Hartnäckigkeit kann lohnen

Mein Foto mit den Würfeln wurde bei fotolia angenommen. Auch eines von jenen, die beim ersten Einreichen abgelehnt wurden. Was mal wieder zeigt, wie unterschiedlich die Auffassungen sein können. Ziemlich sicher war ich mir mit der Makroaufnahme der Platte aus Recycling-Kunststoff, weil ich das für eine sehr schöne Verbildlichung des Recyclinggedankens halte. Aber angeblich passt das nicht mit den Kundenwünschen überein. Ich bin mir im Gegenteil sicher, dass das Resonanz finden würde, und werde es deshalb noch mal einreichen. Hier kann sich Hartnäckigkeit eben doch auszeichnen. Heute Abend bin ich ziemlich geschafft, da die Stäbe für den jüngsten Auftrag doch einige Mühe gemacht haben. Auch waren mir verschiedenen Stäbe für Hauptperlen ausgegangen, so dass ich diesen ebenfalls neu herstellen musste. Und dann noch das Bohren der Ulmenkerne. Aber gut, jetzt liegen die Rohlinge wieder bereit, und die Feinarbeit kann in den nächsten Tagen beginnen. Ich möchte es wieder bis zum Wochenende abschließen, dieser Rhythmus hat sich inzwischen bewährt.

Erster Sommerregen

Dieser Pfingstmontag hat den ersten richtigen Sommerregen beschert. Ein Schauer, der ziemlich kräftig ausfiel, kurz nachdem es sich M. auf der Liege im Garten bequem gemacht hatte. Da half dann auch der zuvor aufgespannte Sonnenschirm nicht mehr. Aber es war ein angenehmer Regen, der die Temperatur nur unmerklich abgekühlt hat und inzwischen schon wieder verschwunden ist. Ich hoffe, die Robinienblüte hat nicht zu viel gelitten, und die Bienen werden diese Woche noch genügend Arbeit vorfinden. Die Lektüre des Buches ,,Der Baron auf den Bäumen” von Italo Calvino, die ich vor ca. 2 Jahren unterbrochen hatte, hat mir am Nachmittag viel Freude gemacht. Vielleicht ist das ja der Beginn eines wunderbaren Lese-Sommers. Für M. jedenfalls habe ich mit 2 richtigen Sommer-Schmökern schon Nachschub bei amazon besorgt. Mal sehen, ob wir eine Neuauflage des Rekordsommers von 2003(?) erfahren. Die Dauerhitze hat damals ganz ungewohnte Eindrücke vermittelt und wurde von uns allen als irgendwie anregend empfunden. Und solches könnte in diesen trüben Zeiten wirklich nicht schaden.

Pfingstgeist

Ein wunderbares Pfingstwetter, das die Menschen in die Gärten treibt und zum Feiern im Familienkreis oder unter Freunden animiert. Dennoch war mir danach heute nicht wirklich zumute. Ich habe stattdessen die Ruhe vorgezogen und mich erst am späten Nachmittag zu einem Spaziergang aufgemacht, als die Sonne tief stand und dieses einmalige Sommerlicht des späten Tages verbreitete. Die Vegetation ist dankbar für dieses Klima, das viel Sonne mit nicht zu heißen Temperaturen und Abkühlung über Nacht kombiniert. Alles ist üppig und grün. Die Blüten treten aber derzeit bei den Bäumen weniger in den Vordergrund. Unterdessen erscheinen aber schon die ersten Früchte. So beim Weißdorn beobachtet, dessen Beeren jetzt schon einen Farbübergang von Grün auf Rot vollziehen, obwohl sie noch gar nicht richtig ausgewachsen sind. Schön, dieses Komplementärkontrast an den Sträuchern, auch wenn man nah herangehen muss, um solche Eindrücke zu gewinnen. Ich wünsche mir eine Ausweitung dieser entspannten Zeit, es täte uns gut, besonders gleichzeitig das Nicht-Natur-Leben im Fluss bleibt. Den Pfingstgeist im Sinne einer Zeit des Sich-Versammelns und Austauschens, den konnte ich bei diesem kurzen Gang durch die dorfnahe Landschaft heute jedenfalls sehr deutlich wahrnehmen. Möge er sich verbreiten und unser Leben im Sommer bereichern.

Pfingstruhen

Ein angenehm temperierter Tag, der für die handwerkliche Arbeit wie geschaffen war. Ich bin sehr froh, dass ich bis zum Abend die drei Armbänder aus Esche, Kiefer und Ulme fertig stellen konnte. So sind die Pfingstfeiertage frei, vielleicht für ein paar Spaziergänge, etwas Fotografieren oder der Lektüre eines meiner zahlreichen Baumbücher. Vielleicht aber auch einfach nur zum Ausspannen in Ruhe und Kontemplation. J. und W. sind am Abend nach einer Stippvisite wieder zurück nach G., sind sicher auch froh, dass die Geschäftsroutine einmal durch ein verlängertes Feiertagswochenende unterbrochen wird. Und an der geringen Zahl an Webresponse sehe ich, dass auch da draußen in der Republik die Menschen in dieser Zeit eher auf sich selber bezogen bleiben und das Kommunikationsbedürfnis sich in engeren Grenzen bewegt. Das ist gut so. Schön, wenn sich solche Einstellung auch mit einem Sinn für die Bedeutung des Feiertags verbindet. In den zahlreichen Festen und organisierten Ausflügen über Pfingsten mag das einen wenigstens ins Profane transformierten Ausdruck finden.

Krisenzeiten und der Blick aufs Ganze

An Nachmittag macht die Arbeit im Freien zurzeit wirklich Freude. Weil dann die Sonne dort angekommen ist und eine wohlige Wärme verbreitet, bis in die Abendstunden hinein. Und man merkt es natürlich, dass wir uns auf die Sommer-Tag-und-Nacht-Gleiche zubewegen, so lang wirken die Tage jetzt. Für die Pflanzen eine Hochzeit ihres Wachstums und Gedeihens. Und wenn es einige Tage am Stück mal konstant bleibt auch ein Erholklima für Menschen. Dennoch ist solch klimatisches Wohlempfinden immer überschattet durch diese ökonomische Unsicherheit, diese politische Orientierungslosigkeit, diese kulturelle Dekadenz, diese spirituelle Rückschrittzeit. Das alles belastet das Gemüt vieler und beeinflusst ihre Kommunikationen. Zu viel Energie wird auf die Verarbeitung all dieser Unstimmigkeit verschwendet. Und doch sind keine Fortschritte wahrnehmbar. Wir sollten den Horizont zwischendurch immer wieder weiter spannen. Das hilft, Scheuklappen zu vermeiden und den Blick fürs Ganze völlig zu verlieren. Querdenken und wenn nötig auch handeln kann in dieser Situation befreiend sein. Mögen die Pfingsttage diese Inspiration in der Breite aufflammen lassen.

Wenn Honig fließt

V. ist in Hochstimmung, da seine Bienen endlich fliegen. Die Robinien sind das derzeitige Objekt der Begierde. Vor einigen Tagen war ich mir da noch nicht sicher, da auf meinem üblichen Spazierweg keine Robinien wachsen. Aber nun habe ich an anderer Stelle doch gesehen, dass sie in voller Blüte stehen. Und ältere Exemplare tragen geradezu ein Blütenmeer. Das Ergebnis ist ein sehr dünnflüssiger Honig, der natürlich später im Jahr ebenfalls auskristallisiert und dann wie jetzt einen angenehmes Aroma entfaltet. Sollte das der Durchbruch sein? Es hängt natürlich von der Witterung ab. Für den Fall, dass die Hochzeit der Blüte bei Esskastanie und Brombeere ebenfalls auf eine Mischung aus Hochsommerwetter und gewittrigen mittelwarmen Tagen trifft, sollte dem nichts mehr im Wege stehen.

Erfolgreiche Handwerksarbeit

Ganz gut, dass ich am Nachmittag noch die Stäbe für die nächsten drei Armbänder vorbereiten konnte. Das lässt mich entspannter ins Wochenende blicken. Allerdings waren die Hölzer allesamt schwierig: Esche – spröde, grobporig, Kiefer – unregelmäßig gedreht, mit unterschiedlichem Verhalten von Früh- und Spätholz, Ulme – muss ich wie den Ölbaum aus dem Block herausbohren, bevor ich es abdrehe, da sonst die charakteristische Struktur nicht sichtbar würde. Und bei allen drei dasselbe Problem: Der Querschnitt ist nur mit großer Mühe und Vorsicht einigermaßen rund hinzukriegen. Ohne eine Annäherung an diese Form aber lassen sich die Stäbe nicht vernünftig weiterverarbeiten. Deshalb ist dieser erste Arbeitsschritt so wichtig und muss sorgfältigst ausgeführt werden. Das ist in dem Fall gut gelungen. Ich hoffe, das Schneiden und Bohren sowie die Feinarbeit wird ebenfalls leicht von der Hand gehen.

Empathie für Bäume

Nach dem Super-Sommer nun der Von-Morgens-bis-Abends-Regen-Tag. Gut fürs Wachstum in jedem Fall, und erholsam, nach so viel Hitze. Aber eben auch wieder so eine Schwankung, von denen ich einfach genug in diesem Jahr erlebt habe. Soll es doch endlich wieder einmal konstant werden. Nun, der Rest der Woche ist wieder einmal verplant. Layoutarbeiten und jede Menge handwerkliche Arbeit an schwierigen Hölzern. Wenn es am Wochenende dann wieder so schon angenehm ist, freue ich mich wirklich auf die Fertigstellung. Drei Bänder, das geht noch. Bei mehr wird’s aber doch ziemlich stressig. Schön in jedem Fall, dass der Mai wie ich schon öfter beobachten konnte, die Zuwendung der Menschen zur Natur intensiviert. Ich sehe das an den hohen Zugriffszahlen meiner Wunschbaum- und Baumtagebuchpräsenzen, aber eben auch an einem Zunehmen von Reaktionen, Wünschen, Bestellungen. Der Biorhythmus der Menschen ist derzeit recht empfänglich für die Energien der Bäume.

Licht tanken

Gestern die Einstimmung, heute der Versuch einer Gewöhnung an diese Temperaturen. Was recht schwer fällt. Jetzt benötige ich abends von Tag zu Tag länger, die Blumen rund ums Haus mit Wasser für den nächsten Tag zu versorgen. Und die Gartenbäume bekommen auch 1-2 Kannen. Damit sie kräftig wachsen und in dieser Lichtphase viele Blätter ausbilden. V. hat doch heute tatsächlich den Ginkgo zeitweilig verbogen, um den Schatten für seine Solar-Wachsschmelzanlage zu verkleinern. Ich konnte es nicht fassen. Gut jedenfalls, dass ich nicht dabei war, sonst hätte ich mich möglicherweise noch aufgeregt, angesichts solch abstruser Schwerpunktsetzungen.

Einstimmung auf den Sommer

Das war doch etwas heftig für Ende Mai. Und zumindest bis morgen soll dieses Hochsommerwetter ja noch andauern. Nach dem arbeitsintensiven Tag gestern hätte ich ein milderes Klima bevorzugt. Aber so versuchen wir wenigstens, uns derart auf den Sommer einzustimmen. Freuen werden sich in jedem Fall die Bienen, die, wie V. sagt, eifrig unterwegs sind, wohin auch immer. Denn die Robinien sind noch nicht ganz so weit. Und sonst blüht derzeit nichts Nektarträchtiges. Aber sie werden ihre Quellen haben, und hoffentlich das bisher dürftige Ergebnis aufbessern. Die nächste Woche ist arbeitsmäßig bereits weitgehend verplant. Dennoch wären ein paar Überraschungen gut. Das hilft, gewohnte Wege auch einmal zu verlassen, um neue Erfahrungen zu machen und das kreative Spektrum zu erweitern.

Arbeitsreicher Holztag

Ein sehr arbeitsreicher Tag im Dienste vierer Baumarten bzw. -hölzer: Ölbaum und Walnussbaum auf der einen Seite, kombiniert zu einem Partner-Armband-Set. Apfelbaum und Haselnuss auf der anderen Seite, zwei einzelne Lebensbaum-Armbänder, die später von Geschwistern getragen werden. Jetzt fehlt nur noch das Kantenglätten bei den Haselnuss-Perlen, und die beiden Projekte sind auch wieder abgeschlossen. Die nächste Bestellung liegt zwischenzeitlich auch schon vor. Also, der Faden wird auch in der kommenden Woche nicht abreißen. Ich wünsche mir sehr das angekündigte Sommerwetter mit Temperaturen bis zu sagenhaften 30°. Damit wäre der Sommer endgültig angekommen. Nur halten muss er dann. Bitte möglichst konstant und anhaltend angenehm warm!

Ob es wohl ein Feigenjahr wird?

Der Feigenbaum im Garten geht tatsächlich nur langsam voran. Da hat V. Recht. Aber ich denke nicht, dass es an dem kräftigen Rückschnitt liegt. Der war notwendig, sonst hätte er sich noch stärker in die Vertikale entwickelt und wäre noch instabiler geworden. Es ist demgegenüber wichtig, dass er einen starken Grundstamm ausbildet und die Äste sich stärker nach innen verzweigen. Wahrscheinlich benötigt die Art einfach in unseren Breiten eine längere Anlaufzeit, bis die Blätter sich richtig ausgebildet haben. Und erst wenn er über die Blätter seine Energievorräte ansammeln kann, haben die Feigenfrüchte eine Chance. So ist es immer die Frage: Bietet der Sommer lang anhaltende Wärme, oder ist er mit häufigen kühlen und regnerischen Abschnitten durchsetzt, wie z. B. im letzten Jahr. Die Dauerwärme ist jedenfalls Voraussetzung für das vorzeitig Reifen der Früchte. Hoffen wir, dass es in diesem Jahr wieder klappt.

Stechpalmen im Sommer

Ein gewittriger, aber insgesamt recht trockener Himmelfahrtstag, der für uns alle ein Ruhetag war. Vom Feiern habe ich jedenfalls nichts mitgekriegt. Bei vielen ist dieser Tag ja vor allem in dieser Hinsicht ein Feiertag. Aber ich weiß nicht, ob den Menschen in diesen Zeiten so danach zumute ist. Auch in der Hinsicht hat sich vieles geändert. Am Nachmittag ist uns bei einem Rundgang durch den Garten aufgefallen, dass die beiden noch jungen Stechpalmen, die in einer Ecke ihren Platz gefunden haben, zahlreiche Blätter verlieren. Sie waren ganz gelblich geworden und teilweise schon abgefallen. Bei näherem Hinsehen hat sich gezeigt, dass sie von einer (vermutlich) Laus befallen sind, die ihre Eier an der Unterseite der Blätter ablegt und sie zerstört. Deshalb haben wir alle befallenen Blätter entfernt und die unteren Äste ausgelichtet. Jetzt wirken die beiden Bäumchen zwar stark gerupft. Aber wir hoffen, sie erholen sich wieder und werden sich in den Folgejahren zu kräftigen und gerade gewachsenen Stechpalmen entwickeln. Anders als V. mag ich diese Bäume sehr. Sie haben etwas sehr Dominantes und Repräsentatives. Am deutlichsten wird das natürlich im Winter, wenn neben den dunkelgrün glänzenden Blättern auch die knallroten Früchte zu sehen sind, die einen wunderbaren Komplementärkontrast erzeugen. Kein Wunder, dass der Baum und seine Bestandteile so gerne als Symbole der Weihnachtszeit genutzt werden.

Sommerdurchbruch

Der Frühsommer hat heute ziemlich heftig zugeschlagen. So stark, dass ich noch nicht einmal das Bedürfnis hatte, über Mittag zu einem Spaziergang aufzubrechen. Wenn ich aus dem Fenster sehe, quillt mir das Grün der Weinreben und des Efeus entgegen. Und das Licht zeugt in seiner besonderen Intensität, gemischt mit gewittriger Atmosphäre von wachstumsförderndem Klima. Nur den Menschen bekommt solches weniger gut. Ich war da nicht allein, auch andere haben über Kopfschmerzen und andere Beschwerden geklagt. Hoffen wir, dass das Ganze eine angenehmere Wendung findet. Oder dass wir uns umgekehrt an die neuen Verhältnisse gewöhnen. Ganz gleich, wichtig ist nur, dass es endlich konstanter wird.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.