Übergänge

Der Blick aus dem Fenster auf unsere schöne mit Efeu bewachsene Wand ist meine einzige Verbindung zu den Bäumen an diesem ruhigen und sehr kühlen Tag. Ich hoffe, wir werden unser Wochenendvorhaben bei J. und W. in G. umsetzen können und das Wetter spielt mit. Vorher wird Gs Grab noch frische Frühlingsblumen erhalten, die wir letzte Woche schon ausgesucht haben. Mit Spaziergängen wird’s in den nächsten Tagen dagegen wohl nicht weit her sein. Scheint so, wir sind in einem Übergang begriffen, die Stimmung der Menschen deutet darauf hin. Übergang im Wetter ebenso wie in der Einstellung gegenüber der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Die Menschen sind sehr unsicher, wissen nicht, wohin die Reise geht. Ich wünsche allen Gelegenheiten zum Abstand nehmen, z. B. durch einen Spaziergang im Wald. Ich weiß, das hilft oft, die Dinge einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Krisenstärke

Die vieldiskutierte Krise kann ich selber bisher nicht so deutlich feststellen. Vielleicht wird das in bestimmten Branchen, wie dem Handel deutlicher. In ohnehin schwierigen Feldern macht das, denke ich, nicht so den ganz großen Unterschied. So gesehen profitiere ich gerade von der Umkehrung bisheriger Entwicklungen, denn was andere als Rückgang schmerzlich erfahren, ist für mich selber eher kontinuierliche Herausforderung. Vielleicht kann der eine oder andere ja in dieser Situation noch was von mir lernen. Wenn nicht kommen mir selber jedenfalls die Erfahrungen der letzten Jahre zu Gute. Ich hoffe, dass ich mit Gottes Hilfe und der Beschäftigung mit den für mich wichtigen Themen meinen Weg konsequent und ohne große Schleifen fortsetzen kann.

Efeu und neue Dynamik

Ein kühler Tag, der an den Nerven zerrt. Ich merke aber, dass bestimmte bisher gestockte Prozesse langsam in Gang kommen. Bleibt zu hoffen, dass anderes stabil bleibt, um Innovationen auch praktisch umsetzen zu können. Die Efeusamen sind dieses Mal viel schneller getrocknet, auf dem Teller auf der Fensterbank. Wahrscheinlich ist die Sonne der letzten Woche dafür verantwortlich. Mein Vorrat wächst damit um einiges an.

Kreativ bei gemäßigtem Maiwetter

Ein ruhiger und mäßig warmer Maitag ohne große Ereignisse. Nach der intensiven Gartenarbeit gestern war eine Ruhepause angesagt. Immerhin, ein Blick auf die frisch gepflanzten Blumen macht Freude und gibt Hoffnung, dass wir im Sommer einen wunderschönen Blumenschmuck rund ums Haus haben werden. Ich will die für die nächsten Tage erwarteten milden Tage nutzen, um mit meinen verschiedenen kreativen Projekten gute Fortschritte zu machen. Bevor neue Herausforderungen auf mich zukommen. Vielleicht haben die ja auch etwas mit Blumen, und eventuell auch Bäumen, zu tun. Die Lektüre in Jane Giffords ,,Die Magie der Bäume“ hat mir wieder neu Lust auf die Beschäftigung mit der Mythologie einzelner Arten gemacht.

Blumenfreuden

Dieser Tag war ganz und gar den Blumen gewidmet. Am Vormittag sind M. und ich wie jedes Jahr zusammen in die Gärtnerei gefahren und haben uns viel Zeit mit der Auswahl der Sommerblüher gelassen. Interessant ist, dass es jedes Jahr neue Sorten und Varianten gibt. Deshalb fällt das Gesamtbild am Ende nie gleich aus, auch weil wir natürlich die Zusammenstellung immer wieder neu gestalten. Ich schätze, in 1-2 Monaten werden die Blumen in ihrer vollen Pracht stehen und im Hochsommer ein überhaus üppiges Bild ergeben. Jedenfalls hoffe ich, dass alles gut angeht. Der kleinen Zypresse haben wir ganz leicht die Wurzeln gekappt. Ich hoffe, das macht ihr nichts, zumal sie jetzt Gesellschaft von zwei wunderschönen Blumen und deren Naturgeister hat. Bleibt mir, einen entspannten Sonntag für uns alle zu wünschen. Und dass wir sehr lange Freude an unseren Blumen haben werden.

Maispaziergänge

Zierkirschenblüte

Den Feiertag habe ich für gleich zwei Spaziergänge genutzt. Am Vormittag der kleine Saarweg, auf dem ich vielen Ausflüglern begegnet bin. Von dort stammen auch diese beiden Blütenaufnahmen in Rosa. Die Zierkirschenblüte und die Blüte des Weißdorns, die in den letzten Tagen begonnen hat.

Weißdornblüte

Hier sieht man noch die rosa Pollen, was zeigt, dass die Blüte erst seit kurzer Zeit geöffnet ist. M. hat sich beim unserem gemeinsamen Maispaziergang im Efeuwald überrascht gezeigt, dass diese wunderschöne Blüte so unangenehme Gerüche ausströmt – nach Fisch. Aber auch unabhängig von dieser neuen Erkenntnis hat sie, denke ich, den Weg genossen, dessen Charme man sich einfach nicht entziehen kann. Außerdem ist noch ein kleiner Strauß von Wiesenblumen, Butterblümchen und verschiedene andere uns namentlich nicht bekannte Arten. Insgesamt ein ruhiger und sonniger 1. Mai, einer, wie er im Buche steht.

Die Sackgasse vermeiden

Ich freue mich auf den 1. Maifeiertag. Dieser eigenartige April geht mit einem recht unspektakulären Tag zu Ende. Auch beim Spaziergang schienen die Leute ganz mit sich selber beschäftigt. Man weiß nicht, ist es die viel beschworene Wirtschaftskrise oder eine Form körperlichen Unwohlseins, was solche überall gleichzeitig auftretenden Stimmungen hervorruft. Wie auch immer, ich denke, die Menschen haben jetzt Gelegenheit, den eigentlichen Wert der Dinge neu zu überdenken und einzuschätzen. Vielleicht hat die Krise dann ja einmal tatsächlich etwas Heilsames. Zu denken gibt mir allerdings, dass sich von dem, was Ende der Neunziger noch als kurz bevorstehender Durchbruch erwartet wurde, das Erreichen einer ,,kritischen Masse“ in Sachen erweiterten Bewusstseins (James Redfield), derzeit leider nicht mehr viel erkennen lässt. Ich versuche durch meine Projekte im Themenfeld ,,Baum – Wald – Landschaft“ einen Beitrag zu leisten, den Blick wieder etwas zu weiten. Die Beschäftigung mit dem, was gerade nicht im aktuellen Strom befindlich ist, kann gerade den Fortschritt bringen. Alles andere kann schnell in eine Sackgasse führen, die unsere Entwicklung blockiert.

Herzblatt

Heute war kein Spaziergang möglich. Stattdessen stand die zweite Runde Sport auf dem Programm, auch nicht schlecht. Nun freue ich mich auf den 1. Mai, denn der soll sonnig werden. Gut für Spaziergänge und hoffentlich neue Fotografien. Ich bin sehr froh, dass eine meiner jüngsten Blatt-Symbol-Fotografien bei fotolia angenommen wurde. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet. Aber ich finde die Symbolik des ,,Herzblatts“ wirklich bestechend deutlich:

Blatt in Herzform

Blütenkonkurrenzen

Derzeit übertreffen sich die Bäume und Sträucher in der Opulenz und Schnelligkeit ihrer Blüte. Die spätblühende Traubenkirsche macht immer noch Freude, mit ihrem strahlend hellen Weiß. Die ebenfalls weißen Blüten der roten Heckenkirsche stehen kurz davor, sich zu öffnen. Und auch der Weißdorn kommt langsam in Fahrt, die ersten geöffneten Einzelblüten konnte ich schon entdecken. Hoffen wir, dass die Wärme nicht schlagartig zurückkommt. Denn dann hätten die Bienen dieses Jahr mehr vom Weißdorn. Nach diesem in Sachen Temperatur spät einsetzenden Frühjahr könnte eine ausgiebige Weißdorntracht jedenfalls nicht schaden. Das wäre ein guter Auftakt in die Saison.

Taubenbaumbluete

Der Mittagspaziergang fiel heute aus. Stattdessen hatte ich schon am Vormittag Gelegenheit zu einem längeren Spaziergang im und rund um den Stadtpark. Dabei ist mir bei meinem zweiten bewussten Wahrnehmen des ,,Taubenbaums“ aus der Distanz klar geworden, woher dieser Name kommt. Die Namensschöpfung muss mit den sehr ungewöhnlichen, großlappigen weißen Blüten zu tun haben, die immer paarweise auftreten und, wenn man die Phantasie etwas bemüht, den Eindruck vermitteln könnten, der Baum sei von weißen Tauben bevölkert. Eine andere Assoziation hat ihm den alternativen Namen ,,Taschentuchbaum“ eingebracht. Eine Art, die ich zuvor noch nie irgendwo gesehen habe. Aber der Stadtpark hat einige solchen Exoten aus fernen Ländern in seiner Population. Glücklicherweise mit beschrifteten Tafeln versehen, so dass man noch etwas dazulernen kann. Dieser schöne Baum kommt aus China:

Blüten des Taubenbaums

Im Frühlingslicht

Gleich drei Spaziergänge im Dienste des Frühlingslichts. Ich versuche es immer in den Blättern der Bäume einzufangen. Im Abteipark in M., im Stadtpark in M., sowie am Nachmittag auf dem Mühlenweg bei B.. Es ist wie immer nicht einfach, den Eindruck 1zu1 in die Fotografie umzusetzen. Einige Male ist es dennoch gelungen:

Blätter im Frühlingslicht

Blätter im Frühlingslicht

Blätter im Frühlingslicht

Blätter im Frühlingslicht

Blätter im Frühlingslicht

Gartenarbeit und Efeusamen

Am Vormittag sah es noch gar nicht danach aus, dass man im Garten würde arbeiten können. Aber dann zog die Temperatur doch stark an. So konnten wir unsere ersten Kübel bepflanzen, vor allem das Wandelröschen und der Agapanthus. Bei beiden mussten wir erst einen Teil des Wurzelwerks und der dazwischen hängenden Erde entfernen und frische Erde auffüllen, damit sich die Pflanzen wieder neu entwickeln können und möglichst schöne Blüten tragen. Außerdem haben wir verschiedene kleinere Pflanzen eingetopft oder für späteres Pflanzen vorbereitet. Ein guter Teil unserer Erde ist dabei schon verbraucht worden. Als nächstes werden dann die festen Tröge vorm Haus dran sein, aber ich denke, das braucht noch etwas Zeit, bis die einjährigen Sommerblüher so weit sind. J. sagt, sie habe schon alle Pflanzen für dieses Jahr an ihren Platz gebracht, sie zieht sie allerdings alle selber, auch Gemüsepflanzen. Baum-Highlight war heute das Schneiden der Efeuhecke in der Einfahrt, die wieder flächendeckend neue Triebe ausgebildet hatte und sehr dick geworden war. Jetzt wirkt sie wieder aufgeräumt. Allerdings werde ich das dieses Jahr wohl noch einige Male wiederholen müssen, da unser Efeu sehr wuchsfreudig ist. Zum Abschluss habe ich die letzten Früchte aufgepult und die Samenkerne isoliert. Die trocknen jetzt wieder auf der Fensterbank, bis sie ganz hell, transparent und leicht geworden sind. Dann kommen sie zu meinem Vorrat dieser Samen, die mich immer wieder aufs Neue faszinieren. Wie die ganze Pflanze und ihre Art zu leben und sich zu entwickeln.

Bach-Blüten-Erkenntnisse

Die eigenen Schriften Edvard Bachs aus der Zeit der 1930er Jahre haben einen ganz eigentümlichen und durchgängig erkennbaren Charakter. Ich finde es immer spannend, die Originalgedanken großer Persönlichkeiten zu lesen. Man ist dann dem Besonderen der Ansätze nah, anders als bei der Lektüre späterer Verarbeitungen. In dieser Zusammenstellung der Schriften Bachs wirkt besonders lebensnah, dass es sich nicht nur um zur Veröffentlichung gedachte Texte handelt, sondern auch um teilweise unvollständige Textskizzen, Briefe, Notizen unterschiedlichster Art. Daraus kann man die tägliche engagierte Arbeit dieses Mannes sehr schön ablesen, auch seinen Wunsch, Wirkungen in der Welt und zum Wohle der vielen Kranken und Hilfesuchenden zu erzielen. Natürlich fasziniert mich vor allem die deutliche Präsenz der Bäume im Heilpflanzen-System Bachs. Denn viele der 38 Bach-Blüten sind eben solche von Bäumen. Zu dem zentralen Artikel der 12 Heiler bin ich noch nicht vorgestoßen, aber darin werden dann auch konkrete Baumarten und ihre gedachten Wirkungen auf die Gemütszustände der Menschen erläutert. So viel konnte ich aus dem bisher Gelesenen immerhin schon deutlich herauslesen. Zentrale und immer wieder in seinen Schriften und Vorträgen wiederholte These Bachs ist es, dass sich mit den von ihm ausgewählten Pflanzen die Gemützustände beeinflussen und auf diesem Wege Krankheiten unterschiedlichster Art behandeln, ja heilen lassen. Dabei betont er häufig, dass die Art der Krankheit unwichtig ist, vielmehr setzt er an der Reaktion, z. B. Angst an, die mit einer Krankheit verknüpft ist und sie erzeugt bzw. am Leben erhält. Mit der Beseitigung oder Verminderung z. B. von Angst verschwinden nach dieser Vorstellung dann auch angstgenerierte Krankheitszustände. Ein wirklich faszinierender Ansatz, zumal man genauer differenzieren kann. Um welche Art von Angst z. B. handelt sich. Bach ordnet dem Angsttyp dann eine Heilpflanze als Angstlöser zu. Und ähnliches auch für andere Gemütszustände. Ich werde sehen, welchen Gewinn ich aus dieser Lektüre für mein eigenes Leben ziehen kann. Sollte es sich bei den Bach-Blüten um etwas handeln, das nicht nur zeitbedingt war, sondern im Sinne Bachs eine universal einsetzbare Möglichkeit der Umgangs mit Krankheiten darstellt? Ich kann mir das vorstellen, aber natürlich muss so Vorstellbares auch praktisch integriert werden.

Rasant zur Opulenz

Die Schwarzdornblüte ist durch den Regen der letzten Tage vollständig vergangen. Zwischenzeitlich haben sich weitere Bäume und Sträucher weiterentwickelt. Kurz vor dem Aufblühen stehen der Weißdorn und die Rote Heckenkirsche. Beides sehr schöne Fotomotive, jedenfalls wenn es gelingt, die Details der vergleichsweise kleinen Blüten ins rechte Licht zu rücken. Ich schätze, die kommenden Wochen werden in puncto Frühling mit am interessantesten, weil sich vieles gleichzeitig zu einer Art Höhepunkt hin bewegt: Die Blätter und die Blüten vieler Pflanzen machen sich zunehmend Konkurrenz. Und wenn man den Gesamteindruck der jetzigen Landschaft vergleicht mit dem Bild noch vor wenigen Wochen, mag man es kaum glauben. Wie ungeheuer rasant sich Vegetation ausbreiten und ihre Opulenz in Farben, Formen und Volumen entwickeln kann, wenn nur genügend Licht vorhanden ist.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.