Gegen den schleichenden Niedergang

Auch das Gespräch heute Mittag mit einer sehr langjährigen Bekannten drehte sich um die jüngsten Erfahrungen rund um Medizin und die kommunikativen Auswüchse im ganzen System. Zum Teil können meine Gesprächspartner das bestätigen, haben oft ähnliche Erfahrungen gemacht. Und teilen auch die Auffassung, dass das symptomatisch ist für gewisse Zustände und Entwicklungen in der Gesellschaft generell. Leider verstärkt das die Krisengestimmtheit, die heute schon so unendlich viel ablähmt und abbremst. Da kann einem die Spucke leicht im Hals stecken bleiben, so wenig Zukunftsgerichtetheit im positiven Sinne ist derzeit und schon viel zu lange spürbar. Wir müssen da unbedingt gegensteuern, unseres kulturellen Erbes und längst erworbener Errungenschaften wegen. Und damit es wirklich voran und möglichst aufwärts gehen kann auf lange Sicht und wir uns nicht noch aktiv an einem schleichenden Niedergang beteiligen.

Die Balance halten

Viel Technik war das heute wieder einmal, aber auch verbunden mit einigen Erfolgen und überraschenden Fortschritten. Es wird in den kommenden Wochen eine Herausforderung, die vielen technischen Aufgaben zu überblicken, abzuarbeiten und miteinander zu koordinieren. Und das Inhaltliche sollte dabei gleichzeitig nicht auf der Strecke bleiben, macht es doch den Kern meiner Arbeit aus. So ziele ich wie immer auf ein gesundes Gleichgewicht und hoffe auf ein gutes Gelingen bei guter Qualität der Ergebnisse. Das immer wieder wichtige Gleichmaß zu erreichen, ist nicht einfach, aber die Beschäftigung mit meinen naturbezogenen Themen und alle daran anschließenden Projekte helfen mir sehr, diese Balance auch in turbulenten Situationen aufrechtzuerhalten.

Vorbereitung auf den Gartensommer

Schade, zurzeit komme ich kaum dazu, die Baumlandschaft auf ihren jahreszeitlichen Entwicklungsstand hin zu beobachten. Nur die Gartenbäume habe ich täglich im Blick. Und die entwickeln sich dieses Jahr sehr gut. Wenn es keine krassen Temperatureinbrüche, Hagel oder Ähnliches gibt, könnte durchaus etwas aus der Baumobsternte werden. Nach den Reinfällen der letzten Jahre wäre das einmal ein Erfolgserlebnis. Allmählich werden wir sicher in den nächsten Wochen den Garten als sommerlichen Aufenthaltsort zurückerobern und bereiten erst einmal die Sitzgelegenheiten vor, bevor es schrittweise zum Bepflanzen der Blumen und Gemüsetöpfe und -kübel geht, und an alles, was sonst noch zum Gartensommer dazugehört.

Wichtiges auf Regelmäßigkeit programmieren

Der Sonntag war wieder viel angefüllter, als ich mir das gewünscht hätte. Aber immerhin bin ich am späten Nachmittag noch zur Fortsetzung meiner Lektüre gekommen. Die kurze Lesezeit ist an solchen Tagen eine echte Erfüllung und Erholung. Ich hoffe, während der kommenden Woche einmal wieder mehr Zeit erübrigen zu können für diese so wichtige intellektuelle Aufgabe, die für meine Formen kreativen Arbeitens enorm wichtig ist. Mindestens so wichtig wie das rein handwerkliche Arbeiten zwischendurch, und die Erdung, die mir meine Beschäftigung mit den Bäumen immer wieder auch im Alltag ermöglicht. Insofern war das ein guter Tag, weil er von gewissen Fortschritten zeugt, Wichtiges auf Regelmäßigkeit zu programmieren.

Gutes Timing und erfreuliche Aussichten fürs Baumobst

War doch eine gute Entscheidung, die Reinigungsaktion gestern, an diesem sagenhaften sonnenreichen Tag, untergebracht zu haben. Heute Nachmittag kam tatsächlich dieses wechselhafte Wetter mit Regenschauern auf. Das wäre nicht ganz so angenehm geworden. Und die technischen Aufgaben hatten mich heute dann auch schon wieder ganz in Anspruch genommen. Auch insofern war es gut, diese ganz andere Arbeit unter Dach und Fach zu haben. Beim kurzen Rundgang im Garten, am Tag danach sozusagen, habe ich mit Freude und etwas Überraschung festgestellt, dass alle Frucht tragenden Bäume tatsächlich schon Fruchtansätze zeigen. Auch der Pfirsichbaum, der im letzten Jahr, wie viele Obstbaumarten, ja ein Totalausfall war. Auch die Blätter sind bisher noch nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Jetzt ist es wichtig, dass nicht noch späte Nachfröste den jungen Früchten Schaden zufügen. Und auch, dass dieser aggressive Pilzbefall der Blätter nicht wieder auftritt. Das könnte nämlich den Fruchterfolg ebenfalls zunichtemachen.

Start klar für die Gartensaison

Eigentlich wäre der Samstag für diese Arbeit reserviert gewesen. Aber da es morgen zeitweise regnen soll, habe ich das jährliche Rund-ums-Haus-Saubermachen auf heute vorgezogen. Bei dem vielen Wasserspritzen ist es einfach am angenehmsten, wenn wir so konstant sonniges und warmes Frühsommerwetter haben. Und wie ich das schon kenne, hat diese Arbeit tatsächlich den ganzen Tag eingenommen. Zeit, die ich morgen quasi nachholen muss. Aber die Aktion hat Familientradition, und so kann ich mich jedes Jahr ungefähr um diese Zeit herum wieder aufraffen. Das Ergebnis fühlt sich gut an, weil es die Gartensaison einleitet und bald schon von Pflanzarbeiten abgelöst oder damit fortgesetzt wird. Die Sommerblumen stehen damit auf dem Plan, und auch da Auspflanzen meiner Chilis, zunächst der Sorten, die schon etwas weiter fortgeschritten sind. Ganz und gar entspannt und mit gar keinem Aufwand verbunden sind dagegen unsere Gartenbäume. Das bisschen Rückschnitt, das sie brauchen und das auch wegen der zunehmenden Schattenbildung im Garten notwendig wurde, haben wir natürlich längst erledigt. Und jetzt freuen wir uns daran, dass sie Blätter treiben (Ginkgo, Gleditschie, Pfirsichbaum, Feigenbaum) und oder blühen (Walnussbaum, Pfirsichbaum).

Sonnenreicher 1. Maifeiertag

Ein wieder ganz toller Sonnenstart in den Mai. Man hat deutlich gespürt, wie die Menschen sich nach dem Licht und der Wärme sehnen, sicher auch in Verbindung mit Bewegung im Freien. Heute hatte ich dazu wenig Gelegenheit, wegen der vielen technischen Aufgaben. Aber morgen will ich die Rund-ums-Haus-Säuberungsaktion in Angriff nehmen, denn bei der warmen Außentemperatur ist das Arbeiten mit Wasser und Hochdruckreiniger einfach angenehmer und das Ergebnis ist kalkulierbarer. Auch wenn ich die anderen Arbeiten dadurch verschieben muss.

Ende April und fast wie Sommer

Ein toller Sonnentag zum Abschluss des Aprils, der fast schon an Sommer denken ließ. Und immerhin hat es sogar M. heute in den Garten gezogen, was ein gutes Zeichen ist. So waren die Gartenbäume, aber auch alles, was jetzt schon blüht und grünt, ein Thema innerhalb der Familie. Und das Vorhaben, den Garten und rund ums Haus alles zu säubern, das hat ja Tradition. Vielleicht ist der Samstag ein geeigneter Tag für dieses Projekt, wenn denn das Wetter auch mitspielt und nicht doch noch der vorhergesagte Regen kommt. Wollen wir die Sonne und die Wärme bis dahin sehr genießen.

Vom Weißdorn und anderen Baumblüten

M. ist auf der Rückfahrt von D. auch auf die weiß strahlend blühenden Weißdornbüsche aufmerksam geworden. Die sind aktuell tatsächlich das Auffälligste in der Baumlandschaft, weil parallel fast nichts Farbiges blüht. Von Nahem betrachtet sind das auch einfach sehr schöne Blütenstände, die zwar etwas komisch riechen. Aber optisch gehören sie zu den schönsten Baumblütenarten, die hierzulande verbreitet sind. Ganz so spannend wie noch vor einem Jahr ist die Weißdornblüte für mich leider nicht mehr. Denn bisher haben sich an das Beobachten dieser Art immer auch Spekulationen über den möglichen Honigertrag angeschlossen. Der Weißdorn ist bei uns nämlich immer schon eine der wichtigsten Trachten gewesen. Jetzt spielt das keine Rolle mehr, da. V. die Bienen ganz aufgegeben hat und wir künftig gar keinen eigenen Ertrag mehr haben werden. Aber immerhin bleibt die Erinnerung an die Gespräche rund um Weißdorn, Ahorn, Apfelbaum, Brombeersträucher und Esskastanien und ihre für den Honig wo wichtigen Blütephasen.

Unvollständige Baumfrühlingszuversicht

Ein toller Sonnentag, der hoffentlich beispielhaft für die kommenden Frühlingswochen steht. Dann kann man auch das Vorhaben weiterverfolgen, die Gartensaison vorzubereiten, was zunächst einmal saubermachen und aufräumen bedeutet. Aber dafür braucht es gutes und stabiles Wetter. Dann werden wir das an den nächsten Wochenenden sicher in Angriff nehmen. Damit wir den frühlingshaften Aufbruch auch im Garten etwas hautnaher mitverfolgen und mitterleben können. Ein bisschen bedenklich stimmt es mich, dass der Maulbeerbaum wie im Vorjahr immer noch keine Blätter zeigt. Ich bin mir nicht sicher, ob das immer so war, bei dem tollen Frühlingswetter, der vielen Sonne und der Wärme kommt es mir aber merkwürdig vor. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass der Baum Schaden genommen haben könnte. So empfindliche Nachtfröste hatten wir nicht. Und woran die Zögerlichkeit des Baums sonst liegen könnte, will mir nicht einfallen.

Aussicht auf üppiges Baumsommergrün

Mein Eindruck dieses Sonntags war ähnlich dem des Vortags. Technik und Reflexion haben diesen Tag ausgefüllt, diesmal vielleicht mit etwas mehr Betonung der Reflexion. Gut so, denn wenn nicht sonntags, wann soll das dann eine Chance haben. Beim abendlichen Spaziergang bei tief stehender wärmender Sonne habe ich die jetzt auf einmal üppig grüne Baumlandschaft in der Nähe genossen. Die ist vom Grün abgesehen noch recht eintönig, nur die Weißdornblüte setze einige punktuelle Akzente. Aber die Sträucher und Bäume zeigen sich jetzt sehr wachstumsfreudig. Das deutet auf eine ausgedehnte Sommerzeit für die Pflanzen und gute Chancen für die Fruchtbildung und Fruchternte bei den Obstbäumen hin. Wenn nicht wieder empfindliche Fröste dazwischenkommen und alle zunichtemachen.

Technik und Kontemplation

Ein weiterer intensiver Techniktag, und eine unverhoffte Routineschwächung, die aus dem Nichts zu kommen schien. Wie so oft bei uns in den letzten Monaten. Aber immerhin steht der Ruhesonntag bevor. Und die Chance, etwas kürzer zu treten und zumindest etwas mehr Kontemplation zu integrieren. Vielleicht ja auch auf einem Spaziergang durch die hoffentlich jetzt grünere und frühlingshaftere Baumlandschaft. Das wird sich auch auf die Schwächung positiv und belebend auswirken.

Fortschritt zwischen Natur und Technik

Wegen der aktuellen Intensität beklage ich ja gelegentlich die Einseitigkeit des technischen Denkens. Aber wenn, wie heute wieder, technische Innovation wiederum hilft, Arbeitsprozesse und Lösungsfindungen zu beschleunigen, ist das schon beeindruckend. So haben wir wohl zum ersten Mal überhaupt die Situation, dass die Leistungsfähigkeit der Technik durch technische Hilfsmittel wiederum verbessert werden kann. Natürlich mit den inzwischen erstaunlich ausgereiften KI-Mitteln. Gerade da, wo es auch inhaltlich um Technik geht, ist das heute schon absolut beeindruckend. Ich freue mich, so nah mit diesen Dingen konfrontiert zu werden und einiges fast täglich dazuzulernen. Die Gefahr, dass das überhandnehmen und das gesamte Denken dominieren könnte, sehe ich für mich allerdings nicht. Zu sehr habe ich den Wert der zeitlosen, auf Naturprozesse und -erfahrungen bezogenen Themen und Inhalte schätzen gelernt, die ja immer auch kreativ verarbeite. Es ist gerade dieser Wechsel in der Beschäftigung und in der Reflexion, zwischen Natur und Technik sozusagen, der etwas kompletter zu machen scheint. Vielleicht liegt darin auch das größte Fortschrittspotenzial unserer Zeit. Auch deshalb macht die Reflexion über Lebenssymbole wie die Bäume und ihr Verhältnis zu uns Menschen absolut Sinn. Und wird immer Sinn machen, weil wir daraus erst verstehen, was Technik uns an echtem Fortschritt bringen kann. Dieser mögliche Fortschritt hat nichts mit kultureller und sozialer Entwicklung und Traditionen zu tun. Sie kann vielmehr vor allem zu ganz und gar alltagspraktischen Erleichterungen und Verbesserungen beitragen.

Die Gemüsepflanzen gedeihen ganz nebenbei

Die jüngste technische Herausforderung hat mich auch heute fast den ganzen Tag beschäftigt, konnte dann aber doch zumindest vorläufig aufgelöst werden. Eine Erleichterung, zumal ähnliche Aufgaben in nächster Zeit sicher häufiger vorkommen werden. Im gleichen Zuge, wie ich derzeit mit höchst technischen und, wenn man so will, mathematischen Fragen beschäftigt bin, entwickeln sich meine Gemüsepflanzen erfreulich gut. Die sind ja immer recht schwierig aus den Samen großzuziehen, aber neben allem, was man an Erfahrung und Recherche hineinstecken kann, spielen viele undefinierbare Faktoren für das Wachstum eine Rolle. Ganz konnte ich noch nicht dahinter blicken, lerne aber immer wieder auch auf diesem Gebiet dazu. Dann brauchen wir eigentlich nur noch eine möglichst sonnenreiche, warme und ab und zu auch feuchte Witterung während der Sommermonate, um das Projekt recht erfolgreich werden zu lassen. Die gleichen Rahmenbedingungen werden auch den Gartenbäumen gut tun – und uns diesen Sommer hoffentlich wieder mehr in den Garten ziehen. Denn im Vorjahr haben wir uns z. B. zum Essen praktisch gar nicht dort aufgehalten. Das war schade und eigentlich eine Art Verlust, den wir diesen Sommer idealerweise wieder ausgleichen wollen.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.