Problemzeiten

Ein Tag, der ganz der Problembewältigung auf verschiedenen Gebieten gewidmet war und der umfangreiche Grundlagen für weitere Problemroutinen geboten hat. Immerhin können wir uns auf ein sonnenreiches Wochenende freuen. Dann werden die Bäume einen neuen frühlingshaften Schub machen. Das baut uns ein wenig auf.

Zittern um das diesjährige Baumobst

Unheimliche Schwankungen beim Wetter, den Temperaturen und der Verteilung von Sonne und Wolken machen uns heute in Sachen Biowetter Probleme. Es scheint, dass sich der Frühling nicht richtig entschließen kann, zur Hochform aufzulaufen und stattdessen immer wieder den zeitweiligen Rückzug antritt. Ich hoffe sehr, dass dabei keine extremen Ausschläge nach unten sein werden, weil das in den Vorjahren schon öfters die bis dahin vielversprechende Baumblüte ruiniert hat. Ich denke an den Maulbeerbaum, aber auch an den Pfirsichbaum und die Nashi-Birne, die im Vorjahr auf Grund dieser späten Frühlingsfröste wenig bis gar keinen Früchteertrag brachten. Ein gutes Jahr für das Baumobst wäre da eine Beruhigung und würde Mut und Lust machen, die Pflege der Bäume und Sträucher weiterhin so sorgfältig auszuführen, wie wir das gewöhnt sind. Immer nur Rückschläge und Ausfälle sind dann doch frustrierend. In diesem Jahr spekuliere ich v. a. auf einen Erfolg bei den Maulbeeren. Unsere Vorräte benötigen dringend einen Nachschub.

Feiertägliche Bereicherungen

Der einundzwanzigste erhielt heute seinen Stellenwert v. a. durch den zweiten Osterfeiertag, weniger durch äußere Faktoren. Aber das war mir auch ganz Recht, da ich die kontemplative Aura von Feiertagen sehr schätze. Und so habe ich mich weitgehend zurückgezogen gehalten und habe mich dem Lernen und Lesen gewidmet. Die richtige Art, diesen Tag zu verbringen und bewusst auszufüllen. Die nach außen gerichteten Aktivitäten werden sicher im Verlauf der Entwicklung des Baumfrühlings zunehmen und u. a. auch die Dokumentation dieses Baumfrühlings, etwa in der Fotografie, beinhalten. Aber bis dahin sind mir die feiertäglichen Bereicherungen von besonderem Wert.

Osterimpulse

Ein ruhiger erster Osterfeiertag, an dem mich M. erstmals nicht nach G. begleiten konnte, wie schon am vergangenen Sonntag nicht. Natürlich fehlte das etwas, da Ostern eben auch ein Familienfest ist. Dennoch, die letzten Monate haben uns bescheiden werden lassen, so freuen wir uns auch schon, wenn keine expliziten Katastrophen passieren und wir die Chance haben, in kleinen Schritten uns wieder der Normalität zu nähern. Möge von diesem Osterfeiertag ein kräftiger Impuls ausgehen, dass uns das auch gelingen kann. In diesem Frühjahr, das uns hoffentlich bald natürliche Verstärkung von außen bietet, die über das Grün der Bäume hinaus Konstanz und Beständigkeit, viel Licht und moderate Wärme bringt, damit alle Lebewesen gute Bedingungen für Wachstum und Entwicklung vorfinden.

Rechtzeitiges Osterwetter

An diesem Vorostertag war das kunsthandwerkliche Arbeiten die genau richtige Aufgabe. Plangemäß konnte ich die beiden dringenden Armbänder fertigstellen und die Bearbeitung von zwei weiteren fortsetzen. Das bei schönem, überwiegend sonnigem Wetter und wieder wärmerer Luft. Nach den bei uns kalten, dunklen und ungemütlichen Tagen ist das ein schöner Auftakt zu Ostern. Vielleicht ist über die Feiertage ja auch wieder Gelegenheit, die Baumlandschaft zu erkunden oder zumindest ihren aktuellen Zustand in Augenschein zu nehmen. Immerhin scheinen solche Traditionen wie der Osterspaziergang der Familien noch nicht ganz ausgestorben zu sein. Das gibt Grund zu österlicher Hoffnung, auch in Bezug auf die Traditionspflege.

Feiertage und geistige Wahrheiten

Es war nur wichtig, an diesem Karfreitag zwei der Mitschriften von Vorträgen Rudolf Steiners wieder zu lesen, die ich schon oft vor und während der Osterfeiertage auf mich wirken ließ. Wie immer bei diesen Texten und Gedankengängen ist das Erlebnis und das Verstehen jedes Mal wieder anders. Das hat mit dem wachsenden Verständnis der Lehre und der Gedankengebäude und Anschauungen Rudolf Steiner zu tun, aber natürlich auch mit den Zeitumständen und den je aktuellen Erfahrungen mit dem Leben, die geisteswissenschaftliches Gedankengut über die Jahre hinweg in seiner unendlichen Tiefe und Reichweite erkennbar macht. So bin ich froh, diesen so bedeutenden Feiertag auch inhaltlich bewusst aufgenommen und kontemplativ genutzt zu haben. Auch bin ich froh über die schiere Gelegenheit dazu, die ebenfalls nicht selbstverständlich ist. Im Vergleich dazu muten die Reflexionen zur Symbolik und Ästhetik der Bäume vielleicht weniger lebenswichtig an. Sie sind es über das ganze Jahre betrachtet aber nicht, denn in der Lebenssymbolik der Bäume steckt viel von diesen geistigen Wahrheiten und Weisheiten, die ich mir im jahreszeitlichen Verlauf ganz anschaulich und praktisch vergegenwärtigen kann.

Spannendes Rendez-vous

Ein spannendes Rendez-vous war das heute mit der Eberesche und der Eibe. Zwei Bäume, mit denen mich auch biografisch einiges verbindet. Vor allem mit der Eibe, einem meiner beiden Lebensbäume. In Kombination ist das natürlich klasse, die späteren Träger der Partner-Armbänder sind zu beneiden. Und sicherlich auch ganz besondere Menschen, die eine interessante Charakterpartnerschaft eingegangen sind. So fiel es mir auch nicht schwer, die kunsthandwerkliche Arbeit bis in den späten Abend hinein auszudehnen. Auch weil es galt, einen wichtigen Arbeitsschritt vollständig abzuschließen. So kann ich die Armbänder an diesem Wochenende fertigstellen.

Ruhe und Ausgeglichenheit

Die Balance zwischen Projektarbeit mit Schwerpunkt auf Contententwicklung und Kodierung sowie der handwerklichen Arbeit, die zurzeit wieder ansteht, die ist mir heute wieder gut gelungen. Diese Balance ist Notwendigkeit und Freude zugleich, eigentlich ein Ideal, das ich an liebsten durchgängig praktizieren würde. Aber das ist natürlich nicht möglich, so freue ich mich über die Phasen, die es nahelegen und möglich machen. Wäre schön, wenn mit dem kommenden Baumfrühling auch für uns, im engeren Kreis, wieder mehr Ruhe und Ausgeglichenheit einkehren könnte.

Kunsthandwerkliches Erholungspotenzial

Die kunsthandwerkliche Arbeit heute Nachmittag hat nach Wochen permanenter Projektarbeit und umfangreichen technischen Aufgaben wirklich Spaß gemacht. Ein echter Ausgleich, der den Kopf freimacht, weil er eine ganz andere Art von Aufmerksamkeit und Denken mit sich bringt. Zwar waren die heute bearbeiteten Hölzer nicht gerade einfach und haben einige Widerstände produziert. Aber letztlich konnte ich die aktuell benötigten Stäbe in guter Qualität herstellen. Eine gute Grundlage für die weiteren Arbeitsschritte zur Produktion der Lebensbaum- und Partner-Armbänder. Auch dass es zwar am Nachmittag schön hell, aber nicht zu warm war, hatte gewisses Erholungspotenzial.

Diffuse Aufbruchstendenzen

Zurzeit genieße ich eine ungewohnte Nachfrage gerade im Bereich der Kommunikationsdienstleistungen. Seltsam eigentlich, in dieser schwierigen Zeit, aber auch anregend in Verbindung mit den äußeren Einflüssen des Frühlings und der diffusen, noch unbestimmten Aufbruchstimmung unter den Menschen. Es ist eine Aufbruchstimmung, deren Richtung noch unbekannt und unklar ist, vielleicht liegt gerade darin ihre Besonderheit und eine Chance. Wäre schön, wenn der Baumfrühling diese positiven Ansätze bestärkt und endlich wieder ein Ruck durch die Gesellschaften geht, der wirklich zukunftsträchtig genannt werden kann.

Palmkreuz

Türkreuz mit geweihtem Palmzweig

Schade, nach dieser Traumwetterwoche fiel ausgerechnet der Palmsonntag so trüb und sogar regenverhangen aus. Das war bisher selten und passt auch nicht zu diesem Feiertag und seiner Atmosphäre, die eher mit Siegessymbolik und Hoffnung verknüpft ist, wozu Sonne natürlich besser passt. Aber ich hatte die Gelegenheit, die Weihe der Palmzweige beim Gottesdienst zu erleben. Und das hat den Feiertag dann doch mit Bedeutung und Atmosphäre aufgeladen. Am Nachmittag habe ich eine strenge Auswahl der schönsten Zweige hinter den Türkreuzen im Haus gesteckt. Eine Aufgabe, die ich seit Jahren übernehme, auch weil uns diese Tradition wichtig ist, die das ganze Jahr über durch die immergrünen Zweige augenfällig und präsent gehalten wird.

Vegetabile Symboltradition

Die Palmzweige habe ich heute Nachmittag sorgfältig auseinandergenommen und gesäubert. Wie ich schon gleich gesehen habe, haben sie nicht die beste Qualität, haben kleine instabile Blätter, sind umfangreich zerfressen, vertrocknet und insgesamt auch sehr klein. Aber ich bin eben froh, überhaupt noch Zweige ergattert zu haben. Da scheint ja in diesem Jahr wegen der Situation mit dem Zünsler im Vorjahr ein echtes Problem zu sein. Jedenfalls sind von den sechs kleinen Bündeln, die ich besorgen konnte, am Ende drei ziemlich kleine übriggeblieben, die gerade so für den Bedarf in unserem Haushalt ausreichen sollten. Das Weitergeben an Freunde und Bekannte wird wohl diesmal nicht möglich sein. Aber natürlich werden J. und W. ein Sträußchen erhalten. Schließlich muss die Familientradition gewahrt bleiben.

Zuversicht nach außen tragen

Geballte technische Herausforderung hält mich in diesen Tagen auf Trab. Nicht ganz einfach umzusetzen, und wie immer häufen sich diese Aufgaben, die kein Ende zu nehmen scheinen. Ich bin froh, dass das tolle und anhaltende Sonnenwetter uns so viel Energie von außen zukommen lässt, die wir gerne annehmen und nutzen. Und das zunehmende Grün der Bäume tut das ihre dazu, dass es uns besser geht und wir wieder Zuversicht entwickeln und nach außen tragen können.

Damit ist die Tradition gerettet

Bündel mit Buchsbaumzweigen für Palmsonntag

Ein schöner beständiger Sonnentag mit viel technischer Herausforderung. So konnte ich das Wetter nicht so genießen, wie es vielleicht angebracht wäre. Aber es gibt einen bäumischen Erfolg: Die Palmzweige, die Frau P. mir zurückgelegt hatte, konnte ich heute abholen, so dass sie für den Palmsonntag zur Verfügung stehen. Sie sind zwar weniger kräftig ausgewachsen und tragen kleinere Blätter als in guten Jahren. Aber natürlich sind wir froh, überhaupt welche gefunden zu haben. Es hätte sonst etwas gefehlt.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.