Ein weitere Garten- und Holz-Arbeitssamstag

Der zweite Teil unserer alljährlichen Gartensäuberungsaktion hat den ganzen Vormittag beansprucht. Gut, dass das jetzt erledigt ist. Danach habe ich neue Gartenerde besorgt, die wir in den nächsten Wochen in größerer Menge benötigen. Und schließlich standen Sägearbeiten an. Das war wieder nötig, da mir gleich eine Reihe von Holzarten ausgegangen waren. Akut ging es zwar nur um eine Art, aber demnächst wäre dieselbe Situation für zahlreiche weitere entstanden. So habe ich mich entschlossen, die vorzubereiten, deren Vorräte am weitesten reduziert waren. Jetzt dürften die Kanteln so weit aufgefüllt sein, dass ich für Monate direkt darauf zugreifen kann. Ich kann mir vorstellen, dass das extrem sonnige Wetter und die Explosion der Vegetation, im Garten wie draußen in der Landschaft, die Menschen wieder stärker mit dem Natürlichen in Verbindung bringt und die angelegten Vorräte dann auch rasch wieder abgetragen werden.

Stressfaktor und Lichtblick der Baumblüte

Der so lange schon anhaltende Regenmangel wird jetzt doch zum Problem. Selbst Arten, die eigentlich für ihre langen, tief reichenden Wurzeln bekannt sind, geraten bei so ungewöhnlich trockener Witterung in Stress. So heute beobachtet bei unserem Efeu. Und V. berichtet, dass die alten Zypressenhecken langsam ebenfalls leiden oder schon vollständig vertrocknet sind. Das könnte das eine oder andere Pflanzenindividuum sein Leben kosten. Und auch die Entwicklung der Blätter und Blüten kann gestört sein. Sollte mich nicht wundern, wenn einige Obstbaumarten auf Grund dieses Umstands im Herbst kaum Früchte tragen. So ist eben immer etwas Außerplanmäßiges in diesen Klimawandelzeiten zu beobachten. Aber immerhin ein seltener Lichtblick: Die Honigsaison scheint tatsächlich anzulaufen. Und diesmal scheinen die Bienen trotz Trockenheit doch recht angetan von den bei uns gerade üppig blühenden Weißdornen, eine unserer wichtigsten Frühtrachten. Wenn dann noch ein wenig von der Apfelblüte miteinfließt, wäre das doch ein gelungener Auftakt, nach Jahren katastrophaler Entwicklungen rund um Bienensterben und witterungsbedingter Ausfälle. Das freut mich für V. und für uns alle, denn es zeigte, dass sich Dinge auch einmal wieder normalisieren können.

Neue Weißdornblütenbilder

Wieder ein schöner Tag, und so viel Sonne wie schon lange nicht in einem April. Leider war ich wie erwartet etwas zu spät bei den Weißdornsträuchern, da die Blüte jetzt nicht mehr ganz so frisch ist. Dann sind die rosafarbenen Staubblätter kaum noch zu sehen und die Blüten wirken schon leicht ausgetrocknet. Dennoch ist mir eine Serie recht interessanter Detailaufnahmen der Weißdornblüte gelungen, die ich erst noch durchsehen muss. Diese filigranen Blütenstände sind sehr schön, aber immer wieder eine Herausforderung. Ich hoffe, meine Auswahl bald durch einige wirklich gelungene Aufnahmen ergänzen zu können.

Die richtige Balance halten

Tolles und zunehmend auch warmes Wetter und die richtige Mischung aus kreativer Projektarbeit und der Arbeit mit meinen Hölzern und Symbolformen. Das ist zurzeit eine ausgeglichene Arbeitssituation, die ich zu dieser Jahreszeit sehr schätze. Ich hoffe, es wird nicht gleich wieder umschlagen und zu extremer Vereinseitigung tendieren. Dir richtige Balance ist eine Kunst, die von Umständen abhängt, aber auch ein Stück weit gepflegt und optimiert werden kann. Da zeigen sich dann gelegentlich die Früchte der Lebenserfahrung.

In einem Gefühl von Zeitlosigkeit aufgehoben

Ich habe mich sehr gefreut, an diesem Einundzwanzigsten bei wunderbar mildem und lichtreichen Frühlingswetter in meinem Gartenatelier wieder einmal ein Baumkreis-Armband bearbeiten zu können. Das sind einfach tolle Bedingungen für diese Arbeit, besonders wenn der Baumkreis mit seinen 22 verschiedenen Baumarten im Mittelpunkt der Konzentration steht und ich mich ganz in die Symbolik und Energie der Bäume versenken kann. Da entsteht durchaus so etwas wie Zeitlosigkeit. Und all das Stereotype und inhaltlich Einseitige dieser Tage wird in solchen Arbeitsphasen einfach aufgehoben, spielt in dieser Zeit einmal gar keine Rolle mehr.

Kreativität und Farberfahrung

In diesen Tagen habe ich ungewöhnlich viel mit Farben zu tun. Eine interessante Aufgabe, die sonst nicht so auf dieses Thema bezogen vorkommt, sondern sich eher an dem globalen Eindruck orientiert. Nun bin ich gespannt, welche kreativen Ergebnisse ich damit letztlich erziele, und wie ich diese Erfahrung für weitere Projekte nutzbar mache kann. Das andere Themenfeld, die Bäume und das Holz, werden mich in nächster Zeit mindestens gleichgewichtig begleiten und beschäftigen. So verspricht dies eine abwechslungsreiche Arbeitsphase während der Hochzeit des Frühlings zu werden. Gut, denn die frühlingshafte Atmosphäre ist dafür förderlich.

Biologie vs. Sprache

Ein sehr ruhiger Sonntag mit unverhofften Wendungen. Sollte die Zurückhaltung in Sachen Baumkreis nun ein Ende haben. Gegenwärtig stelle ich gegenteilige Tendenzen fest. Wie wenn die anhaltende Sonne und das viele Licht die Lebensgeister auch bei den Menschen weckte und Lust auf Natur, Landschaft und Frühling herausgekitzelt hätte. Die Menschen lassen sich gerne von außen inspirieren. Da setzt sich die Biologie durch und hat größere kommunikative Wirkung als die Sprache und ihre Anwendung.

Neue Gartenarbeiten vor Beginn der eigentlichen Gartensaison

Eigentlich gut, dass wir den zweiten Teil der Gartenreinigung auf später verschoben haben. So blieb Zeit für andere nicht aufschiebbare Aktionen, Reifenwechsel und weitere Pflanz- und Aussaatvorhaben. Jetzt sind die Sonnenblumen und Rizinusstauden auf einem guten Weg, die Pflanzerde der Chilis habe ich aufgefrischt und einen Teil der Pflanztöpfe neu besät. Und endlich war auch Zeit, in den frei gewordenen Parzellen der Pflanzschale meine Strohblumen auszusäen. Die kommen erfahrungsgemäß sehr spät, so dass dieser Zeitpunkt Mitte April für das Vorziehen auf der Fensterbank durchaus noch in Ordnung ist. V. ist auch fast fertig mit seinen Reparaturarbeiten. So steht der Gartensaison nicht mehr allzu viel im Weg.

Der Weißdorn und ein baumfotografisches Vorhaben

Zum Fotografieren des Weißdornblüte bin ich in den letzten Tagen nicht gekommen. Zu viel technische Herausforderungen, bei denen mir der nötige Abstand gefehlt hat. Aber das Wochenende verspricht eine stabile Wetterlage und so denke ich, spätestens Sonntag Gelegenheit zu haben. Dann sollten die meisten Sträucher auch so weit sein, dass die Blüten in ihrer unverbrauchten Form mit den rosafarbenen Staubblättern zu sehen sind. Das sind dann die authentischsten Fotos, sofern es gelingt, die kleinen Blütenstände überhaupt unverwackelt festzuhalten. Das ist in der Vergangenheit nur selten gelungen.

Aussicht auf viel Sonne und Licht

Ein Tag voller Projektarbeit, an dem auch V. nach langer Zeit wieder zu seinem Handwerk zurückgefunden hat. Weniger aus Lust, eher weil es nach der Reinigungsaktion im Gartenbereich Reparaturbedarf gab. Da ist noch einiger Einsatz von Nöten, damit wir demnächst wieder in Ruhe draußen sitzen und die Gartensaison genießen können. Die Aussichten für diese Sommer, die Langzeitprognosen bezüglich der zu erwartenden Sommerwitterung klingen gut. Natürlich weiß niemand wirklich, wie das Wetter in drei Monaten sein wird. Aber das Spekulieren hat auch seinen Reiz. Und einen heißen, trockenen Sommer vorherzusagen, ist nicht schwierig, wenn man die letzten Jahre betrachtet. Viel leider unter den Extremen, gerade auch die Bäume, bei denn sich zeitversetzt in den Folgejahren die Auswirkungen von zu viel trockener Hitze zeigen, z. B. in vermehrtem Borkenkäferbefall, der dann auch das Aus bedeuten kann. Nur die Aussicht auf viel Sonne und Licht ist mir grundsätzlich immer sympathisch.

Die Blüte des Spitzahorns festhalten

Das Licht war heute um die Mittagszeit so toll, dass ich doch zu einem kurzen Spaziergang aufbrechen musste. Zu meiner Überraschung waren die Weißdornblüten, mit denen ich eigentlich schon gerechnet hatte, weitgehend noch geschlossen, jedenfalls bei den meisten Sträuchern. Aber eine Reihe von jungen Spitzahornen habe ich entdeckt, die gerade jetzt in voller Blüte stehen und ungefähr gleichgewichtig Blätter und Blüten gleichzeitig ausbilden. Es war noch keine Zeit die Serie durchzugehen, aber ich denke, es sind einige gelungene Aufnahmen dabei. Was etwas bedeutet, denn gerade diese ungemein filigranen Blütenstände sind sehr schwer fotografisch festzuhalten. Auch weil die Erkennbarkeit und der Kontrast stark von der konkreten Lichtführung, der Aufnahmeperspektive und der Art des Hintergrunds abhängen. Da ist dann viel Zufall im Spiel und man benötigt eine umfangreichere Reihe, um einige stimmige Ergebnisse zu erhalten. Die besten Bilder werde ich in den nächsten Tagen hier vorstellen.

Der Gleichklang von Außen und Innen

Vielleicht macht sich der spürbare Frühling inzwischen doch schon bemerkbar. Die Zähigkeit in der Durchführung von Projekten, die zuletzt durch die große Krise noch verstärkt schien, zeigt jetzt Tendenzen, sich tatsächlich aufzulösen. Das ist gut, denn wenn der Frühling, angekündigt durch den großen Durchbruch der Bäume beim Grünen und Blühen, dann seinem Höhepunkt zustrebt, kann der außen erlebte und wahrgenommene Aufbruch die innere Bewegung, Motivation und Entschlusskraft weiter beflügeln. Dass da ein starker Zusammenhang besteht, ist für mich inzwischen unzweifelhaft. Etwas wehmütig stelle ich gleichzeitig fest, dass sich der Zusammenhang nur wenig beeinflussen lässt. Der Gleichklang von Außen und Innen ist eher etwas, das man für kurzfristige Vorhersagen und Prognosen verwenden kann. Die Natur der Dinge, der Zusammenhang selbst, lässt sich dadurch aber nicht willkürlich herbeiführen.

Vor dem Aufbruch in den echten Baumfrühling

Passend zur ruhigen Atmosphäre dieses Osterfestes habe ich mich heute nur kurz in der Landschaft bewegt. Die spannende Zeit steht erst noch bevor, denn ich konnte sehen, dass aktuell die Weißdornsträucher sich auf die Blüte vorbereiten. Bei den meisten Exemplaren sieht man die noch geschlossenen Blütenknospen in großer Zahl darauf wartend, sich bei konstant warmem Wetter öffnen zu können. Das gleiche ist bei den Pfaffenhütchen zu beobachten. Daneben habe ich nur vereinzelte Exemplare bestimmter Kirschbaumarten in Blüte gesehen, und immer noch der Spitzahorn. Der Schlehdorn dagegen ist überwiegend schon abgeblüht. Ab Mittwoch werde ich sicher Gelegenheit haben, die Weißdornblüte in ihrem frühen Stadium fotografisch festzuhalten. Das ist wegen der filigranen Form dieser kleinen Blütenstände erfahrungsgemäß schwierig und erfordert viele Versuche. Ich hoffe aber diesmal auf eine ruhige Hand, und darauf, die rosafarbenen Staubfäden ebenfalls festhalten zu können, die für die Frische der gerade geöffneten Blüten typisch sind.

Ein ausgewogener Osterfeiertag

Nach dem anstrengenden Gartenarbeitstag durften wir heute einen echten Feiertag genießen, der tatsächlich mit einem gut ausgewogenen Verhältnis von Ruhe und Kommunikation ausgefüllt war. Inklusive natürlich der feiertäglichen kulinarischen Besonderheiten, die bei uns durchaus dezent ausfallen, aber doch bewusst und wie ein Highlight wahrgenommen werden. Schön war es auch, zum ersten Mal in dieser Freiluftsaison im Garten sitzen und die milde Wärme aufnehmen zu können. Schön, um sich herum zu sehen, dass das mit dem Bestellen des Gartens schon ganz gut vorangeschritten ist und auf einem guten Weg. Die Lektüre der Mitschriften verschiedener Vorträge, die Rudolf Steiner im Jahre 1907 in München und Berlin zu österlichen Themen gehalten hat, waren für mich am Karfreitag und am heutigen ersten Osterfeiertag persönliche Highlights, die mich der Denkart Steiners und meinem eigenen Verständnis der österlichen Sinnhaftigkeit noch ein Stück näher gebracht hat.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.