die Essenz der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse dieser Zeit dar. Vieles ist sehr viel klarer und im großen Zusammenhang verständlicher durch diese Vorträge, was in früheren Beiträgen oft sehr ausführlich und weitverstreut begegnete. Mein Eindruck ist, dass M. sich von den auszugshaft wiedergegebenen Inhalten angesprochen fühlte. Vielleicht gelingt es mir ja, diese Texte und darin dargestellten Gedanken weiterzugeben. Denn es geht darin um ganz wesentliche Dinge. Interessanterweise kommt in diesen Vorträgen der Baum als Lebewesen und Symbol öfter als sonst in seinen Texten vor. Das zeigt mir, dass die symbolische Kraft des Baums als eindrucksvolles und weit verbreitetes Symbol für aufbauendes Leben auch vor über 100 Jahren präsent war, wie es dies bis heute geblieben ist und auch vor Steiners Zeit schon lange Zeit gewesen ist. Es lohnt sich absolut, auch weiterhin, z. B. in Form dieses Baumtagebuchs, den Bäumen, ihrer symbolischen Kraft und ästhetischen Ausstrahlung auf die Spur zu gehen und die damit zusammenhängenden Erkenntnisse immer noch weiterzuentwickeln.

Lebensthematische Bezüge auch trüben Tagen

Überwiegend nass, aber merkwürdig mild temperiert war dieser Tag. Und er hatte ganz kurze sonnendurchflutete Phasen, an denen man sich aufrichten konnte. Aber die Aufgabenpläne sind so lang, dass ohnehin nicht viel Zeit fürs Durchschnaufen bleibt. So konnte ich den Auftakt der Arbeitswoche produktiv und fortschreitend nutzen. Und auch an einem solchen eher ereignisarmen Tag sind die Bäume, ihre Früchte, die herbstliche Ernte, was man so alles daraus kulinarisch machen kann, wieder Gegenstand von Gesprächen. Ich weiß gar nicht, ob das bei anderen Familien auch so ist. Aber bei uns spielen die Bäume und ihre vielfältigen Bezüge tägliche eine Rolle. Ganz ohne, dass wir es darauf anlegen. Deshalb ist es kein Zufall, dass ich schon vor über 20 Jahren zu diesem Lebensthema gekommen bin und seitdem in vielfältigsten Formen daran arbeite.

Ein der alltäglichen Erfahrung entfließendes Thema

Nicht so viel bedeutet mir der gesetzliche Feiertag, aber trotzdem bietet auch ein solcher Tag Gelegenheiten zur Rückschau, zur historischen, regionsspezifischen und auch autobiographischen Rekapitulation von Teilen des Erlebten. Für mich dann auch eine der seltener gewordenen Chancen auf echte Kontemplation und Lektüre, die fern der für mich sonst anstehenden Informationsverarbeitung und kreativen Weiterentwicklung. Unabhängig von feiertäglichen oder arbeitsalltäglichen Eindrücken und Voraussetzungen, spielt das Baum-Thema eigentlich immer eine Rolle. Ich kann wirklich sagen, an jedem einzelnen Tag. In der einen oder anderen Form. Deshalb sind die Einträge im Baumtagebuch auch kein künstliches Konstrukt, sondern das Ergebnis einer bewussten Entscheidung und der konsequenten täglichen Umsetzung derselben. Der inhaltliche Stoff dafür entfließt den Erfahrungen und (inneren) Erlebnissen des Alltags, fast wie von selbst.

Bäume als Aufmerksamkeitslenker

Das Hin und Her beim Wetter sind wir ja schon gewöhnt. So stellen wir uns nach diesen Tagen mit wenig Sonne für das Wochenende auf wieder fast sommerliche Temperaturen und viele mehr Sonne ein. Gut so, denn das bedeutete den Start in einen schönen Altweibersommer. Natürlich wäre es klasse, wenn der mindestens 2-3 Wochen anhalten könnte. Das ist in Betrachtung der jahreszeitlichen Veränderung der Bäume, in diesem Zwischenstadium zwischen Sommer und Herbst, eine auch ästhetisch sehr anregende Phase, in der auch viel Aufbruchstimmung und Mut bei uns Menschen begünstigt ist. Und das benötigen wir aktuell dringender denn je. So bin ich sicher, dass die Bäume und ihre jahreszeitlich typische Ausstrahlung weiterhin einen ganz wesentlichen Beitrag zu unserer seelischen Gesundheit leisten – so wir sie auch immer bewusst wahrnehmen und in ihrem stetigen Wandel aufmerksam beobachten.

Ernüchternde Entwicklung des Sommers

Jetzt erinnert der Sommer doch sehr an den der beiden Vorjahre, die beide sehr verregnet waren. Gleich tauchen auch die Schnecken wieder auf, und die Pilze, die zwischen den Gemüsepflanzen und Blumen hervorsprießen. Es würde mir eigentlich reichen, nur sind noch mehrere Tage in diesem Stil vorhergesagt. Schade, wie sich dieser sommerliche Eindruck verschiebt, vor allem weil sich das so krass von dem unterscheidet, was wir schon erleben und im positiven Sinne schätzen konnten.

Die Energie von außen zurückerhalten

Noch so ein Tag. Und es scheint, dass der Hochsommer so schnell nicht zurückkommt. Seltsam, gerade auf seinem eigentlich vorgesehenen Höhepunkt. Die Bäume und Grünpflanzen werden es eine Weile noch mögen und schätzen. Aber wir Menschen hätte doch gerne wieder mehr Licht und Energie von außen zurück.

Vegetabile Vorbilder

Schön, dass wir auch im Verlauf solch heißer Sommertage noch an freundschaftliche Gesprächstraditionen anschließen können. Das ist schon wichtig und irgendwie auch notwendiger als jemals zuvor, weil das bloße Bewältigen des Alltags, das Abarbeiten von Aufgaben und Beseitigen von Hindernissen allein auf Dauer kaum erträglich ist. Die soziale Weiterverarbeitung ist mindestens genauso wichtig. Und dazu finden wir glücklicherweise doch an den meisten Tagen eine Möglichkeit, die Sinn macht und echt wirkt. Es ist diese Ehrlichkeit und auch das Orientieren am Bewährten und Traditionellen, wenn man so will das Konventionelle, das wir von der vegetabilen Natur um uns herum lernen können. Dort hat das Bewährte sicher einen zentralen Stellenwert. Es ist eine Überlebensgarantie und ein Erfolgsrezept für langfristiges Wachstum. Vielleicht sollten wir uns das zwischendurch vor Augen führen, wenn wir eine Pflanze in ihrer Lebensumgebung beobachten oder ihr begegnen.

Die Wahrnehmung des Hochsommers im Spiegel der Bäume

Es bleibt zwar anstrengend, aber auch an die Hitze könnte ich mich gewöhnen – solange ich mich nicht zu lange mit körperlicher Arbeit in der Sonne aufhalten muss. Die Pflückaktion am Samstag war da die genau richtige Beschäftigung zum Einstimmen auf den Hochsommer in seiner – noch – angenehmen Ausprägung. Und übermorgen wird es dann ja auch eine nasse Abkühlung geben – gut für die Bäume und alle Grünpflanzen, die neben dem Sonnenlicht immer auch eine Auffrischung ihrer Flüssigkeitsreservoirs benötigen. Ich hoffe, wir werden die richtigen Hochsommerwochen von ihrer schönsten Seite kennenlernen.

Lichtes Sommergrün in der heimischen Baumlandschaft

Heimische Baumlandschaft im Juni 2025

Das sind diese typischen Sommertage mit intensiver Sonneneinstrahlung und beträchtlicher Wärme, die uns am Abend jede Menge Gießwasser für die Sommerblumen herbeischaffen lässt und tagsüber recht anstrengend werden kann, wenn man sich viel draußen bewegen will oder soll. Aber wir sind natürlich auch froh, dass uns phasenweise diese Sommermomente gegönnt sind. Zu oft und lange haben wir das Gegenteil, eine komplette Abweichung vom Gewohnten erlebt. Gerade in den letzten beiden Sommern. Am Wochenende war diese typische Früh- und Hochsommerstimmung, das besondere flirrende Sommertage-Licht beim Gang durch die heimische Baumlandschaft spürbar. Und darin zeigt sich auch meine hier geäußerte Beobachtung, dass zurzeit vor allem das grüne Wuchern dominiert, aber nur wenige Farbakzente zu beobachten sind.

Sommer, Blumen und Bäume

Es ist die Zeit, in der die Beschäftigung, das tägliche Gießen und Betrachten der Sommerblumen am schönsten ist. Sie sind noch nicht sehr kräftig herausgewachsen, entfalten aber jetzt schon ihren Charme und werden auch von Passanten gelobt. Obwohl wir eigentlich jedes Jahr eine andere Zusammensetzung haben, ist es doch immer wieder eine runde Sache, mit kleinen Überraschungen und gelegentlichen Ausfällen. Aber insgesamt doch ein Erlebnis, auf das ich im Sommer ungern verzichte. Das hat in den letzten Jahren meine Begeisterung für die Bäume ergänzt. Manchmal gibts sogar Phasen, in denen ich mich den Blumen und Stauden stärker verbunden fühle oder diese mich mehr anziehen. Tatsächlich ist der Gang durch die heimische Baumlandschaft zurzeit v. a. von der sommerlichen Witterung und Atmosphäre geprägt. Die Bäume selbst sind eher unauffällig, weil es zurzeit vor allem grünt und weniger blüht. Auch Früchte sind noch spärlich, so dass die farblichen Akzente fehlen. Aber ich habe schon mal mit dem Fotografieren begonnen und werde sicher in den nächsten Wochen wieder einen Geschmack entwickeln.

Verlust von Gewissheit

Auch heute ein sparsamer Eintrag. Aber die Bäume bleiben mir immer im Gedächtnis und sind immer auch Gegenstand unserer Gespräche. Vielleicht ist das in diesen Zeiten noch wichtiger als jemals zuvor, weil fast alle Gewissheiten und Sicherheiten verloren gegangen zu sein scheinen. Symbole der Beständigkeit und unbeugsamen Individualität sind da von großer Bedeutung und Hilfe.

Was in diesen Tagen wichtiger denn je scheint

Ich freue mich auf Bewegung und Fortschritt bei meiner Arbeit. Aber zwischendurch auf jeden Eindruck von außen, der mit die Gegenwarte des Natürlichen offenbart. Diese Eindrücke sind in diesen Tagen für mich am wichtigsten, weil sie den Kopf auch wieder frei machen und auf anderes, Grundlegenderes lenken können. Die Beschäftigung mit der Symbolik, Ästhetik und Biologie der Bäume ist immer noch ein guter Weg, dies eindrücklich zu erreichen.

Überwindung des Technischen

Die Technik ist zurzeit anstrengender denn je, und ein Ende dieses Umstands ist kaum absehbar. So hoffe ich auf eine Entspannung in den nächsten Tagen. Und dass die Naturthemen, v. a. am Beispiel und im Spiegel der Bäume, wieder an Bedeutung im Alltag gewinnen. Dafür bedarf es einer grundlegenden Aufnahmebereitschaft. Auch die muss zunächst geschaffen werden – so mir das gegenwärtig gelingen sollte.

Äußere Natur als Katalysator

Die Zeit vergeht gefühlt mit zunehmendem Alter ohnehin immer schneller. Aber aktuell erscheint mir das noch verstärkt. Gerade diese Woche ist nur so dahingeflogen, leider von dem Eindruck begleitet, dass die Dinge nicht wirklich zügig vorangehen. Ich hoffe, das legt sich bald auch wieder, die Dinge werden wieder erwartbarer, gleichmäßiger und überschaubarer. Das schöne Wetter, die Wärme, die Sonne und das Grünen der Bäume und Pflanzen werden dazu beitragen können. Mehr noch vermutlich als sozial induzierte Motivation und Zuversicht. Diese natürliche Verstärkung von außen kann wie ein Katalysator wirken.

An die Energie der äußeren und inneren Natur anknüpfen

Wieder ein neuer Sonnenrekordtag. Das baut einerseits auf, weil es Energie von außen heranführt. Und doch kann es zum Aufhellen der Stimmung nicht so viel beitragen – bisher jedenfalls noch nicht. Dabei bin ich mit meinen Pflanzversuchen bei den Chili-Sorten schon ganz nah am Frühlingsthema dran, schon einige Wochen früher als der Frühling selbst. Ich setze jetzt auf Kontinuität, eine längere Phase mit sonnenreichem Wetter und guten Wachstumsbedingungen für die Pflanze, v. a. für die Bäume, die nach meinem Geschmack jetzt in den Frühling aufbrechen und uns den Frühling anzeigen sollten. Das ist doch das Beste, was uns gerade passieren kann. Von dem von Menschen Gemachten dürften wir uns nicht allzu viel auch mittelfristig erwarten. Da ist der Bezug zur äußeren Natur, aber auch die Innenschau in Richtung der geistigen Ursprünge und Verwurzelungen weitaus zukunftsträchtiger und auch besser geeignet, die dringend benötigten Veränderungen anzustoßen.

Baumfrühling: Früher oder später?

Ein kleiner Einbruch bei den Sonnenstunden hat den tollen gestrigen Sonnentag leider nicht nahtlos fortgeführt. Aber wie es aussieht steht doch für die nächste Zeit alles im Zeichen des Frühlings, fast schon passend zum kalendarischen Frühlingsanfang. Das ist gut für meine selbst gezogenen Gemüsepflanzen, die dann gut wachsen und – sofern es um die gerade ausgesäten geht – recht schnell keimen. Mit dem Mehr an Licht wird bei den schön herausgewachsenen auch die Wärmematte nicht mehr notwendig sein, das Licht ist dann wichtiger und dass ich sie nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig gieße. Am motivierendsten dürfte das Sonnenlicht jetzt aber für die Bäume sein. Meist sind die ja gerade besonders zögerlich, bevor sie sich trauen, die Blätter, Asttriebe oder Blüten auszutreiben. Und wenn sich Verzögerungen einstellen, heißt das meistens, dass doch noch frostige Tage und Nächte kommen könnten. Die Bäume haben für das einen besonders weitblickenden und vorausschauenden Sinn, der weiter reicht als der der am meisten wetterfühligen Menschen. Ich bin gespannt, wie früh oder spät der Baumfrühling sich in diesem Jahr zeigen wird.

Natürliche Verstärkung, die entlasten kann

Schade, den ganz sonnendurchwirkten März werden wir dieses Jahr wohl nicht erleben. Solche Märze gab es auch schon, in denen die Summe der Sonnenstunden schon fast der eines Hochsommermonats entsprach. Aber immerhin waren es ca. 10 Tage in Serie, die richtig lichtreich ausfielen. Das kam uns im aktuellen Krisenmodus gerade recht. Diese natürliche Verstärkung von außen mobilisiert doch so einige Selbstheilungskräfte und baut psychisch ein wenig auf. Gerade da, wo die eigenen Kräfte herausgefordert und vielleicht auch überfordert sind, können wir auf diese Unterstützung natürlicher Energie von außen zählen und uns ein Stück weit dadurch entlasten. Wenn wir zwischen Frühjahr und Spätherbst am Beispiel des jahreszeitlichen Baumzyklus das Werden und Vergehen des Vegetabilen in all seinen Facetten, Farben und Formen mitverfolgen können, ist das mir in dieser langen Zeit ein Trost. Und mit der Baumsymbolik bleibt mir die Energie der Bäume auch in der dunklen und glanzlosen Jahreszeit erhalten.

Möglichst weit weg von kultureller Überformung

Auflösung und Verzögerung, dieser Tag war wieder einmal, wie so oft in jüngster Zeit, von einem Wechsel zwischen Gewissheit und Intransparenz, zwischen flüssigen Abläufen und stockenden Prozessen geprägt. Ein Wechsel, der in unsere immer regellosere Zeit zu passen scheint. Wie wenn es darum ginge, Übung im Umgang mit diesen Zuständen zu gewinnen, vielleicht um sie besser ertragen zu können, wo sie doch vermeintlich zum festen Erfahrungsschatz geworden sind und ihnen eine gewisse innere Notwendigkeit zu eigen zu sein scheint. Kann sein, dass ich damit übertreibe, aber dieser Eindruck drängt sich zunehmend auf. Umso erholsamer und ausgleichender sind Erfahrungen und Begegnungen, die sich auf ganz anderer Ebene bewegen. Vor allem naturbezogene Erfahrungen und Begegnungen, die möglichst weit von kultureller und kommunikativer Überformung entfernt sind. Wenn das Bewusstsein für den ausgleichenden Wert dieser Dinge wieder zunimmt, haben auch die im Baumtagebuch verarbeiteten Themen rund um das Mensch-Baum-Verhältnis wieder eine Chance und können dann wieder bereichernder wirksam werden.

Bäume, Kommunikation und Selbstreflexion

Die Jahrzehnte andauernde Beschäftigung mit Kommunikationsfragen, besonders mit denen des Verstehens, der Verständigung und der kommunikativen Transparenz, zahlt sich in Situationen wie den in den letzten Tagen erlebten dann doch aus. Immerhin konnte ich etwas klären, was offensichtlich mit Missverständnissen, organisatorischen Defiziten, falschen Auffassungen und misslungener Informationsübermittlung zu tun hatte. Das war mir zwar schon seit Tagen klar, aber das Problem dann wiederum kommunikativ zu vermitteln und bei den Beteiligten den richtigen Ton zum richtigen Zeitpunkt zu treffen, ist eben auch für Kommunikationsprofis nicht so einfach und erfordert nicht unerhebliche Anstrengung. Noch schöner wäre es natürlich, wenn nicht nur kommunikative Unklarheiten aus dem Weg geräumt, sondern auch praktische Probleme hätten aufgelöst werden können. Das ist allerdings noch nicht der Fall, nur die Möglichkeit ist wahrscheinlicher geworden. Wenn ich den Zusammenhang zwischen diesen Fragen und Erlebnissen, dem kommunikativen Dauerthema, sowohl privat als auch beruflich, mit den Themenfeldern herstellen möchte, die in diesem Baumtagebuch zur Sprache kommen, dann würde ich sagen: Die Auseinandersetzung mit dem Symbol- und Ästhetik-Facetten der Bäume ist besonders gut geeignet, eben dieses Transparenzbedürfnis und das Verständnis für Hürden, Hemmnisse und Chancen menschlicher Kommunikation zu intensivieren, zu schärfen, das einen wesentlich Teil meiner beruflichen Herausforderungen ausmacht. Vor allem deshalb kann ich sagen, dass ich von den Bäumen etwas lernen kann bzw. immer wieder mit der Referenz auf die Individualität der Bäume eigenes Selbstverständnis besonders gut spiegeln und reflektieren kann. Ich denke, das können die meisten auch so nachvollziehen, aber für mich ist der Zusammenhang von besonderer Bedeutung und hat für mein Leben einen besonderen Stellenwert.

Natürliche Grundlagen von den Bäumen lernen

Fast ein ganzer Tag, der im Dienst der Gesundheit stand und dem sicher noch einige ähnliche folgen werden. Das ist bei uns gegenwärtig ein Schwerpunkt, neben den anderen Dingen, die alle beschäftigen. Aber von Zeit zu Zeit ist es eben wichtig, sich diesen Grundlagen zu widmen, um in gemäßigteren Lebensphasen mehr Ruhe zu haben und so etwas wie Kreativität entfalten zu können. Auch dafür gibts Mindestvoraussetzungen. Dass die aktuell nicht mehr selbstverständlich sind und zudem immer seltener erkannt werden können, ist eine herausragendes und überdeutliches Merkmal unserer Zeit. Ein krasser Gegensatz zu den Jahren z. B. der eigenen Kindheit, in der ein ganz anderer Geist vorherrschte, im Vergleich zu dem unserer derzeitigen Erlebnisse unvorstellbar erscheinen. Wir haben uns damals tatsächlich in anderen Sphären aufgehalten. Naturnäher, näher am Ursprünglichen war das zwar nicht. Aber sehr nah an dem, was man ohne zu viel kulturelle Überformung sehen, verstehen und begreifen kann. Menschliche Verrücktheiten und moralische Verdrehungen wie die, die uns heute kaum noch verwundern können, wären uns damals undenkbar gewesen, wie sie den Wesen des Pflanzenreichs heute und generell bedeutungslosen sein müssen. Es ist das, was ich meine, wenn ich hier im Baumtagebuch öfter von den natürlichen Grundlagen und den Basisthemen rede. Wir können in Bezug auf die immer wichtiger werdende Erdung, die uns Richtung und Neuorientierung vermitteln kann, von den Bäumen sehr viel lernen.