Bergfichten und Instrumentenholz

In Sachen Stechpalme bin ich immerhin ein kleines Stück weiter gekommen und hoffe nun, der Händler gibt mir morgen grünes Licht. Aber Weißtanne in sehr kleinjähriger Qualität zu finden, ist wirklich das Schwierigste überhaupt. Bei den Versuchen lande ich letztlich bei Spezialunternehmen für Ton- oder Instrumentenholz, die in der Regel im Bergland, d. h. in Österreich oder der Schweiz angesiedelt sind. Aber im Bereich Nadelholz, das z. B. für Resonanzböden Verwendung findet, ist immer nur von der Bergfichte die Rede. Weißtanne scheint hierfür gewöhnlich nicht gebraucht zu werden. So dass man sich fragt: Wer sollte solche Qualität bei der Weißtanne überhaupt gewinnen wollen? Da habe ich wohl ein sehr spezielles Anliegen, dessen Vermittlung an sich schon schwierig ist. Aber ich habe durchaus noch Hoffnung, etwas Brauchbares organisieren zu können.

Nachschublieferung ist eingetroffen

Das Paket aus Hamburg ist heute schon angekommen. Ein kleiner Halbstammabschnitt vom Wacholder, zwei breite Bretter von der Zypresse, und 5 lange Kanteln aus Pyrenäen-Buchsbaum. Letzterer ist außerordentlich schwer und fest, ich war erstaunt, und trägt eine sehr helle Cremefarbe. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie überall beschrieben ist, dass diese Art sich sehr gut zum Drechseln eignet. Beim Wacholder bin ich etwas enttäuscht, denn ich werde vermutlich nicht viel daraus gewinnen können. Bei dem schlanken Stamm werden jede Menge Randstücke abfallen und nur wenige Kanteln. Aber zum Testen des Materials und für das Anfertigen erster Themen-Armbänder wird es ausreichen. Die Zypressenbretter sind sehr ergiebig. Leider sind es aber nicht die ,,fettesten“ Kernstücke, sonder eher aus dem Stamm tangential herausgesägte Stücke. Bei meinem Besuch vor einigen Jahren im Lager des Händlers konnte ich mir die vom ätherischen Öl gesättigten Abschnitte selber aussuchen. Aber bei der Bestellung ist die Auswahlmöglichkeit natürlich begrenzt. Ich hoffe, sie werden dennoch eine schöne Mikrozeichnung aufweisen und vor allem diesen wunderbaren, zwischen gelb und orange changierenden Farbton aufweisen. Morgen geht die Suche dann weiter: Stechpalme und Weißtanne, die großen Problemfälle.

Endlos melancholisch

Ein schöner Herbsttag. Unter dem Einfluss der Herbstgedichtlektüre der vergangenen Tage musste ich am Nachmittag einfach meinen Lieblingsweg gehen. Die dabei eingefangenen Impressionen gehören zum Herbstlichsten, was ich dieses Jahr erleben durfte. Natürlich gehört dazu das wunderbare Rascheln des spröden Herbstlaubs unter den Füßen:

Herbstwald

Und das Gegenstück – Die letzten Blätter am Baum:

Die letzten Blätter

Imm wieder fasziniert mich der Gemeine Schneeball mit seinen leuchtend roten Früchten, eine der Hauptattraktionen der herbstlichen Spaziergänge:

Schneeballrot

Schneeballrot

Schneeballrot

Endlos melancholisch wird mir beim Blick nach oben, durch die Braun-Grün-Töne der Blätter gen Himmel:

Herbstahorn

Herbstahorn

Nicht kleinjährig genug

Schade, die Weißtannenabschnitte, welche mir das Sägewerk auf Baden-Württemberg als Muster geschickt hat, sind leider für meinen speziellen Zweck nicht zu verwenden. Dasselbe Problem wie bei allen weichen Nadelhölzern: Bei dem sehr kleinen Durchmesser werden die Frühholzlagen stärker abgetragen als das Spätholz. Und das führt bei dem meist gedrehten Faserverlauf dann zu einem nicht gleichmäßig starken und vor allem nicht runden Querschnitt. Das aber ist für die Weiterverarbeitung der Stäbe zu Perlen unerlässlich. So besteht das Problem weiterhin: woher sehr kleinjähriges Tannenholz nehmen? Die Recherche ist noch nicht zu Ende. V. hat mich heute gefragt, ob ich den Fliederstamm gebrauchen könne, den er zwischen seiner Zypressehecke kürzlich entfernt hat. Ich bin mir da nicht sicher, vermute aber, dass der Flieder eher grobporig ist. Mal sehen, einer Exot mehr würde mich natürlich freuen – und meine Palette erweitern.

Lebensthemen und Geschenkanlässe

Der heute abgeschickte Brief mit den Vater-Mutter-Kind-Armbändern ist mit einem ganzen Block von Baum-Jahreszeiten-Briefmarken geziert. Passender geht’s nicht mehr. Da kann die Adressatin schon beim Anblick des Briefumschlags den Inhalt leicht assoziieren. Ich hoffe nur, dass diese Sendung auch rechtzeitig zum gegebenen Anlass ankommen wird. Ich denke daran, diese Idee auch in den Wunschbaumshop zu integrieren und neben den Themen-Armbändern auch so etwas wie ,,Anlass-Armbänder“ anzubieten. Meine wohl letzte Begegnung mit den Apfelbäumen führte mich dieses Jahr auf das eigene Grundstück in F. V. hatte mich gebeten, die tiefen Reifenfurchen zu fotografieren, die ein Bauer in der Wiese hinterlassen hat, nachdem er das benachbarte Feld mit seinem schweren Traktor bestellt hatte. Dabei ist der Mann allzu unachtsam mit dem fremden Stück umgegangen. V. hofft jetzt, dass er ein Einsehen hat und den Schaden wieder gut macht, indem er die Furchen zuschüttet. Und ich hoffe das auch, denn das Thema Apfelbaumstück hat uns dieses Jahr einmal wieder viel zu häufig beschäftigt.

Schwierige Holzrecherchen

Heute ging die Suche weiter. Einen Lieferanten für das Stechpalmenholz habe ich bereits gefunden, in Nordrhein-Westfalen. Unklar ist nur noch, ob das mit dem Versand als Paket reibungslos funktioniert. Ich hoffe es, denn das Problem wäre damit zumindest gelöst. Mit der Weißtanne ist es schon schwieriger. Ich habe zwar eine Liste mit Händlern in Baden-Württemberg ausfindig gemacht und einen bestimmten bereits angefragt. Aber natürlich müssen die Abschnitte geeignet sein, nämlich sehr kleinjährig gewachsen, damit bei dem kleinen Durchmesser von 7mm noch ein sauberes Ergebnis erzielt werden kann. Das heißt: Ich benötige ein Muster, das mir netterweise vorab zugeschickt wird. Kurioserweise habe ich bei diesem Sägewerk mit einem Saarländer telefoniert. Wie er mir erklärte, arbeitet er dort die ganze Woche über im Vertrieb, und am Wochenende kehrt er, wie sich das für einen Saarländer gehört, ins Saarland zurück. Welch interessante Erlebnisse mir die Beschäftigung mit meinem Lieblingsthema doch immer wieder beschert.

Seltene Themen-Hölzer

Das Ausfindigmachen der Hölzer, die ich für mein geplantes Weihnachts-Armband benötige, gestaltet sich als ziemlich schwierig. Immerhin, die Zypresse konnte ich wieder bei Cropp in Hamburg besorgen. Dort wurde ich auch sehr nett beraten, was mich an meinen Besuch dort im Lager vor einigen Jahren erinnert hat, wo ich mich bestimmt zwei Stunden aufhielt, um die für mich passenden Abschnitte selber auszuwählen. Ein sehr interessantes Erlebnis, bei dem ich einen gewissen Gleichklang des Interesses wahrnehmen konnte. Aber Stechpalme und Weißtanne sind ganz schwierig zu finden, insbesondere in der benötigten Qualität und Dimension. So werde ich morgen meine Bemühungen fortsetzen müssen und die verschiedenen Spezial-Holzhandlungen durchforsten. Denn es ist höchste Zeit, wenn das Material jetzt nicht bald zur Verfügung steht, wird es einfach zu knapp, neben meinen vielfältigen Verpflichtungen auch noch dieses Sonderprojekt vor Beginn der Adventszeit zu realisieren. Ich freue mich aber auch auf den Buchsbaum und den Wacholder, zwei Hölzer, mit denen ich bisher noch nicht gearbeitet habe. Sie werden später für verschiedene Themen-Armbänder Verwendung finden, die mit Licht und Frühling (Buchsbaum) bzw. mit Ewigkeit und Hoffnung (Wacholder) zu tun haben. Ich schätze, das kommende Jahr wird mich zu einigen Neuentwicklungen in Sachen ausgefallener Hölzer und Themenkonstruktionen führen.

wunschbaum.de ist beliebt

H. hat mir heute von einem seiner Bekannten erzählt, der ganz begeistert von wunschbaum.de
gewesen sei. Das freut mich und liegt auf einer Linie mit den Reaktionen, die ich häufig selber erfahre, in Form von Mailzuschriften, Wunscheinträgen, Grußkartennutzung oder einfach der Nutzung der Seite als Ganzer. Die statistischen Daten sprechen da eine deutliche Sprache. Vor allem sind die jahreszeitspezifischen Fotografien, die Literaturübersicht und die Texte zur Symbolik der Bäume sehr beliebt. Natürlich müsste ich vieles wieder aufgreifen und weiter entwickeln. Aber alle Stränge gleichzeitig fortzuspinnen, ist nahezu unmöglich, zumal mich Baumtagebuch und Wunschbaumshop ebenfalls ständig in Bewegung halten. Und neben den auf das Thema ,,Bäume“ bezogenen Seiten kommen ja noch mindestens zwei weitere virtuelle Privatprojekte hinzu. Da stoße ich natürlich an Grenzen, und allzu verzetteln möchte ich mich nicht.

Andere Baumerfahrungen

Bald wird es schon zu spät sein, um gute Herbst-Baum-Blätter-Fotografien einzufangen. Denn das Laub wird schon spröde und lässt dann das herbstliche Licht nicht mehr so gut durchscheinen, sondern reflektiert es vielmehr. Andererseits bin ich froh, wenn ich überhaupt die Muße finde für einen Spaziergang tagsüber. Für das Fotografieren, das zu meiner Zeit in B. und D. während der Mittagspause zum festen Programm gehörte, fehlt mir derzeit die Ruhe. Ich genieße lieber die Sonne, wenn sie denn einmal hervortritt und lenke meine Aufmerksamkeit auf das Beobachten. Beim Fotografieren ist das Beobachten zwar auch hochgradig intensiv, aber es fordert eben viel zusätzliche Zeit, und die richtige innere Einstellung. Ich hoffe, und bin mir eigentlich sicher, dass dies auch wieder kommt, wenn es kommen soll. Zurzeit aber scheinen andere Baumerfahrungen vordergründig zu sein. Ich freue mich sehr, dass unterdessen das Interesse an meinem weiteren Themenschwerpunkt ,,Feiertage“, in den Fotografien am Weihnachtsthema festgemacht, mit Annäherung an die Adventszeit zunehmend wächst. Da werden im Laufe des Novembers sicher noch viele Downloads zu erwarten sein.

Lokale Kommunikationskultur

Ein ganz netter Ausflug zum Sammlermarkt in M., der jedes Jahr um diese Zeit auf dem Programm steht. Obwohl ich nicht zu den Sammlern gehöre, finde ich es doch immer wieder schön, Leute zu treffen, die ich seit über 20 Jahren vermittelt über M., V. und J. kenne und mit denen ich mich auch ein Stück weit verbunden fühle. Uns verbindet ein abstraktes und durchaus unterschiedlich ausgeprägtes Interesse an antiken oder zumindest älteren Haushalts- und Dekorationsgegenständen. Immerhin eine Möglichkeit, einmal über die Alltagskommunikation, die so häufig von Erwerbsarbeit und den damit verbundenen Einstellungen und Kommunikationen handelt, hinaus zu kommen und einfach Schönes in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen. Neben den Pflanzen und insbesondere den Bäumen ist das eine weitere wichtige Konstante innerhalb unserer Familie. Etwas, von dem wir alle etwas haben, und zu dem wir alle etwas beitragen können und das auch gerne tun. So tragen solche ,,Gemeinsamkeitstage“ auch zur Belebung familiärer und lokaler Kommunikationskultur bei.

Vater, Mutter, Kind

Ein wirklich schöner Anlass hat mich gestern Nachmittag und heute den ganzen Tag über beschäftigt: Die bevorstehende Taufe eines Kindes. Mein Beispiel-Partnerarmband-Set ,,Mutter und Kind“ hat die Interessentin aus der Schweiz wohl auf die Idee gebracht, ein Set für Vater, Mutter und Kind bei mir zu bestellen. Alle drei sollen aus Ahornholz gemacht werden. Die ergänzbaren Perlen für spätere Lebensjahre des Kindes werde ich wieder als gesonderten Strang anhängen. Am Montag will ich diese Arbeit abschließen, da die Zeit heute nicht mehr ganz gereicht hat. Und ich bin mir sicher, dass die Armbänder gut gefallen werden, zumal neben der Lebenssymbolik auch die seidig glänzende Oberfläche des Bergahornholzes durchaus attraktive Wirkungen entfaltet.

Enttäuschung erspart

Heute habe ich die ersten 6 Zählstriche auf unserem Küchennotizbrett gemacht. 5 reife Feigen konnten geerntet werden, die sechste ist von vor ca. 2 Monaten – die einzige Vorfeige, die kurioserweise reif wurde. So ist uns wenigstens die Enttäuschung erspart geblieben, keine einzige Frucht in diesem Jahr ernten zu können. Gespannt bin ich, ob sie auch schmecken. Als letzte sonstige Obst-Aktion hat V. heute einige Eimer mit dicken Birnenquitten mitgebracht. Ich denke, damit ist die Saison dann endgültig beendet, zudem auch die Äpfel alle schon durch sind. Es ist auch genug jetzt, wo die weiteren Vorbereitungen für den Winter (Gräber, Wasservorratsbehälter, Springbrunnen) noch bevorstehen, und bald darauf auch schon die Adventszeit beginnt. Da warten noch ausreichend Aufgaben auf uns, neben der Broterwerbsarbeit.

Die Folgen des späten Sommers

Der Feigenbaum verliert nun doch seine Blätter. Viele von ihnen liegen schon am Boden, lappig und herbstgelb verfärbt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Baum ganz kahl dasteht, geschmückt dann nur noch mit seinen unreifen Früchten. Ich hoffe, wir können wenigstens die dicksten noch ernten, damit sie im Warmen weiter reifen. Der überwiegende Teil aber muss am Baum verbleiben und im tiefsten Winter dann nach zahlreichen Frostattacken von selber zu Boden fallen. Diese Früchte sind einfach nicht groß genug, um schmackhaftes Fruchtfleisch ausbilden zu können. Aber unfassbar ist es schon. Das letzte Jahr mit der ,,Rekordernte“ von 144 Feigen, und dieses Jahr werden es, wenn wir Glück haben, vielleicht 5. Und das nur, weil der Sommer viel zu spät kam und die Zeit zum ,,Vorreifen“ schlicht nicht vorhanden war. Klar, dass ich mir für 2009 einen frühen Frühling und einen langen Sommer wünsche. Wegen der Früchte, aber auch wegen der Arbeit im Freien, die nur bei viel Licht wirklich wohltuend ist.

Virtuelle Gemeinschaften

Über Zuschriften und Reaktionen von Wunschbaum-Besuchern freue ich mich sehr. Es sind meist Menschen mit einem besonderen Zugang und Interesse an den Bäumen oder an Naturprozessen schlechthin. Auch wenn es meist nur punktuelle Berührungspunkte sind, zeigt es doch, dass es zumindest in Nischen möglich ist, über den von Alltagssorgen meist finanzieller Art geprägten Rahmen hinaus die Gedanken auf Wesentliches auszurichten und sich darüber auszutauschen. Das schafft dann virtuelle Gemeinschaften von Gleichgesinnten, die für mich nicht weniger Wert besitzen als Freundschaften, die auf häufigen konkreten Begegnungen beruhen. Auch die punktuellen Interaktionen im WWW können sich mit besonderem Wert aufladen, wenn sie sich im richtigen thematischen Umfeld entwickeln.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.