Vegetabiler Ausgleich auf unseren Wegen

Es ist gut, dass wir heute für M. einige Dinge klären und dabei noch neue Anregungen und Ansätze erhalten haben. Das sollte genug Stoff für weitere Bemühungen geben und hoffentlich die Dinge in Richtung einer Auflösung und zumindest zu einer Reduktion der Probleme beitragen. Die Ausflüge, die für all diese Konsultationen notwendig sind, lassen uns nebenbei die nahe Region erkunden und bringen uns in Kontakt mit Menschen und Orten unserer Heimat, die wir sonst wohl nicht gesehen und erfahren hätten. Ich bin froh, dass die vegetabilen Eindrücke auf den Wegen dorthin und zurück uns einen Ausgleich für die vielen technischen Kommunikationen und die vielen zermürbenden Überlegungen zur Verfügung stellen. Mit Annäherung an den Sommer sollte das noch eindrücklicher und erholsamer wirken.

Wachstumswetter auch für die empfindlicheren Gehölze

Morgen wird wohl die Talsohle dieses Zwischentiefs erreicht sein, bevor es in Richtung des Wochenendes wieder frühlingshafter, wärmer und sonnenreicher werden soll. Wir waren zuletzt auch wirklich verwöhnt vom traumhaften Frühlingswetter, das über einige Tage wolkenfreier und strahlender nicht hätte ausfallen können. Jetzt also das mäßig erfreuliche, eher an April erinnernde Schmuddelwetter, mit dem sich die Grünpflanzen aber zur Abwechslung wohl zu fühlen scheinen. Die Efeuhecke wuchert jedenfalls wie verrückt und muss in Kürze gleich wieder zurückgeschnitten werden. Und für den Maulbeerbaum, der sich mit dem Blätterbilden immer sehr schwertut, ist das leicht mit Regen aufgefrischte Wetter jetzt auch ganz vorteilhaft. Ich kann mir vorstellen, dass dann die Krone schneller und dichter mit einem durchgehenden Blattkleid bedeckt wird. Im letzten Jahr ging das beim Maulbeerbaum irre schnell, obwohl er da mit dem Grünen auch so spät an war. Jedenfalls haben wir schon im Lauf des Junis die meisten Maulbeeren gepflückt. Ob es wieder so kommt, und ob der Baum überhaupt in diesem Jahr wieder fruchtet, ist noch unklar. Rückschnitte wie der vom Spätwinter hat er bisher nie besonders gut weggesteckt. Aber ich hoffe, dass der Baum mit zunehmendem Alter auch widerstandsfähiger und unempfindlicher, damit in Sachen Fruchtreife auch konstanter wird.

Notwendige Rückbesinnung auf naturbezogene Wurzeln

Heute haben wir für V. wieder alle Voraussetzungen für eine Rest-Mobilität in den nächsten zwei Jahren geschaffen. Solche kleinen Technik-Exkursionen sind ganz erholsam, auch wenn ich dafür meine Projektarbeit immer unterbrechen muss. Aber andererseits helfe ich V. auch gerne bei solchen Dingen, die sonst vielleicht nicht mehr gut umsetzbar wären. Unterdessen verdichten sich gerade wieder meine anderen auf die Kommunikationsarbeit bezogenen Technikaufgaben und gehen aber auch einem vorläufigen Abschluss entgegen. Einige Tage werde ich noch in dieser intensiven Schien mich bewegen müssen. Aber dann werden kreative und inhaltliche Aufgaben auch wieder stärker in den Mittelpunkt rücken und wieder mehr Zeit und Anstrengung erfordern. Das alles natürlich parallel zur Wahrnehmung und mühsamen Verarbeitung all dessen, was uns an sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Umwälzungen täglich begleitet. Ich hoffe bei all den Anstrengungen und Überforderungen unserer Zeit, dass immer wieder und immer noch Freiraum für die Rückbesinnung auf unsere natürlichen Hintergründe und Wurzeln bleibt. Ich versuche das möglich zu machen – für mich selbst, aber über die Wunschbaum-Initiativen auch einiges davon weiterzugeben und für andere nutzbar zu machen.

Wieder ein echter Ruhe-Sonntag

Der Garteneinsatz gestern war anstrengend. Da kam der diesmal komplett ruhige Sonntag zur Erholung sehr recht. Tatsächlich habe ich mich bei bescheidenem und im Vergleich zu den Vortagen wenig sonnenreichem und bedecktem Wetter kaum vor die Tür gewagt und auch nicht auf meinen ganz in der Nähe verlaufenden Lieblingsweg, auf dem ich die jahreszeitlichen Veränderungen der hiesigen Baumlandschaft das ganze über beobachten kann. Aber das war heute eher zweitrangig. Meine zuletzt vernachlässigte Lektüre fortzusetzen und die Ereignisse und Erlebnisse der jüngsten Zeit zu reflektieren waren die angemesseneren Sonntagsschwerpunkte.

Erfolgreicher Auftakt der Gartensaison

Wie geplant konnte ich heute die Reinigungsaktion rund ums Haus durchführen. Ich hatte vor einer Woche die Vorarbeiten schon abgeschlossen, so dass ich gleich mit dem Hochdruckreiniger loslegen konnte. Und wie immer hat das umfangreiche Reinigen den ganzen Tag in Anspruch genommen. Aber diesmal hat mir die Technik keine Streiche gespielt. Es klappte alles sehr gut, so dass ich in der Zeit auch zahlreiche Pflanzschalen und Pflanzgefäße ebenfalls schon säubern konnte. Schließlich ist es nicht mehr lang, bis wir die Sommerblumen einpflanzen, und auch nicht mehr allzu weit hin, bis ich meine Chilipflanzen nach draußen verlegen kann. Dann ist es von Vorteil, wenn die Gefäße bereitstehen. Ich freue mich ungemein, dass ich diese Traditionsarbeiten im Garten und rund ums Haus zusammen mit M. durchführen und erleben darf. Es ist nicht selbstverständlich, aber auch wenn M. und V. sich nicht mehr umfangreich daran beteiligen können, gehört es einfach zu den Familientraditionen, die uns alle wichtig sind. V. hat parallel die Äste des Maulbeerbaums, die ich vor Wochen zurückgeschnitten hatte, in kleinere Abschnitte geschnitten und voluminösere Abschnitte zur Seite gelegt, die wir im Winter für den Holzbrand verwenden können – als erster Grundstock für einen Brennholzvorrat, den wir – wie den Ofen selbst auch – erst noch neu organisieren müssen. Mit diesem erfolgreichen Auftakt der Gartenarbeits- und Gartenaufenthaltssaison haben wir schon gleich zahlreiche weitere Vorhaben im Blick, für die wir versuchen, die passenden Zeiträume zu finden.

Opulente Weißdornblüte

Das war schon ein Traumstart in den Mai. Einen strahlenderen 1. Maifeiertag bei nahezu blauem Himmel und in der Sonne angenehmer Wärme kann man sich kaum wünschen. So haben das wie traditionell auch viele für Ausflüge genutzt und für sonstige Freiluftaktivitäten, die wir mit dem 1. Mai in Verbindung bringen. Ich habe die Gelegenheit am Nachmittag natürlich zum Erkunden der aktuellen Baumlandschaft genutzt. Heute waren die Weißdornsträucher die alles überlagernden Highlights, einfach weil der Weißdorn sich aktuell auf dem Höhepunkt seiner Blüte bewegt. Leider muss ich sagen, denn um die ganz frischen Blüten mit den rosafarbenen Staubeuteln fotografisch einzufangen, hätte ich ein paar Tage früher dabei sein müssen. Leider war das aber nicht möglich, auch weil mir nicht bewusst war, dass der Weißdorn jetzt schon blüht. Bei dem schönen Wetter ist die Blüte verbreitet und sehr üppig. Das verspricht im Sommer und Herbst wieder sehr opulent mit sattroten Früchten überladene Äste. In den Fotos habe ich den Schwerpunkt diesmal nicht auf die Nahaufnahmen gelegt, sondern auf Aufnahmen der opulent blühenden Kronen, die sich vor dem blauen Frühlingshimmel so wunderbar kontrastreich abheben.

Weißdornstrauch mit üppiger Blüte im Mai I
Weißdornstrauch mit üppiger Blüte im Mai II
Weißdornstrauch mit üppiger Blüte im Mai III

Von der Technik überrollt

Die Technik hat mich heute wieder förmlich überrollt. Aber wie immer bei solchen Verdichtungen: Es kommt dann auch wieder ein Ausgleich. Für mich vermutlich in Form kunsthandwerklicher Arbeit und viel Beobachtung und Reflexion über die Bäume, natürliche Materialien und Energien. Wenn das mit den richtig schönen und sonnenreichen Frühlingstagen zusammenfällt, dann freue ich mich wirklich sehr.

Frühling, Motivationsverstärkung und Selbstspiegelung

Mit Annäherung an den Maifeiertag laufen eine Reihe von Aufgabensträngen zusammen, die mich lange beschäftigt haben. Ganz abschließen kann das umfangreiche Updateprojekt voraussichtlich noch nicht vor dem Feiertag, aber zumindest ist jetzt ein Abschluss in Sichtweite. Was auch bedeutet, dass ich mich neuen oder gerade begonnenen Projekten stärker widmen kann. Das passt ganz gut zum Frühling und der Verstärkung, die durch die grünenden und blühenden Bäume von außen auf uns wirkt und die sich so unmittelbar in kreatives Arbeiten umsetzen lässt. Ich meine schon, dass die Jahreszeiten starken Einfluss auf unsere Motivationen haben und wir das auch bewusst verstärkend nutzen können, oder auch abschwächend, wenn es eher darum geht, zurückzuschalten, Geschwindigkeit, Hektik, Erschöpfung zu reduzieren. Dann kann die Orientierung an den abbauenden und neu aufbauenden Jahreszeiten im Herbst und Winter wiederum förderlich wirken. Wichtig ist eben die Aufmerksamkeit und das geübte Sich-Spiegeln in dem, was uns der Kosmos und die natürliche Erde um uns herum einfach so entgegensetzt und entgegenbringt.

Erholsame Blicke

Ein weiterer erschöpfender Arbeitstag, der mit technischen Herausforderungen und nicht leicht zu lösenden Aufgabenstellungen angefüllt ist. Da tut schon der sporadische Blick nach draußen, in Richtung der üppig wuchernden Efeus gut, dieser erholsame Blick auf ein Gehölz, das in den strahlenden Frühlingssonne zu einem seiner jahreszeitlichen Hochzeiten aufläuft und uns nebenbei an seiner Vitalität teilhaben lässt.

Erholungsabschnitte inmitten der Multi-Krise

Mit M. bin ich dieser Tage sehr viel wegen notwendiger Konsultationen und Besorgungen unterwegs. Ich freue mich, dass das möglich ist und hoffe, es wird Verbesserungen und Erleichterungen bringen. Auch wenn die Abläufe im Arbeitsalltag dadurch sich öfter turbulent gestalten. Am Ende fügen sich die Notwendigkeiten mit dem, was jeweils möglich ist, doch meist ganz gut und stimmig zusammen. Die meist kurzen Fahrten zwischen den Terminen durch unsere heimische Baumlandschaft sind die kleinen, aber sehr wichtigen Ausgleichs- und Erholungsabschnitte, die alles auf Null zurückfahren und die Batterien auch wieder aufladen lassen. Ich denke, mit dem wachsenden Ausgeliefertsein an die Multi-Krise wissen wieder mehr Menschen genau diese Dinge zu schätzen.

Frühling, heimische Landschaft und Kultur

Dass M. heute mit zum Orgelkonzertbesuch kam, war mir eine große Freude. Ich hatte damit nicht gerechnet, auch wenn wir früher so etwas recht häufig zusammen erlebt haben. Auch weil wir bei der Gelegenheit alte Bekannte getroffen haben, war es eine schöne und anregende Exkursion, verbunden mit einer Überlandfahrt auf einer nahen Strecke, die uns zwar bekannt war, die wir aber nur sehr selten je gefahren sind. Schön, dass wir die Einladung und die Gelegenheit tatsächlich an diesem strahlend sonnigen Frühlingssonntagnachmittag genutzt haben. Der kühle Kirchenraum und die eindrucksvolle und selten so gehörte Musik waren ein Highlight. So konnten wir regionale Landschaftseindrücke mit einem ermutigenden Kulturereignis kombinieren.

Den Garten für die neue Saison in Szene setzen

Die Rund-ums-Haus-Frühjahrssäuberungsaktion habe ich heute schon einmal vorbereitet. Wenn ich mit dem Hochdruckreiniger den Algenbelag, Schmutz und Moos von den Waschbeton- und Fliesenböden entferne, gibt’s vorher jede Menge aufzuräumen und zum Abspritzen bereitzustellen. Und da das Ganze ziemlich zeitaufwändig ist, habe ich diesen Teil eine Woche vorher erledigt. Denn wenn das Wetter mitspielt, will ich den eigentlichen Frühjahrsgartenputz am kommenden Samstag realisieren. Bei der Gelegenheit habe ich auch die verschiedenen Pflanzgefäße für Blumen, Stauden und Gemüse entweder zum Säubern bereitgestellt, von vorjähriger Erde befreit oder mit gesiebter Erde vom Vorjahr schon einmal vorausgefüllt. So spare ich es mir, die gesamte Erde neu einzukaufen, und wenn man sie von den stark verwurzelten Teilen trennt, ist vieles von der Erde noch gut verwendbar und kann mit ganz frischer vermischt werden. Mir scheint, mit der Arbeit heute, zu deren Auftakt ich das Moos von unserer transparenten Überdachung gekehrt und die Regenrinne der Überdachung gesäubert habe, ist der erste größere Schritt in die Gartensaison getan. Wenn das Frühlingswetter länger so schön bleibt, wird es uns auch leichtfallen, den Garten und die Blumen rund ums Haus für diesen Sommer in Szene zu setzen.

Erhöhte Vorsicht an einem strahlenden Frühlingstag

Der Tag hat uns einen ziemlichen Schrecken beschert, den wir so noch nicht erlebt haben. Jedenfalls ist es nicht schön, wenn ein Angehöriger vermisst wird und man keine plausible Erklärung für sein Fortbleiben übrigbleibt. Das sich das Ganze nach einigen Stunden aufgelöst hat, reduziert das Schreckenserlebnis nur unzureichend. Es war das schöne Wetter und die mit dem Suchen verbundene Überlandfahrt zu unserer Streuobstwiese, die uns die Sache bei strahlendem Sonnenschein erträglicher gemacht hat. Auf eine Wiederholung würde ich aber verzichten, immerhin können wir einer solchen mit erhöhter Vorsicht begegnen.

Frühlingsbeobachtungen vor Beginn der Gartensaison

Wieder so ein toller Frühlingssonnentag. Wenn auch von der tatsächlichen Sonnenstrahlung her etwas weniger als gestern, hat man das auf Grund der wohligen Wärme doch nicht bemerkt. Gefühlt war das der bisher schönste Frühlingstag. Trotz der vielen Aufgaben und ziemlich viel ruheloser Geschäftigkeit weiß ich dieses angenehme Setting doch sehr zu schätzen. Und die vegetabilen Veränderungen, die man selbst auf mit dem Auto gefahrenen Strecken durchaus bewusst wahrnehmen kann, entgehen mir natürlich nicht. Im Gegenteil macht das Laune und weckt die Vorfreude auf die Gartensaison, die bei uns meist mit der Rund-ums-Haus-Säuberungsaktion eingeleitet wird. An diesem Wochenende wird das noch nicht möglich sein. Aber vielleicht ist ja das kommende für diese Aktion geeignet, jedenfalls wenn es sonnig und warm genug dafür sein wird. Nach den ersten Erfolgen beim Großziehen meiner immer wieder schwierigen Chilipflanzen werde ich mich dann auch wieder mehr mit den Gartenbäumen und den Blumen und Stauden im Garten auseinandersetzen.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.