Wetterhoffnungen für das zweite Halbjahr

Der Witterungsverlauf dieses Jahres verlangt uns schon einige Geduld ab. Soweit ich mich erinnern kann, hat es so etwas noch nicht gegeben. So viel Regen seit Jahresbeginn und so wenig Sonnenstunden sind schon erschreckend und eigentlich unverständlich. Fast schon hat man die Hoffnung aufgegeben, dass es noch einmal eine Wetterwende geben könnte. Jetzt, wo wir kurz vor dem Sommerbeginn stehen, scheint das Jahr wettermäßig bereits verloren. So können wir uns immerhin über plötzliche Sonnendurchbrüche mit strahlendem Licht freuen, die es zwischendurch immer wieder gibt. Und wir können einfach davon ausgehen, dass die zweite Jahreshälfte ein ganz anderes Bild abgeben wird. Damit die Bäume und alle grünen Pflanzen die richtige Mischung von Feuchtigkeit, Sonne und abkühlenden Phasen erleben und sich von den Hitzeschäden der Vorjahre wieder erholen. Nur im Wasser versinken sollten sie eben auch nicht. Vor allem den mediterranen Arten, aber auch vielen Sommerblumen bekommt das genauso wenig wie anhaltende Lichtarmut.

Motivverschiebungen vom Ursprung der Baum-Themen

Beim erneuten Durchsehen fast aller meiner Microstock-Portfolio-Fotografien der letzten Jahre ist mir wieder aufgefallen, wie sich die Schwerpunktmotive verschoben haben. Tatsächlich waren es anfänglich vor allem Nahaufnahmen von Bäumen, Baum-Details von Blättern, Blüten, Früchten, Rinde oder Wurzeln, die im Mittelpunkt standen. Aber auch einige frühe Holz-Struktur-Bilder, die bis heute zu den Bestsellern meines Portfolios gehören und die mir Vorbild für ganze Reihen weitere Strukturbilder waren, die in den Folgejahren immer wieder entstanden sind. Auch Weihnachten war damals schon ein Thema. Aber gerade die Weihnachtsmotive sind zahlreicher und auch raffinierter geworden. Auch Nachaufnahmen und Details von anderen Oberflächen und Materialien als Holz, v. a. die Recycling-Kunststoffbilder, aber auch Metall, Beton oder Steinoberflächen. Die Bäume sind bei den Microstockbemühungen doch sehr in den Hintergrund geraten. Immerhin aber gelingen mir noch vereinzelt gute Aufnahmen von Problemmotiven, wie z. B. den komplizierten und filigranen Blüten des Spitzahorns, oder von den Blüten des Weißdorns oder der Pfaffenhütchen. Das ist dann dem Moment, aber auch der mir heute zur Verfügung stehenden Technik zu verdanken, die bestimmte Einstellungen und Qualitäten möglich macht, die für mich früher nicht machbar gewesen wären. Dieser Rückblick auf das ganze Portfolio hat mir jedenfalls die Sinnhaftigkeit der Initiative wieder vor Augen geführt und mich darin bestärkt, die Reihen weiterzuentwickeln.

Unsere Problemhortensie ist wiederbelebt

Bisher konnte man mich aus gutem Grund als Bäumeversteher, vielleicht auch als Baumenthusiasten bezeichnen. Ich hätte aber nicht gedacht, dass auch so etwas wie ein Blumenflüsterer aus mir werden könnte. Tatsächlich habe ich in den vergangenen Jahren immer mehr Zeit auch in die Auswahl und das Pflanzen, auch das Säen und die Anzucht von Sommerblumen und Zierstauden investiert. Der Erfolg war durchaus wechselhaft, aber mit der Tendenz zu überwiegend erfreulichen Ergebnissen. Dass ich jetzt unserer „Problem-Hortensie“ aus zuletzt desolatem Zustand wieder zu vitaler Kraft zurückführen konnte, überrascht und freut mich in gleichem Maße aber nun doch. Ausgerechnet die teuerste der drei Hortensien, die wir vor ca. zwei Wochen ausgesucht und direkt in die Gartenerde gepflanzt hatten, war innerhalb weniger Tage zu einem Trauergewächs mutiert, mit ganz schlappen Blütenblättern und mit einer Anmutung, dass man fast sicher davon ausgehen muss, sie lebt nicht mehr lange. Woran das lag, während die Nachbarpflanze nur 40 cm daneben offenbar keine Probleme mit ihrem Standort zu haben schien, war und ist uns noch ein Rätsel. Die Schneckeninvasion, die sich auch schon auf den Weg zu diesen neuen Blumen gemacht hatte, konnte wir nämlich stoppen. Daran kann es also nicht gelegen haben. Aber irgendwie schien die Pflanze, die Feuchtigkeit nicht ihrem Wurzelballen speichern zu können und hatte ständig ein vertrocknetes Aussehen. Jedenfalls habe ich sie vor einigen Tagen aus dem Gartenboden wieder ausgepflanzt und in einen mittelgroßen Pflanztopf mit frischer Erde und ordentlich Dünger gesetzt. Bei der Zusammensetzung der Erde habe ich es mit einer geschichteten Mischung zwischen lockerer Gartenerde aus dem Gartencenter und schwerer Gartenerde versucht. Und tatsächlich ist der Hortensie diese Umpflanzung gut bekommen. Schon am Folgetag zeigte sie sich deutlich stabiler und jetzt, nach zwei Tagen, ist die normale Stabilität der Blüten wiederhergestellt, der Wurzelballen trocknet nicht gleich nach dem Gießen wieder aus. Ich freue mich sehr über diesen Reanimationserfolg und hoffe natürlich, dass die Kur ihre wohltuende Wirkung behält.

Alltägliches Jahreszeitenbewusstsein

Die Sonnenstundenbilanz für diesen Juni fällt bisher immerhin durchschnittlich aus. Natürlich nicht besonders toll, so wie in den beiden Vorjahren, aber damit war nach dem bisherigen Witterungsverlauf des Jahres auch nicht wirklich zu rechnen. So sind wir auch mit Durchschnittlichem schon sehr zufrieden und hoffen auf leichte Steigerungen bis zum Hochsommer. Den Blumen scheinen die Regenphasen mit Ausnahmen immerhin nicht zu schaden. Und die Bäume profitieren eher davon, denn haben dieses Jahr einen eher schweren Stand, zeigen sich wenig vital in Bezug auf die Blattbildung, das Blühen, den Zuwachs an Biomasse und natürlich später auch dem Fruchttragen. Alles recht schwierig, weitgehend unverständlich und irgendwie auch frustrierend. So nehme ich wie in so vielen Lebensbereichen das Positive an der vegetabilen Umgebung mit. Und das besteht im bloßen Vorhandensein des Grüns, der Blüten und Blätter im jahreszeitlichen Zusammenhang. Wir benötigen dann nur noch die Zeit, alles auch bewusst wahrzunehmen. Und diese Zeit versuche ich immer wieder frei zu machen. Nicht nur am Wochenende, nach Möglichkeit an jedem Tag, als selbstverständlichen Bestandteil des Tagesablaufs sozusagen.

Attraktives Fliederholz in guter Qualität

Das Sägen an der Kreissäge war heute Nachmittag doch mit mehr Zeitaufwand verbunden, als ich ursprünglich gedacht hatte. Aber jetzt haben wir zum einen die größere Ansammlung von Stammabschnitten und Ästen der beiden gefällten Walnussbäume, die Konstruktionsreste unserer alten Sitzgarnitur und den großen schon ganz zerrissenen Kirschbaumstamm zu Brennholz, in ofengerechte Abschnitte verarbeitet. Und zum anderen konnte ich die verschiedenen Abschnitte des Fliederbaumstamms auseinandersägen, die V. mitgebracht hatte. Tatsächlich handelt es sich um ein sehr schweres, dichtes und hartes Holz, das im Kern eine dunkle Färbung aufweist und auch eine interessante farbliche Binnendifferenzierung aufzuweisen scheint. Zwei der mitgebrachten Abschnitte des Stamms waren einwandfrei, die konnte ich jeweils in der Länge halbieren und dann durch die Markröhre längs teilen. Das ergab dann 8 exzellente Abschnitte, deren Schwund beim Trocknen sich in Grenzen halten sollte, zumal ich natürlich alle Abschnitte an den Enden mit heißem Paraffin versiegelt habe, um das Trocknen zu verlangsamen, wie ich das immer tue. Neben den beiden längeren ziemlich gleichmäßig dicken Abschnitten gab es auch noch einen schmäleren Abschnitt vom oberen Teil des Stamms und einen kurzen, sehr dicken unteren Abschnitt. Beide waren aber leider überwiegend nicht zu gebrauchen, weil sie vom Kern aus ausgefault waren und kaum noch durchgängig stabiles Holz aufwiesen. Aus diesen Endabschnitten konnte ich nur einige kleine Abschnitte extrahieren. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie das Material sich während des Trocknens an der Luft verhält, und wie es in vollständig abgetrocknetem Zustand aussieht. Als Material für die Wunschbaum-Manufaktur sollte es in jedem Fall schon wegen der Dichte und interessanten Farbigkeit sehr geeignet sein.

Walnussbaum als Brennholz und Fliederholz für die Wunschbaum-Manufaktur

Ich bin froh, dass die jüngst realisierten Porträtfotos vor vegetabilem Hintergrund und Baum in der letztlich getroffenen Auswahl gute Ergebnisse enthielten. Damit lässt sich dann illustrativ auch gut arbeiten. Und ebenso froh bin ich, morgen wieder einmal praktisch mit Holz arbeiten zu können. V. plant, die Stämme und dicken Äste der beiden gerade gefällten Walnussbäume zu Brennholzabschnitten zu sägen. Natürlich eine Aufgabe für mich, die ich gerne wahrnehme. Zumal noch eine weitere Holz-Rarität hinzukommt, die auf demselben Grundstück ebenfalls ihre Lebenszeit hinter sich lassen musste. Ein Flieder-Baum, dessen Holz mir noch gar nicht bekannt ist. V. meint, es sei ein sehr dicht gewachsenes, dunkles und dekorativ wirkendes Holz. Das hört sich so an, als ob es sich als Material für ein neues Angebot bei den Wunschbaum-Armbändern eignet. Um das herauszufinden, ist es zunächst erforderlich, den Stamm zu vierteln und aus den Vierteln dann Abschnitte zum Trocknen zu gewinnen. Irgendwann, frühestens in einem Jahr, werde ich daraus Kanteln herstellen können, aus denen die Stäbe und Perlen für meine Armbänder gemacht werden. Schön, damit hätte ich eine weitere Baum- bzw. Holzartenauswahlmöglichkeit im Wunschbaum-Shop vorbereitet.

Wechselhaftigkeit ist gut für die Bäume und schlecht für Frucht tragende Nutzpflanzen

Interessant zu beobachten, wie die ungewöhnlichen Wetterverläufe in diesem Jahr immer wieder in Dauerschleifen gehen. Wenn die Wechselhaftigkeit sich einmal eingeschliffen hat, kann man tatsächlich davon ausgehen, dass mehrere Tage hintereinander denselben Ablauf zeigen. Zurzeit ist es eine große Helligkeit mit steil ansteigender Sonneneinstrahlung im Laufe des Vormittags und eine ständiges Hin und Her bzw. Auf und Ab am Nachmittag. Erst gegen Abend geht es dann wieder in eine moderat aufgelockerte Stimmung mit warmem Abendlicht über. Insgesamt kommen dabei an Sonnenstunden ziemlich reiche Tage zusammen. Aber ohne das Wechselhafte des Nachmittags wären es eben extrem sonnige Frühsommertage, so wie wir sie in den Vorjahren über lange Phasen erleben durften. Nun, für die Pflanzen ist das Wechselhafte und v. a. das Ausbleiben der Dauerhitze natürlich von Vorteil. Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass sich die Bäume insbesondere jetzt deutlich erholen können. Nur für manche Wärme und Licht liebende Blumen- und Staudenarten ist dieses Wetter eher schädlich. Und offensichtlich auch für alle Nutzpflanzen, allen voran die Früchte tragenden Sträucher und Bäume. Und leider auch für viele Gemüsesorten. Ich hoffe, dass wenigstens die Chilis bis zum Spätsommer etwas werden, denn mit deren Anzucht bin ich schon früh im Jahr gestartet.

Sonnenlichtreiches Fotoshooting zwischen Zierkirschen und Trompetenbaum

Ein Tag mit abwechslungsreicher, aber überwiegend doch sommerlicher Witterung, an dem das Sonnenlicht im Schnitt die überhandgenommen hat. Durch eine glückliche Fügung fiel der geplante Fototermin mit Außenaufnahmen eben auf diesen sonnenreichen Tag. Ein bisschen zittern musste ich zwar schon, weil es nicht sicher war, ob zur geplanten Uhrzeit auch wirklich das erforderliche Licht zum Vorschein kommen würde. Aber letztlich hat es doch gut funktioniert. Nach den Studioaufnahmen sind wir in den sehr nahe gelegenen Garten der Sinne gegangen und konnten dort verschiedene Fotoreihen realisieren, unter denen jeweils sehr brauchbare Aufnahmen zu finden waren. Und bei allen spielte ein Baum eine der motivischen Hauptrollen, neben den menschlichen Protagonistinnen natürlich. Auch das war geplant, da die zu fotografierenden Damen mit der fertigen Idee zu mir kamen, eben ein solches Duoporträt mit Baum zu versuchen. Und die Bildidee war für den avisierten Zweck auch sehr passend. Bei dem letztlich ausgewählten Foto stand ein kleiner Zierkirschenbaum, v. a. dessen Stammstruktur zwischen Porträtierten, in einem anderen als Alternative ausgewählten Foto war es der Trompetenbaum, der v. a. durch seine schönen Blätter und die Fruchtschoten einen sehr schönen vegetabilen Hintergrund bildete. Leider konnten sich die Porträtierten nicht auf dieses Motiv einigen, das aber dennoch zu meinen persönlichen Favoriten des Shootings gehört.

Schlechte Ernteprognosen rund um die Bäume

Die Kurve der eingehenden Sonnenstrahlung hat heute heftig ausschlagende Amplituden gezeigt. Ein Rauf und Runter der Strahlungswerte war zu beobachten, der Grund lag in den den ganzen Tag über kontinuierlich vor blauem Frühsommerhimmel vorbeiziehenden dicken Wolken. Merkwürdigerweise und so gar nicht zur Wetterentwicklung der Vortage passend, sind die Temperaturen dazu noch deutlich gefallen, so dass man schon wieder einen Pulli überziehen musste. So wenig erfreut wie wir sind auch die Bienen über diese Witterung, denn zu der Flaute bei der Baumblüte kommt noch eine wenig ausgeprägte Lust, überhaupt rauszufliegen, und eine relative Schwäche der Völker. V. meint, außer einem seien alle nicht stark genug, um wirklich fleißig Honig nach Hause zu bringen, wenn denn einmal wieder Tracht vorhanden ist. So wird sich wohl die Ausfalltendenz bei der diesjährigen Ernte auch beim Honigertrag als traurige Erfahrung manifestieren. Noch aber hoffen wir auf wenigstens ein wenig neuen Honig. Bisher hat es gerade für den Eigenbedarf der Bienen ausgereicht.

An tief liegende Kraftquellen heranreichen

Gut, dass ich das nächste Fotoshooting nicht vorverlegt habe. Denn heute Nachmittag wäre es sehr ungünstig für eine Außenaufnahme vor vegetabiler Kulisse im nahegelegenen Garten der Sinne gewesen, hat doch nach einigen sehr sonnenreichen Tagen die Kühle und Lichtarmut wieder Einzug gehalten. Das wäre dann auch im Freien etwas sehr wenig Sonnenlicht gewesen. Nicht gut für die Belichtung und auch nicht für die Lebendigkeit der Farbdarstellung. So hoffe ich auf eine Rückkehr des Frühsommers in den nächsten Tagen, und darauf, dass wir wieder mehr aufatmen können. Bei so viel Desillusionierung bei den Menschen auf der ganzen Welt, einem solchen Motivationstief brauchen wir die äußere Verstärkung, körperlich wahrnehmbare Unterstützung durch jahreszeitliche Normalität wenigstens beim Wetter. Vielleicht können wir mit Unterstützung des Sonnenlichts ja eher an tief liegende Kraftquellen heranreichen, um zarte Ansätze von positiver Zukunftsorientierung rasch wachsen lassen zu können. Es ist schwer geworden, an etwas Erfahrenes anzuknüpfen, auf bereits Erlebtes zurückzugreifen, um diese Krisenzeit zu meistern und diese Krisenstimmung zu überstehen.

Ein nicht nur missmutiger Blick in die nähere Gartenzukunft

Dass für die meisten Grünpflanzen und Gehölze dieses Jahr eine Katastrophe beschert, habe ich ja hier schon des Öfteren aus eigener Erfahrung wiedergegeben. Aber nicht nur die Baumfrüchte bleiben bei manchen Arten komplett aus oder sind stark reduziert. Selbst das Blattkleid entwickelt sich nicht so wie gewohnt. Bei unserem kleinen Pfirsichbaum beobachte ich das schon seit letztem Jahr und jetzt wieder, dass er nämlich schon gleich die frühen Blätter verliert und sich dann schwertut, neue Blatttriebe zu entwickeln. Und bei einem großen Baum wie unserem Walnussbaum sind die Blätter viel kleiner als sonst, zudem fallen jetzt schon, wo sie noch gar nicht richtig ausgewachsen sind, viele davon gleich wieder vom Baum und müssen ständig aus den Pflanzgefäßen herausgefischt werden, damit sie das Wachstum der Gemüsepflanzen nicht behindern. All das macht nicht gerade Mut für die Gartensaison. Wenn nicht die in diesem Sommer so wunderschön angewachsenen Sommerblumen wären, und meine bisher ganz ordentlich gediehenen Chilipflänzchen, müssten wir eigentlich missmutig in die nähere Gartenzukunft schauen.

Grüne Wahlthemen für die Gestaltung eines zukunftsfähigen Europa

Das Interesse an der Europawahl soll diesmal besonders ausgeprägt sein. Kaum zu glauben, könnte man an der allgemeinen Stimmungslage doch eine Art Generallethargie vermuten, die fast niemanden mehr an irgendwas glauben lässt. Aber wirtschaftliche Rahmenbedingungen und subjektives Sicherheitsempfinden spielen bei der politischen Aufmerksamkeit dann doch eine eigene und zwingende Rolle, die mehr Mobilisierungspotenzial mit sich bringt. Ganz unabhängig, so meine Einschätzung, welche alternativen Positionen eigentlich zur Wahl stehen. Ich denke, darüber informiert sich gerade bei der Europawahl so gut wie niemand. Aber allgemeine Ausrichtungen können bei solchen Wahlen greifen. Und da habe ich die Vermutung und Hoffnung, dass das zuletzt etwas stärker in den Hintergrund getretene ökologische Großthema doch wieder die Wahl bestimmend sein könnte. Nicht nur, vielleicht sogar nicht primär die wirtschaftliche (Welt-)Lage. So hoffe ich, dass zum einen vom Wahlrecht umfangreich Gebrauch gemacht wird und zum anderen die extremen Positionen nicht einmal annähernd die Unterstützung erhalten, die in Umfragen so häufig schon prognostiziert wurde. Damit die langfristig das Leben bestimmenden Hauptthemen, die politisch beeinflussbar sind, einen möglichst breiten Raum einnehmen können. Ich denke, dass Umwelt, Energie und ökologische Zukunftsperspektiven, eben „grüne“ Themen, gerade auf europäischer Ebene die allgemein anerkannt aussichtsreichen Felder sind, die verantwortungsvoll zu gestalten sich politische Artikulation lohnen kann.

Den thematischen Faden rund um Baumsymbolik weiterspinnen

Es gibt immer wieder Phasen, die so mit einem beständigen Informationsfluss angefüllt, wenn nicht überfüllt sind, dass man kaum noch jede einzelne Information richtig verarbeiten kann. Manchmal registriere ich dann etwas Interessantes, schiebe es aber zur späteren Überlegung oder Bearbeitung in einen Warte- oder Archivbereich. So habe ich erst heute wieder, nach Monaten, eine Literaturempfehlung vom Ende des letzten Jahres gefunden, die sich auf eine Sammlung von Essays bezieht, welche sich rund um bedeutende Dichter, Denker und spirituellen Lehrer „unter den Bäumen“ drehen. Natürlich genau mein Thema, das ich ja selbst schon viele Male in Texte zu Facetten des Lebensbaumbegriffs verarbeitet und in eigene Textbeiträge eingebracht habe. Schade, das ist damals liegengeblieben, aber ich könnte es in näherer Zukunft doch noch aufgreifen, auch um die gedankliche Arbeit am Lebensbaumthema für mich weiterzuführen. Das wäre dann ein neuer Baustein auf diesem Weg. Überhaupt würde es mich wieder mehr reizen, die Baumthematik kreativ aufzubereiten. Ein Vorhaben, das vor einigen Jahren zum Stillstand gekommen war, das sich aber lohnt, weitergeführt zu werden. Ich will nur nicht zu sehr an dem Vorhaben kleben, weiß ich doch, wie schnell äußere Veränderungen und Herausforderungen dann wieder davon ablenken und zu einem weitern Aufschieben Anlass sind. Aber der Vorsatz ist ja immerhin ein bewegendes Element.

Wechselhafte Lebensfreude im sommerlichen Pflanzengarten

Die Erfahrungen mit unseren neu erworbenen und eingepflanzten Hortensien sind wechselhaft. Anfänglich waren wir von der Auswahl und Anmutung der Blumen sehr angetan. Gerade die auffallendste und präsenteste, die in strahlendem Blau erscheint, ist ein guter Griff gewesen, auch weil sie nicht nur top aussieht, sie scheint auch unempfindlich und fühlt sich an ihrem Standort am Zaun sichtlich wohl. Die zwei anderen haben wir nebeneinandergesetzt. Während eine davon ebenfalls stabil zu sein scheint, hat die andere, ausgerechnet die teuerste der drei, von Anfang an Schwächen gezeigt. Sie hat die dieses Jahr ohnehin überhandnehmenden Schnecken magisch angezogen. Und den Schutz mit Schneckenkorn, der notwendig war, scheint sie ebenfalls nicht vertragen zu haben. Jedenfalls sind am Nachmittag alle Blütenbüschel schlapp gewesen, so wie gestern nur einer davon, den wir abgeschnitten haben, weil wir dachten, die Schnecken wären ursächlich für den Zustand. Jetzt sehen die Blüten alle so aus und wir sind relativ ratlos. Vermutlich nur ein Detail, das wir aber leider nicht erkennen. So könnte es sein, dass dieser einen Pflanze nur eine kurze Lebenszeit vergönnt ist. Ich hoffe, der Sommergarten, und in ihm neben den Bäumen auch alle Stauden und Blumen werden sich in den eigentlichen Sommermonaten prächtig entwickeln und das wechselhafte Wetter gut wegstecken können.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.