Es ist schön, dass wir nach der Abstinenz im Vorjahr diesmal wieder die Gartenausstellung in L. besuchen konnten. Und das Wetter hat gehalten, nicht so sonnig wie gewohnt an dem Besuchstag, aber ohne Regen und bei lauwarmen Temperaturen. Ich freue mich besonders, dass M. sich aufraffen konnte, mitzukommen und die abwechslungsreichen Stunden bei den Fahrten und beim Aufenthalt dort zusammen mit mir und A. zu verbringen. Neben den vielen Gartenaccessoires, den Blumen und Stauden gab es auch eine Reihe mehr oder weniger exotischer Gehölze. Eines davon war eine noch klein gewachsene, aber schon in ihrer Form erkennbare Gold-Ulme. Kannte ich bisher noch nicht, sie hat im Gegensatz zur gewöhnlichen Ulme tatsächlich gelblichere, eher hellgrüne Blätter, die ansonsten die typische asymmetrische Ulmenblattform aufwiesen. Bei dem Hinweis auf diese besondere Art hat wohl der Händler mitgehört und mich sogleich korrigiert. Ich hatte nämlich von der geheimnisvollen Ulmenkrankheit erzählt und dass dieser der Großteil der Ulmen in Europa zum Opfer gefallen waren. Der Händler meinte, die Krankheit sei nicht, wie ich meinte, von einem Pilz verursacht, sondern von einem Käfer, und mittlerweile sei sie auch verschwunden. Ich habe, wieder zuhause, noch einmal die aktuelle Situation recherchiert und dabei herausgefunden, dass meine Erklärung richtiger war als die des Händlers: Es ist tatsächlich ein mikroskopisch kleiner Pilz, der letztlich über Gegenreaktionen des Baums zu einem Verstopfen der Wasserleitungsbahnen im Splint führt und den Baum damit von seiner Wasserversorgung abschneidet, so dass er vertrocknet. Nur werden die Pilzsporen über den Ulmensplintkäfer übertragen. Der Käfer ist also nur der Vermittler, die eigentliche Krankheit wird, wie ich das auch in Erinnerung hatte, von dem Pilz hervorgerufen. Und leider ist das Ulmensterben auch noch nicht beendet, sondern ist nach wie vor akut. Man setzt mit dem Anpflanzen der Flatterulme aber offenbar auf eine weitgehend resistente Unterart dieser Baumart. Nur die Erklärung des Händlers dafür, dass man bis heute kaum noch Ulmen zu Gesicht bekommt, scheint mir plausibel. Denn er meinte, das liege daran, dass die Art langsam wächst und viele deshalb lieber auf andere Arten setzen. Schade, denn den Baum und seine besonderen Wuchsformen, aber auch seine Symbolik und nicht zuletzt das Holz finde ich besonders spannend. Zumindest im Zusammenhang mit meiner Wunschbaum-Manufaktur habe ich immer noch mit der Art zu tun. Es ist die einzige, bei der ich die Perlen nicht längs zur Wachstumsrichtung des Baums herstelle, sondern quer dazu, was auch ein anderes Herstellungsverfahren erfordert.