Lebenssymbolische Spiegelung und die Wunschbaum-Manufaktur

Ich freue mich, auch an diesem Wochenende eine kunsthandwerkliche Arbeit abschließen zu können. Die aufwändigeren Arbeitsschritte für die beiden jüngsten Armbänder, ein Lebensbaum-Armband und ein Wunschbaum-Armband, konnte ich heute schon realisieren, bei sehr angenehm warmem und sonnigem Wetter, was der Arbeit an der Maschine im Außenbereich entgegenkommt. So wie die Holzarbeit generell einfach schöner ist, wenn wir um uns herum Frühling oder Sommer erleben. Da macht sich eben die Nähe des Materials, seine Herkunft von den Bäumen her bemerkbar, die eben auch vom Licht leben und in eben diesen Jahreszeiten ihre Vitalität nach außen tragen. Es ist schön, wenn sich diese Dispositionen so stimmig in der Arbeit an den lebenssymbolischen Formen widerspiegeln.

Baumblüten bestimmen

Mit dem großen Leinwanddruck mit Nahaufnahme eines Schlehdornblütenzweigs habe ich heute eine weitere Bekannte bezüglich ihrer botanischen Kenntnisse herausgefordert. Auch diese hat als Erstes auf die Kirschblüte getippt und die richtige Art auch nach längerem Nachdenken und Hinweisen nicht herausgefunden. Immerhin war einer der weiteren Tipps die Weißdornblüte – fast richtig, nur eben quasi das Gegenteil. Allerdings ist die Assoziation einer Kirschblüte nicht von der Hand zu weisen. Im direkten Vergleich gibt’s tatsächlich eine starke Ähnlichkeit, eine wesentliche Unterscheidung liegt wohl v. a. in den innen liegenden Staubblättern, die bei der Kirschblüte zahlreicher und dichter zusammenstehen. Auch scheinen die Staubbeutel bei den Kirschbäumen kleiner zu sein. Aber es hat auch damit zu tun, dass viele auf die Sträucher nicht so genau achten, selbst wenn es sich um hierzulande sehr häufige und überall anzutreffende Arten handelt. So hat meine häufige Begegnung mit den heimischen Arten und meine Baumfotografie manchmal auch ein bisschen pädagogische Nachwirkung.

Bald kann die Gartensaison starten

Jetzt ist der April schon zur Hälfte vorüber, und der Frühling ist zurückgekehrt, mit wieder vielen Sonnenstunden und einer Chance, dass die Baumlandschaft einen neuen Anlauf nimmt. Ich schätze, wenn es so bleibt, werden wir die Rund-ums-Haus-Säuberungsaktion angehen können, die eigentlich nur bei schönem Wetter funktionieren kann. Denn dabei kommt viel Wasser zum Einsatz. Auch wenn das immer anstrengend ist, freue ich mich darauf, weil es den Start in die Gartensaison markiert und wir bald darauf auch die Sitzgarnitur hinterm Haus auspacken. Dann können wir bei Gelegenheit Teile des Tages auch im Freien verbringen und die Entwicklung des Gartens, all das Grünen und Blühen, später auch das Reifen der Früchte beobachten und zur Ruhe kommen.

Vor der richtig schönen Phase des Baumfrühlings

M. wollte unterwegs unbedingt ein paar blühende Zweige irgendwo am Wegesrand schnei-den. Aber wir konnten diesmal nirgends anhalten und hatten auch nicht die Zeit übrig für solche Exkursionen. Auch ist gerade nicht die ideale Zeit zum Schneiden von blühenden Zwei-gen, weil die ersten Blüten z. B. des Schlehdorns schon überall abgeblüht sind und neue erst in der Entwicklung. Natürlich sieht man an manchen Stellen schon Kirschblüten und auch sicher vereinzelte Nachzügler eigentlich schon abgeblühter Arten, die sich in einer schattigen Ecke länger gehalten haben. Aber gerade im April gibt’s eben solche Lücken, in denen die Baumlandschaft eher grau-grün erscheint und sich nur weniger weiße oder bunte Blütenakzente zeigen. Ich denke, dass mit dem jetzt wieder sonnenreicheren Wetter auch die Baumblüte einen weiteren Anlauf nehmen wird. Und dann wird uns die richtig schöne Phase des Frühlings mit vielen gleichzeitig blühenden Bäumen, Sträuchern und Stauden begegnen.

Erholsame Konstanz und frühlingshaftes Fortschrittswetter

Für einen Dreizehnten war der Tag doch nicht ganz so schlecht. Immerhin konnten M. und ich am Vormittag bestimmte Dinge in Gesundheitsfragen klären, was an sich schon hilfreich sein kann. Und ansonsten konnte ich meine Projektarbeiten sehr ruhig und systematisch weiterführen. Das ist nicht unbedingt die Zeit für kreative Höhenflüge, zumindest nicht im Kernbereich professioneller Kommunikation – die Zeiten dafür kommen aber sicher auch bald wieder. Aber konstante und solide quasi handwerkliche Arbeit ist zwischendurch und als Basis des Geschäfts eben auch wichtig. So freue ich mich immer, wenn diese Arbeitsanteile möglichst geräuschlos und effektiv möglich sind, was zurzeit ganz gut gelingt. Die Natur erholt sich zwischenzeitlich, während dieser niedriger temperierten und wieder stärker verregneten Tag, um gleichzeitig einen neuen Anlauf in Richtung Frühling zu nehmen. Ich sehe beim Blick durchs Fenster v. a. den Efeu in Wachstumslaune, indem er zahlreiche neue Blätter ausbildet, die sich in zartem Hellgrün über den Grund der großblättrigen und ledrig dunkelgrün wirkenden alten Blätter ausbreiten. Und auch meine selbst ausgesäten Chilis machen bei dem durchwachsenden Wetter draußen auf ihrer Wärmematte und der z. T. künstlichen Dauerbeleuchtung gute Fortschritte.

Vom grundlegenden Wert in der Lebenssymbolik der Bäume

Die Sonntage sind für mich immer öfter echte Erholungstage. So auch dieser heute, an dem ich wieder gemerkt habe, dass wenigstens ein Tag in der Woche fast lebenswichtig ist, an dem man zumindest für einige Stunden die Gedanken mal entweder ruhen lassen oder in andere als die während der Arbeitswoche üblichen Bahnen lenken kann. Sich diese Stunden zu erübrigen, ist aber keine Selbstverständlichkeit, es erfordert schon eine Anstrengung während der übrigen Zeit. Ich meine aber, dass sich diese Anstrengung auszahlt. Nicht selten gehen meine Gedanken und kreativen Projektionen in diesen Stunden in Richtung der Bäume und anderer für mich prägender Symbolthemen. Denn die Lebenssymbolik der Bäume wie auch die vielfältige Bedeutung der Bäume im Leben von uns Menschen, hat etwas, das uns erden und auf eine beruhigende Grundlage zurückführen kann, von der ausgehend dann neue Anläufe wieder möglich sind, ohne dass sie zu einer anhaltenden Erschöpfung und Mutlosigkeit führen.

Unsere schönes Schlehdornblütenbild

Jetzt bin ich doch ganz froh, den Leinwanddruck mit meinem Favoriten-Schlehdornbütenbild auch auf das größere Format 120 x 80 cm bestellt zu haben. Er hängt seit einigen Tagen an Stelle der vorherigen 90 x 60 cm Ausführung, die wiederum ich in mein Arbeitszimmer gehängt habe. Der große Ausdruck der wunderschönen Nahaufnahme dieses Zweigs mit den gerade erst geöffneten Blütenständen des Schwarzdorns ist schon ein Hingucker. Vor allem durch den ungewöhnlich dunklen, bräunlichen Hintergrund in dieser Einstellung erscheinen die Einzelblüten ungewöhnlich kontrastreich, in allen Details bis zu den winzigen gelben Pollen. Es macht mir Freude, Besucher die Baumart anhand des Bildes bestimmen zu lassen. Bisher hat noch niemand auf Anhieb die richtige Zuordnung vorgenommen, erst nach gewissen Tipps und Hinweisen. Aber Frau J., die am Nachmittag zu Besuch war, ist doch recht schnell darauf gekommen, nachdem sie zunächst auf die Kirschblüte getippt hatte. Die hat zwar gewisse Ähnlichkeiten, aber genau betrachtet ist der Schlehdorn eben doch unverkennbar.

Baumfotografie und Sonnenlicht sind untrennbar

Es ist gut, dass ich den bisher sonnenreichsten und hellsten Tag für diese fotografischen Rei-hen genutzt habe. Denn jetzt ist es erst einmal wieder vorbei mit echtem Frühling, und auch mit dem Sonnenlicht, das für Nahaufnahmen so filigraner Baumblüten notwendig ist. Mit der Durchsicht und Optimierung dieser Reihen, vor allem von der Spitzahornblüte, werde ich noch einige Zeit investieren müssen. Und danach wird der Frühling hoffentlich wieder Fahrt aufgenommen haben. Den etwas trüberen Samstag werde ich einer neuen kunsthandwerkli-chen Arbeit widmen, und der Sonntag wird vielleicht Gelegenheit zu ein wenig Kontemplation bieten. Das ist auch wichtig, zumal die kommenden Wochen nicht weniger unruhig zu werden versprechen.

Blütenrausch des Spitzahorns

Heute konnte ich die Mittagszeit doch endlich nutzen, um bei dem tollen Fotografierwetter die tollen Blütenstände des Spitzahorns festzuhalten, die gerade ihren Höhepunkt erleben. Dabei sind bei mittlerer Brennweite ganz spannende Einstellungen gelungen, die ich so noch nicht realisieren konnte, v. a. weil darin viele, clusterartig nebeneinanderstehende Blütenstände im Zusammenhang zu sehen sind. Ich muss die Reihe erst noch genauer durchsehen und eine engere Auswahl treffen. Aber diese beiden Blicke in die üppige Blüte des frühlingshaften Spitzahorns könnten dazu gehören:

Zweig mit vielen Blütenständen des Spitzahorns im April II
Zweig mit vielen Blütenständen des Spitzahorns im April III

Zukunftsträchtige Mobilisierung

Dieser schöne Frühlingstag war zwar wohl der bisher sonnenlichtreichste, aber für die Baumfotografie ist leider doch keine Zeit übriggeblieben. Da war einfach zu viel zu organisieren und kommunizieren, mit dem erfreulichen Ergebnis, dass M. am Nachmittag wieder nach Hause kommen konnte. Etwas später als gedacht, aber immerhin mit beruhigenden Erkenntnissen und einer Art Plan für die nähere Zukunft. Aber auch von diesem unerwarteten Ereignis abgesehen sind das recht unruhige Zeiten, wobei die Unruhe eher eine innerliche ist, die man von außen nicht direkt beobachten kann, von der aber eigentlich alle gleichermaßen erfasst oder betroffen sind. Wir müssen gerade alle unsere Lebenserfahrung, energetischen Reserven, tief liegenden Potenziale und viel Mut mobilisieren, um dieser Verhärtung und scheinbaren Unbeweglichkeit und Krisenzementierung etwas Zukunftweisendes entgegenzusetzen. Da sind wir alle gefragt, denn das muss von uns allen ausgehen, nicht von irgendwelchen vermeintlichen Autoritäten.

Neue Ambitionen in Richtung der Spitzahornblüte

Schade, wegen der außerplanmäßigen Außentermine und dem Besuch bei M. bin ich leider bei dem super Wetter heute nicht dazu gekommen, die Spitzahornblüte im strahlenden Licht der Frühlingssonne einzufangen. Es braucht schon dieses irre Licht des Frühlings, um in Kombination mit der richtigen Perspektive und dem richtigen, kontrastreichen Hintergrund eine wirklich gute Nahaufnahme der filigranen Blütenstände zu realisieren. Es sind ohnehin viele Anläufe und Versuche notwendig, damit nach sorgfältigem Ausfiltern und Abwägen sich am Ende wenige Favoriten als wirklich würdig erweisen. Mal sehen, vielleicht bieten die folgenden Tage die notwendige Gelegenheit und die Zeit, das Vorhaben noch umzusetzen.

Lichtblicke der österlichen Botschaft

Der zweite Feiertag war zwar endlich wieder frühlingshaft, mit viel Sonne und auch wärmer, aber eine Fortsetzung der feiertäglichen Erholung war uns an diesem Tag nicht vergönnt. Vorsorglich habe ich M. in die Klinik gebracht, um einen Verdacht auszuschließen, der nicht von der Hand zu weisen war. Dass der Zustand sich später wieder verbessert hat, ist uns allen eine Erleichterung, aber die institutionelle Prozedur ist eben noch nicht abgeschlossen. So hoffen wir auf eine weitere positive und beruhigende Entwicklung und möglichst viel Klarheit. Es war ein Tag, an dem die Eindrücke der strahlende blühenden Spitzahornbäume auf den Wegen zur und von der Klinik zu den aufbauendsten und heilendsten Erlebnissen gehörten. Ein positiver Rest der österlichen Botschaft.

Österlicher Erholungstag

An diesem Osterfeiertag waren wir alle ziemlich erholungsbedürftig. So kam uns die Ruhe des Feiertags entgegen und konnte seine traditionell friedvolle Stärke und heilende Wirkung so gut wie möglich entfalten. Trotz des bei uns durchwachsenen Osterwetters, das den Vorhersagen nicht entsprach, herrschte doch Frühlingsatmosphäre, wie eine Ankündigung des wirklichen stabilen Frühlings. Auf dessen Beobachtung, v. a. der Baumblüte in ihrer Hochphase, freue ich mich und hoffe, in den kommenden Wochen Gelegenheit und Zeit für weitere fotografische Reihen zu Details bestimmter Baumarten zu haben.

Heilende Kraft der Symbolpflanzen

Ich bin froh, dass wir dieses Jahr schon wenige Tage nach Palmsonntag J. und W. die geweihten Palmzweige vorbeibringen konnten. Ich habe sie an vier Stellen bzw. Tür- und Wandkreuzen im Haus gegen die alten, schon deutlich vertrockneten ausgetauscht. Außerdem haben wir einen guten, weil schattigen und nicht direkt von der einfallenden Sonne beschienenen Platz an der Wand des Wohnzimmers für den Buchsbaumkranz gefunden, der so hoffentlich lange Zeit grün bleiben sollte. M. bedauert zwar sehr, dass wir bei uns keinen solche Kranz aufhängen konnten, aber das können wir ja nächstes Jahr nachholen. Ich hoffe sehr, dass die heilende Kraft des Symbolpflanzen ihren guten Geist das ganze Jahr über in unser beider Heimwohnungen entfalten kann.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.