Walnussblüte

Eigentlich wollte ich einige dieser interessanten männlichen Blütenstände des Walnussbaums mit nach Hause nehmen, die ich lose unterhalb des alten Baumes auf dem Bürgersteig entdeckt hatte. Diese Blüte hatte ich also verpasst, wie so vieles, das schon verblüht ist, bevor man es richtig wahrgenommen hat. Die Form finde ich faszinierend, auch die Fotos, die ich vor Jahren einmal davon gemacht hatte, offenbaren eine verblüffende, farbenfrohe und formauffällige Ausstrahlung. Ich hätte den einzelnen Blütenstrang als Makro fotografieren können. Vielleicht hätte sich ein gutes Bild daraus ergeben. Na ja, wieder einmal verpasst. Dafür bewegt sich auf anderen Gebieten genug. Inklusive meines erstmaligen Versuchs mit RG, der gar nicht so schlecht funktioniert hat. Bleibt zu hoffen, dass es sich längerfristig positiv auswirkt.

Sicher Frühling

Am prächtigsten blühen zurzeit die Traubenkirschen, die über und über mit Blütenständen übersät sind. Das blendet geradezu, da sie in ihrer Weiße das Licht stark reflektieren. Dasselbe konnte ich heute bei der kleinen Zierkirschenallee im Bürgerpark sehen. Diese Blüten erscheinen gleich büschelweise, wobei die Teilblüten schon eine buschige Form ausbilden. Manche sind zart-rosa, andere stärker ins rötliche gefärbt, obwohl die Bäume in Wuchsform und Rinde keinerlei Unterschiede erkennen lassen. An diesen Blüten sieht man, dass der Frühling sich endgültig durchgesetzt hat. Wenn es jetzt einmal kühler ist, kann man sagen, es sei ein Intermezzo. Bisher konnte man dagegen nicht sicher sein, ob wir den Winter wirklich schon hinter uns gelassen haben.

Bessere Stimmung

Nun liegt die Zypresse ebenfalls schon im Öl und kann in den nächsten Tagen fertig gestellt werden. Und der nächste Auftrag fürs Wochenende kann kommen. Ich denke, das konstanter werdende Frühlingslicht versetzt die Menschen in eine fröhlichere, lockerere Stimmung. Positiv wirkt sich das auch auf die kommunikative Offenheit innerhalb meiner aktuellen Webprojekte aus. Das will ich nutzen, bevor es wieder umschlägt, um bestimmte Vorgänge voran zu bringen, die wochenlang eher dahingeschleift wurden. Jetzt ist die Zeit, Versäumtes nachzuholen, vielleicht sogar mit einem Plus an Qualität. Was mich jüngst verwundert, ist die Schwierigkeit, mit der Spiegelreflexkamera wirklich gute Pflanzenmakros zu erreichen. Immer wieder habe ich Schwierigkeiten mit dem Ausschnitt, mit der Schärfe oder dem richtigen Licht. Irgendwie hat der Amateurapparat da viel weniger Probleme gemacht, die magischen Eindrücke waren leichter einzufangen. Wenn es aber einmal gelingt, sind Auflösung und Tiefe natürlich wesentlich besser. So hoffe ich auf Fortschritte auf Grund wachender Erfahrung und ein möglichst ruhige Hand bei lohnenden Motiven.

Leuchtende Traubenkirschen

Blüten der Traubenkirsche

Blüten der Traubenkirsche

Blüten der Traubenkirsche

Der Tag stand unter dem Einfluss des wunderbaren Leuchtens der Traubenkirschenblüten. Am Nachmittag klang er mit einem längeren Besuch bei Pastor M. und seiner Schwester aus. Um deren Garten könnte man sie beneiden. So schön mediterran angehaucht, wegen der Palmen und des Oleanders. Und schön schattig in einer seiner Ecken, wegen der großen und auslandenden Zeder. Am beeindruckendsten ist aber eine nicht-botanische Erscheinung, nämlich der schöne Engel, de ursprünglich von einem Friedhof stammt und neben verschiedenen ebenfalls nicht mehr gebrachten Grabsteinen platziert ist.

Mehr Konstanz

Ölbaum und Zypresse, das waren die Hölzer des Tages für meine handwerkliche Arbeit. Das Set für Vater, Mutter und Kind ist jetzt fertig und muss nur noch eingefädelt werden. Bei der Zypresse fehlt noch das Glätten der Perlenkanten. Insgesamt also ein recht erfolgreiches Wochenende. Morgen noch eine Layoutarbeit und am Nachmittag eine Einladung zum Kaffee. Ich hoffe, es wird trotzdem ein ruhiger Sonntag und der rasante Temperaturanstieg macht mir nicht zu schwer zu schaffen. Wenn es denn nur endlich so bliebe. Mehr Konstanz im Außen würde uns allen gut tun.

Unterschiedliche Auffassungen

Es ist mir einigermaßen unbegreiflich, warum dieses schöne Motiv auslandender Magnolienzweige bei fotolia wegen angeblicher technischer Mängel abgelehnt wurde:

Magnolienzweige

Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Es kommt eben immer darauf an, wer gerade in dieser Auswahlredaktion sitzt. Offenbar sind die Auffassungen und Wahrnehmungen da recht unterschiedlich. Bei diesem Bild jedenfalls kann ich selber keinerlei Unschärfen oder ähnliches feststellen. Im Gegenteil habe ich es gerade wegen dieser ganzflächigen Schärfe ausgewählt. Solches bei einem so differenzierten Motiv zu erreichen, ist nämlich recht selten. Nun gut, meine Sicht wurde in diesem Fall nicht geteilt. In vielen anderen war ich da schon erfolgreicher. Also, auf ein Neues.

Wochenendvorblicke

Morgen werde ich das Ölbaumprojekt möglicherweise schon abschließen können. Und fürs Wochenende wartet dann schon das nächste, diesmal wieder mit der Zypresse als Lebensbaum. Dabei fällt mir wieder ein, dass ich unbedingt Nachschub hierfür besorgen muss. Die allerletzten Vorräte Zypresse werden hiermit aufgebraucht sein. Das aber ist nicht einfach, erfordert diese spezielle Verarbeitung doch ein starkes Gesättigtsein des Holzes mit ätherischem Öl. Nur dann sind runde Querschnitte zu erreichen. Hoffentlich gerate ich in der Holzhandlung an einen kooperationswilligen Mitarbeiter, der sich die Mühe macht, den richtigen Abschnitt herauszusuchen. Ansonsten hoffe ich auf wieder besseres Wetter für Samstag und Sonntag. Am Samstag für die Arbeit am Holz und im Garten. Am Sonntag für eine längeren Spaziergang. Mal sehen, vielleicht einmal wieder auf dem Mühlenweg, der wegen seines dichten Efeuwaldbewuchses bei heißem Wetter besonders angenehm zu gehen ist.

Frühlingslicht

Das Titelbild der SZ hat heute ein Kind gezeigt, das in Mitten eines üppig blühenden Magnolienbaums spielte. Tatsächlich kamen die Magnolien dieses Jahr vergleichsweise spät, erscheinen aber dafür in makelloser Form. Der Baum im Abteipark hatte vor einigen Tagen einen ähnlich nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Die Magnolien gehören zu den Pflanzen, die man typisch mit dem Frühling verbindet. Vielleicht weil sie zu den am frühesten blühenden gehören, Pioniere sozusagen der grünen Jahreszeit. Ich hoffe, in den kommenden Wochen die Zeit zu finden, noch viele Blüten und Blätter fotografisch festzuhalten. Die letzten Jahre waren in dieser Hinsicht sehr dünn geraten. Man kann es aber auch nicht erzwingen. Lange Spaziergänge und eine gewisse gedankliche Nähe zum Motivfeld sind eine unbedingte Voraussetzung, sollen wirklich beeindruckende Fotos entstehen. Das diesjährige Frühlingslicht jedenfalls dürfte geeignet sein. Fehlen nur noch die richtigen Gelegenheiten.

Die geruchliche Essenz des Olivenbaums

Der Geruch von Olivenholz ist auf eine angenehme Weise eigentümlich, da er mit einem gewissen und sehr eindrücklichen Aroma einhergeht. Normalerweise riecht man das gar nicht, aber wenn ich die Perlen mit der Minikreissäge abtrenne, bildet sich ein unsichtbarer Rauch aus gasförmig gewordenem Holz, der die geruchliche Essenz des Baumes freisetzt. Es ist dann, als ob der Olivenbaum noch lebte, als habe er sein Wesen im Holz konserviert und sich damit unsterblich gemacht. Jedenfalls hatte ich bei den 69 Perlen heute jede Menge Gelegenheit, diesen Eindruck zu festigen und diesen besonderen Duft für alle Ewigkeit in meiner Erinnerung zu verankern. Ich denke, das 3er Set für Vater, Mutter und Kind wird zumindest eine Ahnung von dieser Eigenschaft des ehemals lebenden Baumes vermitteln können. Dann aber eher über die Optik des wie marmoriert wirkenden Holzes, das ihm eine besondere Lebendigkeit verleiht und das symbolische Spektrum des Olivenbaums um die Facette des Unergründlichen und nicht ganz fassbaren erweitert.

Die lichte Herkunft der Bäume

Wieder ein Schönwettertag. Wie geschaffen für einen Spaziergang. Der Weg hat mich heute nach längerer Zeit wieder in den Abteipark nach M. geführt. Am frühen Nachmittag ist es angenehm dort, noch nicht zu viele Besucher, Ruhe, und viele Bäume, die tief hängende Äste tragen. Die eigenen sich besonders gut zum Fotografieren. Ich denke, die nächsten Wochen werden in dieser Hinsicht noch spannend werden. Wenn die Blätter größer und das Licht intensiver wird, sind die besten Blattfotografien des Jahres zu erwarten. Im Sommer nämlich hat die Blätteroberfläche schon eine eher ledrige Beschaffenheit. Und dann ist die Transparenz kaum noch wahrnehmbar. Gerade diese Transparenz ist es aber, welche die lichte Herkunft der Bäume, ihren Lebensquell so wunderschön illustrieren kann.

Frühlingsblätter

Frühlingsblätter

Frühlingsblätter

Frühlingsblätter

Frühlingsblätter

Ruhiges Osterfest

Schade, das schönste Osterwetter hatten wir schon an Karfreitag, während dieser Ostersonntag hinter den Vorhersagen her hinkte. Aber das wichtigste ist natürlich das Fest an sich, und dass man einfach einmal mit der ganzen Familie zusammen sein kann. W. ist dann am Nachmittag auch wieder aus P. zurückgekehrt. Ich hoffe, W. und J. werden den zweiten Feiertag noch zur Erholung nutzen können. Auch wenn ich mich bei diesem Thema regelmäßig mit V. necke, die Blüten des Nashibaums sind doch sehr schön. So konnte ich nicht umhin, sie erneut im Foto festzuhalten:

Blüte des Nashibaums

Auf dieses österliche Motiv hat mich J. gebracht. Sie hatte diesen Frühlingsstrauß am Tag zuvor auch zusammengestellt und zwei Dekohähne in den Schlehdorn- und Ahornzweigen verankert. Irgendwie skurril, auch weil die Hähne auf den ersten Blick verblüffend echt wirken:

Frühlingsstrauß mit Hahn

Entspannte Atmosphäre

Es ist schön, wenn wir an Nachmittagen und Wochenenden wieder draußen sitzen können. Bei der anhaltenden Sonne und dem kommenden Grün tut das gut. Und fördert außerdem die Kommunikation, wie der Gartenbesuch der Nachbarin mit ihrem neuen Hund heute gezeigt hat. Ein seltenes Ereignis, das ohne die allgemein gehobene Feiertagsstimmung nicht wahrscheinlich gewesen wäre. Und ohne dieses Licht, das dem Osterfest wie aus dem Gesicht geschnitten scheint erst recht. Wie M. treffend angemerkt hat: Vergleichbare Schönwetter-Ostern dürften ziemlich lange zurück liegen. Da denkt man unwillkürlich an die Garten-, Blumen- und Pflanzsaison. Die beiden im Keller überwinterten erst einjährigen Gleditschien müssen umgetopft werden, einer hat den Winter leider nicht überlebt. Die Blumen rund ums Haus müssen demnächst ausgesucht und in Kübel und Tröge gepflanzt werden, dasselbe bei Gs Grab. Die benjaminus ficus haben M. und J. eben nach dem Kaffee bereits zurückgeschnitten. Das war notwendig geworden, nachdem er einige frostige Nächte nicht gut vertragen und viele Blätter verloren hatte. Auch die Drechselarbeit am Olivenbaumholz hat wirklich Freude gemacht. Ab nächster Woche werde ich auch diese Arbeiten wieder vollständig nach draußen verlegen können. Gerade die Routinetätigkeiten bei der Produktion der Armbänder gehen dann wieder leichter von der Hand. Im Keller bei künstlichem Licht ist es einfach nicht dasselbe. Ich freue mich auf die Osternacht heute Abend. Und natürlich auf die beiden Osterfeiertage, die wir in entspannter Atmosphäre erleben dürfen.

Karfreitag und österliche Vorfreude

Schlehdornblüte

Das Ahornleuchten hat mich auch an diesem Karfreitag beschäftigt. Strahlender konnte dieser Tag das Osterfest nicht vorwegnehmen. Keine Spur von Passionsstimmung, bei diesem fast sommerlichen Klima. Nachdem J. und W. aus G. gekommen waren, sind wir zusammen auf den Alten Berg gefahren und haben einige blühende Zweige von Kirschbaum, Schlehdorn, Weide und Ahorn geschnitten. J. ist gerade dabei, daraus einige Frühlingssträuße zusammenzustellen. Das Licht kommt gerade im Spiegel dieser Blüten sehr schön zur Geltung und wird durch die Zweige bis in unsere Wohnung geleitet. Ich denke, dem Leuchten des Spitzahorns mit seinen fast gleichzeitig sprießenden gelbgrünen Blüten und zarthellgrünen Blättern kommt in diesen Tagen nichts gleich.

Junge Ahornblätter

 Ahornblüte

 Ahornblüte

Ahornleuchten

Ich genieße das Ahornleuchten an diesem vorösterlichen Sonnentag. Wünsche mir für die Feiertage ein paar schöne Spaziergänge bei strahlendem Wetter und mehr Zeit und Ruhe als gewöhnlich. Ostern bei Sonne ist mir immer lieber. Ich erkenne dann besser die Verbindung von natürlicher Konstitution und spirituellem Leben.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.