Frostgefahren für Bäume

Bei den Recherchen um das Kriegsgrab meines Großvaters mütterlicherseits bin ich bei den Websites verschiedener russischer Städte aus der Gegend des Kaukasus gestoßen. Die auf diesen Sites anzutreffenden Einzelbildwiedergaben von Webcams, die den Ort aus bestimmten Perspektiven zeigen, haben merkwürdige Ähnlichkeit mit dem Panorama, das sich uns in diesen Tagen im eigenen Land bietet. Und das mitten in Deutschland. Jedenfalls kann ich mich an so unwirtliche Temperaturen bei gleichzeitig undeutlicher Witterung nicht erinnern. Wirklich ungewöhnlich. Bei solcher lang anhaltender Kälte fragt man sich, ob die Bäume, vor allem die frostempfindlichen, das wohl aushalten können. Um unseren Feigenbaum mache ich mir schon einige Sorgen, zumal er im Winter, ich glaube es war 2002 (?), bei ähnlichen Minusgraden schon einmal knapp über dem Boden abgefroren, später aber wieder neu ausgeschlagen war. Heute ist er um einiges stärker und widerstandsfähiger, trägt auch einige Verzweigungen mehr. Dennoch muss man wohl mit einigen Frostschäden rechnen, die sich dann im Frühjahr zeigen werden, wenn nämlich einzelne Zweige nicht mehr weiter wachsen. Ein früher Frühlingsanfang, anders als in 2008, könnte diesen Verlust wieder ausgleichen. Hoffen wir also, dass wir nach diesen Horrortagen damit entlohnt werden.

Früher Frühling gegen Lethargie

Die winterkahlen Kronen der Bäume des Nachbargrundstücks sind zurzeit die einzigen Verbindungen zu lebenden Bäumen. Denn wegen dieser erneuten Erkältung kann ich keinen Fuß vor die Tür setzen. Dabei wäre das hilfreich. Ich hoffe, dass zumindest dieses sich reguliert und ich das Hauptaugenmerk bald wieder auf das eigentliche Problem lenken kann. Überhaupt scheint vieles ins Stocken geraten, die Menschen noch nicht so richtig im neuen Jahr angekommen. Die eher negativen Prognosen zum Arbeitsmarkt und die allzu symbolische Politik der angeblichen Entlastung tun das ihrige dazu, die Menschen aus dieser tendenziellen Lethargie so schnell nicht zu entlassen. Ein früher Frühling täte da gut, wenn die Menschen es schon aus eigenem Antrieb nicht schaffen. Denn die Natur schlägt immer und stärker als viele denken auf unsere Befindlichkeit und Motivationsfähigkeit durch.

Keltischer Baumkreis im Scherenschnitt

Nun, jetzt sind 21 einzelne Dateien daraus geworden, da die Konvertierung ins svg-Format noch einmal mit einem Anwachsen der Dateigröße verbunden ist und fotolia Vektorformen nur in diesem Format akzeptiert. Außerdem darf die Dateigröße 1MB nicht überschreiten. Bei diesen komplizierten Formen aus vielen Einzelflächen schied deshalb die Gruppierung mehrerer Motive aus. Ich bin gespannt, ob diese Formen, die in scherenschnittartigen Darstellungen von 21 Baumarten bestehen (nämlich denen des keltischen Baumkreises, mit Ausnahme des Zürgelbaums, für den ich keine Gesamtansicht habe), auch akzeptiert werden. Man kann sich da leicht täuschen. Je nachdem, wer im Redaktionsteam sitzt, fallen die Kriterien und Einschätzungen unterschiedlich aus. Ich hoffe, diesmal den richtigen zu erwischen, zumal das letzte Fotomotiv ,,Fingerprint – Annual Rings”, welches ich außerordentlich gelungen finde, wieder einmal abgelehnt wurde. Ich werde das aber sicherlich in einigen Wochen erneut einreichen.

Noch nicht präsentiert, aber gut gelöst

Da ist kaum Trost in diesen Tagen. Als ob jeder mit sich selber beschäftigt wäre. Und oben drein eine Menge von Erlebnissen der unmöglichen Art, bei denen man sich fragt, warum man sich das überhaupt antut. Es kann tatsächlich nur besser werden. Schade: Eigentlich wollte ich heute eine zweite Vektordatei mit 21 Baumformen bei fotolia hoch laden, musste dann aber feststellen, dass die max. Dateigröße 1MB nicht übersteigen darf. Meine Datei hatte aber über 4 MB. Weiß jetzt noch nicht, wie ich das Problem lösen soll. Das Vorhaben selbst will ich nicht aufgeben, da die Ergebnisse sehr überzeugend ausgefallen sind und sich sicherlich Verwender dafür finden werden.

Vektorisierungsversuche mit Bäumen

Derzeit versuche ich mich im Vektorisieren von Pixelgrafiken. Mit Illustrator ist das einfacher als früher mit Corel, aber dennoch recht gewöhnungsbedürftig, will man wirklich brauchbare und später auch leicht umformatierbare Ergebnisse erzielen. Eine Serie von 21 Baumformen wird den Anfang meiner Experimente bilden. Mit Pfadmanipulationen lassen sich dann, wenn ein Prototyp erstellt ist, leicht Varianten herstellen, die sich aus dem Spielen mit vielfältigen Formatierungseinstellungen ergeben. Der Erfolg vergleichbarer Vektorformen bei fotolia scheint begrenzt zu sein, aber als Übung, die sich auf unterschiedlichste Motive aus eigener Produktion anwenden lässt, scheint mir dieser Versuch doch geeignet. Einmal abgesehen von weiteren Fortentwicklungen und Integrationsmöglichkeiten z. B. innerhalb von Flash-animierten Movieclips.

Der Reiz eines Ortes

Die Kommunikation mit den beiden Zimmergenossen war letztlich doch ganz zufrieden stellend und hat mir gezeigt, dass ich mit fast jedem kann, wenn er nur ein wenig zugänglich ist. Persönliches habe ich dabei bewusst herausgehalten, denn die Erfahrung zeigt, dass das zu nichts führt. Vielmehr geht es um eine Zweckgemeinschaft, deren Sinn aus den Umständen entsteht, und da ist es besser, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen, ganz entspannt. Die Wiederholung des Spaziergangs vom Vortag hat mir den Kopf zwischendurch noch einmal freier gemacht. Dabei sind mir vor allem die Zypressen aufgefallen, die wegen ihrer starken Stämme und schlanken Kronen eher nicht in ihre Umgebung passten. Aber der Reiz eines Ortes kann gerade davon abhängen: von der Unwahrscheinlichkeit seiner Komposition, wenn ich das einmal so nennen darf, und den Eindrücken des Widersprüchlichen, auf die sich die Aufmerksamkeit auf Grund dieser Unwahrscheinlichkeit richtet.

Wald, Parks und bleibende Erinnerungen

Für Parks und Waldstücke habe ich ein außerordentlich gutes Gedächtnis. So wusste ich genau, obwohl das nun schon ca. 10 Jahre zurück liegt, dass ich am Rande dieses Campus schon einmal verschiedene Spaziergänge durch einen kleinen Waldstreifen unternommen hatte, neben dem sich hochhausartige Wohnblöcke mit Studentenwohnungen Platz gemacht hatten. Und tatsächlich, ich habe es wiedergefunden und bin den kurzen Rundweg erneut gegangen. Nur die Anhöhe habe ich diesmal nicht erklommen, da heute anders als damals im Sommer Schnee lag und mir das zu gefährlich schien. Wie auch immer, es hat gut getan, dieser kleine Ausflug, und der Druck war in der Messung danach besonders niedrig. Leider hat mir das die ernüchternde Nachricht am späteren Nachmittag nicht erspart. So bin ich auch gezwungen, mich erneut mit einem Gedanken vertraut zu machen, den ich lieber als alles andere wegdrängen möchte.

Spannende Parfumgeheimnisse

Das Buch ,,Die Kunst der Alchimisten” von Mandy Aftel entspricht ganz dem, was ich mir versprochen habe, als ich es auf dem ,,1kg Bücher für 2 EUR”-Wühltisch entdeckt hatte. Dabei geht es, wie der Klappentext bereits verriet, um Ästhetik und Sozialgeschichte des Parfums, von einer praktizierenden Parfumeurin geschrieben. Und in dieser Geschichte spielt eben die Alchimie, quasi als Vorläufer, eine gewisse Rolle. Abgesehen von den historischen Hintergründen finde ich vor allem die Beschreibung der unterschiedlichen Ingredienzen außerordentlich interessant. Auch wie diese gewonnen, aufbereitet und für die Parfumkreation verarbeitet werden. Ätherische Öle spielen da eine wichtige Rolle, aber auch andere Substanzen, die aus pflanzlichen und tierischen Bestandteilen gewonnen werden. Bezüglich Bäumen und Holz werden folgende Arten als häufig verwendet genannt: Zeder, Wacholder, Guajakholz, Zypresse. Und speziell bezüglich der verwendeten Baumrinde: Sandelholz und Zimt. Auch Baumharze, wie das berühmte Weihrauch, oder Benzoe, ein Wundsekret des Baumes Styrax Tonkinense werden für Parfums verwendet. Ich bin gespannt, welche Erkenntnisse die weiteren 100 Seiten des Buches mitbringen. Und noch ein schönes Zitat, in dem ich meine eigenen Beobachtungen zum eigentümlichen Geruch von Holzstäuben wieder finde:

,,Ein erinnerter Geruch überflutet das bewusstsein mit einer Woge aufkeimender Erinnerungen und den mit ihnen verbundenen Gefühlen und durchtränkt die emotionale Aura der Erinnerungen mit einem exquisiten und zugleich vagen Reichtum.”
(Mandy Aftel, ebd.: S. 28)

Tatsächlich, das erstmalige Erleben eines Duftes prägt sich so tief ein, dass man, noch Jahre danach, die Situation deutlich vor Augen hat. Das Buch gibt dafür eine quasi-wissenschaftliche Erklärung:

“Die Riechschleimhaut ist die einzige Stelle im menschlichen Körper, an der das Zentralnervensystem quasi in unmittelbaren Kontakt mit der Umwelt tritt, denn die dort erzeugten Nervenimpulse gehen durch eine eigene Struktur, den Riechkolben, direkt zur Gehirnrinde. Alle anderen Sinnesinformationen durchlaufen zunächst eine zentrale Schaltstelle, den Thalamus. Die Impulse des Geruchssinns erregen zudem das limbische System, einen der ältesten Teile des Gehirns und zugleich Sitz sexueller und emotionaler Impulse. Mit anderen Worten: Noch bevor wir wissen, dass wir es mit einem Geruch zu tun haben, haben wir ihn bereits wahrgenommen und darauf reagiert.”

(Mandy Aftel, ebd.: S. 23f.)

Reizlos

Seltsame Wetterkapriolen sind das. Gestern dieses wunderbar sonnige Winterwetter. Heute eine extrem diesige Atmosphäre, die den Schnee erahnen lässt, der in der Nacht kommen soll. Ein Schlafforscher hat heute in einer Fernsehsendung empfohlen, gerade im Winter möglichst viel Zeit bei Tageslicht im Freien zu verbringen. Damit das Gehirn die Botschaft ,,Es ist Tag” erhält, und das ansonsten dominierende Schlafhormon in Schranken hält. Da ist was dran. Nach dem 4-stündigen Spaziergang gestern fühlte ich mich richtig aufgetankt, und der Schlaf war tief. Der kurze nur etwa 1-stündige Gang heute konnte da nicht mithalten, zumal nur wenig Sonnenlicht durch den Hochnebel drang. Nun hoffe ich, dass das Hochdruckgebiet sich in den nächsten Tagen durchsetzt, das bekommt mir sehr viel besser. Die Vegetation zeigte sich heute von der reizlosesten Seite des ganzen Jahres. Lediglich einige Hagebutten sind an vereinzelten Heckenrosensträuchern noch zu sehen und hübschen das frostig-trostlose Landschaftsbild etwas auf. Erstaunlicherweise sind sie trotz der Fröste noch nicht matschig, vielmehr immer noch sehr fest. Wenn die ebenfalls abgefallen sind, ist der Winter auf seinem Höhepunkt angekommen. Und kann für meinen Geschmack auch gleich einem frühen Frühling weichen. Damit mehr Licht und Wärme die Lebensgeister wieder erweckt.

Lebenskreise

Der lange Spaziergang am Nachmittag auf meinem geliebten Maria-Croon-Weg tat sehr gut. Die Ruhe und die kalte Luft bei sonniger Atmosphäre hat mir Energie gegeben. Ganz nebenbei sind mir ein paar ganz gute Fotografien gelungen. Erstaunlich, denn die Landschaft lädt zwar zur Meditation ein, bietet aber sonst nicht allzu viel Reizvolles. Die Reste von Eiszapfen, vor allem in der Nähe von Brunnen, gehörten zu diesen seltenen Reizen. Und ein Stapel Nutzholzstämme, den ich fast am Ende des Weges vorgefunden habe. ,,Lebensringe” habe ich als Titel der Serie dieser Baumscheibenbilder gewählt. Dies hier erscheint mir gegenwärtig am stärksten:

Lebenskreise

Die Judenbuche

Es ist recht schwer, den baumsymbolischen Gedanken aus der Novelle ,,Die Judenbuche” herauszuarbeiten, die Annette von Droste-Hülshoff im Jahre 1842 veröffentlicht hat. In einer abgelegenen ländlichen Gegend Westfalens ermordet Mitte des 18. Jahrunderts Friedrich Mergel im Streit den Juden Aaron und flieht. Dies geschah unter einer alten ausladenden Buche, in deren Stamm dessen Glaubensgenossen die Inschrift anbringen: >>Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast.<< Ebenso geschieht es: 28 Jahre nach seiner Flucht erhängt sich Mergel an eben dieser seitdem so genannten Judenbuche. Derselbe Baum war stiller Zeuge einer Bluttat. Viele Jahre später ist er Schauplatz des Schuldbekenntnisses, ohne dass dem Schuldigen noch der Prozess gemacht werden konnte. Ich denke, die Art spielt in dieser Symbolik keine Rolle. Jedenfalls kann ich die Buche nicht mit Begriffen wie Schuld, Sühne, Rache, Wahrheit in Verbindung bringen. Es geht wohl mehr um den Baum, der lange Zeiträume unverrückbar überlebt und das Treiben der Menschen gewissermaßen beobachtet. Dem Täter bietet er die Möglichkeit, sich zu bekennen und gleichzeitig den noch Lebenden eine klare Gewissheit zu hinterlassen. Der Baum also als Mit-Lebewesen, das sich menschlichen Schwächen gegenüber neutral verhält, sich gleichzeitig als Schauplatz von Schuld und Sühne zur Verfügung hält. Bei mir hinterlässt das ein merkwürdiges Gefühl, da ich den Baum in der Regel mit bereichernden, Energie vermittelnden Kräften in Verbindung bringe. Aber natürlich: Es gab in früheren Jahrhunderten auch Gerichtsbäume und Bäume, an denen Feinde und Verbrecher aufgehängt wurden. Vielleicht ein Thema, das so brisant ist, dass es sich gut im Rahmen des großen Themas ,,Lebensbäume”, eng geführt am Beispiel der Todesassoziationen, aufbereiten ließe. Ich hoffe, dieses Jahr endlich dazu zu kommen, meine Arbeit am Lebensbaumbegriff weiter zu führen.

Sich gegenseitig ernst nehmen

An diesem ersten Tag des neuen Jahres habe ich es endlich geschafft, die Messe zu besuchen. Nachdem die Christmette und die Weihnachtsmessen nicht geklappt haben, tat das gut, zumal sich nicht viele Besucher eingefunden hatten, was ich persönlich angenehmer finde, wenn man in einen Zwiesprache mit Gott kommen möchte. Wirklich gerührt war ich von der liebevollen Art, in der die Kirche für die Festtage geschmückt war. Neben den beiden großen beleuchteten Weihnachtsbäumen links und rechts des Altars waren weiter vorne ebenfalls zu beiden Seiten kleine erhöht stehende ,,Tischbäumchen” platziert, die wunderschön kugel-spitz gewachsen waren und mit Glocken behängt waren. Auch die Krippe war wie jedes Jahr sehr schön arrangiert. Wir können sehr froh sein, dass Pastor M. noch so enorm rüstig ist und trotz seines Pensioniertenstatus eigentlich pausenlos für die Gemeinde, vor allem in den Gottesdiensten, im Einsatz ist. Bleibt ihm eine gute Gesundheit auch in 2009 zu wünschen und vielleicht eine Rückkehr der aus Sicht der Kirche besseren Zeiten. Tatsächlich ist zwischenzeitlich, das dürfte so 1 Jahr her sein, so etwas wie ein neues Gemeinschaftsbewusstsein im kirchlichen Rahmen entstanden. Irgendwie scheint das jetzt wieder verflogen. Unsichere und kaum verortbare Zeiten sind das. Vor allem mehr Übersichtlichkeit und ein gegenseitiges Sich-Ernst-Nehmen wünsche und erwarte ich vor allem in 2009.

Jahresabschluss mit weihnachtlicher Symbolik

Es war mir wichtig, noch im alten Jahr meine diesjährige Weihnachtsfotografieserie abzuschließen und zu ordnen. Am Abend ist mir eine Reihe sehr schöner Aufnahmen gelungen, die ich mit der Nachtfotografier-Einstellung der Kamera umgesetzt habe: Eine weihnachtliche Kirchenszene, die wesentlich vom Leuchten von Innen nach Außen lebt. Ein Teelicht macht’s möglich. So hatte wenigstens auf diesem symbolischen Wege Teil am Jahresabschluss, den M. diesmal alleine besucht hat. Ich denke daran, die Messe an Neujahr zu besuchen. Noch unschlüssig bin ich mir, ob ich die Szene, wie hier dargestellt, vor Weiß freigestellt oder vor einem nächtlich anmutenden dunklen Hintergrund platzieren soll. Es kommt eben immer darauf an, wie das Material weiterverwendet wird.

Weihnachtliche Kirchenszene

Da ist wirklich alles Wesentliche enthalten: Licht, Kreuz, Sterne, Weihnachtsbäume, Schnee, das zwar nicht sichtbare, aber ableitbare Zusammensein von Gläubigen. Eine sehr dichte visuelle Darstellung des weihnachtlichen Geistes, wie ich finde.

Zur symbolischen Tiefe einfacher Formen

Ich nutze die Zeit ,,zwischen den Tagen” gerne, um meine neu hinzugekommenen Weihnachtsbaum-Objekte zu fotografieren. Es ist eine gute Möglichkeit, die neuen Errungenschaften im Detail kennenzulernen und Ideen für ihre Verwendung zu entwickeln. Zwei der heute abgelichteten Objekte habe ich bereits freigestellt. Es ist ein stilisierter Weihnachtsbaum aus Filz, der – sehr originell – mit Nähten und Knöpfen versehen ist, die wohl stellvertretend für den Christbaumschmuck stehen sollen. Der Baum besteht aus zwei ausgeschnittenen Filzflächen, die über jeweils einen senkrechten Einschnitt verfügen, so kann man sie im Winkel von 90° ineinander stecken und erhält ein rundplastisches Baumgerüst. Diesen Baum habe ich vor einigen Wochen für wenige Cent im Baumarkt unter den Weihnachtsdeko-Artikeln gefunden.

Filz-Knopf-Weihnachtsbaum

Das zweite Objekt ist ebenfalls rundplastisch und aus Glas geformt. Eine stark vereinfachte Baumform, die auf einem Sockelartigen Element ruht. Nur die in goldene Farbe getauchten Zweigspitzen zeichnen ihn als Symbolbaum aus und ordnen ihn dem Weihnachtsfest zu. An diesem Beispiel kann man sehr schön sehen, dass dieser sehr weite Symbolraum tatsächlich an nur einem besonderen Merkmal, eben den Goldspitzen, ansetzen kann, ohne andere mit dem Weihnachtsbaum assoziierte Elemente, wie eine Sternspitze, Schmuckelemente u. ä. auch nur anzudeuten. Diese kleine Plastik, die mir Frau M. geschenkt hat, gefällt mir insofern außerordentlich gut, bringt sie doch mit minimalen Mitteln die symbolische Tiefe des Weihnachtsfestes zum Ausdruck.

Gold-Zweig-Weihnachtsbaum

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.