Neue Produkte

Ich denke dieser Tage darüber nach, das Sortiment des Wunschbaumshops zu erweitern. Natürlich muss alles einen deutlichen Bezug zum Seitenthema haben. Aber da fällt mir schon einiges ein, das Sinn macht: Handschmeichler aus verschiedenen Hölzern oder Tagua z. B., Pendel, kleine Schatullen. Die Frage ist, ob ich die Zeit finde, diese Ideen in Beispielprodukte umzusetzen. Denn meine Aufgaben sind zurzeit extrem wechselhaft und vielfältig. Da können Sondervorhaben schnell im Projektalltag untergehen oder sich, was mir grundsätzlich die Energie abzieht, endlos hinziehen. Letzteres versuche ich zu vermeiden, wo immer es geht. Neue Ideen müssen mit Elan und viel Lust am Gelingen umgesetzt werden. Wenn die Voraussetzungen nicht stimmen, dann ist es tatsächlich besser, sie zu verschieben. Aber der Sommer ist ja noch lang…

Unregelmäßiges Sommerloch

Zurzeit herrscht eine ziemliche Unregelmäßigkeit in den Reaktionen der Kooperationspartner und solcher, die es werden könnten. An manchen Tagen ballt sich alles. An anderen warte ich vergeblich auf die erwartete Antwort oder die angekündigten Informationen. So ist ein kontinuierliches Arbeiten an eigentlich spannenden Projekten nicht möglich. Und meiner Flexibilität und Geduld wird wirkliches Extremes abverlangt. Ich hoffe, das lässt sich zumindest teilweise mit dem Sommerloch erklären. Ansonsten müsste ich allmählich an meinem kommunikativen Talent zweifeln. Immerhin, die Sonne lockt regelmäßig das Interesse der Menschen an der Natur und mit ihr an den Bäumen hervor. Das ist dann gut für meine interaktiven Angebote, und auch gut für die Entwicklung des Wunschbaumshops. Ich wünsche mir, dass der Sommer mir noch einige Gelegenheiten geben wird, neue Produkte auszuprobieren, wie gestern das Lärchenholz, und damit das Repertoire schrittweise auszuweiten.

Lärchenholz ist unvergleichlich

Mein Erfahrungsschatz in Sachen Hölzerkunde ist einmal wieder um eine Holzart reicher geworden. Die Arbeit mit der Lärche hatte etwas sehr Eigentümliches. Es war vor allem der sehr ungewöhnliche Geruch, wie immer bei den verschiedenen Holzarten absolut unverwechselbar und auch unvergleichbar. Harzig ja, aber mit einer besonderen Zusatznote, die sich völlig vom Staubgeruch anderer Nadelhölzer, etwa der Zypresse, Zeder oder Kiefer unterscheidet. Wenn ich mir die Lärche als Baum vorstelle, bringe ich diesen Geruch nicht mit dem Gesamtbild zusammen. Er wirkt außerordentlich fremd, wie ein tief liegendes Geheimnis andeutend. Mit einem Wort, das Holz hat mich beeindruckt. Leider ist es aber außerordentlich schwer zu bearbeiten. Die Anmutung des Stammquerschnitts einer Lärche oder größerer, gesägter Abschnitte ist in kleinerer Dimension nicht in derselben Form wahrnehmbar. Bei den harzreichen Abschnitten macht insbesondere der Wechsel sehr weicher Frühholzringe mit den verharzten und dichten Spätholzlagen große Probleme bei der Bearbeitung. Achsensymmetrische Stäbe lassen sich selbst bei größter Vorsicht nicht erreichen. Ein Holz, das sich widersetzt und gerade wegen dieses Eigensinns fasziniert. Mal sehen, vielleicht finde ich eines Tages den richtigen Zugang. Und schaffe Formen, die der Eigenart der Lärche und ihres Holzes gerecht werden.

Sommerfeigenfülle

All die Feigen zu zählen wäre ein Ding der Unmöglichkeit. So verzweigt wie der noch junge Baum bereits ist. Ich hoffe, die Sommerwärme bleibt relativ konstant und hoch. Denn nur so können sie vernünftig reifen. Vielleicht haben wir ja dann vor Anfang September einmal die Gelegenheit, die Früchte zu genießen. Im Hochsommer wär’s eigentlich schöner. Aber wenn wir uns immer mehr in Richtung eines mediterranen Klimas entwickeln, werden auch die Südfrüchte hier wirklich heimisch sein. Was wird das erst, wenn der Baum mal kräftig und hoch gewachsen, mit dichter ausladender Krone ist? Dann brauchen wir uns 2 Monate lang vermutlich von nichts anderem mehr zu ernähren. Die Arbeit heute lief reibungslos. Dreieindrittel Armbänder fix und fertig gestellt. Morgen dann nur noch die restlichen zwei Drittel des letzten der Reihe. Und dann geht’s an die Neuproduktion. Schön, dass diese Spitze in die Sommermonate fällt. Bei Frosttemperaturen wäre das ganze nur halb so schön.

Schönes Lärchenholz

Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet. Und war deshalb umso mehr erfreut, dass unser Nachbar, der Schreiner, einige Abschnitte der Lärche vorrätig hatte. Genauer gesagt sind es Restabschnitte einer jüngeren Arbeit mit Lärchenholz und ein paar kleinere Brennholzstücke mit besonders intensiver Zeichnung und z. T. stark verharzt. Überrascht bin ich, wie schön dieses Holz doch ist. Das war mir so nicht in Erinnerung, auch weil ich Lärchenholz eigentlich nur vom ganzen Stamm her kenne und keinerlei Erfahrung mit seiner Verarbeitung habe. Das wird sich nun ändern. Ende der Woche will ich einen Test unternehmen und dann sehen, wie eng die Ringe gewachsen sein müssen oder wie harzreich es sein muss, damit daraus brauchbare Perlen entstehen können. Ich freue mich darauf, auch weil es mein Repertoire der Wunschbaum-Armbänder voraussichtlich erweitern wird.

Sommer-Asphalt-Schatten

Im letzten Jahr hatte ich mir vorgenommen, die Licht-und-Schatten-Spiele des Sommers durch die Asphalt-Schattenwürfe der Bäume festzuhalten. Leider ist mir eine durchgehende Serie dazu bisher nicht gelungen. Jedenfalls habe ich mir das Thema dann doch nicht ernsthaft vorgenommen. Vielleicht wird es mir im Laufe des Hochsommers doch noch gelingen. Ich finde, in diesen Bildern liegt etwas Zeitloses, besser: etwas, das die Zeit anzuhalten scheint. Ich denke, es gibt kaum etwas, das die Stimmung und das Besondere des Hochsommers so eindrücklich zu vermitteln in der Lage ist.

Baumschatten auf Asphalt

Intensive Holz-Arbeit und Ausgleich

Die Ankündigung war richtig. So viele Rohperlen auf einmal habe ich an einem Tag wohl noch nie hergestellt. Jedenfalls spüre ich meine Fingerkuppen kaum noch. Die Perlen sind aber nun nach einem langen Tag Arbeit fertig vorbereitet, und am Montag geht es ans Bohren. Ich denke, der morgige Sonntag verlangt zum Ausgleich eine Mischung aus Bewegung und Kontemplation, also einen längeren Spaziergang, wohl auf meinem Lieblingsweg entlang der Saar. Daneben warten noch einige Erledigungen, die ich die ganze Woche vor mir her geschoben habe. Das will ich ebenfalls noch angehen. Hoffentlich spielt das Wetter mit.

Vor einem arbeitsreichen Wochenende

Wieder die Einleitung eines arbeitsintensiven Wochenendes. Vom späten Nachmittag bis Abend habe ich fünf Stäbe aus Eberesche, Linde, Zürgelbaum, Ahorn und Zypresse hergestellt. Morgen folgt die Vorbereitung der Perlen, bei dieser Anzahl ein ziemliches Mammutprojekt. Außerdem versuche ich, geeignetes Rohmaterial der Lärche aufzutreiben, eines der wenigen Hölzer, die ich bisher im Rahmen des Wunschbaumprojekts noch nicht bearbeitet habe. Also ein Experiment. Zur genauen Untersuchung meiner Efeuholzvorräte werde ich zum wiederholten Male nicht kommen. Ist vielleicht aber auch ganz gut so, denn solange es in der Rinde trocknet, besteht keine Gefahr unkontrollierter Risse.

Haselbaum vs. Baumhasel

Eine von Js Teilnehmerinnen hat, wohl unter dem Eindruck meiner Wunschbaum-Seite, die Frage nach der Abbildung eines Haselbaums gestellt. Ganz konnte ich den Wunsch nicht erfüllen, da ich eine Gesamtdarstellung eines Baumhasels leider nicht besitze, wohl aber verschiedene Makros seiner Fruchtstände. Stattdessen habe ich ihr ein Foto eines baumgroßen Haselstrauchs geschickt. Der Unterschied zwischen beiden Arten ist trivial: Haselsträucher, auch solche, die baumförmige Dimensionen erreichen, sind schon vom Boden aus verzweigt und bilden eine Art Busch. Der Baumhasel dagegen hat einen normalen unverzweigten Stamm, der sich erst ungefähr in Kopfhöhe in Äste teilt. Ob es einen Unterschied im Holz gibt, ist mir nicht bekannt, ich vermute aber eher nicht. Vermutlich ist der Baumhasel eine Sonderzüchtung aus dem wild wachsenden Haselstrauch. Ich beobachte ihn häufig als dekorativen Baum in städtischen Anlagen und Fußgängerzonen.

Sehr schön diese Erlen

Schade, dass ich den Fotoapparat nicht dabei hatte. Die Schwarzerlen sind zurzeit sehr ansehnlich, denn die noch grünen kleinen Zapfen fangen gerade an, ihre schuppige Struktur auszubilden. Bis vor kurzem waren sie noch eher geschlossen, zwar reliefiert, die Schuppen wie in abgeschliffener Oberflächenform zeigend, aber eben noch glatt. Jetzt stellen sich die Schuppenenden scharfkantig auf und man kann erahnen, dass die Verholzung nicht mehr lange auf sich warten lässt. Besonders interessant finde ich jedes Mal, dass man die vorjährigen vollständig verholzten und nur noch als geöffentes Zapfengerippe existierenden Zapfen immer noch sehen kann. Die bleiben in der Regel auch noch sehr viel länger am Baum, bis sie irgendwann im Spätherbst vermutlich wegen Ermüdung doch zur Erde fallen. Sehr schön diese Erlen, sie scheinen das Geheimnis der Wasser, an und in denen sie bevorzugt leben, in sich zu verstärken.

Unwirklich

Die Dacharbeiten wurden heute abgeschlossen, kurz bevor gegen Mittag der Regen kam. Ein neues Projekt kam zwischenzeitlich in Schwung. Kaum Zeit für Reflexionen, stattdessen sehr viel Technik. Eine merkwürdige Zeit, die mir unwirklich erscheint.

Saarländische Kiefer meets australisches Wohndesign

Ich finde es immer wieder sehr spannend, wenn Agenturen sich für meine Fotografien bei fotolia interessieren. Besonders aufregend sind da solche, die im Ausland angesiedelt sind. Eine so ,,ausländische“ wie heute war bisher aber noch nicht dabei. Eine Agentur offenbar für Wohndesign und Wohndekoration aus Australien, genauer aus Elsternwick, was mir allerdings nichts sagt. Und dann auch noch dieser Name: ,,Penelopedesign“ – unglaublich. Vor allem, dass es mein vergleichsweise triviales Motiv des Querschnitts einer saarländischen Kiefer so weit gebracht hat, zur Illustration in diesem exotischen Rahmen verwendet zu werden. Manchmal erlebe ich eben auch Erstaunliches, das gleichzeitig Mut macht, auf den eingeschlagenen Wegen weiter zu gehen.

Regelmäßige Treffen und neue Chancen

Nach zwei Monaten habe ich erstmals wieder an dem Englisch-Treffen teilgenommen. Beim letzten Mal ist mir etwas dazwischen gekommen. Erstaunlich, dass es auch mit so großen Unterbrechungen noch ganz gut funktioniert. Auch wenn mir immer ein schlechtes Gewissen kommt, angesichts all dessen, was ich zwischenzeitlich wieder verlernt habe. Die Lokalität war wieder sehr schön, ein abgelegenes Dorf mit einem sehr urigen Restaurant, wo wir im Winter schon einmal gastierten. Und eine nette Runde, die leider um zwei Stammmitglieder reduziert war. Und doch immer wieder interessant, wie sich die KollegInnen entwickeln, und wie sich immer doch wieder neue Chancen eröffnen, für die sich alle freuen können. Nach der Heimkehr dann eine weitere freudige Überraschung: Das Wochenende ist im Hinblick auf handwerkliche Arbeit so gut wie gesichert. Eine recht bunte Mischung verschiedener Lebensbaum-Armbänder.

Flanieren unter schattigen Linden

Es war ein schöner Ausflug heute auf den Antikmarkt in W.. Ich hatte den Markt gar nicht mehr als so umfangreich in Erinnerung. Zudem war die Qualität der ausgestellten Stücke durchweg hoch, so dass alle Besucher wirklich Freude haben konnten. Attraktiv macht diesen Sammlermarkt aber auch der angenehme Ort, ein Dorfplatz, der von einer Reihe Linden begrenzt ist. Da ist das Flanieren und stressfreie Bestaunen der Exponate auch bei heißem Wetter angenehm schattig und die Stimmung entsprechend gelassen. Einige Male war ich versucht, meine Sammlung mit Weihnachtsbaum-Motiven zu erweitern, habe mich dann aber doch dagegen entschieden, weil mich die Stücke nicht ganz überzeugen konnten und außerdem im Hochsommer der Gedanke an Weihnachten weniger nahe liegend ist. Von der Atmosphäre abgesehen habe ich aber immerhin auch eine handfeste Errungenschaft gemacht: Ein Geschenk aus Keramik für A., der sich, wenn ich ihn irgendwann einmal wieder besuche, sicherlich sehr freuen wird, da bin ich sicher.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.