Wuchsfreudiger Efeu

Es ist wie in jedem Jahr um diese Zeit: Die Efeuhecke, die die ganze lange Mauer unserer Einfahrt bedeckt, ist von frisch gewachsenen hellgrünen Blättern überdeckt, so dass die dunkelgrünen alten kaum noch irgendwo durchkommen. Das geht beim Efeu immer ganz schlagartig, innerhalb weniger Tage, während er vorher monatelang praktisch auf der Stelle tritt. Das Licht, aber auch genügend Feuchtigkeit und Wärme sind offenbar für das Wachstum dieser Art förderlich. Das heißt auch, dass ich demnächst schon wieder ein Zurückschneiden ins Auge fassen muss, wenn das Wuchern nicht überhandnehmen soll. Und schätzungsweise im August ist dann ein weiterer Rückschnitt vonnöten. Immer recht aufwändig, aber auch schön, weil ich dieses Dauergrün des Efeubewuchses sehr schätze und wir daran immer schon gewöhnt sind. Von der Staub filternden Wirkung dieser Hecken einmal ganz abgesehen.

Lebenssymbolik der Bäume im Alltag

Ein arbeitsreicher Tag mit einigen Auflösungen, aber auch beanspruchenden technischen Herausforderungen. Für einen Einundzanzigsten nicht ganz so strahlend und sonnenreich, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber auch verbunden mit schönen persönlichen Begegnungen und ehrlichen Kommunikationen. Auch so kann ein gelassener Frühlingstag aussehen, der heute einmal mit wenig innerem Bezug zu den Bäumen dennoch die Lebenssymbolik, wie sie die Bäume so eindrucksvoll vermitteln, auf anderer Ebene widergespiegelt hat.

Technische Aufgaben und Frühlingserwartung

Ein Tag voller technischer Aufgaben, aber ich konnte wichtige Weichen stellen für eine Upgrade, das am Folgetag so möglich wird. Damit habe ich eine gute Grundlage für die Anwendung auf zahlreiche andere Projekte gelegt. Das ist gut und beruhigend. Gleichzeitig geht meine Voraussicht auf die kommenden Tage, die sukzessive sonnenreicher und wärmer werden sollen, eine deutliche Rückkehr des Frühlings, die vielleicht am morgigen Einundzwanzigsten ihren Anfang nimmt. Und dann dürfte auch die Baumfotografie wieder Thema werden, mit hoffentlich neuen und vielfältigen Frühlingsmotiven.

Prachtvolle Gartenexemplare

Sie sind ja noch nicht richtig im Frühling angekommen. Aber beim Gang durch den Garten beeindrucken mich unsere Gartenbäume, der Ginkgo, der Walnussbaum, die Gleditschien und Feigenbäume doch sehr. Vom Pfirsichbaum und dem kleinen Kirschbaum und der Nashi-Birne will ich nicht reden, weil die nicht auf meine Initiative zurückgehen und sich ihre Entwicklung in den letzten Jahren auch als sehr wechselhaft herausgestellt hat. Aber die genannten sind richtige Prachtexemplare, v. a. der Ginkgo und der Walnussbaum. Umso erschrockener war ich auch, als V. vor einiger Zeit tatsächlich die Idee eingebracht hatte, eine starke Wurzel des Ginkgos auszugraben und zu kappen, um damit zu verhindern, dass der geflieste Gartenpfad an der Stelle weiter angehoben wird und starke Verwerfungen ausbildet. Die sind zwar in diesem Jahr deutlich erkennbar. Aber die Idee mit der Wurzel kann doch nicht wahr sein. Niemals könnte ich dem so stolzen Baum auf diese Art Schaden zufügen. Und dass er einen solche Eingriff nicht gut vertragen würde, vielleicht sogar daran zugrunde gehen könnte, scheint mir nicht abwegig. So hoffe ich, wir finden eine andere Lösung und v. a. dass V. sich nicht penetrant den abstrusen Vorschlag weiterverfolgen wird.

Auf dem Weg zum Vollfrühling

Es ist ein schöner Umstand, dass an diesem Samstag, passend zur Manufakturarbeit, die Sonne wieder den ganzen Tag über schien. So konnte ich die beiden Armbänder zügig fertigstellen und fand am Nachmittag noch für Routinearbeiten in Haus und Garten Zeit. Das ist jetzt der Start in den Vollfrühling, das ist deutlich spürbar. Denn viele Gehölze treiben jetzt aus, sogar die Weinstöcke haben schon die ersten ganz zarten Blätter aufgefaltet. Leider stehen in den nächsten Wochen für mich umfangreiche technisch Aufgaben auf dem Plan, denn gerade in dieser Zeit der Übergangs vom Vorfrühling in die Hochzeit des Frühlings ist es spannend, die Entwicklung der Baumlandschaft in Fotografien einzufangen. Ich hoffe, dass mir das an einigen besonders geeigneten Tagen doch noch gelingen wird.

Lebenssymbolische Spiegelung und die Wunschbaum-Manufaktur

Ich freue mich, auch an diesem Wochenende eine kunsthandwerkliche Arbeit abschließen zu können. Die aufwändigeren Arbeitsschritte für die beiden jüngsten Armbänder, ein Lebensbaum-Armband und ein Wunschbaum-Armband, konnte ich heute schon realisieren, bei sehr angenehm warmem und sonnigem Wetter, was der Arbeit an der Maschine im Außenbereich entgegenkommt. So wie die Holzarbeit generell einfach schöner ist, wenn wir um uns herum Frühling oder Sommer erleben. Da macht sich eben die Nähe des Materials, seine Herkunft von den Bäumen her bemerkbar, die eben auch vom Licht leben und in eben diesen Jahreszeiten ihre Vitalität nach außen tragen. Es ist schön, wenn sich diese Dispositionen so stimmig in der Arbeit an den lebenssymbolischen Formen widerspiegeln.

Baumblüten bestimmen

Mit dem großen Leinwanddruck mit Nahaufnahme eines Schlehdornblütenzweigs habe ich heute eine weitere Bekannte bezüglich ihrer botanischen Kenntnisse herausgefordert. Auch diese hat als Erstes auf die Kirschblüte getippt und die richtige Art auch nach längerem Nachdenken und Hinweisen nicht herausgefunden. Immerhin war einer der weiteren Tipps die Weißdornblüte – fast richtig, nur eben quasi das Gegenteil. Allerdings ist die Assoziation einer Kirschblüte nicht von der Hand zu weisen. Im direkten Vergleich gibt’s tatsächlich eine starke Ähnlichkeit, eine wesentliche Unterscheidung liegt wohl v. a. in den innen liegenden Staubblättern, die bei der Kirschblüte zahlreicher und dichter zusammenstehen. Auch scheinen die Staubbeutel bei den Kirschbäumen kleiner zu sein. Aber es hat auch damit zu tun, dass viele auf die Sträucher nicht so genau achten, selbst wenn es sich um hierzulande sehr häufige und überall anzutreffende Arten handelt. So hat meine häufige Begegnung mit den heimischen Arten und meine Baumfotografie manchmal auch ein bisschen pädagogische Nachwirkung.

Bald kann die Gartensaison starten

Jetzt ist der April schon zur Hälfte vorüber, und der Frühling ist zurückgekehrt, mit wieder vielen Sonnenstunden und einer Chance, dass die Baumlandschaft einen neuen Anlauf nimmt. Ich schätze, wenn es so bleibt, werden wir die Rund-ums-Haus-Säuberungsaktion angehen können, die eigentlich nur bei schönem Wetter funktionieren kann. Denn dabei kommt viel Wasser zum Einsatz. Auch wenn das immer anstrengend ist, freue ich mich darauf, weil es den Start in die Gartensaison markiert und wir bald darauf auch die Sitzgarnitur hinterm Haus auspacken. Dann können wir bei Gelegenheit Teile des Tages auch im Freien verbringen und die Entwicklung des Gartens, all das Grünen und Blühen, später auch das Reifen der Früchte beobachten und zur Ruhe kommen.

Vor der richtig schönen Phase des Baumfrühlings

M. wollte unterwegs unbedingt ein paar blühende Zweige irgendwo am Wegesrand schnei-den. Aber wir konnten diesmal nirgends anhalten und hatten auch nicht die Zeit übrig für solche Exkursionen. Auch ist gerade nicht die ideale Zeit zum Schneiden von blühenden Zwei-gen, weil die ersten Blüten z. B. des Schlehdorns schon überall abgeblüht sind und neue erst in der Entwicklung. Natürlich sieht man an manchen Stellen schon Kirschblüten und auch sicher vereinzelte Nachzügler eigentlich schon abgeblühter Arten, die sich in einer schattigen Ecke länger gehalten haben. Aber gerade im April gibt’s eben solche Lücken, in denen die Baumlandschaft eher grau-grün erscheint und sich nur weniger weiße oder bunte Blütenakzente zeigen. Ich denke, dass mit dem jetzt wieder sonnenreicheren Wetter auch die Baumblüte einen weiteren Anlauf nehmen wird. Und dann wird uns die richtig schöne Phase des Frühlings mit vielen gleichzeitig blühenden Bäumen, Sträuchern und Stauden begegnen.

Erholsame Konstanz und frühlingshaftes Fortschrittswetter

Für einen Dreizehnten war der Tag doch nicht ganz so schlecht. Immerhin konnten M. und ich am Vormittag bestimmte Dinge in Gesundheitsfragen klären, was an sich schon hilfreich sein kann. Und ansonsten konnte ich meine Projektarbeiten sehr ruhig und systematisch weiterführen. Das ist nicht unbedingt die Zeit für kreative Höhenflüge, zumindest nicht im Kernbereich professioneller Kommunikation – die Zeiten dafür kommen aber sicher auch bald wieder. Aber konstante und solide quasi handwerkliche Arbeit ist zwischendurch und als Basis des Geschäfts eben auch wichtig. So freue ich mich immer, wenn diese Arbeitsanteile möglichst geräuschlos und effektiv möglich sind, was zurzeit ganz gut gelingt. Die Natur erholt sich zwischenzeitlich, während dieser niedriger temperierten und wieder stärker verregneten Tag, um gleichzeitig einen neuen Anlauf in Richtung Frühling zu nehmen. Ich sehe beim Blick durchs Fenster v. a. den Efeu in Wachstumslaune, indem er zahlreiche neue Blätter ausbildet, die sich in zartem Hellgrün über den Grund der großblättrigen und ledrig dunkelgrün wirkenden alten Blätter ausbreiten. Und auch meine selbst ausgesäten Chilis machen bei dem durchwachsenden Wetter draußen auf ihrer Wärmematte und der z. T. künstlichen Dauerbeleuchtung gute Fortschritte.

Vom grundlegenden Wert in der Lebenssymbolik der Bäume

Die Sonntage sind für mich immer öfter echte Erholungstage. So auch dieser heute, an dem ich wieder gemerkt habe, dass wenigstens ein Tag in der Woche fast lebenswichtig ist, an dem man zumindest für einige Stunden die Gedanken mal entweder ruhen lassen oder in andere als die während der Arbeitswoche üblichen Bahnen lenken kann. Sich diese Stunden zu erübrigen, ist aber keine Selbstverständlichkeit, es erfordert schon eine Anstrengung während der übrigen Zeit. Ich meine aber, dass sich diese Anstrengung auszahlt. Nicht selten gehen meine Gedanken und kreativen Projektionen in diesen Stunden in Richtung der Bäume und anderer für mich prägender Symbolthemen. Denn die Lebenssymbolik der Bäume wie auch die vielfältige Bedeutung der Bäume im Leben von uns Menschen, hat etwas, das uns erden und auf eine beruhigende Grundlage zurückführen kann, von der ausgehend dann neue Anläufe wieder möglich sind, ohne dass sie zu einer anhaltenden Erschöpfung und Mutlosigkeit führen.

Unsere schönes Schlehdornblütenbild

Jetzt bin ich doch ganz froh, den Leinwanddruck mit meinem Favoriten-Schlehdornbütenbild auch auf das größere Format 120 x 80 cm bestellt zu haben. Er hängt seit einigen Tagen an Stelle der vorherigen 90 x 60 cm Ausführung, die wiederum ich in mein Arbeitszimmer gehängt habe. Der große Ausdruck der wunderschönen Nahaufnahme dieses Zweigs mit den gerade erst geöffneten Blütenständen des Schwarzdorns ist schon ein Hingucker. Vor allem durch den ungewöhnlich dunklen, bräunlichen Hintergrund in dieser Einstellung erscheinen die Einzelblüten ungewöhnlich kontrastreich, in allen Details bis zu den winzigen gelben Pollen. Es macht mir Freude, Besucher die Baumart anhand des Bildes bestimmen zu lassen. Bisher hat noch niemand auf Anhieb die richtige Zuordnung vorgenommen, erst nach gewissen Tipps und Hinweisen. Aber Frau J., die am Nachmittag zu Besuch war, ist doch recht schnell darauf gekommen, nachdem sie zunächst auf die Kirschblüte getippt hatte. Die hat zwar gewisse Ähnlichkeiten, aber genau betrachtet ist der Schlehdorn eben doch unverkennbar.

Baumfotografie und Sonnenlicht sind untrennbar

Es ist gut, dass ich den bisher sonnenreichsten und hellsten Tag für diese fotografischen Rei-hen genutzt habe. Denn jetzt ist es erst einmal wieder vorbei mit echtem Frühling, und auch mit dem Sonnenlicht, das für Nahaufnahmen so filigraner Baumblüten notwendig ist. Mit der Durchsicht und Optimierung dieser Reihen, vor allem von der Spitzahornblüte, werde ich noch einige Zeit investieren müssen. Und danach wird der Frühling hoffentlich wieder Fahrt aufgenommen haben. Den etwas trüberen Samstag werde ich einer neuen kunsthandwerkli-chen Arbeit widmen, und der Sonntag wird vielleicht Gelegenheit zu ein wenig Kontemplation bieten. Das ist auch wichtig, zumal die kommenden Wochen nicht weniger unruhig zu werden versprechen.

Blütenrausch des Spitzahorns

Heute konnte ich die Mittagszeit doch endlich nutzen, um bei dem tollen Fotografierwetter die tollen Blütenstände des Spitzahorns festzuhalten, die gerade ihren Höhepunkt erleben. Dabei sind bei mittlerer Brennweite ganz spannende Einstellungen gelungen, die ich so noch nicht realisieren konnte, v. a. weil darin viele, clusterartig nebeneinanderstehende Blütenstände im Zusammenhang zu sehen sind. Ich muss die Reihe erst noch genauer durchsehen und eine engere Auswahl treffen. Aber diese beiden Blicke in die üppige Blüte des frühlingshaften Spitzahorns könnten dazu gehören:

Zweig mit vielen Blütenständen des Spitzahorns im April II
Zweig mit vielen Blütenständen des Spitzahorns im April III

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.