Für eine hoffnungsvolle Weltsicht
In diesem Jahr scheinen sich viele die Feiertagsauszeit geradezu herbeizusehnen. Nur so kann ich mir eine Art Sprachlosigkeit erklären, die u. a. dazu führt, dass eigentlich vor Jahresfrist abzuschließende Projekte in unbestimmte Zukunft verschoben werden. So als ob man dem Morgen nicht mehr trauen würde und unser gegenwärtiges Erleben wie unwahrscheinlich wahrgenommen würde. Das macht es nicht gerade einfacher, kontinuierlich an den Dingen weiterzuarbeiten, denn auf einmal scheint alles in Frage gestellt. Selbst die scheinbar fraglosen und zeitlosen Themen, die Gegenstand dieses Baumtagebuchs sind, greifen derzeit nicht so, wie man das traditionell erwarten könnte. Da ist viel innere Klärungs- und Aufräumarbeiten bei jedem Einzelnen zu leisten, bevor sich der klarere Blick auch auf wieder flüssiges und zukunftsgerichtetes Kommunizieren auswirken kann. Die Weihnachtszeit ist da natürlich ideal. Ich möchte dieses aktuelle Rückzugstendenz einmal wohlwollend und verständnisvoll so auslegen, dass viele diese Gelegenheit willkommen heißen und tatsächlich eine Chance in der ruhigen, die Innenschau befördernden Zeit des Jahres sehen, um wieder zu sich selbst und zu einer hoffnungsvollen Weltsicht zu kommen.






