Der erste nicht sehr ergiebige Regen seit Langem

Am Abend jetzt, nach tagelanger Ankündigung, die sich nicht bewahrheitet hat, kamen bei uns tatsächlich die ersten Regentropfen seit Wochen. Das Donnern und Blitzen und die gewittrige Verdunkelung des Himmels deuteten eigentlich auf ein heftiges Gewitter hin, das einen ebenso heftigen Gewitterregen erwartbar gemacht hätte. Aber nach ca. zwei Stunden Vorbeiziehen dunkler Wolken und einer gewissen Abkühlung kam es dann doch nur zu harmlosen Schauern – immerhin die ersten seit langem. Leider waren die nicht geeignet, unser Becken nennenswert mit frischem Regenwasser aufzufüllen. Nur das Gießen unter freiem Himmel habe ich mir ausnahmsweise einmal gespart. Falls die Blumen über Nacht lappen sollte, würde ich es morgen Vormittag nachholen. Aber ich hoffe, wir können einmal einen Tag aussetzen. Und ich hoffe, die Bäume konnte wenigstens etwas von dem Niederschlag in ihren Wurzelwerken speichern, um die noch kommenden heißen Tage schadlos zu überstehen.

Gartenbäume mit ungewöhnlichen Wachstumsfortschritten

Natürlich sind in einem so sonnenreichen Sommer auch die Gartenbäume präsent und machen bei so viel Licht ungewöhnliche Wachstumsfortschritte. Man sieht das daran, wie hoch hinaus sie inzwischen reichen, vor allem der Walnussbaum, der Ginkgo und inzwischen auch die ältere Gleditschie. Auch die Breite der oberen Krone hat sich vergrößert und die drei zu richtig stattlichen Baumindividuen werden lassen. So deutliche Entwicklungsschritte konnte ich im Jahreswechsel bisher nicht beobachten. Aber noch dominanter sind in diesem Hochsommer die Blumen und Stauden, die bei uns weitgehend einjährig sind und die wir immer wieder neu in der Gärtnerei besorgen, einpflanzen und sorgsam pflegen. Um bei der ungewöhnlichen langanhaltenden Hitze immer genug Gießwasser parat zu haben, mussten wir heute tatsächlich noch die letzten sonst nicht zugänglichen Füllvolumen unseres großen liegenden Regenwassertanks leerpumpen. Zunächst ins Springbrunnenbecken, und von dort aus mit Hilfe einer anderen Pumpe wiederum in den Plastiktank, der ich zum Abzapfen des Regenwassers überwiegend nutze. Der wäre wohl in den nächsten Tagen leer gewesen ohne dieses Auffüllen.

Unterstützende Konstanten aus der natürlichen Umwelt

An diesem 1. August saßen wir sehr lange im Auto und haben eine ziemliche Strecke zurückgelegt. Aber diese Wege, die u. a. durch schnuckelige pfälzische Weinorte und Überland führten, hatten bei der schon gewohnten Hitze etwas Reizvolles, das die Exkursion durchaus mit Erinnerungswert ausgestattet hat. Auch wenn die Gespräche dazwischen nicht gerade einfach zu nennen sind und einige schwierige kommunikative und emotionale Aufgaben zu bewältigen waren. Es sind immer wieder die von der äußeren Natur kommenden Konstanten und Energieangebote, die auch schwierige Lebenslagen erleichtern und relativieren zu helfen in der Lage sind. Das ist es, was mir von diesem Tag vor allem in Erinnerung bleiben wird.

Vielleicht kommt heute noch die Erholung von der Dauerhitze

Nicht ganz so sonnig, aber drückend warm ging dieser Juli seinem Ende entgegen. Und wir warten immer noch auf den Regen, der jetzt endlich – mit dreitägiger Verspätung – doch noch kommen soll. Allerdings ist es bis zum Abend immer noch nicht soweit gewesen. Ich hoffe im Sinne unserer Regenwasservorräte darauf, dass es mindestens eine Stunde kräftige Regengüsse geben wird, die alles wieder auffüllen. Damit unsere Sommerblumen und auch die Stauden und Bäume eine Erfrischung und Flüssigkeitszufuhr nach so langer Hitze und Trockenheit erfahren.

Immerhin schon Wind, aber noch kein Regen

Heute schien sich über mehrere Stunden ein Gewitterregen anzukündigen. Aber statt des Regens kam einfach nur viel Wind auf, der immerhin die stehend heiße Luft in Bewegung brachte. Der so dringend benötigte Regen aber soll jetzt doch erst morgen kommen – vielleicht. Für unsere Regenwasserreservoirs wäre ein ergiebiger und länger andauernder Regen jetzt sehr wichtig. Das heißt letztlich für die Pflanzen und auch ohne Gießen für die Bäume im Garten wie in der Landschaft, die langsam an die Grenze gelangen, es sei denn sie verfügen über wirklich tief und weit reichende Wurzeln, was aber tendenziell nur für die älteren und größeren der Fall sein dürfte. So konzentriere ich mich – bevorzugt in abgedunkelten Innenräumen – darauf, die Sommerurlaubszeit zu nutzen, um meine kreativen und kommunikativen Projekte möglichst wenig abgelenkt voranzubringen.

Sommer-Auszeit als kommunikative Hochzeit

Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen, bei denen diese Hochsommerwochen mit fast noch mehr Geschäftigkeit ausgefüllt sind als in der übrigen Zeit des Jahres. Das hat natürlich ein wenig mit dem Umstand zu tun, dass die Kommunikationsbranche sich um oft als nachrangig eingestufte Aufgaben dreht, für die einige Auftraggeber gerade in Auszeiten wie Sommer-Urlaubszeit und Weihnachtzeit bzw. Jahreswechsel am ehesten den Kopf frei haben. Dieses Jahr ist das ganz sicher so und etwas ausgeprägter als sonst. Gut daran ist vor allem, dass ich in Ruhe und anhaltend an den Projekten arbeiten kann und mich nicht zu sehr verzetteln muss. Und außerdem gelingt es mir aufgrund der langen Tage trotzdem noch ganz gut, die schönen Seiten des Sommers im Spiegel der vegetabilen Natur, der Baumlandschaft, den Gärten um mich herum in mir aufzunehmen und Energie daraus zu ziehen. Die ist bei allem, was mir an Aufgaben und Herausforderungen begegnet, auch sehr willkommen.

Sich selbst verstärkender Klimawandel

Dieser Hochsommer und insbesondere der diesjährige Baum-Sommer wird uns wohl lange in Erinnerung bleiben – wenn er denn einmal zu Ende gegangen ist. Davon kann aber noch keine Rede sein, der Sommer, die Hitze, das Licht scheinen kein Ende nehmen zu wollen. Tatsächlich, in dieser Dauerhaftigkeit und in diesem Ausmaß haben wir Sommer wohl noch nie erlebt. Ich versuch einmal, das Positive daraus zu ziehen, wenn auch die resultierenden Belastungen, z. B. für unsere Gesundheit, doch erheblich zu nennen sind. Und sicherlich auch die rückgekoppelten Auswirkungen auf die Entwicklung des Weltklimas. Rückgekoppelt deshalb, weil diese Ausnahmejahreszeit wohl größtenteils Resultat des Klimawandels zu sein scheint und ebendiesen wiederum zu forcieren droht. Das Gießwasser geht uns langsam aus, in anderen Ländern Europas wüten nie dagewesene Waldbrände. Selbst Urlauber können sich dort nicht mehr an ihrer Sommerauszeit freuen, weil das Klima gewissermaßen zurückschlägt. So hoffe ich auf, dass die Extreme sich nicht immer weiter steigern und unberechenbar werden. Und dass umgekehrt wieder gemäßigte Klimaphasen kommen, die allzu große Schäden und Belastungen verhindern.

Ein Tag Erholung von der Dauerbestrahlung

Der Tag brachte einmal erholsame Abkühlung, wenn auch immer noch keinen Regen. Immerhin war das ein Erholungstag für die Pflanzen, auch die Gartenbäume dürften sich wohl und erleichtert gefühlt haben, einmal für 24 Stunden von Dauersonneneinstrahlung verschont geblieben zu sein. Aber gerade für die Chilipflanzen ist das ein Wachstumsschub, weil das Licht dennoch vorhanden war, sich das Regenwasser vom Vortag aber länger in der Erde halten konnte. Gute auch, dass ich nach solchen moderateren Sonnentagen weniger gießen muss.

Dieses Jahr werden die Maulbeeren tatsächlich nicht mehr reif

V. habe ich am Vormittag zum Bienenhaus begleitet, um dort die Tränke außen für die Bienen mit Regenwasser aufzufüllen. Das war in einer Tonne zwar gesammelt worden, aber geregnet hat es ja schon lange nicht mehr, so dass die umfunktionierte Kelter ausgetrocknet war. Mit mindestens fünf Gießkannen Regenwasser aufgefüllt sollte der Trinkvorrat für die zwei Bienenvölker jetzt eine gute Zeit wieder ausreichend sein. Natürlich habe ich bei der Gelegenheit erneut einen Blick in die Krone des Maulbeerbaums geworfen -nur um feststellen zu müssen, dass sich tatsächlich seit mindestens 6 Wochen dort nichts verändert hat. Die wenigen Maulbeerfrüchte, die zu sehen sind, sind immer noch in unterschiedlich unreifem Zustand, gerade so, als wenn sie eingefroren worden wären. Ganz seltsam, denn wir hatten ja jetzt super Hochsommerwetter, was normalerweise die Zuckerproduktion des Baums anstoßen sollte. Dass sich in diesem Jahr gar nichts weiterbewegt, kann ich nicht erklären. Dass es allein an der Trockenheit liegen sollte, leuchtet mir nicht wirklich ein, denn zwischendurch gab es ja doch heftige Gewitterregen. Aber auch die hatten keinerlei Einfluss. Die Maulbeerenernte 2026 kann ich deshalb komplett abhaken und auf ein fruchtreicheres nächstes Jahr hoffen.

Wechselhafte Baumobstaussichten für dieses Jahr

Man kann jetzt wohl schon sagen, dass dieses Jahr 2026 nicht zu den besten Baumobstjahren gehören wird. Es ist bei fast allen Obstsorten schon vorhersehbar, dass die Ernte weniger reichhaltig als im Vorjahr ausfallen und in einigen Fällen auch ganz ausbleiben wird. Bei den Maulbeeren haben wir das ja schon vor Wochen beobachtet, denn seitdem die ersten Maulbeeren in unterschiedlichen Reifegraden, aber überwiegend noch grün, weiß oder blass-rot zu sehen waren, hat sich so gut wie nichts weiterentwickelt. So als ob die Früchte partout nicht ausreifen wollten. Eine Vermutung: Dass diese Art doch neben moderater Wärme auch ziemlich viel Niederschlag und Wasserzufuhr benötigt. Der ist von einzelnen Schauern und Gewitterregen abgesehen aber ausgeblieben. Kann sein, dass der Maulbeerbaum im Besonderen sich daran gestört hat. Aber bei anderen Arten ist es ähnlich. Unsere Pfirsiche kommen zwar, sind auch schon klein und grün in mitteldichter Verteilung zu sehen. Aber der ausgebliebene Regen ist eben die Erklärung für ihr zögerliches Ausreifen und die bisher geringe Größe. Da müssten noch einige Wochen mit nicht zu großer Wärme, viel Sonne und zusätzlich ausgiebigem Regen kommen, wenn wir eine noch zufriedenstellende Pfirsichernte erwarten sollen. Bei den Äpfeln, Birnen und Zwetschgen wage ich noch keine Prognose, Die habe ich mir noch nicht angesehen, aber damit hat es ohnehin noch Zeit. Interessanter und naheliegender sind da schon die Mirabellen. V. sagte vor 10 Tagen, dass sie noch ca. 2 Wochen benötigen. Wir werden sie in den nächsten Wochen noch einmal inspizieren müssen und werden dann entscheiden, ob eine erste Pflückung Sinn macht. Denn richtig reif und süß müssen sie schon sein, wenn daraus ein schmackhafter Hefe-Mirabellenkuchen werden soll. Beziehungsweise eine ganze Reihe solche Kuchen, die wir traditionell einfrieren und dann übers ganze Jahr sukzessive verspeisen.

Lebenssymbol im Spiegel der Baum-Form

Es ist ein Jammer. M. hat doch tatsächlich den kleinen Pin aus goldfarbenem Edelstahl in Form einer stilisierten Libanon-Zeder verlegt. Es sollte erst das richtige Kleidungsstück abgewartet werden, aber zwischenzeitlich ist das kleine, aber hübsche Accessoire einfach verschwunden. Erfahrungsgemäß kann es lange dauern, bis es irgendwann in ungeahnten Ecken oder Behältnissen wieder zum Vorschein kommt – meist ohne explizit gesucht worden zu sein, einfach nur, weil man diese Stelle dann aufgedeckt hat. Ich hoffe, es wird wieder an die Oberfläche kommen, denn die Lebenssymbolik dieser Bäumchenform ist augenscheinlich und insofern ist das Schmuckteilchen gleichzeitig zeitlos und symbolträchtig. So etwas lässt sich auch im Sommer tragen, weil es ganz unabhängig von der Jahreszeit ist, einfach nur für das Leben an sich im Spiegel der Baum-Form steht.

Motivierende Sommersonne

Jetzt werden die technikorientierten Aufgaben wie überhaupt die kommunikative Projektarbeit wieder dichter gedrängt, was für meine Arbeit während der Hochsommerzeit nicht ungewöhnlich ist. Denn es scheint und schien immer schon so, dass die Menschen diese Art von Aufgaben gerne in die Zwischen-Auszeiten Mitte des Jahres oder aber gegen Ende des Jahres, um Weihnachten herum, platzieren, weil sie dann am ehesten den Kopf für Außerplanmäßiges frei haben. Das passt, da ich ja ohnehin keinen Sommerurlaub mache, jedenfalls seit 25 Jahren nicht, und deshalb eigene Inanspruchnahme in der Urlaubszeit der anderen für mich kein Problem darstellt. Das hat sogar etwas leicht Skurriles und gleichzeitig Erfrischendes. So nutze ich gerne die motivierenden Vorzüge des sommerlichen Sonnenlichts, der wärmenden und wach machenden Strahlen, um kreative und transparente Kommunikationsformen ins Leben zu rufen. In solchen Phasen motiviert mich die Sonne genauso wie sie es bei den Bäumen tut, die gerade jetzt ihrem vegetabilen Höhepunkt entgegengehen, wenn sie sich zwischen intensivem Grünen und ergiebigem Fruchttragen selbst Konkurrenz machen.

Holz des Blauglockenbaums doch nicht für Perlen geeignet

Das Wunschbaum-Armband „Blauglockenbaum“ habe ich heute ganz fertigstellen können und M. zum Probetragen übergeben. Die Perlen sahen nach dem Ölbad ja überraschend strukturiert aus, nachdem das roh geschliffene Holz eher unscheinbar schien. Von den Schwierigkeiten, dieses Holz mit extrem geringer Dichte zu bearbeiten, habe ich ebenfalls berichtet. Eben diese Eigenschaften rächt sich jetzt schon, nach kurzem Probetragen. Denn die so schön rund und glatt geschliffenen Kanten der Perlen sind jetzt schon stark aufgeraut und entsprechend setzten sich Staub und Flusen daran fest, wie das bei rauen Oberflächen eben passiert. Für Holzperlen, die direkt auf der Haut getragen werden, ist das allerdings ein No-Go. Ganz Ähnliches hatte ich vor einigen Jahren mit einem Test-Armband aus Weinreben-Holz feststellen müssen. Auch das war schwer zu bearbeiten, weil es stark porös und zu dem extrem spröde ist, so dass man sich die Werkzeuge daran stumpf macht. Und auch das war trotz wässern und sorgfältigem Glätten hoffnungslos stark aufgeraut. So leid es mir tut, wie beim Weinstock-Holz ist auch das Holz des Blauglockenbaums, jedenfalls in der mir vorliegenden Qualität, nicht geeignet für meine Manufaktur. Ich kann es leider nicht in mein Sortiment aufnehmen, weil das Ergebnis bei noch so sorgfältiger Verarbeitung unberechenbar wäre. Etwas, das ich meinen Armband-Kunden, die bequem tragbare Armbänder aus heimischen Holzarten, die dafür geeignet sind, seit Jahren gewöhnt sind. Und der Tragekomfort und die wahrgenommene Stimmigkeit sind eben sehr wichtig für die Produkte der Wunschbaum-Manufaktur.

Hochsommerliche Baumreihen und Ruhepunkte

Ein durchmischter Einundzwanzigster war das, der durchaus typische Merkmale dessen in sich trug, was mit der Symbolik dieser Zahl in Zusammenhang steht. Der aber auch durch die ungemeine Aufregung geprägt war, welche die Familie seit Monaten begleitet. Ich will einmal die aufbauenden und positiven Bestandteile aufgreifen und daraus Energie für die weiteren Hochsommerwochen und alle die Herausforderungen schöpfen, die in diesen Wochen noch auf uns warten. Die alleeförmigen Eindrücke der Ahornbäume am Straßenrand waren neben unseren großen Gartenbäumen die vegetabilen Begleiter und Ruhepunkte an diesem wirklich angenehm warmen, wohltemperierten Sommertag, an dem wir eine Reihe von Routineerledigungen unterbringen konnten. Um vor Ort bei den Gesprächspartnern bestätigt zu finden, dass die Auszeittage des Hochsommers ihre ganz eigene Stimmung unter den Menschen hervorrufen.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.