Die Wiederauferstehung des Buchsbaums

Das ist anhaltendes, für die Pflanzen wohltuendes Wachstumswetter. Was nicht nur mich, der ich das schon vor einer Woche bemerkt habe, sondern auch V. und M. in dem Zuge besonders freut, ist die Wiederauferstehung unseres alten Buchsbaum-Buschs. Der war ja schon totgesagt, nachdem ich ihn im Vorjahr komplett zurückschneiden musste. Der Buchsbaumzünsler hatte ihn total abgefressen, da war nichts mehr zu retten. Ich war eigentlich sicher, er kann sich trotzdem wieder erholen, wie ein Jahr zuvor schon einmal. Aber zunächst sah es nicht so aus. Vor zwei Wochen schließlich konnten die ersten ganz winziges Blatttriebe direkt am kahlen Stamm erkennen. Inzwischen sind sie dichter gewachsen. Es gibt also noch Hoffnung. Jetzt werde ich ihn wohl doch regelmäßig und öfter als sonst mit dem biologischen Gegenmittel besprühen, um eine erneute Katastrophe damit zu verhindern.

Aus natürlichen Wachstumserfolgen lernen

Dieses Kopfweh- und Gelenkschmerz-Wetter ist scheinbar gut für die Pflanzen. Alles Grüne um uns herum, im Garten wie in der freien Landschaft, wuchert zurzeit uferlos und ungezügelt weiter. Wahrscheinlich wegen der Feuchtigkeit in Kombination mit relativer Wärme. Für Pflanzen ist das eine Erholungsphase, in der sie neue Energie tanken können. Für uns meist das Gegenteil. Wäre schön, wenn wir diese Vorlieben z. B. der Bäume für uns entdecken und in der eigenen Körperlichkeit umsetzen und nutzen könnten. Aus dem traditionell Unangenehmen etwas Förderliches machen. Das will uns derzeit noch nicht gelingen. Aber ich hoffe auf Fortschritte vielleicht auch auf diesem Gebiet des aufmerksamen Beobachtens der natürlichen Mechanismen und Wachstumsprozesse.

Natürlicher Energievorschub

Durchwachsenes Wetter, wieder feucht warm und für die Menschen eher ungesund erleben wir diesen Juni-Anfang. Ich hoffe, die trockenere Wärme kehrt zurück, und auch die Sonne, die zuletzt so guttat. Denn die Pflanzen konnte ja jetzt einige Tag kräftig Flüssigkeit tanken und Wasserspeicher auffüllen. Jetzt muss die Sonne wieder übernehmen, damit es mit dem üppigen Grünen und Wachsen auch gut weitergeht. Ich freue mich auf den Baumsommer, wenn sich die Bäume in ihrer vitalsten und lebensbejahendsten Form zum Ausdruck bringen. Das kann auch für uns, die wir uns zwischen ihnen bewegen, nur von Vorteil sein und uns von außen Energie zuführen, die anderswo zu schnell verbraucht wird und dann fehlt.

Ein vitales Baumjahr mit üppigem Wachstum

Der Juni ist zwar mit Kopfwehwetter gestartet, aber das hat die Menschen nicht davon abgehalten, sich bei einem Spaziergang den Kopf frei zu machen. Recht viel war deshalb heute auf dem Pfad entlang des Flusses los, den ich gerne aufsuche, auch weil für mich schnell zu erreichen ist. Das ist gut, wenn ich etwa um die Mittagszeit eine Geh-Pause einlegen will, ohne erst irgendwohin fahren zu müssen. Außerdem wachsen entlang dieses Pfades die meisten der Bäume und Sträucher, die für unsere Region typisch sind. Da lässt sich dann deren jahreszeitliche Entwicklung wunderbar mitverfolgen und gelegentlich auch z. B. fotografisch dokumentieren. Heute hat sich die Baumlandschaft üppig grünend präsentiert, das ist mir schon vor Wochen im Vergleich zu den Vorjahren aufgefallen. Natürlich hat das auch damit zu tun, dass die Gemeindearbeiter nur alle paar Jahre zum Rückschnitt antreten und dann aber alles sehr radikal und ziemlich lieblos niedermähen oder in einer Linie einfach abfräsen. Davon können sich die Gehölze dann so schnell nicht erholen. Die letzte Aktion dieser Art liegt aber schon 2 Jahre zurück, und inzwischen ist das meiste üppig nachgewachsen. Besonders deutlich kann ich das an den Pfaffenhütchen sehen. Die Früchte sind jetzt schon, noch ganz klein und grün, sehr zahlreich an den Sträuchern zu sehen. In einer Dichte und Menge, die ungewöhnlich ist. Das wird ein tolles, farbenfrohes und üppiges Bild ergeben, wenn sie ausgewachsen und ausgefärbt sind, mit ihren tollen Pfaffenhütchen-Formen und dem irren Kontrast von Orange und Pink. Zurzeit ist noch nicht viel mit Farben, obwohl natürlich das meiste schon blüht, geblüht hat oder schon Früchte trägt. Aber die aktuellen Blüten sind eher unauffällig, meist weiß, oder es zeigen sich schon die unausgereiften Früchte. In den kommenden Wochen wird es wohl auch ästhetisch wieder spannender werden in unserer nahen Baumlandschaft.

Sommerwachstumswetterphase

Der Mai geht jetzt mit richtigem Wachstumswetter seinem Ende entgegen. Und immerhin bin ich noch zwischendurch dazu gekommen, mich ein wenig um die Pflanzen zu kümmern, zu gießen, die noch fehlenden Sommerblumen zu besorgen, meine Chilipflanzen zu sortieren. Das ist dann immer eine Erholung und fast schon lebenswichtig bei so vielen und zeitraubenden technischen Aufgaben. Beim Blick durchs Fenster sehe ich schon die nächsten Gartenarbeitsprojekte, die die kommenden Sommermonate in den Zeiten, in denen ich es erübrigen kann, sicher vollständig ausfüllen werden. Unter anderem muss der Efeu wieder zurückgeschnitten werden, der bei diesem sonnenreichen und zwischendurch nassen Sommer-Wachstumswetter natürlich enorm gewuchert ist.

Positive Überraschungen

So ein schöner Sonnentag. Jetzt wird der Mai doch noch als Sonnenmonat enden, mit einem recht ordentlichen Ergebnis in Bezug auf die Sonnenstunden. Es gab schon noch sonnenreichere Maimonate, aber dennoch gehört dieser zu den schönsten bisher. Ich hoffe, die Pflanzen werden davon profitieren und jetzt einen richtigen Schub machen. Ich freue mich, dass es mit dem Baumobst bis jetzt ganz gut aussieht und wir uns auf reiche Fruchternte freuen dürfen. Und ich freue mich für V., dass die zwei quasi zugeflogenen Bienenvölker sich bislang sehr vital zeigen und sogar schon einigen Honig eingebracht haben. Das klingt schon jetzt erfreulicher als in den letzten Jahren. So kann es kommen, manchmal gibts eben doch noch auch positive Überraschungen.

Verlust von Gewissheit

Auch heute ein sparsamer Eintrag. Aber die Bäume bleiben mir immer im Gedächtnis und sind immer auch Gegenstand unserer Gespräche. Vielleicht ist das in diesen Zeiten noch wichtiger als jemals zuvor, weil fast alle Gewissheiten und Sicherheiten verloren gegangen zu sein scheinen. Symbole der Beständigkeit und unbeugsamen Individualität sind da von großer Bedeutung und Hilfe.

Den Kopf freimachen

Ein langer anstrengender Arbeitstag. Der Feiertag morgen ist da ein echter Lichtblick – an dem ich hoffentlich wieder den Kontakt zur Baumlandschaft aufnehmen kann, sofern das Wetter es zulässt. Damit der Kopf wieder freier werden kann.

Eindrucksvolles Vorleben der Bäume

Die Arbeitstage scheinen aktuell nach dem gleichen Muster abzulaufen. Aber auch eine interessante Erfahrung – wohin einen die Routine bringen kann. Durchaus manchmal mit Fortschrittsgedanken und Zufriedenheit verbunden, oft aber auch ermüdend und Geduld einfordernd. Da ist noch einiges an Spielraum feststellbar. Und Geduld ist eine meiner herausragendsten Eigenschaften, die gerade sehr auf die Probe gestellt werden. Ich hoffe, vor allem auf dem Gebiet und in Bezug auf diese grundlegende Disposition von der Beobachtung und thematischen Beschäftigung mit den Bäumen zu profitieren, die uns das ganz eindrucksvoll vorleben.

Was in diesen Tagen wichtiger denn je scheint

Ich freue mich auf Bewegung und Fortschritt bei meiner Arbeit. Aber zwischendurch auf jeden Eindruck von außen, der mit die Gegenwarte des Natürlichen offenbart. Diese Eindrücke sind in diesen Tagen für mich am wichtigsten, weil sie den Kopf auch wieder frei machen und auf anderes, Grundlegenderes lenken können. Die Beschäftigung mit der Symbolik, Ästhetik und Biologie der Bäume ist immer noch ein guter Weg, dies eindrücklich zu erreichen.

Erholungssonntag

Ganz gut, dass dieser Sonntag nicht ganz so hell und sonnenreich ausfiel. Das war wie eine Erholungspause, zumal der Tagesablauf ziemlich vorhersehbar doch wieder ziemlich mit Aufgaben angefüllt war. Aber ich habe versucht, es in Grenzen zu halten, vor allem den Modus des Arbeitens betreffend. So bin ich vorangekommen, ohne den Sonderstatus des Sonntags ganz zu vernachlässigen. So können wir uns auf die neue Woche freuen und darauf hoffen, dass sie mit neuem Schwung starten kann. Vielleicht machbar, da am Donnerstag der Feiertag folgt, für viele ein Anlass, den Brückentag zu nutzen. Auch für die Pflanzen war das heute eine Erholungsphase, die nur nicht zu lange anhalten sollte, damit die Sommerblumen nicht ertrinken und die Wärme und Trockenheit liebenden Pflanzen keinen Schaden nehmen. Immerhin konnten die Bäume ein wenig Wasserreserven aufnehmen.

Erholsame Pflanzarbeit

Was für ein anstrengender Tag, wieder mit viel Technik. Das Umtopfen der jüngeren Chilipflanzen am Vormittag war da eine willkommene Abwechslung und wirklich erholsam. Ich hoffe, sie werden sich gut weiterentwickeln und in jetzt vereinzelter Form besser vorankommen. Das war zuletzt stagniert, während andere Chilisorten schneller gewachsen sind. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Ich freue mich auf einen hoffentlich entspannteren Sonntag, vielleicht mit einer Erkundung der nahen Baumlandschaft.

Gesundes Gleichgewicht

Das war nochmal sonnenreicher und heller als erwartet. Nur die Temperatur ließ einen erschauern, was so gar nicht in die Jahreszeit passt. Sind das die Eisheiligen? Die sollten doch glaube ich vorbei sein. Na ja, ich hoffe, der Maulbeerbaum und die anderen Fruchtbäume werden davon keinen Schaden nehmen und im Sommer den erwarteten guten Obstertrag bringen. Wäre sonst ein Jammer. Ich freue mich auf das Wochenende und die Gelegenheit, noch etwas Garten- und Pflanzarbeit nachzuholen. Aber nicht allzu viel, weil mich die Technikaufgaben immer noch sehr in Beschlag nehmen. Wie immer versuche ich ein gesundes Gleichgewicht.

Wenn es zu einseitig wird

Ein bisschen stolz bin ich über die technologischen Höhenflüge und Herausforderungen dieser letzten Wochen schon. Dass ich mich in solche Dimensionen des technisch Anspruchsvollen aufschwingen würde, hätte ich dann doch nicht gedacht. Aber bei aller Mühe, die das mit sich bringt, ist es auch mit Erfolgserlebnissen verbunden, vor allem, wenn man eine längerfristig nützliche Lösung erarbeiten konnte. Das macht dann viel Sinn und entlohnt für den enormen Aufwand. Aber ich habe es an dieser Stelle schon öfter betont: Die völlige Konzentration, vor allem die durchgehende und pausenlose Konzentration auf dieses technische Denken und Tun ist auf Dauer natürlich schädlich. Ich versuche das schon in Grenzen zu halten und dann auch wieder Phasen einzuschieben, die den Grundlagenthemen, den Naturthemen, bevorzugt rund um die Lebenssymbolik der Bäume einen breiteren Raum geben. Das sind Themen und Inhalte, die uns gut tun und die tief liegende, immer schon vorhandene Energie freisetzen und nutzbar machen können. Mehr noch und nachhaltiger als das jede Technik vermag. Das will ich nicht vergessen und möglichst konsequent diesen Wechsel versuchen, wenn es zu einseitig zu werden droht.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.