Ein Themenfeld gegen Scheuklappen

Nach dem intensiven Einsatz gestern mit viel körperlicher Arbeit war die Ruhe dieses Sonntags bei gemäßigter Temperatur und durchwachsenem Wetter eine Wohltat. Deshalb habe ich den Tag auch mit möglichst wenig unterschiedlicher Aktivität ausgefüllt, um der Kleinteiligkeit meiner gegenwärtigen Projektarbeit wenigstens an diesem Wochenendtag etwas entgegenzusetzen. Das Problem beim Kleinteiligen ist eben, dass man bei aller Bewusstheit doch immer wieder Gefahr läuft, den Überblick und vor allem den Sinn fürs Wesentliche und Grundlegende aus den Augen und dem Sinn zu verlieren. Das aber ist auch für die einzelne Projektarbeit gerade im Kommunikationsbereich nicht gut. Auch deshalb sehe ich die grundlegende Arbeit mit der Symbolik der Bäume, mit Symbolik allgemein und auch die kunsthandwerkliche Arbeit mit Holz als einen wichtigen ausgleichenden Bestandteil meiner Arbeit und meines Lebens. Die Ausgewogenheit ist aus den anderen Kommunikationsprojekten heraus nicht erwartbar, da muss etwas ganz Ursprüngliches und Zeitloses, wie es bei den Bäumen als Archetypen nun mal der Fall ist, im Mittelpunkt stehen. Darin sehe ich die wichtige Funktion dieses Themenfelds und meiner Beschäftigung auf seiner Basis: Vereinseitigung, Extremes und Scheuklappensicht im lebenspraktischen Ergebnis zu vermeiden.

Bäume, Gleichgewicht und sinnhafte Parallelwelt

Trotz zeitweiliger Störungen nehme ich diese Hochsommerphase doch so wahr, dass sich meine verschiedenen Aktivitäten und Perspektiven sehr gleichgewichtig entwickeln. Das ist natürlich auch von äußeren Faktoren abhängig, von Gelegenheiten, dem nachzukommen, von Anfragen, die die ausgleichende Tätigkeit erfordern und den Gleichstrom z. B. der Routine-Projektarbeit unterbrechen. Es ist dann eine Kunst, die äußeren Einflüsse so zu lenken, dass auch praktisch, im Ergebnis, ein verantwortbares und praktisch umsetzbares Gleichgewicht zustande kommt. Das aber ist immer auch eine Herausforderung, erfordert eine kleine Anstrengung, weil es nicht von selbst so kommt, weil man genau hinsehen und die richtigen Weichen stellen muss. Wenn ich von Gleichgewicht rede, dann spielen für mich fast immer die Bäume eine Rolle, die in der Beschäftigung mit ihnen Gedanken und Motivationen außerhalb quasi auflösen können. Dadurch können phasenweise sinnhafte Parallelwelten entstehen, die ihre eigenen Gesetze und ihre eigene Logik kennen. Das Ganze funktioniert deshalb, weil die Bäume diese lebenssymbolische Nähe zu uns Menschen haben und das wechselseitige Spiegeln damit sehr leicht ist. Man erkennt im Leben und der bloßen Präsenz der Bäume Gemeinsamkeiten zur eigenen Existenz und eigenen Befindlichkeiten. Im Vergleich, der sich am besten an einer konkreten symbolischen Formgebung oder kreativen Verarbeitung festmacht, kann man so etwas gewinnen, was außerhalb solcher Symbolarbeit nicht vorhanden wäre.

Sinnhafte Formfindung

Es ist gut, dass sich bei diesem Super-Hochsommerwetter die Projektaufgaben überlagern und vieles parallel weiterzuentwickeln ist. Das natürliche und jahreszeitliche Außen wirkt da für mich beflügelnd, vieles scheint leichter von der Hand zu gehen, trotz der Hitzebelastung. Und dann scheinen mir bestimmte Erfahrungen auch nicht ganz so frustrierend, dann kann ich bestimmte Dinge leichter mit praktischem Kalkül abarbeiten, ohne den letzten Sinn verwirklichen zu müssen. Dennoch bin ich ganzjährig und nicht nur in solchen Situationen froh, Themen und Aufgaben zu haben, die vom Sinn und der sinnhaften Formfindung leben. Die Arbeiten der Wunschbaum-Manufaktur gehören dazu. Ein Lebensthema, das Teile der Lebensarbeitszeit sinnvoll ausfüllt – für mich ist das zufriedenstellender als vieles andere.

Hochsommer-Auszeit mit kreativem Ausgleich

Eigentlich ist es ganz gut, wenn die Hochsommer-Auszeit sich noch eine Weile fortsetzt. Es ist die schon so oft erwähnte Unwirklichkeit im Handeln und der Kommunikation, die sich in diesen Tagen geltend macht und für die es eine Art flächendeckende Übereinkunft zu geben scheint. Das ermöglicht es, die Vorhaben etwas ruhiger anzugehen, zumal wenig Rückmeldungen kommen, was sich auch in erhöhter Produktivität und Geschwindigkeit auswirken kann. Für die kommenden Tage wird es einige kreative Einsätze geben, die mich viel Energie kosten, aber die konzeptionelle und inhaltliche Fleißarbeit des Arbeitsalltags so unterbrechen, dass diese wieder den benötigten Ausgleich erhalten. Auch das ist eine Notwendigkeit, die durch die Vielfalt und divergierende Art meiner Projekte begünstigt wird. Eigentlich eine Gnade. So freue ich ganz besonders, dass gegen Wochenende erneut eine Holzarbeit anstehen wird, bei der wieder verschiedenen Baumarten in Kombination gesetzt werden. Neue Anfragen und Beispiele dafür hatte ich in jüngster Zeit zahlreiche, so setzt sich eine Art Trend weiter in dieser Sommerzeit weiter fort.

Lob des gleichmäßigen Sommers

Ich freue mich, dass wir wohl einen Sommer vor uns haben, der mit regelmäßigerem Sonnenschein gesegnet ist. So zumindest schien sich der Verlauf der Witterung in diesem Frühjahr anzudeuten. Es ist alles gleichmäßiger als in den Vorjahren, mit weniger extremen Schwankungen. Und man hat das ja auch an der im Durchschnitt sehr guten Sonnenstundenbilanz des Monats Mai gesehen, die so gar nicht aufgefallen war, weil die Extreme eben nicht hervorgestochen sind. Das sind die besten Sommer, die man als solche erkennen kann, die quasi automatisch mehr Aktivität im Freien, eine stärkere Außenorientierung provozieren, ohne dass das wie Anstrengung anmuten muss. Nach so viel Krise, die wahrlich zwar noch nicht beendet ist, kann uns die Jahreszeit in dieser Form eine Erleichterung verschaffen. Ich wünsche mir persönlich viele Gelegenheiten, auch handwerklich draußen zu arbeiten. Die Arbeit mit den verschiedenen Holzarten im Sommer hat einfach etwas unvergleichlich Anregendes, was mit der konzentrierten und eher abgeschiedenen Arbeit im Winter nicht zu vergleichen ist.

Sonntage, Arbeitsroutinen und Alternativtätigkeiten

Die Ruhe heute war bei dem angestrengten gestrigen Gartenarbeitstag genau das Richtige. Und dennoch bleiben solche Folge-Ruhetage für mich immer etwas unbefriedigend, da sie vor allem der Rekreation dienen und dann weniger Zeit bleibt für Dinge, zu denen ich meist nur an Sonntagen komme. Schade, so muss ich das verpasste während der Woche irgendwie dazwischenschieben, was sich in der Regel schwierig gestaltet. Aber ich will die motivierende Wirkung dieser Jahreszeit mitnehmen und versuchen, von angedachten Routinen auch mal abzuweichen, wenn es so besser zu arrangieren ist. Dass ich neben der vielen Projektarbeit, die immer sehr zielgerichtet und kundenorientiert sein muss, auch immer wieder Gelegenheit zur Umsetzung meiner Baumprojekte habe, stimmt mich zufrieden und zuversichtlich, auch längerfristig die erdende Grundlage mir selbst aktualisieren zu können. Das ist eben nicht selbstverständlich, eher ein Akt der bewussten Wahrnehmung und der bewusst gelenkten Aufmerksamkeit. Glücklicherweise bringe dafür jede Menge Übung mit. Bleibt nur zu wünschen, dass die äußeren Bedingungen es häufig erlauben, diese Alternativtätigkeit auch in die Tat umzusetzen. Nur dann zeigen sie ihren Wert.

Landschaftsorientierung als Ausgleich

Die so angenehme, weil landschaftlich reizvolle Überlandfahrt konnte ich heute nach kurzer Zeit wiederholen. Eigentlich, weil es V. zu viel war, die Fahrt selbst anzutreten. Das war zwar außerplanmäßig, aber andererseits auch eine Abwechslung und ein Ausgleich für die viele konzentriert Projektarbeit, bei der es von Zeit zu Zeit wichtig ist, den Kopf frei zu machen durch Aktivitäten, die weniger mit Denken und Gestalten zu tun haben. Was könnte da geeigneter sein als ein Gang oder in dem Fall eine Fahrt durch die heimische Landschaft, wobei man Eindrücke der frühlingshaften Baumlandschaft und die frühsommerliche Stimmung der Menschen in sich aufnehmen kann. Ein bisschen Auszeit nach außen gerichteter Orientierung als Gegenpol zu der sonst eher nach innen gerichteten professionellen Anspannung und Anstrengung.

Ostern, Frieden, geistige Grundlegung für eine Normalisierung

Eine stimmigere Entsprechung von christlicher Feiertagsbedeutung und der frühlingshaften Anmutung mit Sonne und viel Licht hätte es kaum geben können. So konnten wir diesen Ostersonntag auch durch die äußeren Bedingungen wie einen hohen Feiertag erleben und uns über die Ruhe und das Festliche freuen. Natürlich ist all das Gegensätzliche in der Welt auch an solchen Symboltagen präsent, kaum jemand wird sich dem entziehen können. Aber wenn es nicht möglich ist, an einem Feiertag wie Ostern, der für Neuanfang, Liebe und Frieden steht, hoffnungsvolle Gedanken in Richtung einer Normalisierung zu entwickeln und diese auch kommunikativ auszustrahlen, dann überlassen die Menschen dem Grausamen und Bösen das Feld. Dabei sind gerade die traditionellen Symbolsysteme genau das, was in Krisenzeiten mit permanenten Ausnahmesituationen Halte- und Orientierungspunkt für eine ausgleichende, umkehrende Veränderung bietet, die Enthemmungen wie den gerade zugemuteten keine Chance mehr lässt. Es gibt zahlreiche Ebenen im Alltag, in denen man auf geistiger Ebene zu der Grundlegung für eine Normalisierung beitragen kann. Ich selbst kann das zum Teil im Rahmen meiner Kommunikationsarbeit tun, aber auch mit den Wunschbaum-Projekten, die von vorneherein auf das Grundlegende, Allgemeinmenschliche bezogen sind und ebendies auch zu stärken helfen.

Außermenschliche Natur und ausgleichende Gedankeninhalte

Fast jeder, den ich treffe, ist von den weltpolitischen Ereignissen dieser Tage schwer getroffen. Man kann es eigentlich nicht glauben, wie der Ukrainische Präsident es heute selbst ausgedrückt hat: Mitten in Europa, im Jahr 2022. Wie kann so etwas überhaupt sein. Antworten sind nach menschlichen Maßstäben nicht gegeben und wird die Energie und Zuversicht ganzer Völker stark in Anspruch nehmen. Aber ich denke, dass diese Gedanken und alle Energieströme, die davon ausgehen, ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Die Gedanken werden sich bündeln und dieser irren Aggression das Möglichste entgegensetzen. Damit die Aggressoren aus ihrer Wut erwachen und bald schon ein Ansatzpunkt für Gespräche überhaupt wieder gegeben ist. Ich wünsche mir einen Stopp, bevor unzählige Menschen leiden und sterben müssen. Damit unsere Gesellschaften und die Welt als Ganze sich weiterentwickeln kann und nicht in tiefste und grausamste Zustände zurückgeworfen wird. Alles, was wir aus der nicht menschlichen Natur an Grundlegendem, Erdverbundenem und Ausgleichenden dafür nutzen können, muss jetzt in die Waagschale geworfen werden. Ich versuche mit meinen absolut friedvollen Baumsymbolprojekten einen winzigen Beitrag zu leisten, der u. a die aktuell erlebten Grausamkeiten als indiskutabel und zerstörerisch, eben das Gegenteil von aufbauend entlarvt.

Gesunder Ausgleich

Die Zeit scheint sich weiter zu beschleunigen. Jedenfalls scheint es so, als ob die Zeit des Tages nicht ausreicht, alles so zügig abzuarbeiten, wie mir das vorschwebt. Das ist sicher den Umständen, der konkreten Aufgabensituation zuzuschreiben. Aber es ist auch eine Frage der empfundenen inneren Zeit, die gerade schneller zu vorüberzugehen scheint als die der Uhr. So halte ich mich an die Gelegenheiten, dieses Projektarbeitszeit bzw. ihre Wahrnehmung zeitweilig zu durchbrechen und im Rhythmus der Bäume, vermittelt über ihre Symbolik und zeitlos individuelle Präsenz, einen gesunden Ausgleich zu schaffen.

Neuer Blickwinkel

Immerhin, gemessen an der Krisenstimmung verlief dieser Januar sehr intensiv, ereignisreich und mit zahlreichen Initiativen, die größtenteils auch versprechen, weitergeführt zu werden. Das Baumthema und die Arbeit an Hölzern mit Lebensbaum-Bezug spielten für diesen Start ins neue Kalenderjahr bei mir eine wesentliche Rolle. Vielleicht auch, weil die Menschen sich nach Normalität und Einfachheit, nach Verlässlichkeit und allgemein Dingen sehnen, die sich nicht so schnell verändern, die man nicht so oder so leicht umdeuten und umbewerten kann und muss. Die Bäume und alles, was an ihnen symbolisch, kulturhistorisch, botanisch medizinisch und alltagspraktisch hängt, eigenen sich dafür besonders gut. So verwundert es mich nicht, wenn sich die Aufmerksamkeit wieder stärker in ihre Richtung bewegt. Das kann auch anderes beleben, was auf ganz anderen Ebenen angesiedelt ist, das man dann aber unter anderem, neuen Blickwinkel betrachten kann.

Bäume und Ausgleich

Ein ruhiger Sonntag mit viel Routinearbeit. Ich freue mich auf die Auflösung technischer Probleme und sehe mit Erleichterung auf handwerkliche Holzarbeiten, die mich auch in der neuen Woche begleiten und die den Techniküberhang ausgleichen. Wie die Bäume überhaupt etwas Ausgleichendes für mich und meine Seele haben.

Baum-Thema und seelische Balance

Gefühlte Katastrophen scheinen in diese Zeit zu passen. Jedenfalls häufen sich die Ereignisse und Erfahrungen, auf die wir lieber verzichten würden, weil sie alles noch komplizierter machen. Dabei ist die Zeit schon kompliziert genug, zu kompliziert, um das seelische Gleichgewicht konstant zu halten. Da kommt dann vieles ins Wanken, umso wichtiger, sich zwischendurch Zeit zu nehmen, bewusst Zeit zu schaffen, um eben diesen Ausgleich wieder herzustellen. Ich wünsche allen ein Thema wie mein Baum-Thema, und natürlich die zeitliche Möglichkeit und die Bereitschaft, sich diesem Thema zu widmen, um allzu Divergierendes und Belastenden zusammenzuführen, nicht im Sinne von Ablenkung, eher im Sinne einer Besinnung auf grundlegend Wichtiges, mit dem wir eine innere Beziehung zu uns selbst und unseren geistigen Quellen herstellen können.

Jahresendliche Routinen

Die Routineerledigungen gegen Ende des Jahres scheinen kein Ende zu nehmen. So konnte ich eine weitere Unvermeidlichkeit heute endlich abschließen und daneben andere für den Samstag typische Haushaltsangelegenheiten erledigen. Das war trotz der Intensität ganz erfrischend, nach all dem Abarbeiten außerplanmäßiger Katastrophen und Hindernisse während der letzten Wochen. Und dass ich am Nachmittag erneut mich der Holzarbeit zuwenden durfte, diesmal eine Armbandform mit drei verschiedenen Holzarten bzw. Bäumen, war ein gelungenen und gleichgewichtiger Abschluss dieses arbeitsreichen Tags. Für den Transport des diesjährigen Weihnachtsbaums, den ich Anfang der Woche aussuchen will, habe ich auch gleich einmal vorgesorgt. Bisher hat das im PKW immer noch funktioniert, aber einige Vorkehrungen sind doch erforderlich, damit ich das auch alleine durchführen kann.

Offener Geist

Es war in den vergangenen Jahren nicht selten, dass persönliche, meist körperbezogene Katastrophen ausgerechnet kurz vor Weihnachten auftauchten und die Adventszeit zur Krisenzeit machten. Dabei haben wir eigentlich Krise genug. Heute also wieder ein solches Ereignis, auf das wir lieber verzichtet hätten. Da treten dann die Symbolthemen oberflächlich in den Hintergrund, auch wenn ich eigentlich auch an solchen Tagen mit ihnen beschäftigt bin. So heute wieder mit der Produktion eines Lebensbaum-Armbandes, mit allem, was an Reflexion zur Energie und Ästhetik des Baums und seines Holzes dazu gehört. Diesmal ging es um den Feigenbaum. Dieses kontinuierliche Mitlaufen der Arbeit mit Symbolformen ist auch insofern wertvoll und ausgleichend, weil es ganz außerhalb des Körperlichen, jedenfalls der Menschen liegt und den Geist offenhält.

Gleichgewicht und interdisziplinäre Denkart

So viel technische Herausforderung hätte ich für diesen Spätsommer nicht erwartet. Dieses Thema zieht sich für mich schon durch das ganze Jahr und scheint kein Ende zu nehmen. Aber wie so oft ist das ein Vorzeichen für kommenden Ausgleich. Sicher wird die Arbeit an Inhalten und im Umfeld von Bedeutungen und Symbolen künftig wieder dominanter werden. So lange, bis die Technik erneut ihre Anforderungen geltend macht. Eine gute Mischung, die nur manchmal zu sehr in die eine oder andere Richtung sich verlagert. Insgesamt ist mir der Wechsel und das relativ gleichgewichtige Nebeneinander beider Welten aber sehr sympathisch, fügt sich am besten in meine interdisziplinäre Denkart ein. Und selbst wenn das Formale und Technische tatsächlich einmal den Tag beherrscht, habe ich doch meist, in Gestalt der Baumtagebuchs sogar täglich, auch den Bezug zum Symbolischen, dessen ich nie überdrüssig werde und in dem ich mich immer wieder üben und kreativ betätigen kann.

Langzeitprojekte und Bestätigung

So arbeitsintensive Tage wie dieser haben auch etwas Bestätigendes. Auch wenn es überwiegend kommunikationsbezogene Projektarbeit war, hatte es auch kreative Elemente und systematische Herausforderungen, die sich in dem Fall auf hohem Niveau abspielten, weil es u. a. darum geht, eine sehr lange entwickelte Aufgabe auf die Zielgerade zu führen. Da bewegt man sich sozusagen auf absolutem Expertenniveau und kommt auch mal in rascher Folge zu zufriedenstellenden Lösungen. Wenn zwischendurch dann doch auch wieder Anfragen bezüglich meiner Manufakturarbeit und mit Bezug zur Baumsymbolik eintreffen, ist mir das eine schöne Bestätigung auch dieses Langzeitprojekts und eine beruhigende Aussicht auf ausgleichende handwerkliche Arbeit spätestens am Wochenende.

Baumthemen und Krisenverarbeitung

Das ist schon ein vorsichtiges Abwarten, was die Einstellung und kommunikative Perspektive der Menschen zurzeit flächendeckend kennzeichnet. Nicht wirklich überraschend, weil sich das seit 1 ½ Jahren mit kleinen Unterbrechungen, Auf- und Abwärtswellen, fortsetzt und zunehmend verfestigt. Nur fragt man sich, woher in diesem Umfeld und diesen Stimmungslagen die altbekannte Zuversicht, der Mut, sich auf Neues einzulassen, Neues ins Leben zu rufen und weiterzuentwickeln, woher das wieder kommen soll. Mehr Mut trotz der vielen Hemmnisse, Rückschläge und Enttäuschungen ist eigentlich dringend notwendig. Ein Rezept ist nicht in Sicht, aber ich weiß aus langjähriger Lebenspraxis, dass ein Abstandnehmen, in Auszeiten zwischendurch, aber auch kurzzeitig an jedem Tag, sehr wichtig und förderlich sein kann, um immer wieder Anlauf nehmen zu können. Gerade der Rückgriff auf Themen, die mit unseren natürlichen Grundlagen, insbesondere den Pflanzen in unserem Umfeld zusammenhängen, kann belebend wirken. So hoffe ich, nicht nur für mich selbst, die Beschäftigung mit den Bäumen, ihrer Symbolik, Energie und Ästhetik, auch weiterhin zur Krisenverarbeitung einsetzen und anderen daraus etwas mitgeben zu können.

Für ein Gleichgewicht im Denken und Handeln

Ein produktiver Arbeitstag mit viel Beratung und kreativen Aufgaben. Bei solchem Spätsommerwetter fällt diese Arbeit leicht. Wenn ich die Alternative der kunsthandwerklichen Betätigung im Hintergrund habe, ist es umso gleichgewichtiger. Dann habe ich den Eindruck und die tatsächliche Erfahrung des Ausgewogenen. Und einen dauerhaften Bezug zu den natürlichen Grundlagen, die ohne das allzu leicht in den Hintergrund treten. Für das seelische Gleichgewicht und auch für kreatives Arbeiten und bereichernde Kommunikation ist solcher Ausgleich, ein Wechsel zwischen den Denk- und Handlungsebene, schon von nicht unerheblicher Bedeutung. Ich erfahre das selbst immer wieder und hoffe, einiges von dieser Erkenntnis auch weitergeben zu können.

Gleichmaß, Ausgleich und Abwechslung

Nach so viel Bildschirmarbeit war mir die handwerkliche Abwechslung heute Nachmittag gerade recht gekommen. Wenn sich die Tätigkeiten vereinseitigen, wächst in mir das Bedürfnis nach einem Ausgleich, der den Kopf wieder frei macht und auch verhindert, dass sich Denkweisen und Routinen verselbständigen. Insofern ist die kunsthandwerkliche Arbeit mit Holz ein wichtiger Regulator, um Kreativität dauerhaft auf hohem Niveau möglich zu machen. Denn gerade bei dieser handwerklichen Arbeit geht es um Genauigkeit und Gleichmaß, aber eben nicht um dieses begriffliche Fixieren und technische in die Tiefe gehen. Gerade die Wiederholung gleichartiger Arbeitsgänge hat meditative Qualität und lässt die Seele sich in ganz anderen Gebieten frei bewegen. Das kann neue Energie freisetzen und für die Projektarbeit auch auf technischem und wortsprachlichem Feld förderlich sein.

Erdende Erholung

Eigentlich ist es gut, vor allem für die über Jahre von anhaltender Hochsommerhitze geschädigten Bäume, dass dieser Sommer wieder wechselhafter ausfällt. Eigentlich ähnlich den Sommern, „wie sie einmal waren“. Und die waren eigentlich so, dass sich sehr heiße Tage mit gewittrigen warmen abgewechselt haben. Wochenlange Extremhitze kannten wir damals noch nicht. Gut, dass die Kurve diesbezüglich nicht kontinuierlich ansteigt, wie man das zuletzt befürchten musste. Ich freue mich, bei diesem gemäßigten Hochsommerklima parallel immer weiter an meinen Manufakturprojekten arbeiten zu können und während dieser Stunden die ruhige Atmosphäre des Gartensommers einatmen zu können. Das ist bei konzentrierter Arbeit mit verschiedenen Holzarten und im Kontext der Baumsymbolik eine erdende Erholung.

Ausgleich über symbolische Formen

Eine schöne Mischung zwischen konzentrierter Projektarbeit mit Schwerpunkt auf Kodierung und der kunsthandwerklichen Arbeit, die ich am Nachmittag fortgesetzt habe. Bei tiefer stehender Sonne ist bei angenehm warmer Temperatur das Freiluftarbeiten im Garten eine stimmige Erfahrung. Die mache ich oft zu der genau richtigen Zeit, immer dann, wenn ein Ausgleich, eine über Tage gehende Abwechslung die Kommunikationsarbeit weniger einseitig gestaltet. Das wirkt sich eigentlich immer positiv auf die Qualität der Ergebnisse aus. Auch das ist eine motivierende Auswirkung der hier so oft beschriebenen Arbeit mit grundlegenden symbolischen Formen, die an den Lebensäußerungen der Bäume festmachen lassen.

Feiertage, Pflanzen und seelische Gesundheit

Das Frühjahr hat mit seinen Feiertagen etwas Erholsames, jedenfalls in normalen Zeiten. In dieser Krisensituation weiß man nicht so recht, wie man es einschätzen soll. Die besondere Atmosphäre an einem Feiertag, so wie mir selbst sie immer noch erscheint, ist eigentlich eindrücklicher und sinnhafter, wenn der Alltag durch die Ruhelosigkeit geprägt ist, die wir gewöhnlich kennen. Auch wenn das wiederum krank machend sein kann, ist es uns doch vertrauter geworden als die erzwungene Zurückhaltung, der über lange Zeit eingeschränkte Bewegungsradius, die reduzierte persönliche Begegnung, der fast ganz stillgelegte kulturelle Ausdruck und seine Rezeption. Es ist tatsächlich so, dass die gleichbleibenden Beobachtungen und Reflexionen, eng geführt an der pflanzlichen Natur, eine Grundlage bilden kann für seelische Gesundheit und kulturelle Wachheit. Die Feiertage geben dazu schöne Gelegenheiten mit hoffentlich längerfristiger Wirkung.

Ausgeglichene Erfahrung

Das war ein Tag, an dem sich sowohl Verbindungen gelöst wie neue aktualisiert haben. So entsteht unterm Strich der Eindruck einer ausgeglichenen Situation, die alltagspraktisch besser zu verarbeiten ist als ausschließlich auflösende Erfahrung. Es scheint so, dass das Älterwerden tatsächlich auch Lebensweisheit befördert und man schneller zu klarer Sicht und Einsicht kommen kann, wenn es gut geht. Das nehme ich dann als Fortschritt in der persönlichen Entwicklung wahr und etwas, das Energie für weitere Lernprozesse freimacht. Nach viel Routinearbeit konnte ich am Abend die vorläufige letzte Projektbeschreibung innerhalb der Baumtagebuch-Seite beginnen. Die Idee der Wunschbaum-Seite ist aber nicht ganz so schnell plausibel und klar dargestellt, so dass ich dafür noch einige Tage benötige, in denen sich der rekapitulierende Blick auf dieses mein ältestes Baum-Projekt noch klären und schärfen sollte.

Zweitarbeit

Nun wird es doch wieder ein Wochenende, an dem mich die kunsthandwerkliche Arbeit mit Holz vornehmlich beschäftigt. Aber auch meine Tests in Sachen Küchenmaschinen und Backen stehen noch auf dem Programm. Das verspricht ein zumindest sehr langer Arbeitssamstag zu werden. Allerdings einer mit Arbeiten, die mir bei aller Anstrengung liegen und die ich fast schon als Freizeit wahrnehme. Vor allem haben sie eine meditative Dimension, die bei meinen sonstigen Projektarbeiten nicht vorhanden und wahrscheinlich auch nicht sinnvoll wäre. Als immer parallellaufende „Zweitarbeit“ ist das für mich wertvoll und hilft, jederzeit das Gleichgewicht zu halten oder wiederherzustellen. Das ist bei allzu einseitiger Ausrichtung nicht möglich, jedenfalls für Menschen, die so gestrickt sind wie ich und immer schon diesen Hang zum Interdisziplinären und Grundlagenorientierten haben.

Die Bäume des Sommers bieten Ausgleich

Man spürt tatsächlich, dass der Hochsommer gerade jetzt an seinem Höhepunkt angekommen ist. Es sind nicht nur die Temperaturen, das Licht, die Atmosphäre im Garten und in den Straßen. Auch die Einstellung der Menschen, diese Auszeit-Stimmung scheint jetzt maximal ausgeprägt zu sein. Ich mochte diese Zeit in den letzten drei Jahrzehnten sehr, gerade während der Arbeitszeit und gerade wenn andere Urlaub machen, weil das Arbeiten dann unter ganz besonderen Rahmenbedingungen wirkt. Für mich ist das reizvoll und intensiv, gerade jetzt komme ich besonders gut voran und kann mich bei wenig Ablenkung auf die Ausarbeitung meiner Linien konzentrieren. Ich hoffe, die Pflanzen und ganz besonders die Bäume des Sommers begleiten mich durchgehend und helfen, den entspannenden Ausglich herzustellen.

Das Grundlegende der Weihnacht

Die noch ganz letzten, aber doch die wichtigsten Vorbereitungen vor den Weihnachtsfeiertagen konnten wir heute abschließen. Und nach langer Zeit wieder mit Ms und Vs Freunden zusammen essen. In der dörflichen Lokalität, mit der ich seit einigen Jahre eine sympathische Verbindung pflege. Und das war vielleicht ehrlicher und echter als jemals zuvor, vielleicht Ausdruck einer wachsenden Lebensweisheit, die heute auch den vermeintlich jüngeren zugestanden werden kann. An einem bestimmten Punkt hat man vielleicht einen vergleichbaren oder stark einander angenäherten Erfahrungsstand erreicht. Das finde ich schön und macht mich melancholisch zugleich, weil das eben auch in der Selbstbeobachtung und mitlaufenden Autobiographie emotionale Kapriolen schlagen kann. Der Anblick des wunderschönen majestätischen Weihnachtsbaums hilft mir in dieser Weihnachtszeit noch stärker als zuvor, das Schwankende und Wechselhafte auszublenden und zu nivellieren. Dann ist nur noch das wirklich Grundlegende von Bedeutung. Eine Reduktion, die für mich in diesen Tagen besonders notwendig ist und zum Jahreswechsel Verworrenes und Enttäuschendes auflösen mag.

Jahreszeitliche Abhängigkeiten

Mir scheint, die Menschen haben mit dem schon fühlbaren Herbst bzw. dem erkennbaren Umbruch der Jahreszeit zu kämpfen. Solche Umstellungsprobleme äußern sich meist in besonders ausgeprägten Verzögerungen, Unentschlossenheit, der Tendenz, die Dinge lieber noch aufzuschieben, v. a. weiter reichende Entscheidungen. Wenn es dann irgendwann wieder flüssiger wird, ist auch die Jahreszeit angekommen und nicht mehr im Übergang. Ein weiteres Anzeichen für unsere Abhängigkeit vom jahreszeitlichen Zyklus, der oft nicht bewusst, aber doch sehr wirksam sein kann. Die Bäume als Spiegel der eigenen Persönlichkeit und als starkes Symbol ganzjährig präsent zu haben, ist für mich eine große Bereicherung. Allein die täglichen Baumtagebucheinträge stellen das schon sicher. Denn gerade die beschriebene Abhängigkeit ist dann relativiert und ich kann mich den tiefer gehenden und sehr vielgestaltigen symbolischen und ästhetischen Ebenen nähern und diese kreativ verarbeiten, die sich in der Beschäftigung mit den Bäumen wie von selbst eröffnen.

Selbstbeobachtung wie im Spiegel der Bäume

Ein Tag wie viele in diesem Sommer – der mit routinemäßiger Projektarbeit begann und mit einem kreativen Shooting gegen Abend abschloss. Eigentlich sind das für mich anregende und belebende Kombinationen, die kommunikative Arbeit lebendig halten, weil sie Einseitigkeit und Fixierung vermeiden. Ich versuche das immer wieder so einzurichten, als Maßnahme der Selbstreflexion und Selbstbeobachtung, die sich eigentlich immer positiv auswirken. Dieses Gleichgewicht ist eines, das ich in der Beschäftigung und bei der Begegnung mit den Bäumen in Reinform erlebe. Es scheint so, dass der Baum eine Verkörperung des individuellen Gleichgewichts darstellt. Auch deshalb ist es ein Gewinn, sich im Spiegel der Bäume selbst in den Blick zu nehmen.

Gleichgewicht und Ausgewogenheit

Eine schöne Überlandfahrt, die wegen einer Sperrung notwendig war, mich bei der Gelegenheit aber durch unbekannte Dörfer und kühlende Waldabschnitte geführt hat. Das war eine willkommene Abwechslung in diesen arbeitsintensiven Tagen, die mich ansonsten kaum zum Durchschnaufen kommen lassen. Und eine Gelegenheit, an alte Themen rund um die Kunst anzuknüpfen. Ich hoffe, solche Ausgleichstage auch in der nächsten Zeit erleben zu dürfen. Und dass es mir immer wieder gelingt, das Gleichgewicht zu halten und die Ausgewogenheit zu pflegen.

Die Mitte finden in der Arbeit mit Holz

Ein bisschen bringt uns der Temperaturrückgang doch aus dem Gleichgewicht. Auch an den hitzigen Hochsommer kann man sich mit der Zeit gewöhnen und vermisst dann etwas, wenn es mal in Richtung eines normalen Augustwetters geht. Immerhin soll die trockene Wärme zurückkommen. Und mit den wechselhaften Turbulenzen versuchen wir uns zu arrangieren. Wie so oft ist mir die Holzarbeit in diesen Tagen ein geeigneter Ausgleicher, der es schafft, die Schwankungen, auch in seelischer und biologischer Hinsicht, zu nivellieren, um sich so auch zwischen Extremen in der Mitte zu bewegen oder sich ihr anzunähern. Wenn ich Holz sage, meine ich damit immer auch die Bäume, die ihre Energie in ihm eingespeichert haben und noch viel später verfügbar machen.