Spiegel der Bäume

Das sind irgendwie abgeschlossene Tage. Kaum einen Schritt setze ich an solchen Tagen vor die Haustür. Einfach weil die Kommunikationsprojekte so sehr viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen. Natürlich ist es wichtig für die Wahrnehmung der Natur um uns herum, dass auch freie Zeiträume bleiben, die einladen zum zweckfreien Nachdenken, Gehen, Räume erschließen, im Inneren wie im Außen. Ich wünsche mir, dass es mir gelingt, diese Zeit immer wieder zu finden, nicht nur als Ausgleich, vor allem als ruhenden Bezugspunkt. Und in dessen Zentrum der Baum als universelles Lebenssymbol, das alles leistet: Trost und Beistand, Schönheit und Anmut, Stärke und Ausdauer, Wachstum und Veränderung. Den Spiegel der Bäume möchte ich nicht missen.

Vermisste Baum-Bekannte

Wenn wir schon Frühsommer hätten, wäre ich vielleicht auf dem Rückweg aus D. an meinem langjährigen Mittagspausen-Park vorbei gefahren und hätte dort nach langer Zeit einmal wieder eine Runde gedreht. Allein schon, um den Tulpenbäumen einen Besuch abzustatten und zu sehen, wie es Ihnen in letzter Zeit ergangen ist. Wenn ihr Wachstumsdrang sich so weiter entwickelt hat, müssten sie schon ordentlich an Höhe hinzugewonnen haben. Und ihre geradezu unwahrscheinlich schönen Blüten könnte ich vielleicht auch bewundern, jedenfalls wenn sie nicht nur in den Kronen wachsen. Aber auch die anderen Bäume dieses Parks und die anderen entlang des damaligen Spazierwegs vermisse ich irgendwie. Das war eine wirkliche Wohltat, jeden Tag während der halben Stunde Ruhepause zu Mittag. Meine besten Fotografien habe ich während dieser Zeit gemacht. Wer weiß, ob Vergleichbares jemals wieder kehrt.

Ein Welt-Baum-Projekt

Ich hatte heute einen ebenso unverhofften wie netten Anruf einer Dame aus der Schweiz, die sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, für jeden Menschen auf der Erde einen Baum zu pflanzen. Ein Baum-Community-Symbol-Projekt, wie es nicht viele gibt. Wohl auch weil es mit großem organisatorischen Aufwand verbunden ist und außerdem noch einen langen Atem erfordert. Interessant ist es gerade deshalb. Besonders freut es mich, dass sie auf Ihrer Internet-Plattform www.1tree4one.com einen Link auf meinen Text ,,Ein Baum ist mehr als ein Baum. Das Lebenssymbol zwischen Ökologie und Mystik“ setzt. Ein wirklich guter Text, wie ich mir bei der Gelegenheit nach längerer Zeit noch einmal selber versichern konnte. Und schön komprimiert. Wer weiß, vielleicht wird dieser Linktausch ja die eine oder andere neue Mensch-Baum-Mensch-Verbindung herzustellen helfen. Das jedenfalls ist der Sinn meiner interaktiven Bemühungen.

Frühlingsvorfreude und Symbole

Ein wunderbarer Tag zum Spazierengehen. Durch die Sonne trotz der Kühle wärmend. Und eine gewisse Leichtigkeit in der Luft, die Lust auf Frühling macht. Meine Motiv-Ausbeute lässt den Geist dieses Tages eigentlich nicht erahnen, hat etwas eher Düsteres. Aber ich mag eben das Symbolische, das Sinn- und Denkräume öffnet.

Kettenschloss

Baum-Zeichen

Baum-Zeichen

Totholz-Marke

Holzvorräte und milder Winter

V. hat für den Holzofen noch etwas Nachschub geholt. Nun ist die Heizsaison doch noch länger geworden als geplant, und der Vorrat war aufgebraucht. Wenn es sich so hält, werden wir wohl wieder auf die Zentralheizung umsteigen müssen. Bei dauerhaft 10 Grad über Null ist der Holzofen einfach etwas zu heftig, auch wenn diese Phase sehr viel Öl einspart und unsere ziemlich reichhaltigen Holzbestände auf die Art wenigsten schrittweise abgetragen werden. Das ist notwendig, denn allein durch den alljährlichen Schnitt unserer Obstbäume fällt soviel Material an, dass das allein schon beinahe für den Winter ausreicht. Da wäre die 20 Festmeter Industrieholz, die V. vor zwei Jahren gemacht hat, gar nicht nötig gewesen. Bisher haben wir diesen Stapel praktisch noch nicht angerührt.

Pappel mit Tücken

Die Pappel ist am Anfang des Arbeitsprozesses nicht ganz unproblematisch. Denn sie ist einerseits sehr weich, andererseits im Feinschliff aber auch sehr spröde. Da ist es dann nicht ganz einfach, exakt den richtigen Durchmesser zu treffen. Auch ist es notwendig, den größten Teil des Stabes mit feinem Papier abzutragen, damit sich die Spuren der Körner nicht zu tief eingraben und am Ende sichtbar bleiben. Die weiteren Schritte morgen werden dagegen recht mühelos ablaufen, denn Pappel lässt sich leicht sägen und hinterlässt keine Brandspuren an den Sägeflächen, so dass das Feintuning weniger Mühe bereitet. Und auch das Bohren und Kantenglätten ist nicht so aufwändig wie bei anderen eher feinfaserigen Hölzern. So freue ich mich auf die kommenden sonnigen und wärmeren Tage, an denen die handwerkliche Arbeit mit Holz wieder Freude macht.

Dominierendes Baum-Thema

Nun also eine neue Gelegenheit, mich in der Immobilienbranche kommunikationsberatend aufzuhalten. Jedenfalls hoffe ich, dass ein Auftrag daraus wird. Der Tag verlief ansonsten unspektakulär, eigentlich wie die ganze Woche. Fürs Wochenende ist immerhin ein Armbandauftrag angesagt, passend zum dann wohl besseren Wetter. Und ach ja, heute ist es mir gelungen, den MyFotolia-Shop endlich in eine anschauliche Form zu bringen. Der letzte Hinweis der Redaktion hat mich nach einigem weiteren Suchen auf die Spur gebracht. Und obwohl sich das System noch in der Entwicklung befindet, lassen sich jetzt einzelne Themengalerien einrichten, was es für den Besucher übersichtlicher macht. Die umfangreichste Galerie zurzeit ist ,,Weihnachten-Advent“, dann folgt ,,Baum-Natur-Landschaft“ und schließlich ,,Symbol-Kultur“. Aber wenn ich ehrlich bin, sind auch in der Feiertags- und Symbolkategorie einige Baummotive enthalten, so dass letztlich dieses Themenfeld deutlich dominiert.

Symbole der Konstanz

Ich bin gespannt, wie lange es mit den Witterungsumschwüngen jetzt noch weiter geht. Aktuell also wieder ein Anflug von Frühling. Und das zum Ascherwittwoch. Nein, Regeln gibt’s tatsächlich keine mehr. Man muss jederzeit mit allem rechnen. Beim Wetter, in der Politik, bei den moralischen Werten und kommunikativen Moden. Einer der Gründe, vielleicht der wichtigste, warum ich kontinuierlich und ganz unabhängig vom sozialen Leben die Nähe zu den Bäumen suche. Im Konkreten bei Wanderungen und Spaziergängen. Im weiter entfernten Sinne in Form von Reflexionen, Gestaltungen, Fotografien, in der Fachlektüre und bei Gesprächen sind sie Symbole der Konstanz und der zeitlosen Souveränität. Ich wünsche mir, dass die Freude daran und die Möglichkeiten dazu noch lange bestehen und sich weiter entwickeln werden.

Die Fastenzeit beginnt

M. stellt neuerdings seltsame Regeln für das Verhalten in der Fastenzeit auf. Danach seit es über 60jährigen erlaubt, die Fastenregeln zu lockern. Früher hatte sie das mal strenger gehandhabt. Jedenfalls ist das seit Tagen ein wichtiges Thema in der Familie. Schaden kann so eine Fastenphase wohl in keinem Fall, wo wir wohl in den letzten Wochen seit Weihnachten etwas zu begeistert die Freude am Marmorkuchen wieder entdeckt haben. Also: Mehr Bewegung, hoffentlich ausgedehnte Spaziergänge und viel Beobachten in der Natur und an den Bäumen soll das Programm der kommenden Fastenwochen sein!

Wie Neues entsteht

Es ergeben sich jetzt doch einige Ansätze, um meine kreativen Vorhaben umzusetzen. Ich hoffe, sie auch technisch überblicken zu können. Die Arbeit an X… ist recht herausfordernd, aber auch sehr unübersichtlich und gewöhnungsbedürftig. So bin ich gespannt, ob es gelingt, so etwas wie ein System zu erkennen und dann frei damit arbeiten zu können. Ich spüre, dass der Frühling kommt. Das wird das Sammeln und Verarbeiten bäumischer Motive und Eindrücke wieder intensivieren. Da gibt es sehr vieles, was noch weiter zu entwickeln ist. Jetzt müssen nur noch die nötige Zeit und die erforderlichen Energie zusammentreffen, so kann Neues entstehen.

Stammquerschnitte und Jahresringe

Richtig ausdrucksstark und für meine Sammlung von Baumscheiben- und Jahresringe-Motiven geeignet war leider nur die Aufnahme des Kiefernquerschnittes.

Jahresringe eines Kiefernstammes

Bin gespannt, ob er bei fotolia angenommen wird. Er ist zwar in der Zeichnung nicht ganz so spektakulär wie der, den ich vor zwei Jahren einmal festgehalten habe, aber er ist schön glatt und plan geschliffen und lässt deshalb die Ringstruktur sehr schön hervortreten. Zudem ist die Rinde noch vorhanden und sauber angeschnitten zu erkennen. Die beiden anderen Stücke, zwei Eschenäste, konnte ich nicht verwenden, sie wirkten zu verwaschen, was an der im Querschnitte amorphen Wuchsform des Holzes liegt, und nicht so sehr an der Qualität der Fotografien. Wie auch immer, markante und strukturell ,,typische“ Motive müssen es eben sein, wenn sie in unterschiedlichen Kontexten als Illustrationsmaterialien taugen sollen. Bei dieser Aufnahme habe ich da keine Bedenken.

Sägejobs erledigt

Nach Js und Ws Besuch habe ich noch die Kreissäge angeworfen. Das Zerkleinern der Weiden und Feigenbaumabschnitte war notwendig geworden, damit sie schneller trocknen und verarbeitet werden können. Bei den Feigenbaumabschnitten wird es ziemlich knapp, denn es war ohnehin wenig Material vorhanden, und dies ist nach dem Trocknungsvorgang noch stärker reduziert. Die 23 Perlen werde ich mir wohl aus den 4-5 kleineren Stücken zusammentragen müssen. Vom Weidenbaum ist dagegen genug da für mehrere Armbänder. Bei dieser Gelegenheit haben V. und ich dann noch die vorab geteilten Abschnitte des jüngst gefällten Apfelbaums in handlichere und schmalere Kanteln gesägt. Tatsächlich konnte ich eine ganze Reihe schön dunkel-braun-rot gefärbter Abschnitte daraus gewinnen, die sich voraussichtlich gut zur Perlenproduktion eignen. Damit ist mein schmaler Vorrat an brauchbarem Apfelbaumholz wieder aufgefüllt. Zuletzt bin ich das Vorhaben mit den Stammquerschnitten angegangen, konnte aber nur noch drei ausgewählte Stücke planschleifen. Morgen werde ich versuchen, diese Querschnitte der Kiefer und der Esche sauber abzufotografieren. Ich fürchte allerdings, dass nur 2 der 3 Motive wirklich dazu taugen ein aussagekräftiges Foto abzugeben. So gehts morgen also weiter.

Verregnete Fastnacht

Zum Lernen war es heute ganz günstig. Nicht nur, weil die letzten Kreativprojekte weitgehend abgeschlossen waren, und die neuen noch nicht anstehen. Auch weil das Weltuntergangswetter nichts anderes nahe lag. So schlimm wie derzeit in China ist es zwar nicht – die armen Menschen dort machen Schlimmes durch. Aber zur Fastnachtszeit so eine Witterung, das habe ich doch schon länger nicht mehr erlebt. Denen, die sich für die Fastnachtsveranstaltungen begeistern können, wünsche ich eine Besserung übers Wochenende. Meine einzige Begegnung mit Bäumen waren unter diesen Umständen die Holzscheite, die V. täglich neben dem Holzofen auftürmt. Aus meinem Vorhaben, einige davon im Querschnitt zu fotografieren, um das Defizit an Jahresringmotiven auszugleichen wird wohl morgen nichts werden. Wir haben nämlich zu viert ein ausgedehntes Frühstück in M. geplant. Ich freu mich drauf.

Bevor der Frühling kommt

Ein guter und abwechslungsreicher letzter Tag dieses ersten Monats im neuen Jahr. Ich bin mit meinen Textprojekten gut weitergekommen und habe meine Software für den mobilen Gebrauch installiert. Da warten nun neue Herausforderungen und die Weiterverfolgung laufender Vorhaben. Gut so, wenn die Witterung einen kaum zu animieren im Stande ist, einen Fuß vor die Tür zu treten. Das spare ich mir für die lichten Phasen zwischendurch auf, und für den hoffentlich bald kommenden und langen Frühling. Dann werden auch die Bäume wieder zu ihrem Recht kommen und sowohl Hauptattraktion meiner Wanderungen und Spaziergänge als auch wichtiger Gegenstand meiner Reflexionen und meiner kreativen Arbeiten sein. Ein wenig davon hoffe ich auch in diesem Jahr wieder an andere weitergeben zu können. Über die interaktiven Webprojekte, über die direkte Kommunikation, und vielleicht erstmals auch über ein gedrucktes Medium.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.