Der Baumblütenfrühling hat noch nicht begonnen

Die Bäume und Sträucher sind nach einem ersten Schub vor einigen Tagen seitdem wie eingefroren. Das Öffnen der Blattknospen hat sich nicht fortgesetzt, wohl die erwartete Kälte ahnend, die den Durchbruch des Frühlings derzeit noch verhindert. So zieht es mich eigentlich nur der Bewegung wegen ins Freie. Den Fotoapparat hatte ich schon seit Wochen nicht mehr dabei. Es fehlen einfach die attraktiven Motive. Denn außer dem sonnengelb der Forsythienblüten gibt’s nicht viel Erbauliches anzusehen. Mit dem wirklichen Beginn des Blütenfrühlings hoffe ich aber auf einige neue Motive, die meine vor einigen Jahren begonnene Sammlung von Baumblütenfotografien weiter ausbaut.

Den Frühling körperlich erleben

Noch mal richtig viel Sonne an diesem Nachmittag, aber mit Regenschauern und heftigem Wind kombiniert. Gut für die Aufholjagd meiner Solaranlage, aber leider auch ein Vorbote für Ostern. Die Feiertage sollen wechselhaft ausfallen, und noch kälter, als es jetzt schon ist. Das schränkt den Aktionsradius einmal wieder ein, dabei sind entspannte Feiertage so schön, wenn man zwischendurch einige Spaziergänge unternehmen kann. Ich hoffe, es wird zeitweise doch möglich sein. Mal sehen, vielleicht steht am Samstag nach längerem einmal wieder Drechseln an. Und in der kommenden Woche dann kunsthandwerkliche Arbeit. Im Frühling macht die Arbeit mit Holz Freude, besonders wenn es später dann möglich sein wird, den Arbeitsplatz ins Freie zu verlegen. Dann lässt sich der Frühling auch während der Arbeit körperlich erleben.

Den Blick relativieren

Die Sonne hat in den nächsten Monaten noch einiges aufzuholen. Wie ich heute ausgerechnet habe, ist sie mehr als einen Monat im Rückstand. Diesen Wettlauf wird sie wohl nicht vor Mitte des Jahres gewonnen haben. So hoffe ich, dass dies nun wirklich die letzten kalten Tage sein werden. Die zarten Blattknospen der Hasel- und Weißdornsträucher und des Nashi-Birnenbaums scheinen jedenfalls darauf hinzudeuten. Unterdessen beschäftigen mich nach wie vor die Platzierungen in den verschiedenen microstock-Plattformen. Bei zweien davon ist man enorm wählerisch und hat an fast allem etwas auszusetzen. Immerhin kann ich allmählich die Vorlieben und Kriterien ganz gut herausfiltern. Als Konsequenz wird mich die Arbeit an der Technik dieses Jahr wohl stärker beschäftigen als bisher. Bisher war mir nicht so klar, dass die technischen Grundlagen für viele das wichtigste Qualitätskriterium darstellen. Dennoch denke ich, dass die Perspektive der Designer doch eine etwas andere ist. Bei diesen ist Originalität und Stimmung sowie die leichte Handhabbarkeit ausschlaggebend. Ich sehe das unter anderem daran, dass meine bisher erfolgreichsten Fotos bei einigen der neuen Agenturen entweder abgelehnt oder in ihrer Qualität in Frage gestellt wurden. Das hilft wie so häufig, den Blick auf die Dinge zu relativieren und je nach Umgebung anzupassen.

Aufbruch und Wachstum

Zwischendurch scheint der Frühling gegenwärtig. Wenn die Vögel trotz Dauerbewölkung und Regenschauern zwitschern oder für einige Minuten wärmende Sonnenstrahlen die Landschaft in unwirkliches Licht tauchen. Leider hält das gegenwärtig nicht lange. Und wenn ich höre, dass es ab der Wochenmitte schon wieder noch kälter werden soll. Ich hoffe, die Ostertage werden zumindest hell, dann hat man mehr davon. Und zum Ende der Fastzeit wäre nun Aufbruchwetter wirklich von Nöten. Die Menschen brauchen das. Und die Vegetation, allen voran die Bäume, können es sichtlich schon kaum mehr erwarten. Vielleicht ist es bezeichnend, dass meine Baumscheiben-Fotografien mit dem Titel ,,Growth” in meinen verschiedenen Portfolios zurzeit die beliebtesten sind.

Verschlafener Palmsonntag

Die Palmsonntagsmesse war sehr schön. Ich stelle fest, dass mich mit zunehmendem Alter die liturgischen Texte immer mehr ansprechen bzw. ich meine Aufmerksamkeit zunehmend auf die Texte lenke, die gerade am Beispiel der Passionsgeschichte so sehr berühren können. Nach dem Mittagessen habe ich einen Teil der gesegneten Buchsbaumzweige auf die Türkreuze des Hauses verteilt und die alten entfernt. Jetzt ist noch jede Menge übrig, das wir sicherlich J. und W. sowie verschiedenen Bekannten schenken werden. Einen großen Strauß mit Buchsbaum hat V. vom Bienenhaus gebracht. Den werden wir wohl gesondert dekorieren. Für den Nachmittag dieses verschlafenen Sonntags war der Besuch im Blumenhaus W. genau das Richtige. Auch zu Ostern haben sie dort wunderbare Accessoires, die einmal mehr zeigen, wie endlos man sich mit jahreszeitlichen oder auf Feiertage passenden Dekorationen eindecken kann. Da wäre so etwas wie ein Dekorations-Zimmer bei uns schon fast von Nöten, um den Überblick nicht zu verlieren. Am Abend habe ich mein Foto-Portfolio noch einmal nach Verwertbarem durchforstet und die letzten Baum- und Holzbilder bei dreamtimes hochgeladen. Morgen muss ich sie noch verschlagworten. Auch unter den älteren, noch mit der kleineren Kamera aufgenommenen Bildern sind wirklich gelungene Aufnahmen. Ich hoffe, zumindest einen Teil davon verwerten zu können, auch wenn die Tendenz hin zu Fotos mit höherer Auflösung geht. Letztlich sind es die Motive und deren Häufigkeit, die für die Auswahl der Suchenden entscheidend sind.

Palmvorbereitungen

Eigentlich könnte er wissen, wie wichtig uns der Palmbrauch ist. Trotzdem hat V. vor einigen Wochen den Palmbusch einfach in Kugelform geschnitten. Dabei war er gerade einmal schön herausgewachsen. Bestimmte Dinge kann man ihm einfach nicht abgewöhnen. Und so fand M. nur wenige Zweige, die nicht an den Enden gekappt waren. Nicht gerade die beste Voraussetzung für zu segnende Palmzweige, die das ganze Jahr über an den Türkreuzen angebracht sind. Morgen nach der Messe werde ich diese Aufgabe wieder übernehmen. Und da gibt es eine Türen und Kreuze, die zu berücksichtigen sind. Die trockenen und meist schon ausgebleichten Vorjahreszweige verbrenne ich anschließend, jedenfalls, wenn die Witterung es zulässt und wir nicht schon wieder Dauerregen ertragen müssen. Die einzige Regenpause am Nachmittag haben wir genutzt, um an Gs Grab den Wintertannenzweigteppich anzutragen und Frühjahrsblumen einzupflanzen. Erstaunlich, der Kranz und besonders die Tannenzweige waren noch vollkommen frisch und sahen wie gerade erst gelegt aus. Und das nach mehreren Monaten. Das kann nur gute Arbeit gewesen sein.

Hintergrundmotive

Heute habe ich meine Baumrindenfotos wieder entdeckt und sogleich auf die neuen microstock-Accounts hochgeladen. Überhaupt interessieren mich derzeit Hintergrundmotive sehr. Ich denke, das könnte für dieses Jahr ein gutes Arbeitsprogramm werden: Verschiedene Materialien und ihre Texturen, Strukturen, Beschaffenheiten. Angefangen natürlich beim Holz in verschiedenen Zuständen. Aber das lässt sich auf andere Materialien des Alltags ausweiten. Und tatsächlich gehören solche Hintergründe für den Gestalter mit zum Nützlichsten überhaupt. Es wird darauf ankommen, bei allen Aufnahmen, die nicht auf natürliches Licht setzen können, die richtige Beleuchtungstechnik zu entwickeln. Auf dem Gebiet gibt’s für mich noch vieles zu erforschen.

Botanischer Frühling

Jetzt geht’s doch weiter mit den Blatttrieben. An den Haselsträuchern kann man sie auch schon erkennen, wobei die jungen Blätter gerade begonnen haben, sich zu entfalten. Der Regen des Wochenendes wird sicher den Prozess beschleunigen. Und beim ersten erneuten Temperaturanstieg wird dann der botanische Frühling endgültig angekommen sein. Eine längere Konstanz könnte uns dann gut tun, nach den vielen Extremen der vergangenen Monate. Damit man sich wieder besser auf das Gestalten und Entwickeln konzentrieren und nicht so viel Energie in den Ausgleich der Schwankungen stecken muss.

Das Grün kommt über Nacht

Es war an der Zeit, einmal die Startseite des Wunschbaum-Shops zu aktualisieren. Dort war immer noch das Weihnachts-Themenarmband abgebildet. Und wir sind doch gefühlt schon sehr weit von Weihnachten entfernt. Das hält allerdings bestimmte Menschen nicht davon ab, wie heute geschehen, Illustrationsbilder für die Weihnachtszeit zurückzulegen. Jedenfalls hat sich mein jüngst eher abgerutschter Weihnachtsengel über die unverhoffte Nachfrage gefreut. Es ist das Pfaffenhütchen, das ich auf die Shop-Startseite gestellt habe. Beim Mittagsspaziergang konnte ich an dessen Sträuchern zwar noch keine Frühjahrtriebe erkennen, aber das wird nicht mehr lange auf sich warten lassen – und dann vermutlich sehr schnell gehen. Bei den Weißdornhecken sieht man schon die ersten ungeöffneten Blattknospen. Aber sonst zeigt sich alles noch völlig unbegrünt. Ich bin gespannt, wann es, wie immer wahrscheinlich über Nacht, hervorbricht und dann die ganze Landschaftsszene und mit ihr die Gemüter der Menschen schlagartig verwandeln wird.

Nachhaltige Brennholzwirtschaft

V. war heute zum Obstbaumstück, um den frischen Astschnitt bzw. den gefällten und zerteilten Baumstamm aufzuladen und zu den Vorräten zu bringen. Festes und lang brennendes Apfelbaumholz, das in diesem Winter wieder gute Dienste geleistet hat. Und dieses neue wird bis zum Jahresende zumindest angetrocknet sein und schon ganz gut brennen. Auf solche Weise wird der Vorrat eigentlich nie wirklich aufgebraucht. Nur wenn die Winter sich in dieser Länge und Strenge häufen sollten, wird irgendwann wieder ein Ankauf notwendig sein. So lange werden wir das Prinzip der Nachhaltigkeit aus eigener Biomasse realisieren können.

Naturnähe – so unendlich fern

M. meinte heute auch, dass im Landschaftsbild von Frühling noch nichts zu erkennen ist. Wie so häufig hatte ich denselben Gedanken, wenn auch bereits einige Tage zuvor. Tatsächlich zeigen sich die Bäume, von den Blütenständen des Hasel und der Erle abgesehen, immer noch Grau in Grau. Das ist wohl auch der Grund für die bei vielen auftretenden Kopfschmerzen. Es ist, als ob sich im Kopf die Unentschlossenheit im Außen widerspiegelt. Wir sind eben Naturmenschen. Nur spüren wir das häufig erst an Befindlichkeitsstörungen, weniger im Wohlfühlen. Um das umzudrehen, müssten wir uns wieder als Teil dieses Ganzen zu sehen lernen, nicht als etwas ihm gegenüberliegendes. Ein in den letzten Jahrzehnten im Zuge der Erkenntnistheorien so häufig diskutierter und eigentlich schon im allgemeinen Bewusstsein verankerter Gedankengang. Und doch einer, dessen Weg zum konkreten Alltagshandeln so unendlich fern scheint.

Aktuelle microstock-Situation

Eine weitere microstock-Agentur hat heute meine Bewerbung angenommen. Jetzt bin ich dabei, sukzessive mein Portfolio an den verschiedenen Stellen hochzuladen, jedenfalls den Teil, der den jeweiligen Anforderungen entspricht. Und diese Anforderungen sind recht unterschiedlich, in punkto Dateimindestgröße, Themenpräferenz, technische Akzeptanz. Immerhin, bis auf die eine haben alle meine Bilder bisher für verkaufswürdig eingestuft. Das lässt hoffen. Das Kriterium ist aber letztlich die Nachfrage der Käufer. Und da hoffe ich, mit meinen Themen: Bäume, Holz, Weihnachten und Objekte punkten zu können. Ich glaube aber jetzt schon sagen zu können, dass sich derzeit enorm viel tut in diesem Fotomarktsegment. Und dass der Wind dort vermutlich künftig sehr viel rauer wehen wird. Das lässt den Untergang der einen oder anderen Agentur unvermeidlich erscheinen. Der Bedarf jedenfalls ist nicht endlos, sondern schwankt mit der allgemeinen wirtschaftlichen Situation.

Zeichen für die Spiegelfunktion der Bäume

Der Regen heute war erholsam, nach diesem nur im Südwesten aufgetretenen schwankenden Zwischenhoch gestern, dass allen eher zu schaffen machte. In den Nachrichten wird der Frühling jetzt öfter zum Thema gemacht. Menschen werden nach ihren Frühlingsgefühlen gefragt. Der Tenor dabei: Man kann sich den Frühling schon vorstellen, aber so richtig ist er noch nicht in der Natur und der Befindlichkeit der Menschen angekommen. Es wird wie immer von der Veränderung der Bäume abhängen, von den Signalen, die sie aussenden. Denn sie sind die zuverlässigsten Zeichengeber. Jedes Grünen und Blühen sagt: Die Jahreszeit ist jetzt angekommen. Wir können uns nun auf sie verlassen, denn uns geht es so gut, dass wir zu einem neuen Wachstums- und Lebenszyklus aufbrechen. Wenn wir das sehen, dann glauben wir es auch. Welch deutlicheres Beispiel kann es geben für die Rolle der Bäume als Spiegel.

Natürliche Energien

Was für ein seltsamer Tag. M. ging es ab Mittag nicht gut, so dass wir sogar einen Arzt rufen mussten. Nach dem, was diese undefinierbare Witterung bei mir selber verursacht, kann ich das wahrscheinlicher besser nachvollziehen als andere. Ich wünsche uns allen, dass sich der Frühling in stabiler Form einstellt und sich diese Stabilität überträgt. Die Bäume scheinen an diese Regelmäßigkeit noch nicht recht zu glauben. Nach wie vor zeigt sich die Landschaft grau in grau. Auch wenn am Sonntag schon kalendarischer Frühlingsanfang ist. Die Mächte da draußen haben ihren Kampf noch nicht vollständig ausgetragen, es liegt noch keine Entscheidung vor. Vielleicht sind wir ja wieder einmal die Leid tragenden. Jedenfalls diejenigen unter uns, die den feineren Draht zu den natürlichen Energien haben.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.