Schlagwortarchiv: Archetypen

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Krisenbewältigung und archetypische Symbolformen

Es ist schwer erträglich, wenn man das Gefühl bekommt, die Krise will kein Ende mehr nehmen. In dieser jetzt schon langen Zeit konnte man periodisch mehrfach Zuversichtsphasen identifizieren, die daher rührten, dass man eine deutliche Abschwächung oder ein Ende in Aussicht glaubte. Und dann immer wieder diese Korrekturen, das erneute Zurücknehmen, sich Zurückziehen, noch vorsichtigen Sein. So ist die Gesundheitskrise, in dem Fall in Gestalt einer Naturkatastrophe, auch eine Krise der psychischen Balance, die jeden vor große Herausforderungen stellt. Mit selbst hilft darin nichts mehr als der Bezug, das kreative Arbeiten mit archetypischen Symbolformen, bevorzugt mit den Bäumen. Dass die sich um diese Jahreszeit als Lebewesen zurückziehen und in die Winterruhe übergehen, ist kein Hindernis. Ihre symbolische Stärke ist ganzjährig präsent und kann zum Gegenstand gemacht werden. Ich hoffe, ein bisschen von dem, was mir das an Erdung gibt, auch in meinem Umfeld durch die vielfältigen Wunschbaum-Projekte weitergeben zu können.

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Konstanten für die Seele

Die ungewöhnliche Ruhe bei gleichzeitiger Krisenzeiten-Aufgeregtheit hat sich zu einem Dauerzustand entwickelt. In Ermangelung vergleichbarer vorgängiger Erfahrungen ist es schwer, das einzuschätzen, irgendwelche Schlüsse daraus zu ziehen. Alles, was übrigbleibt, ist die Gewissheit, weiterhin geduldig und kontrolliert sein zu müssen, um es steuerbar zu halten. Unangenehmer als die Bedrohung selbst sind die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen, die nach so langer Dauer lähmend wirken und die Zuversicht schwinden lassen. Ich begegne niemandem mehr, der sich dieser abdämpfenden Wirkung glaubwürdig entziehen kann. Für die Arbeit und auch die nahe Kommunikation ist es dennoch wichtig, das „normale“ Leben im Blick zu behalten und in diesem Rahmen zu pflegen. Es würde zu viel Wertvolles ansonsten verloren gehen. Die Arbeit an meinen Langzeitprojekten, den Wunschbaum-Initiativen, ist für mich der bevorzugte Rahmen, diese Normalität hoch zu halten. Gerade weil es darin um Konstanten, Archetypen des Lebens schlechthin geht. Das lässt sich auch in Krisenzeiten verstehen und in die Seele aufnehmen.

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Die Wiedervereinigung im Lebensweg

Auch wenn mir dieser gesetzliche Feiertag nicht so viel bedeutet, der 30. Jahrestag der Wiedervereinigung ist schon etwas Besonderes und auch Anlass, die eigene Biografie vor dem Hintergrund dieses historischen Vorgangs zu rekapitulieren. Anfang der Neunziger ist in meiner Erinnerung weitaus weniger historisch, als die Bilder der gedenkenden Berichterstattung vermuten ließen. Diese Bilder wirken heute auf mich wie aus einer anderen Zeit, damals wirkte die Zeit aber sehr frisch und modern auf mich, vielleicht war sie auch frisch und sogar frischer als heute. Mit Blick auf die heutigen Verhältnisse würde ich das fast behaupten wollen. Das Historische war mir damals nicht in der Form bewusst, wie es im Rückblick erscheint, auch wenn die Fahrt nach Berlin, kurz nach Öffnung der Mauern, ein interessantes Erlebnis für mich war, bei dem die Aura der DDR noch sehr präsent und allerorts spürbar war. Und auch die Erkundung zweier anderer neuer Bundesländer etwa 8 Jahre später haben mir einen plastischen Eindruck so mancher Umwälzungen im Leben der dort Ansässigen vermittelt, aus dem vieles, was an Problemen später zum Thema wurde, für mich ganz gut verständlich war. Bei all dem, was politisch und gesellschaftlich in diesen 30 Jahren an Veränderung und Anpassung zu beobachten war, im Zuge dessen wir uns alle mitverändert und in gewissen Grenzen angepasst haben, ist es das Baum-Thema geblieben, das mich durchgehend begleitet hat. Diese Basis-Thema war immer schon zeitlos und ganz unabhängig von Erfahrungen und Erlebnissen in anderen Lebensbereichen. Und es war immer schon eine Quelle für Ruhe, Reflexion und Ausgleich, wie wechselhaft und turbulent die Dinge drumherum sich auch entwickelt haben mochten. Das Baumtagebuch ist mir eine dauerhafte Praxis, die hilft das Gleichbleibende und Archetypische zu bewahren, in einer aufbauenden, die Entwicklung und die Wertschätzung des Lebens fördernden Form.

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Feiertage und Bäume

Und dann noch ein Tag, der fast herbstlich anmutete. Merkwürdige Umschwünge sind das, und wieder passt es nicht zum Charakter des Feiertags, nachdem wir schon frühsommerliches Wetter über Wochen erleben durften. Der Feiertag an sich wird aber schon eine besondere Ausstrahlung haben. Jedenfalls wirken Feiertage auf mich ganz anders als normale Werktage und auch anders als Sonntage. Es scheint, dass ihnen für die, die es gelernt haben, eine Aura eigen ist, der man sich nicht entziehen kann. Selbst wenn der christliche Sinn des kirchlichen Feiertags vielen nicht mehr geläufig ist. Darin sehe ich eigentlich den Wert solcher Tage, ihren Sinn zum Nutzen aller zu verströmen und in der Seele gewisse Spuren zu hinterlassen. Kulturelle Archetypen könnte ich das nennen, die gewachsene Kulturerscheinungen widerspiegeln. Archetypen, die andere archetypische Symbole des Lebens ergänzen, die im Natürlichen verortet sind. Die natürlichen Archetypen, allen voran vielleicht die Bäume, sind aber eigentlich zeitunabhängig, immer präsent und treten allerdings durch die Aufmerksamkeitslenkung jahreszeitlicher Wechsel stärker ins Bewusstsein. Es ist insofern kein Zufall, dass ich vor Jahren schon der Bedeutung von Bäumen bei gewissen Feiertagen auf die Spur gegangen bin und das in vier Texten festhalten konnte: 1. Mai (Maibaum), Palmsonntag (Palmzweige), Pfingsten (diverse vegetabile Symbolik) Weihnachten (Weihnachtsbaum). Diese Erscheinungen im Spannungsfeld von Natur und Kultur finde ich besonders aufschlussreich, wenn es darum geht, die natürliche Verortung des Kulturellen näher zu betrachten.

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Symbole, Archetypen, Regeneration

Vier weitere Symbolarmbänder sind abgeschlossen. Wegen der zahlreichen arbeitsintensiven anderen Projekte war das eine Mammutarbeit, die selbst mir einige Geduld abverlangt hat. Und die nächste Anfrage lässt vermuten, dass der Faden in Sachen Baumkreis und Lebensbäume so schnell in diesem Jahr nicht abreißt. Für mich eine Bestätigung, ein zeitloses Lebensthema als Arbeitsgrundlage zu pflegen, das die Menschen immer bewegen wird, auch wenn drumherum viel Aufregung und Ablenkung durch politische, wirtschaftliche und kulturelle Turbulenzen herrscht. Eine Sehnsucht nach der natürlichen Grundlagen und archetypischen seelischen Formen ist für viele vorhanden und wichtig, wenn es darum geht, sich zu erden und zu regenerieren.

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Vögel, Bäume, Archetypen

Das Vogelthema beschäftigt uns nach wie vor, und eigentlich zunehmend mehr. Vor allem, weil Alice ja tatsächlich mehrmals am Tag zu Besuch kommt und sich im Garten offensichtlich wohl fühlt. Die Entdeckungsmöglichkeiten scheinen endlos. Aber auch mit eigentlich schon Bekanntem beschäftigt man sich gerne immer wieder ausgiebig. Wenn man dann mit den Menschen ist Gespräch kommt, finden sich auf einmal viel Anknüpfungspunkte, etwa zu Erlebnissen, die sie selbst schon mit Vögeln, speziell mit den Elstern hatten. Das ist spannend und erinnert mich sehr an die Gespräche über Bäume. Die sind zwar noch etwas universeller, aber die Vögel machen den Bäumen in Sachen Archetypus starke Konkurrenz. Sie gehören zu diesen uralten Geschöpfen, die eine zweite Existenz als Sinnbilder, als starke Lebenssymbole, als Spiegel für menschliches Dasein und Werden fungieren. Eben genau als das, was mich schon so lange mit den Bäumen verbindet.

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