Holzarbeit nach Plan

Mit meinen Baumkreis-Holzstäben bin ich genau im Plan geblieben. Heute konnte ich das zweite Drittel der Stäbe realisieren, so dass ich morgen die restlichen in Angriff nehmen kann. Ich benötige, wie vorausgesehen, einen ganzen Tag für die 8 Stäbe. Morgen sind es zwar rechnerisch nur noch 7, aber einer davon ist kein normaler, zusammenhängender Stab, sondern es werden vier kurze Stäbchen sein, die ich jeweils aus einem Bohrkern herausarbeite, wie ich das beim Holz der Ulme ja immer schon tue. Das aber ist dann am Ende noch mehr Zeitaufwand. Deshalb wird der Abschluss dieser Mammutarbeit morgen wohl auch das zeitintensivste Drittel der Projekts werden. Ich freue mich aber jetzt schon darauf, die insgesamt 23 Stäbe in meine dafür vorgesehene Archivholzschachtel legen zu können. Denn die wird mir für die nächsten Jahre dann erstklassiges Grundlagenmaterial für die Herstellung der Baumkreis-Armbänder liefern, bis die nächste Reihe von Stäben wieder benötigt wird.

Willkommener Ruhe-Sonntag

Der Sonntag war als Ruhetag diesmal wirklich willkommen. Wir fühlten uns nach einer ziemlich arbeitsreichen Woche extrem ausgelaugt und hatten die Erholung nötig. Für mich geht’s anstrengungsmäßig in der neuen Woche zunächst einmal so weiter, aber hoffentlich mit neuem Schwung und ausgeladenen Batterien. Auch für die Bäume und alle grünen Pflanzen wird dieser nasse und lichtarme Sonntag ebenfalls erholsam gewesen sein. Ein positiver Nebeneffekt: Unsere Regenwasserreservoirs haben sich genau rechtzeitig wieder gefüllt. So ist das Gießwasser für die kommende Woche auf jeden Fall gesichert.

Eine eher seltene Kraftanstrengung zur Aktualisierung der Baumkreis-Idee

Das war nach längerer Pause wieder einmal ein Tag, der fast vollständig mit kunsthandwerklicher Holzarbeit ausgefüllt war. Zwischendurch habe ich M. noch bei diversen Kuchenprojekten unterstützt. Aber die meiste Zeit habe ich in eine Reihe von 8 erstklassigen und exakt auf 7 mm Durchmesser gebrachten Lebensbaum-Holzstäben investiert. Es war die erste Reihe von insgesamt drei. Es sind nämlich drei ganze Tage notwendig, um einen kompletten Satz mit 23 Lebensbaum-Holzstäben passend zum keltischen Baumkreis herzustellen. Die sind Grundlage für meine Baumkreis-Armbänder und waren zuletzt nahezu verbraucht. Höchste Zeit, für Nachschub zu sorgen. Das ist immer mit viel Aufwand, Konzentration und Energieeinsatz verbunden, lohnt sich aber. Denn mit diesem kompletten Satz komme ich in der Regel 3-4 Jahre aus, bis die Aktion weiderholt werden muss. Bei aller Anstrengung ist es für mich doch immer eine Freude, gerade an dieser Fleißaufgabe zu arbeiten, weil es so eine Art Investition in die Manufakturarbeit der näheren Zukunft darstellt und weil bei der Gelegenheit wieder die Chance habe, alle 22 Holz- bzw. Baumarten im Baumkreis in Vertretung durch die zugehörigen Holzabschnitte ganz genau unter die Lupe bzw. die Finger zu nehmen. Das ist auch für die Arbeit an einzelnen Lebensbaum-Armbänder, aber natürlich insbesondere für die Herstellung der Baumkreis-Armbänder wichtig. Die enthaltenen Baumarten sind allesamt so spannend, dass die mit ihnen verbundenen Eindrücke und Reflexionen uferlos scheinen. Auf diese Weise gelingt es mir, die Wunschbaum-Manufaktur auch inhaltlich kontinuierlich weiterzuentwickeln und je zeitgemäß zu aktualisieren.

Baumvitalisierungssommerwetter

Obwohl es von der Temperatur her gar nicht so heiß ist zurzeit, wirken diese Tage auf mich doch wie der Höhepunkt des Hochsommers. Gefühlt sind die Temperaturen, das Wetter insgesamt doch sehr anstrengend. Deshalb habe ich meine kunsthandwerkliche Arbeit, die im ersten Arbeitsschritt doch recht kräftezehrend ist, auf den morgigen Samstag verschoben. Dann kann ich nämlich schon am Vormittag beginnen, bevor die große Hitze angekommen ist. Denn über Nacht kühlt es doch angenehm ab. Das einzige, was den Herbst in Ansätzen schon erahnen lässt. Gut, dass es so viel geregnet hat. Die Blumen rund ums Haus und auch meine Gemüsepflanzen benötigen jetzt viel Wasser, das ich aus den gut gefüllten Regenwassertanks abzweigen kann. Den kleinen Bäumen, die in Kübeln oder kleineren Pflanztöpfen gepflanzt sind, geben ich auch immer Wasser, denn die können ihre Wurzeln ja nicht so tief in die Erde versenken und wissen die Extra-Flüssigkeit deshalb zu schätzen. Bei den übrigen großen Bäumen kann ich bisher keine Wassernot feststellen, die fühlen sich bei diesem zwar warmen, aber immer auch mit hoher Luftfeuchtigkeit gesättigten Wetter recht wohl. Schön ist auch, dass die Baumfrüchte, die doch noch etwas werden können, gerade im August zur Reife gelangen. Das sehe ich etwa bei den Feigen, die nach und nach gepflückt werden können, darunter auch sehr stattliche Exemplare, auf die sich M. immer sehr freut. Eine Hand voll Nashis und einzelne Birnen werden wir wohl aus dem Garten auch noch bekommen. Und dann gibt’s von unserer Streuobstwiese vielleicht noch Zwetschgen. Damit sollte die diesjährigen Baumobstsaison dann aber abgeschlossen sein.

Die moderne Interpretation einer christlich-vegetabilen Tradition

Die Messe zu Mariä Himmelfahrt, die uns in unserem Bundesland noch vergönnt ist, weil der Tag hier noch als kirchlicher und gesetzlicher Feiertag gefeiert wird, war eindrucksvoll und feierlich. Und zudem sehr gut besucht, wie fast immer, wenn sie von Chorgesang begleitet wird. Und natürlich gehörte der Kräutersegen dazu. Erfreulicherweise hatten viele Besucher eigens gesammelte und zu Sträußen gebundene Kräuter mitgebracht. Bei einigen konnte ich auch die bei uns wachsenden typischen Wiesenkräuter sehen, die ich auch in die eigenen Sträuße eingebunden hatte. Aber diese anderen waren meist nicht so opulent, z. T. auch eher auf Blumen oder Heilkräuter konzentriert, was ja eigentlich auch der Tradition näher kommt. Unsere Kräutersammlung zu Mariä Himmelfahrt ist eine moderne Interpretation, die die tatsächlich in der freien Landschaft, bevorzugt an Weg- und Waldrändern wachsende Kräuter, Gräser und Stauden umfasst, und nicht unbedingt nur Heilkräuter. Ich habe immer den Eindruck, dass diese wunderbaren wildwachsenden Kräuter die Idee, die hinter der Kräutersammel- und Kräuterweihetradition steht, sehr gut transportieren können. Leider hatte ich es versäumt, die Sträuße während der Arbeit des Bindens oder vorher zu fotografieren. Aber ich habe einige der fertig gebundenen dann doch noch in einigen dokumentierenden Fotos festgehalten:

Kräutersträuße zu Mariä Himmelfahrt 2024 I
Kräutersträuße zu Mariä Himmelfahrt 2024 II

Viele opulente Kräutersträuße, und alle mit einer Königskerze

Auch der zweite Tag des Kräutersammelns verlief sehr erfolgreich. Vor allem ist es uns gelungen – nach anfänglich vergeblicher Ausschau – doch noch ausreichend viele Königskerzen zu finden. Die bilden traditionell ja das Zentrum der Kräutersträuße und sie kommen eben nicht in jedem Jahr häufiger vor. In diesem Jahr hatte wir schon recht früh sehr viele Exemplare gesichtet, allerdings meist an entlegenen und nicht zugänglichen Stellen, z. B. in den Mittelstreifen der Autobahn. An unseren üblichen Sammelplätzen waren sie gestern und heute aber praktisch nirgendwo zu sehen, an einer Stelle, an der sie vor einigen Wochen noch zahlreich wuchsen, hatte die Stadt alles abgemäht, so dass auch die Königskerzen dort verloren waren. Aber ich habe dann nacheinander meine Favoriten-Kräutersammelstellen aufgesucht und zusätzlich noch andere Straßenzüge in der Nähe abgesucht. An einer dieser anderen Stellen haben wir dann sehr schön Königskerzen mit noch vielen Blütenknospen in der Spitze ausfindig gemacht. Das war ein Glücksfall, nachdem es schon häufig schwierig war, auch nur drei bis vier solcher schönen Spitzen zu finden. Im letzten Jahr gar waren gar keine zu finden. Heute aber genügend, um alle Sträuße damit zu schmücken, und es sind am Ende doch 7 Stück geworden. Nicht mehr als in den Vorjahren, aber opulenter als jemals zuvor. Eigentlich sind sie annähernd gleich groß bzw. üppig geworden, so dass wir Entscheidungsprobleme bekommen werden, wer welchen davon erhalten soll. Aber ich bin sicher, am Ende werden sie alle verteilt sein, natürlich nur an Menschen, die etwas mit der Tradition anfangen können. Bei diesem doch ziemlich zeitintensiven Aufwand ist das auf jeden Fall ein wichtiges Kriterium.

Traditionelles Kräutersammeln, die Erste

Das Kräutersammeln haben wir bewusst auch dieses Jahr wieder auf zwei Tage aufgeteilt. Deshalb sind wir heute Abend schon losgezogen, zunächst noch im und um den eigenen Wohnort herum, um die Kräuter, die diesem Sommer in guter Qualität dort zu finden sind, in ausreichender Menge zusammenzutragen. Da ist schon einiges zusammengekommen, aber es wächst überraschenderweise überall das Gleiche, was mich angesichts des vielen Regens in diesem Jahr doch erstaunt hat. Deshalb ist die zweite Suche morgen unbedingt notwendig. Denn für die Sträuße zu Mariä Himmelfahrt ist es schon notwendig, ein gewisses Spektrum zusammenstellen und zusammenbinden zu können. Man benötigt ohnehin immer viel mehr, als das anfänglich zu erwarten wäre. Meist ist nach der Aktion, bei der wir ungefähr 7 Sträuße für uns und einige Lieben und Bekannten binden, nicht mehr viel übrig. Das, was dann übriggeblieben ist, können wir immer noch zu kleinen Sträußchen in Vasen arrangieren und z. B. an der Grotte oder auch innen als spätsommerlich vegetabile Dekoration verwenden.

Christliche Tradition, vegetabile Form und Baumfotografie

Morgen oder spätestens übermorgen werden wir uns auf den Weg zu unseren Favoritenplätzen machen, um Sommerkräuter für die traditionellen Kräutersträuße zu Mariä Himmelfahrt zu sammeln. Schon im Vorjahr war an diesen Tagen des Sammelns so heiß wie gerade wieder. Das gehört fast schon zu dieser Tradition, das sommerlich heißte Wetter, die schwüle Luft und die gewisse Anstrengung, die das Zusammentragen von ausreichend Kräutern immer mit sich bringt. Aber wir mögen es trotzdem sehr. Auch wenn wir ohne diesen Anlass sicher nicht auf die Idee kämen, bei der recht erschöpfenden Hitze in der Landschaft unterwegs zu sein. Deshalb und auch wegen der gerade eher unspektakulären Anmutung der Baumlandschaft bin ich derzeit auch nicht in Sachen Baumfotografie unterwegs, widme mich eher den Symbolbäumen, die sich ohnehin besser auf generativ künstlichem Wege oder aber in der Weihnachtssaison selbst auf dem Weg echter Fotografie illustrieren lassen. Aber natürlich kommt in Kürze auch wieder eine jahreszeitliche Übergangsphase, nämlich am Übergang von Spätsommer zu Frühherbst, in der es wieder auch ästhetisch wieder eindrucksvoll wird rund die Bäume. Für dann spätestens ist die nächste Fotoreihe mit Nahaufnahmen geplant.

Natürliche und symbolische Bäume mitten im Hochsommer

Vielleicht ist es ein bisschen skurril, aber für mich dennoch nicht ungewöhnlich, dass mich gegenwärtig, auf dem Höhepunkt des Hochsommers, der Inbegriff von Symbolbäumen, nämlich die Weihnachtsbäume, mindestens genauso viel beschäftigen wie die lebenden Bäume da draußen. Das hat natürlich v. a. mit meinen Entwicklungsreihen und kreativen Versuche mit der Bildgenerierung auf Grundlage generativer KI zu tun. Da Weihnachten zu meinen umfangreichsten und auch erfolgreichsten Motivfelder innerhalb meiner Microstock-Portfolios gehört, habe ich einen ersten Schwerpunkt auf die Ausweitung eben dieses Motivfelds gelegt. Naturgemäß sind da sehr viele Weihnachtsbaum-Dekorationsobjekte mit abgebildet, oder der Weihnachtsbaum und seine dekorativen Pendants Adventskranz und Weihnachtsgesteck sind zumindest als Bokeh-Lichtquelle im Hintergrund für die warme Weihnachtsstimmung verantwortlich, die im besten Fall von allen Motiven ausstrahlt. Auch Glas-Weihnachtsaumskulpturen gehören zu den Hauptmotiven. Dabei konnte ich einige Exemplare virtuell generieren, die mir live bisher noch nicht vorgekommen sind und die auch in unseren umfangreichen Weihnachtsdekorationskisten so nicht vertreten sind. Insofern sind die Bilder aus generativer KI tatsächlich eine kreative Bereicherung, allein schon wegen der Möglichkeit, Dinge zu erschaffen, die man v. a. in dieser Kombinationsvielfalt ohne Riesenaufwand niemals zusammentragen und erste recht nicht fotografieren könnte.

Bessere Lichtbedingungen für die Sommerblumen im Garten

Ein bisschen Gartenarbeit war heute schon noch angesagt. Aber der Übergang in eine ganz heiße Phase des Augusts hat uns auch alle geschwächt, so dass wir den Samstag eher in gemäßigter Aktivität verbracht haben. Dass im Garten die Gartenbäume so dominant geworden sind, weil ihre Kronen im Sommer immer größere Abschnitte beschatten, wenn das Kronenlaub am dichtesten ist, ist uns in den letzten Tagen wieder sehr bewusst geworden. Einfach weil die Blumen im Hinterhausgarten dadurch einen sehr schweren Stand bekommen haben. Es ist kaum noch möglich, einen Spot zu finden, der regelmäßig und ausreichend von der Sonne beschienen wird. Und das ist bei den meisten Sommerblühern doch notwendig. So denke ich daran, im nächsten Frühjahr oder Spätwinter wirklich zahlreiche untere Kronenäste bei den Gartenbäumen zurückzuschneiden, so dass mehr Sonnenlicht zum Gartenboden wird vordringen können. Die oberen Kronenäste werden die Bäume dann immer noch ausreichend mit Energie versorgen und das weitere Höhenwachstum ermöglichen. Abe die oberen Äste werden möglicherweise zumindest der tieferstehenden Sonne mehr Durchdringen erlauben und auch bei höherem Stand um die Mittagszeit wahrscheinlich die Kronen insgesamt durchlässiger für das Licht der Sonne machen. Dann sollten auch die Sommerblumen wieder bessere Bedingungen vorfinden.

Vegetabile Konstanten in schwierigen kulturellen Umfeldern

Ganz so toll wie vorhergesagt, war das Sommerwetter dann heute doch wieder nicht. Wir sind tatsächlich noch weit entfernt von den extrem sonnenreichen Tagen früherer Hochsommermonate. Das scheint ein Phänomen dieses gesamten Jahres zu sein, denn eigentlich ist es schon seit Monaten alles unnormal, mit viel zu viel Niederschlag, zu wenig Sonnenlicht und auch die Temperaturen sind nach mehreren Jahren mit Allzeithoch-Rekorden nicht so, wie man es von der Jahreszeit erwartet. Alles sehr gewöhnungsbedürftig und nicht geeignet, das Vertrauen der Menschen in die Zukunft zu stärken, die Motivation wieder auf ein Normalmaß hinaufzuschrauben. So orientiere ich mich an dem, was wirklich zeitlos ist, die Naturwahrnehmung, die Naturbeobachtung im Detail, denn dass die Bäume blühen, grünen, fruchten und Blätter im Herbst abwerfen, hat sich glücklicherweise noch nicht geändert. Der Verlauf ist heute zwar anders als früher, aber das Zyklische ist geblieben. Dafür bin ich wirklich dankbar, denn das vom jahreszeitlichen Vegetationszyklus bestimmte Klima unserer mittleren Breiten ist schon ein wesentlicher Kulturfaktor, der unser Denken, Wahrnehmen und auch Handeln stark dominiert. Zumindest an dieser Konstante können wir uns in diesen so schwierigen Zeiten orientieren.

Eindrucksvolle Erscheinung in der Welt der Bäume

Die Baumlandschaft präsentiert sich immer noch ziemlich unscheinbar und farblos. Aber bei dem Spaziergang heute Mittag sind mir die Fruchtkapseln der Pfaffenhütchen erstmals aufgefallen. Die haben sich zwischenzeitlich schon zu ihrer endgültigen Form entwickelt und immerhin schon ein äußeres Blass-Rosa aufgelegt. In manchen Jahren bleibt die Blässe auch, aber im Idealfall färbt es sich später noch intensiv Rosa. Das ist dann im Kontrast mit dem Knall-Orange der Samenkerne ein echter Hingucker. Aber erst im weiteren Verlauf des Spätsommers, wenn die äußere Kapsel aufbricht und die meist zwei Samenkerne sichtbar werden. Für mich ist diese Einheit einer spektakulären Naturform mit einem sagenhaft fast schon unnatürlich wirkenden Farbkontrast eine der eindrucksvollsten Erscheinungen bei den Bäumen und Sträuchern. Makrofotos davon versuche ich immer wieder, jedenfalls wenn die Kapseln schön satt gefärbt sind, was nicht in jedem Jahr der Fall ist. Aber vielleicht versuche ich irgendwann auch ein Video, um den Zauber dieser Erscheinung festzuhalten.

Nützlichkeit vs. Symbolik der Bäume

Die Geschichte rund um unsere Mirabellenkuchenaktion hat bei vielen Bekannten die Runde gemacht und einiges Erstaunen hervorgerufen. In jedem Fall ist es eine schöne Geschichte, gerade auch, weil kaum jemand sich vergleichbar umfangreich mit Baumobst und seiner Verarbeitung heute noch beschäftigt. Aber in unserer Familie hat das eine lange Tradition, die natürlich damit zu tun hat, dass wir immer schon Obstbäume, v. a. auf einer Streuobstwiese zur Verfügung hatten und uns um die Pflege der Bäume, das Mähen der Wiese und natürlich das Ernten des Baumobstes gekümmert haben. Das hinterlässt gewisse Spuren, wenn man mit diesem Thema von Klein auf konfrontiert ist. Übrigens nicht nur positive Spuren, denn es gab in meiner Wahrnehmung oft auch Übertreibungen auf diesem Gebiet, die ich nicht gut finden konnte und die ich dann, wenn sie auftraten, eher als Belastung wahrgenommen habe. Meine eigene Einstellung und das enge Verhältnis zur Biologie, Symbolik und Ästhetik der Bäume hat ja auch weniger mit der Nutzbarkeit und der kulinarischen Verwertung zu tun. Das war und ist auch heute noch für mich eher nachrangig.

Doch noch ein Baumobsterfolg in diesem Sommer

Was für ein holpriger und geschäftig ausgefüllter Tag. Der stand am Morgen unter dem Einfluss bzw. den Nachwirkungen des gestrigen Mirabellenkuchenbackens. Denn natürlich mussten die abgekühlten Blechhefekuchen auch verpackt und eingefroren werden. Das war bei den großen rechteckigen Blechkuchen erwartungsgemäß aufwändig, da ich die teilen musste und dann auch noch zwei zurechtgeschnittene Tortenpappen überlappend unterschieben musste, um einigermaßen transportable Pakete zu erhalten. Am Ende hat es dank des geeigneten Equipments funktioniert, und Platz in den Gefrierschränken haben wir auch noch ausreichend gefunden. So haben unsere kleinen Mirabellenbäume uns in der Mitte des Hochsommers doch noch einen Baumobsterfolg beschert, mit dem wir vor Wochen noch nicht gerechnet hätten.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.