Vom vorhersehbaren, aber fragilen Reifen der Pfirsiche

Es ist interessant zu beobachten, dass sich die Erfahrungen mit dem Reifen der Pfirsiche aus den Vorjahren tatsächlich bestätigen. Ich hatte vorausgesagt, dass der vor einer Woche endlich zurückgekehrte Regen den Früchten einen Reifeschub verleihen würde. Das war dann tatsächlich auch so. Obwohl wir nun wirklich den sonnenreichsten und heißesten Sommer aller Zeit hinter uns haben, waren die Pfirsiche dennoch bis zuletzt noch grün und ziemlich klein ausgewachsen. Erst die wenigen Tagen Regen haben sie innerhalb einer Woche sehr schnell reifen lassen. Manche sind schon drüber und verfault, andere brauche noch einige Tage. Aber es sind auch welche darunter, die genau auf dem Punkt sind und eigentlich gepflückt werden müssten. Es ist eben auch ein zeitliches Problem, nachdem wir seit Wochen mit dem Baumobst beschäftigt sind. Aber für 2-3 große Bleche meines Rührteig-Eierlikör-Kuchens mit Pfirsichen sollte ich doch eine paar Schüsseln mit sehr schönen Exemplaren auswählen können. Die werden dann gehälftet und mit der flachen Seite in den Teig gedrückt, anschließend mit der Eierlikörsoße übergossen. Das ist eines der leckerste Baumobst-Kuchenrezepte, die mir in den letzten Jahren begegnet sind. Die Kombination mit Pfirsichen statt der im Rezept genannten Mischung aus Äpfeln und Zwetschgen ist allerdings meine persönliche Erfindung. Ich meine, mit Pfirsichen ist es noch deutlich stimmiger.

Obstkuchenvorhaben inklusive neuer Kreationen

Die Pfirsiche an dem kleinen Baum im Garten reifen jetzt erkennbar aus. Viele von ihnen haben schon eine gelbliche Farbe angenommen, sind beim Drucktest aber noch fest und insofern noch nicht erntereif. Ich denke, nach dem Regennachschub der letzten Tage und mit Aussicht auf eine Rückkehr der Sonne ist die Vollreife zumindest in greifbarer Nähe. Und damit bestehen auch gute Aussichten, auch dieses Jahr wieder einen meiner Lieblingskuchenrezepte umzusetzen, nämlich das mit der Eierlikörsoße über Pfirsichhälften, die in einen Rührteig gesetzt wurden, alles auf ein großes quadratisches Backblech verteilt. In der Regel werden das mehrere solche großen Blechkuchen, die ich in schmale Abschnitte teile und einfriere. Das ganze Jahr über freuen wir uns dann auf diese Kuchenspezialität, die zu allen Jahreszeiten passend scheint. V. hat außerdem ein neues Rezept gefunden, ein Käsekuchen mit Fruchtspiegel, für den wir neben dem eigentlich vorgesehenen Pflaumenmus evtl. unsere Mirabellenmarmelade vom Vorjahr oder die Maulbeermarmelade ebenfalls vom Vorjahr verwenden könnten. Das wäre dann eine etwas andere Art der Verwendung unserer Baumfrüchte.

4 Mirabellenkuchen und eine gemischte Neukreation

Immerhin, in der Neuauflage unserer fast schon traditionell gewordenen Hefekuchenaktion haben wir es heute auf immerhin 4 Mirabellen-Hefekuchen gebracht. Und einen fünften Kuchen konnte ich am Rand mit den restlichen Mirabellen belegen, die Mitte habe ich mit den heute eingekauften Heidelbeeren ausgelegt. Zumindest optisch ist diese unbekannte Variante ein Gewinn, auf den Geschmack mit den Heidelbeeren auf Hefeteig bin ich sehr gespannt. Wie immer hat M. den Hefeteig, diesmal nach einem neuen Rezept gemacht und auf die Bleche verteilt, das hat gut funktioniert, auch wenn der Teig etwas anders aussah und auch anders aufgegangen ist, als wir das gewohnt waren. V. hat den Eimer Mirabellen von der gestrigen Pflückung dann entkernt. Und meine Aufgabe war natürlich das fachgerechte Auslegen, nach der mir eigenen Methode, sehr dicht, hochkant gestellt und ziemlich konzentrisch. Die Ergebnisse sehen wie immer gut aus. Und morgen werden wir die meisten davon sicher gleich einfrieren.

Neue Gepflogenheiten und Konstanten

So viele Kuchen hatte ich in früheren Jahren noch nie gebacken. Heute sind wieder zwei hinzugekommen, fast scheint es, das sei nun für Samstage der neue Standard. Spaß macht es mit den neuen Maschinen immer noch, mit Bezug zu V möglicherweise künftig verordneten Einschränkungen könnte es allerdings in nächster Zeit weniger angebracht sein, die neue Gepflogenheit weitzupflegen. Möglicherweise lege ich demnächst eine längere Pause damit ein oder schränke es auf andere Art ein. Am Nachmittag ging es dann bei klirrender Kälte, aber sehr schönem Licht an die Drechselarbeit. Die Finger sind mir erst beim Saubermachen eingefroren, zuvor war es trotz der niedrigen Außentemperatur sehr schön. Fast scheint es, die Sonne allein wärmt schon auf, was zwar nicht wirklich der Fall ist, aber im Ergebnis solche Wirkung hat. Mit dieser Arbeit habe ich die Grundlage für die nächsten Bearbeitungsschritte in der kommenden Woche gelegt, die ich meist auf zwei bis drei Phasen verteile. Diesmal sind es die Esskastanie und die Weide, die auf dem Lebensbaum-Programm stehen. Und wie ich am Abend gesehen habe, kommt einige Tage später mit der Tanne noch ein weiteres Projekt bei der klassischen Marke der Wunschbaum-Manufaktur hinzu.