Ein echter Brückentag

Der Brückentag hatte flächendeckende Wirkung, wieder einmal. Tatsächlich gab es einige Äußerungen und Anfragen, aber man merkte doch, dass die Menschen sich das verlängerte Wochenende nicht mit zu viel Engagement vermiesen wollten. Ich freue mich auf das Wochenende und den Arbeitssamstag, aber auch darüber, dass der ganz große Teil der Gartenarbeit schon erledigt ist, vor allem der aufwändige Rückschnitt der Efeuhecken. Morgen können wir die restlichen Sommerblumen einpflanzen, die nach langem Warten endlich mit der Post gekommen sind. Wie zu erwarten war ziemlich demoliert, denn trotz einer aufwändigen Schale für die Pflanztöpfe waren alle Pflanzen samt der Erde aus den Töpfen gerutscht und wurden beim Transport auch teilweise verletzt. Einige abgebrochene Stängel und Blätter. Bei einer Pflanze sind die Blätter zur Hälfte auch schon welk. Insgesamt ein eher enttäuschendes Gesamtbild, nach der langen Warterei. Ich kann nun nur noch hoffe, dass sie sich erholen, sobald sie in der guten Erde sitzen und in einigen Wochen sich die sagenhaft farbintensiven Blüten zeigen werden, die versprochen worden sind und auf dem Verkaufsprospekt abgebildet waren. Das wäre dann die Entschädigung.

Pfaffenhütchen-Gespinstmotte

Feiertage sind ein echter Segen, und können auch in der Wochenmitte Ruhepunkte schaffen. Meistens nutzen die Menschen den Folgetag als Brückentag und betrachten gleich den Rest der Woche als Freizeit. Gut, weil das für die, die arbeiten wollen, Freiräume schaffen kann. Und ein solcher Corona-Feiertag ist besonders ruhig, zumal längere Exkursionen bei der ungewohnten Wärme schon fast als anstrengend empfunden werden. Beim abendlichen Gang entlang meiner Lieblingsstrecke sind mir noch deutlicher als zuletzt die großflächig fast ausschließlich auf den Pfaffenhütchensträuchern anzuteffenden Gespinste ins Auge gefallen. Seltsam, die waren mir in dieser Dichte noch nie zuvor aufgefallen. Aber es musste etwas mit den Pfaffenhütchen zu tun haben. Nur vereinzelt sind sie nämlich auch an den Schlehdornhecken zu sehen. Und tatsächlich, eine Internetrecherche hat ergeben, dass es tatsächlich eine Pfaffenhütchen-Gespinstmotte als eigene Art gibt. Die Beschreibung passt genau, dass nämlich die Gespinste bevorzugt im Mai großflächig auftreten, sich zunächst die Raupen aus vorjährig schon vorhandenen Eiern entwickeln und von Juni bis Juli dann die Verpuppung zu einem Nachfalter erfolgt. Bis dahin können die Raupen aber schon viel Schaden angerichtet haben. Zunächst sind wohl nur die Endblätter betroffen, an denen die Gespinste hängen und die dadurch entkräftet werden und vertrocknen. Aber die Raupen ernähren sich wohl ach von den Blättern. Im ungünstigsten Fall ist das mit Kahlfraß verbunden. Ich hoffe, soweit kommt es bei diesen Sträuchern nicht, wo die Pfaffenhütchen doch gerade jetzt wieder so schön herausgewachsen sind und die farbenfrohen Früchte im Spätsommer ein wirkliches Highlight darstellen. Wäre jammerschade, wenn das Insekt dieser Attraktion entgegenstünde.

Zuversichtliche Honigprognosen

Es ist ein Jammer, dass zurzeit bei uns fast nichts blüht. Jedenfalls nichts, das für seinen Nektarreichtum bekannt wäre. Wir haben gewisse Hoffnungen, dass die Bienen zwischenzeitlich einiges von der Robinienblüte heimgebracht haben. Es ist aber noch zu früh, das abzuschätzen. Eigentlich wäre das Wetter ausnahmsweise mal günstig gewesen. Nicht zu viel Regen, nicht zu heiß, keine Extrembedingungen, die den empfindlichen Robinienblüten gewöhnlich zusetzen. So könnte es dieses Jahr tatsächlich wieder Robinienhonig geben. Ansonsten setzen wir als nächstes auf die Brombeeren und die Esskastanie. Das wird aber noch etwas brauchen. Bei der erfreulichen Vitalität der Bienenvölker und dem Zuwachs durch diverse kürzlich eingefangene Schwärme können wir zuversichtlich auf den weiteren Verlauf der Saison blicken.

Wuchsfreudiger Ginkgo

Unser Ginkgo hat in diesem Frühjahr schon enorm zugelegt. Nicht nur die Wuchshöhe ist für den Baum jetzt schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass wir ihn bis vor drei Jahren noch mit einer Stange stützen mussten. Auch die Kronenäste sind schon sehr ausladend. Da hat es sich bewährt, den weit abstehenden unteren Seitenast entfernt zu haben. So ist seine Architektur gleichgewichtiger, mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Abschattung für die Blumen, Stauden und Kräuter unter seinem Dach geringer ausfällt. Seiner Art entsprechend ist es dennoch ein sehr licht wirkendes Baumindividuum, das eindeutig und wohl auch in Zukunft über alle anderen hinausragen wird.

Der Garten erfordert jetzt schon viel Zeit

Eine tolle frühsommerliche Atmosphäre liegt in diesen Tagen in der Luft. Und der Garten fühlt sich schon fast an wie im Hochsommer. Jedenfalls bin ich täglich schon damit beschäftigt, sämtliche Pflanzen zu gießen, was jetzt bereits jede Menge Regenwasser erfordert. Das könnte im Hochsommer wieder eng werden, wenn es heißer ist, lange trocken bleibt und die Pflanzen ausgewachsen und entsprechend durstig sind. Immerhin sind die Gartenbäume da noch unempfindlich und können aus der Tiefe genug Flüssigkeit ziehen. Die Blumen und Stauden aber müssen wir immer genau im Blick haben.

Gartenbäume bestimmen die Gartenatmosphäre

Der Sonntag war heute als Ruhetag gefragt, denn die Gartenarbeit gestern hat viel Energie gekostet. Ganz gut, dass wir diesen Höhepunkt der Sommergartenvorbereitung hinter uns gebracht haben. Auch wenn dieses Arbeiten draußen bei so schönem Wetter den Kopf freimacht und guttut, ist es eben auch körperlich anstrengend. Die kommenden Wochen werden wir entspannter an die restlichen Arbeiten herangehen können. Allmählich zeigen sich die Früchte unserer Bemühungen, das Ensemble von Bäumen im Garten so aufzustellen, dass die Distanzen zueinander, die Positionierung innerhalb der Gartenfläche und die spezielle Kombination von Arten ein schlüssiges Gesamtbild ergeben. Erkennbar wird das jetzt, nach einige Jahren, weil die Bäume größtenteils erwachsen geworden sind, eine nicht unerhebliche Höhe ausgebildet, ihre Kronen im Raum ausgebreitet haben. Wenn im Frühling und Frühsommer das Laubdach immer dichter wird und sich allmählich die Grüntöne vom Gelbgrün im Frühjahr zum Schwarzgrün des Spätsommers hin verschieben, ihre Transparenz in der gleichen Richtung abnimmt, zeigt sich bereits, wie stark die Atmosphäre im Garten vom jahreszeitlichen Zustand dieser Bäume abhängt und sich die übrigen Pflanzen in diesem Rahmen entwickeln und Präsenz zeigen.

Pflicht und Kür der Sommergartenarbeit

Das war ein wirklich intensiver Gartenarbeitstag, der tatsächlich ausschließlich mit Gartenarbeit angefüllt war. Drei große Pflanzgefäße für die Chilis vorbereitet und alle größeren Chilipflänzchen eingepflanzt. Sämtliche Strohblumenpflänzchen von der Pflanzschale in den vorbereiteten großen Pflanztopf gesetzt. Es waren nur wenige übrige, weil ich sie sehr eng zusammengesetzt hatte. Die haben dann noch einen Platz im Garten gefunden. Für M. verschiedene Blumen umgetopft bzw. verpflanzt. Die letzten Sonnenblumen im Garten eingepflanzt, und auch der bisher größte der wenigen Rizinusstauden, die ich dieses Jahr groß ziehen konnte. Ein oder zwei weitere werden später noch folgen, wenn sie stabil und groß genug sind. Und dann stand noch der Rückschnitt der Efeuhecken an, die bei uns eher Efeubewüchse sind. Über der Grotte und an der langen Einfahrtmauer. Da musste ich diesmal doch mit der Heckenschere dran, da es von Hand nicht zu bewältigen gewesen wäre. So war der Efeu zuletzt gewuchert. Ein gutes Stück Arbeit war es trotzdem. Immer hat V. am Ende noch ein wenig mitgeholfen, so dass wir die Aktion bis zum Abend abschließen konnte. Schließlich haben dann noch weitere schon vor Tagen bepflanzte Blumentöpfe ihren Platz im Vorhausgarten eingenommen. Nun können wir doch mit einer gewissen Beruhigung den restlichen Sommergartenarbeiten ins Auge sehen. Das wird eher die Kür sein, nachdem die Pflichtaufgaben ziemlich alle abgearbeitet sind.

Lohnende Gartenarbeiten

An diesem Wochenende werden wir unsere Gartenarbeit ein Stück voranbringen. Vor allem steht noch das Befüllen verschiedener Blumenkästen und -kübel und das Bepflanzen an. Einige Arten, wie die Strohblumenpflänzchen und bald auch die Chilis, sind so weit, dass wir sie aussetzen können. Und mit dem heutigen Tag enden ja auch die Eisheiligen. Wie wenn es ein Gesetz wäre, sind tatsächlich schon heute im Laufe des Tages die Temperaturen angestiegen. Am Montag wird’s dann schon wieder fast frühsommerlich. Gute Bedingungen für das Wachstum der Pflanzen. Ja, der Efeubewuchs unserer Mauer muss auch wieder einen Rückschnitt erhalten. Also ein ziemlich umfangreiches Programm, das uns da erwartet. Aber es lohnt sich, wenn wir bald ganz beruhigt und in schöner Umgebung mehr Zeit im Garten verbringen können.

Ein ganz gutes Bienenjahr

Für die Bienen ist das ein super Wetter. Nicht zu heiß, aber von den Nächten abgesehen auch nicht zu kühl. Zwischendurch einige Regenschauern und recht viel Sonne. Das sind gute Bedingungen zum Nektar sammeln. So ist die Frühtracht tatsächlich zum ersten Mal seit Jahren wieder zufriedenstellend ausgefallen, und sie ist auch noch nicht vorbei. Der Weißdorn hat zwar keine Blüten mehr und die Ahorne haben auch schon größtenteils ihre Flügelfrüchte ausgebildet. Aber vereinzelt gibt’s noch Apfelblüten. Und in dieser Zeit steht eben auch die Robinienblüte an, die erfahrungsgemäß sehr anfällig und empfindlich für jede Art von Unregelmäßigkeit ist. Zu viel Regen, zu kalt oder zu heiß. An etwas davon liegt es immer, so dass wir schon seit vielen Jahren keinen Robinienhonig ernten konnten. Ich hoffe, es gibt diesmal eine Ausnahme und die richtigen Witterungsbedingungen und die Laune der Bienen fallen einmal zusammen. Das würde die Auswahl an Sorten bereichern, bevor es zu der Kastanienblüte und der Brombeerblüte kommt, die sich länger hinzieht und meist gute Erträge mit sich bringt.

Projektarbeit und Aussicht aufs Gartenwochenende

Arbeitsintensive Projekttage, die kaum Luft für Auszeiten lassen. Aber so mache ich auch gute Fortschritte. Und immerhin ist das Wochenende bereits in Sicht, das u. a. wieder mit Gartenarbeit verplant ist. Denn es stehen noch einige Pflanzaktionen aus: Strohblumen, Chilis, Rizinus. Und einiges neu- und umzutopfen gibt’s auch noch. So freue ich mich auf die Freiluftarbeit bei wieder schönerem Wetter, unseren Gartenbäumen und Blumen beim Grünen und Wachsen zuzusehen und vielleicht auch die Efeuhecke zurückzuschneiden, die in wenigen Wochen stark nachgewachsen ist.

Blüten- und Fruchtfrühling der Bäume

Die Baumlandschaft präsentiert sich in diesen Tagen außerordentlich üppig. Das Grün explodiert geradezu, und überall zeigen sich Blüten und bei manchen Arten auch schon Früchte. Aufgefallen sind mir heute vor allem die Blüten der Pfaffenhütchen und des Hartriegels, während beim Weißdorn schon alles abgeblüht ist und sich die Ansätze der Früchte bereits ausgebildet haben. Auch der Feldahorn hat seine Flügelfrüchte bereits aufgefaltet. Beim Schneeball sieht man teils noch Blüten und teils bereits Früchte. Der Schlehdorn ist schon weiter, da er meist bereits früh blüht. Genau hingesehen entdeckt man bereits die grünen im Wachsen befindlichen Fruchtstände. Ich freue mich, in diesem Jahr besonders viele Pfaffenhütchen erwarten zu können. Die wurden jetzt zwei Jahre nicht zurückgeschnitten und konnten sich entfalten. Bedrohlich wirken aber die verbreitet fast nur an den Pfaffenhütchensträuchern sitzenden Gespinste, in denen man schwarze körnige Eier und bereits entwickelte Raupen sehen kann. Irgendeine Falterart vielleicht, hoffentlich kein Schädling der das Pfaffenhütchen selbst bedroht. Ich werde das mal recherchieren, auch weil mir diese in so massiver Form noch nie begegnet ist.

Baumkonkurrenzen

Der Regen und die Abkühlung, die wochenlange Trockenheit jetzt abgelöst hat, tut den Pflanzen gut. Das Grün am Efeubewuchs, den Weinreben und allen Bäumen des Gartens ist während der letzten Tage besonders üppig geworden. Insbesondere die Blätter des Ginkgos scheinen in diesem Frühling wieder normale Größe zu erreichen, nachdem das Vorjahr ungewöhnlich kleine Blätter begünstigt hatte, die auch später nicht mehr auf Normalgröße angewachsen sind. Bisher also ein sehr gutes Baumjahr, da es nicht nur Trockenheit bringt, aber fast durchgängig viel Licht. In diesem Sommer könnte auch unser nachgezogener Feigenbaum wieder wuchsfreudiger werden. Sein Standort an fast derselben Stelle wie der ältere Vorgänger, der nach einigen guten und fruchtreichen Jahren und zahlreichen Schädigungen durch Frost irgendwann nicht mehr zu retten war, schien ihm nicht zu gefallen. Aber er hat Blätter ausgetrieben und auch schon eine kleine Vorfeige. Bei anhaltend günstigen Wachstumsbedingungen könnte er diesmal auch sein Höhenwachstum intensivieren. Denn irgendwann im Laufe des Sommers nimmt die Abschattung durch Ginkgo und Nashi-Birne zu und danach hat er es ohnehin wieder schwerer. Die Gartenbäume fordern überhaupt jetzt erkennbar mehr Raum und machen sich in Sachen Licht zunehmend Konkurrenz. Ich hoffe, wir haben die Abstände so großzügig gewählt, dass daraus kein Überlebenswettkampf entsteht.

Den Zünsler erfolgreich bekämpft

Die Schädlingsbekämpfung an unserem Buchsbaum vor zwei Wochen scheint funktioniert zu haben. Bei meiner heutigen Inspektion konnte ich keine Spuren des Buchsbaumzünslers mehr erkennen. Das ist gut und beruhigend und noch glimpflich abgelaufen, zumal wir den Befall recht frühzeitig bemerkt haben. Ich musste nicht so viel wegschneiden wie vor zwei Jahren und konnte auch nur einen Zünsler ausfindig machen, der sich bis dahin noch nicht sehr stark vermehren konnte. Wahrscheinlich werde ich aber auf Nummer Sicher gehen und im Laufe der kommenden Wochen die Behandlung mit dem biologischen Mittel wiederholen. Damit wir auch im kommenden Jahr zum Palmsonntag eigene Zweige schneiden können und der kleine Busch bald wieder seine ehemals kugelrunde Form erhält. Dafür muss aber noch einiges zusammenwachsen, was zuvor dem vom Schädling verursachten Fraß zum Opfer gefallen war.

Gartenarbeit vor den Eisheiligen

Mehr als erwartet konnte ich an diesem wie fast immer arbeitsintensiven Samstag abschließen. Besorgungen, die den ganzen Vormittag eingenommen haben, eine vollständige Holzarbeit an einem Nachmittag und noch weitere Pflanzarbeiten rund um unsere Sommerblumen konnte ich heute abarbeiten. Bei durchaus angenehmer Temperatur, aber nur wenig, erst gegen Abend auftauchender Sonne. Nun soll es wieder kälter werden. Die Eisheiligen machen ihrem Ruf alle Ehre, aber doch nicht dramatisch und auch nicht so kühl, dass die frisch gepflanzten Blumen und Stauden Schaden nehmen könnte. So hoffen wir es jedenfalls. Es ist schön zu sehen, dass unser Sommergarten seiner gestalterischen Zielvorstellung wieder etwas nähergekommen ist. Und die nächsten Vorhaben in Sachen Zier- und Nutzpflanzen habe ich bereits im Blick.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.