Energiereiche Zusammenstellung

Diesmal also die Kombination Kiefer-Ulme, die mir bereits bekannt ist. Sehr dekorativ wirkt diese Zusammenstellung. Kein Wunder, wenn zwei wirklich unterschiedliche Arten aufeinander treffen. Wenn mit der Kiefer das Kraftvolle, Lichte, Energiespendende, Genügsame und Beständige in Verbindung gebracht werden kann, so ist es bei der Ulme eher das Ungewisse, Spirituelle, Zerbrechliche und Schillernde. Diese gegensätzliche Bereicherung drückt sich auch in der Ästhetik der Oberflächen aus. Hier das streifige, vom Wechsel der harzreichen, harten und dunkeln Spätholzlagen mit den hellen und weichen Frühholzlagen bestimmte Nadelholz. Dort das im quer zur Faser außerordentlich farbvariantenreiche, teilweise glänzende, schimmernde und kristallin scheinende Ulmenholz. Nebeneinander ergibt sich daraus eine ausdrucksstarke prägnante Form, die in gleichem Maße Kraft auszustrahlen scheint, wie sie die Energien ihres Umfeldes in sich aufnimmt und transformiert.

Kein Eindruck gleicht dem anderen

Die Baumfrüchte sind teilweise schon überreif. Das konnte ich bei dem kurzen Spaziergang am Abend sehen. Vor allem die Hagebutten bestimmen mit ihrem leuchtenden Rot den Landschaftseindruck. Aber auch die Ebereschen, deren Rot etwas heller und blasser daherkommt. Außerdem ist mir die Rote Heckenkirsche aufgefallen, deren Früchte schon ganz dunkelrot und transparent geworden sind. Schade ist, dass dieses Jahr, vermutlich auf Grund des vielen Regens, das Pfaffenhütchen sehr unschöne Früchte ausgebildet hat. Der eigentlich rosafarbene Mantel wirkt bei den meisten Sträuchern stumpf und grau, und auch der orangene Kern leuchtet nicht so schön wie in den Vorjahren. Kein Jahr verläuft eben wie das andere. Und kein Eindruck lässt sich mit einem vorgängigen vergleichen. Die Spaziergänge sind gerade deswegen wichtig. Um sich an sich selber zu erinnern.

Schönes Ulmenholz

Der Kiefernstab, den ich heute verarbeitet habe, war nicht ganz so harzreich wie die letzten, ließ sich aber gut verarbeiten. In Kombination mit der Ulme wird es gut aussehen. Die Ulmenstäbe haben natürlich wie immer Probleme gemacht. Ist einfach mühsam, diese kurzen Stäbe, zumal sie zuvor quer zur Faser aus dem Holzblock gebohrt wurden, zu drechseln und dabei auch noch einen einheitlichen Durchmesser zu erreichen. Aber mit viel Erfahrung geht es. Da ist eben die Ästhetik doch vorrangig, denn normal verarbeitet kommt die schöne Zeichnung des Ulmenholzes nicht richtig zu Geltung. Und das wäre doch schade.

Turbulent

Ein stürmisch-heißer Tag, der diesen Sommer zu einem turbulenten Wetterphänomen werden lässt. Die Natur atmet und dampft, das Grün ist unvergleichlich. Und irgendwie bekommt mir dieses. Anders würde ich die nervende Rekonstruktionsarbeit, die mich derzeit herausfordert gar nicht ertragen. Ein Spaziergang und einige Sommer-Licht-Grün-Fotografien müssen am Wochenende dennoch drin sein. Und vielleicht eine neue Armband-Arbeit, jedenfalls wenn ich rechtzeitig die Information über das Maß erhalte. Ich bin gespannt, was der Sommer uns noch bringt.

Unwirklich

Die Dacharbeiten wurden heute abgeschlossen, kurz bevor gegen Mittag der Regen kam. Ein neues Projekt kam zwischenzeitlich in Schwung. Kaum Zeit für Reflexionen, stattdessen sehr viel Technik. Eine merkwürdige Zeit, die mir unwirklich erscheint.

Heißer Augusttag

Ich habe es heute noch einmal mit meinem Lebensringe-Bild bei fotolia versucht. Mal sehen, ob der gerade aktive Redakteur diesmal einverstanden ist. Zusätzlich habe am Nachmittag in M. noch zwei Aufnahmen eines Einbahnstraßenschildes machen können, die ich sehr gut gelungen finde. Auch das soll mein Portfolio erweitern. Aber man weiß natürlich nie im Voraus, was die Auswählenden so präferieren. Ein wirklich heißer und echter Sommertag war das. Die Dachdecker, die heute eine Seite des Hausdachs den ganzen Tag über vom Moos und den Flechten befreit haben, mit der Spachtel in mühsamer Kleinarbeit, habe ich nicht beneidet. Das ist ein echter Knochenjob, im Hochsommer sicherlich ein enorme körperliche Anstrengung. Dafür muss man wohl gemacht sein, ich glaube jedenfalls nicht, dass ich es aushalten könnte. Einer unserer Kübelbäumchen, die wir zum Schutz vor herabfallenden Moosbrocken mit einer Plastikplane abgedeckt haben, hat sich unter dieser Plane, bei vermutlich wüstenhaftemTemperaturstau, seine oberen Blätter verbrannt, die wir dann entfernen mussten. War auch unvorsichtig, wir hätten uns denken können, dass die Plane mehr Abstand haben muss, um den Blättern Luft zu lassen.

Neues entdecken

Es wird wieder warm. Ich fürchte, wenn ich mein Vorhaben, eine thematische Armbandserie mit Symbolbaum-Hölzern ins Leben zu rufen und das Thema ,,Handschmeichler” anzugehen, nicht endlich realisiere, dann wird das dieses Jahr wieder nichts. Schlimm, wenn man ständig Gefahr läuft, sich zu verzetteln, und doch jedes einzelne Projekt volle Aufmerksamkeit erfordert. Irgendwie muss ich die Kurve kriegen, und zwischendrin jede Menge Neues lernen. Natürlich dient das dann irgendwann auch dem Ausbau kreativer Potenziale. Das umzusetzen und manchmal auch neue Möglichkeiten zu entdecken, dazu ist der Sommer sehr gut.

Ungläubig

Ein starker Wechsel heute zwischen Dauerregen und zum Abend wieder sonniger werdendem Wetter. Es wäre klasse, wenn ich mich beim nächsten Projekt im Umfeld der Bäume bewegen könnte. Bei so viel Grün und Wachstum. Am Abend beim English meeting, das diesmal am Stausee in L. stattfand, habe ich den KollegInnen meine Baumstamm-Skulptur am Rundweg gezeigt. Es bot sich an, da wir uns im Seehotel getroffen haben, und die Skulptur liegt ja schräg gegenüber dessen Eingang. Ich denke, sie waren etwas ungläubig, dass diese Arbeit tatsächlich von mir stammt, haben sich aber höflichkeitshalber nach dem Sinn des Projekts erkundigt. Auch wenn sie wohl mit dieser reduzierten Arbeit nicht das allermeiste anfangen konnten. Ein nettes Treffen war es allemal, und natürlich eine seltene Gelegenheit, Englisch zu sprechen.

Baumwuchsoase

Es war zwar schwierig, aber letztlich ist es uns doch gelungen, den feinen Schößling aus dem Blumentopf zu befreien. Die kleine Gleditschie war nachträglich im selben Topf gewachsen wie ein schon um einige Wochen älteres Exemplar. Wenn wir länger gewartet hätten, wären die beiden Wurzelwerke sicherlich miteinander verwachsen, und es wäre noch schwieriger geworden, sie zu trennen. Nun also haben wir gleich drei winzige Gleditschienbäumchen, säuberlich verteilt auf drei kleine Blumentöpfe. Ich hoffe, sie werden überleben. V. hat heute die berechtigte Frage gestellt, wo wir denn die irgendwann höher gewachsenen Bäume einpflanzen sollen. Das ist im Grund bei allen neuen Bäumen mittlerweile schwierig, weil wir kaum noch ein Fleckchen Erde frei haben. Eine Möglichkeit, die er sieht, ist, sie auf dem Bienenhausgrundstück unterzubringen, und zwar in die niedrig gehaltenen Zypressenhecken integriert, also am Rand platziert. So hätten sie genug Sonne, was bei dieser Art wichtig ist. Nur müssen sie erst einmal so hoch werden, dass sie sich gegen die Zypressen behaupten können. Das wird ansonsten ein harter Kampf ums Licht. Ähnlich war es bei dem aus einer Baumschule vor einigen Jahren gekauften Schnurbaum. Der war jahrelang vor sich hingedümpelt, bis er im letzten Jahr endlich einen gewaltigen Schuss in die Höhe geschafft hat und nun doch so wirkt, als könne er zu einem stattlichen Baum heranwachsen. Wenn unsere diversen Pflanzvorhaben allesamt gelingen, wird sich das Grundstück in eine paar Jahren zu einer Art Oase ausgewachsen haben.

Drei schöne Dinge

Mindestens drei schöne Dinge an diesem warmen Sommertag: 1. Nach langer Zeit wieder ein Ausflug nach T., der absolut zu diesem Tag gepasst hat. Oder der Tag zu diesem Ausflug. Bei dieser Gelegenheit wieder die große Libanon-Zeder aus der Entfernung gesehen. Einer der beeindruckendsten Bäume in der Region. 2. Ein Projekt abgeschlossen, das nun online ist: werner-lotz.info. 3. Nach ungefähr einem Jahr wieder schwimmen gewesen. Ich hoffe, wieder Geschmack zu finden. Eigentlich war es immer richtig, bis es irgendwann falsch wurde. Aber die Dinge können sich eben ändern.

Wechselhafte Nähe und Interaktion mit den Bäumen

Die Zeit fliegt wieder einmal. Nun schon Anfang August. Wo, frage ich mich, ist der Sommer geblieben. Obwohl wir doch mitten in ihm stecken. Rundherum scheint alles unbeweglicher denn je. Kaum jemand zu erreichen. Und doch kommen Anfragen, führe ich Gespräche, bringe ich Projekte zum Abschluss, wie auch heute wieder. Gleichzeitig merke ich, dass das Thema ,,Baum” im Augenblick in einer Tiefphase sich befindet. Dass die Gedanken aller potenziell interessierten Menschen sich in andere Richtungen bewegen. Aber irgendwann hat auch dieses sich wieder überholt, und die Nähe und Interaktion mit dem Bäumen und dem zyklischen Wechsel der Jahreszeiten ist wieder da. Diese Abhängigkeit von Naturprozessen, die Wechselhaftigkeit unserer Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit gegenüber der natürlichen Welt um uns und in uns interessiert mich sehr. Diese Wahrnehmung hilft, die Scheuklappe zu vermeiden und auch das Baum-Thema zu idealisieren. Nein, es ist für mich eher ein Langzeitthema, ein Lebensthema, das seinen Reiz aus der kontinuierlichen Entwicklung in der Zeit schöpft. Dabei kann ich bisweilen auch in den Spiegel sehen, eigenes Erleben in seiner Veränderung besser begreifen und Erfahrung in klarerem Licht betrachten.

Motiv wurde abgelehnt

Bei meinen neuen Makromotiven mit den ,,Lebenslinien” der Koppelzaunpfähle habe ich fest mit einer Annahme bei fotolia gerechnet. Stattdessen wurden beide Varianten des Motivs abgelehnt, ebenso die schöne Aufnahme der Pfaffenhütchenfrucht. Begründung: es gibt angeblich schon zu viele vergleichbare Motive. Unsinn ist das natürlich. Nachdem diese Begründung das letzte Mal angeführt wurde und ich beim zweiten Anlauf das Motiv dennoch ergänzen konnte, habe ich es in kurzer Zeit schon 18 Mal verkauft. Was zeigt, dass mancher Bildredakteur dort auch nicht den Durchblick hat in Punkto Kundenbedürfnisse. Ich glaube dafür einen ganz guten Riecher zu haben. So werde ich diese Holzstruktur-Bilder ganz sicher erneut einreichen. Vielleicht funktioniert es mit einem anderen Redakteur ja beim zweiten Versuch.

Idealer Sommertag

Heute hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, der Sommer ist bei sich selber angekommen. Ein richtig schön heißer Tag. Das war zu spüren, obwohl ich mich kaum im Freien aufgehalten habe. Aber das finde ich gerade so schön: Im Schatten sitzen, wohl wissend, draußen brütet die Sonne. Diejenigen, die ihre Probleme damit haben, im Freien arbeitende Menschen und die Kübelpflanzen, welche nicht ausreichend bewässert werden, bleibt der Trost: der nächste Herbst kommt bestimmt. Allen anderen gönne ich mit mir den doch noch durchgebrochenen Sommer. Unterdessen suhlt sich der Feigenbaum im Licht und in der Wärme des Tages, und seine Früchte wachsen sichtbar täglich zu ihrer Endgröße an. Ich hoffe, die Bäume des Waldes werden unter der Hitze nicht leiden. Die Gefahr scheint in diesem Jahr weniger groß, da zwischendurch teils heftige Regenschauer oder längere Regenstütze für Abkühlung und vor allem ausreichende Bodenwässerung sorgen. Das wäre doch ideal: Tagsüber Sonne satt, und über Nacht dann der abkühlende Regen. Und das bis Ende September.

Kaum merkliches Wachsen

Unsere erste selbst gezüchtete Gleditschie hat nun doch noch eine Begleiterin gefunden. Im selben Topf habe ich heute einen kleinen Sprössling entdeckt. Man kann ihn von dem ebenfalls zwischendurch wachsenden Unkraut dadurch unterscheiden, dass er zwei große, ledrige und dunkelgrüne Keimblätter aus dem Boden stößt. Die ersten beiden gezüchteten Exemplare wachsen außerordentlich langsam. Der erste ist nun ja auch schon mindestens zwei Monate alt und wächst kaum merklich in die Höhe und in die Breite. Bei dem extrem dünnen Stämmchen muss ich wohl um sein Überleben während des Winters bangen. Keine Ahnung wie ich das gefahrlos einrichten soll. Aber vielleicht ist er bis dahin ja schon stabiler. Von Bäumen sehe ich ansonsten dieser Tag nicht viel. Es ist einfach zu schwül, um sich längere Zeit unter freiem Himmel zu bewegen. Gesünder scheint es mir in diesem Ausnahmefall tatsächlich, in schattigen Ecken und Räumen die Körpertemperatur auf Normalmaß zu halten, zumal ich durch Insektenstiche und nervöse Armmuskeln zurzeit ohnehin ziemlich angeschlagen bin.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.