Sonne und Efeuwuchs

Mit der bisherigen Sonnenbilanz des Monats kann ich sehr zufrieden sein. Vielleicht wird das ja wirklich der sonnenreichste Monat des Jahres. Wenn es so weiter geht, sicher. Obwohl alles zurzeit so gut wächst und gedeiht, macht sich M. Sorgen, das recht löchrige Efeukleid der Grotte könnte nach dem Formschnitt nicht mehr richtig zusammen wachsen. Ich habe da eigentlich keine Bedenken, allerdings wird es lange dauern. Vielleicht werden wir im Sommer 2011 dann die Grotte in neuer gleichmäßiger Form betrachten können. Dazu wäre es aber außerdem notwendig einen gewundenen dicken Ast der Efeubewachsung, die dummerweise genau am Kopf des Ausschnittes erscheint, in den die Mutter-Gottes-Figur platziert ist. Früher war diese Astbiegung nicht zu sehen gewesen. Aber wenn man die Öffnung der Grotte etwas weiter ausschneidet, das wird auch notwendig sein für die bronzene Madonna, die die jetzige aus Gips ab Frühjahr 2011 ersetzen wird, dann wird sie eben sichtbar. Derzeit sind wir noch uneinig, ob wir es wagen können, diesen Ast einfach zu entfernen. Einfach weil unklar ist, wohin er führt und ob dann nicht große Teile der Bewachsung absterben. Ich denke, wir müssen das noch genauer unter die Lupe nehmen.

Formungskraft der Naturgeister

Schön, dass der Feigenbaum in so kurzer Zeit sein Wachstum enorm beschleunigt hat. Jetzt habe ich doch wieder Hoffnung, dass wir dieses Jahr viele reifen Früchte ernten können. Trotz der schweren Frostschäden und des sehr späten Wachstumbeginns. Jedenfalls, wenn wir noch zwei weitere so heiße Monate, vielleicht mit zwischenzeitlichen Schauern und kurzen Abkühlungsphasen erleben werden. Die Gewächse mit mediterraner Herkunft wissen das sehr zu schätzen, fühlen sich quasi zu Hause. In der Natur und beim Wachsen ist eben vieles möglich. Darin steckt eine derartig unglaubliche Kreativität, eine Umformungs- und Entwicklungskraft wie sonst nirgendwo. Da ist es dann auch mal möglich, dass ein Prozess doppelt so schnell abläuft wie gewöhnlich. Wie viele fleißige und gewissenhafte Naturgeister müssen hier mit ihren Form gebenden und aufbauenden Kräften ständig am Werke sein! Ein Jammer, dass ich sie nicht als eigenständige Wesen wahrnehmen kann. Vielleicht könnte ich von ihnen sehr viel mehr lernen als aus jeder Situation menschlicher Kommunikation.

Bilderkarusselle

Ich hätte nicht gedacht, dass ein Karussell derart viel Arbeit macht. Dabei hatte ich vor drei Tagen bereits eine sehr schöne Lösung gefunden. Nur war die für die in Frage kommenden Bilder nicht geeignet. So konnte ich nicht umhin, verschiedene Alternativen auszutesten, die allesamt ihre Fehler und Haken hatten. Am Nachmittag dann endlich habe ich ein gutes Plugin entdeckt, das sich für das Projekt wirklich eignet und auch in allen gängigen Browsern ordentlich ausgegeben wird. Damit kann die eigentliche Arbeit endlich beginnen. Aber umsonst war das natürlich nicht. Die gefundenen Module werde ich sicherlich an anderer Stelle ebenfalls einsetzen können, z. B. bei der Präsentation meiner Armbänder oder zur Darstellung thematischer Bildergalerien. Außerdem sammle ich bei solch umfangreichen Recherchen nebenbei noch andere Verweise und nützliche Werkzeuge, die irgendwann einmal nützlich sein könnten.

Gesellschaftlicher Tiefschlaf

Ein merkwürdiger Tag, an dem die Sonne zwar zurückgedrängt war, die Schwüle aber zugenommen hat. Dann sind mir tatsächlich die ganz heißen Tage noch lieber. Jedenfalls hat diese Witterung meine Kreativität nicht gerade beflügelt. Merkwürdige Entwicklungen. Immerhin das Gießen können wir uns heute sparen. Etwas mehr Bewegung auf der microstock-Front (Baumscheibe), und auch einige Anfragen in Sachen Wunschbaum. Aber sonst scheint diese Gesellschaft in Tiefschlaf gefallen zu sein.

Klosterkühle

Die flüssige Hitze war heute nicht minder spürbar. Allerdings hatte es sich durch die Gewitterregengüsse der Nacht zum Morgen etwas aufgefrischt. Die kurze Abkühlung war aber nur von kurzer Dauer. Innerhalb der abschirmenden Mauern der Klosterkirche haben wir während des Festgottesdienstes noch nicht so viel davon gemerkt, obwohl durch die offen stehende Eingangspforte die sommerliche Warmluft bereits durchdrang. Im Klostergarten aber war es später nur dank der leider zu kleinen Sonnenschirme einigermaßen auszuhalten. Die strahlende Helligkeit freilich war eine Entschädigung. Und die angenehme offene Atmosphäre ebenso. Eigentlich eine gute Art, einen solchen Hochsommer-Sonntag zu verbringen. Jetzt noch das Gießen von Blumen und Gartenbäumen, und dann wartet eigentlich nur noch das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft. Leider ohne die deutsche Mannschaft.

Flüssige Hitze

Gefühlt ist das der heißeste Tag des bisherigen Jahres. Er erinnert mich sehr stark an den Rekordsommer 2003. Als ich damals zur Mittagspause zur Tür hinaus trat, hatte ich denselben Eindruck wie heute: Gegen eine Mauer zu laufen. Die Luft ist an solchen Tagen nicht nur warm, sie umhüllt einen fast wie eine flüssige Masse, durch die man sich hindurch schiebt. J. sagte, bei ihr in G. seien es 40 °C im Schatten. Bei uns hat das Thermometer immerhin 39 °C angezeigt. Ganz schön heftig. Erstaunlich ist, dass die Gartenpflanzen das bisher ganz gut vertragen. Für die Bäume im Wald wird es wohl anders aussehen, von der hohen Waldbrandgefahr einmal abgesehen. Umso wichtiger wäre es, dass jetzt endlich einmal abkühlende Gewitterschauern kommen, besser noch länger anhaltender Regen, der die Regenwasservorräte auffüllt und den Boden so gut wässert, dass die Pflanzen ihre Flüssigkeitsverluste kompensieren können. Na ja, mit den fotografischen Projekten, die ich mir immer wieder vornehme wird jetzt natürlich auch nichts, einfach zu heiß. Aber immerhin, die beiden Armbänder sind fertig. Ich hatte mir die Arbeit so aufgeteilt, dass sie gegen Mittag abgeschlossen war. So konnte ich sie in noch relativ erträglicher Wärme erledigen.

Baumsymbolik zur Lichtkompensation

Nach längerer Auszeit war die Arbeit an den Armbändern wieder etwas sehr Schönes. Und wie ich schon öfter bemerkt habe, ist der Sommer die richtige Zeit für solche Arbeit, wegen der direkten Verbindung zwischen den Bäumen, ihrem Holz und dem Sonnenlicht. Das drückt sich unmittelbar in größerer Leichtigkeit des Arbeitens aus, in einer größeren Selbstverständlichkeit, als sie in den lichtärmeren Jahreszeiten entstehen kann. Insofern würde ich mich freuen, wenn der Schwerpunkt dieser kunsthandwerklichen Arbeit in den Sommermonaten läge. In diesem Jahr scheint das aber alles verdreht zu sein. Die größte Nachfrage konnte ich gerade im Winter, zwischen Dezember und Februar, feststellen. Ganz untypisch, denn traditionell dachte gerade in dieser Zeit kaum jemand an die Bäume. Dass es diesmal anders ist, zeigt, wie wechselhaft die Wahrnehmungen und Bedürfnislagen sich entwickeln können. Möglicherweise war es gerade die lange Abwesenheit des Lichts, die die Menschen in dieser Zeit die Nähe der Baumsymbolik hat suchen lassen.

Sommerwärme und Regenmangel

M. und V. regen sich ständig über die Hitze auf. Dabei sollten wir doch froh sein, dass endlich Sommer ist. Und wenn die Wärme trocken ausfällt, wie zurzeit, dann ist es ja auch angenehm und man fühlt sich nicht gleich wie im tropischen Regenwald. Ich bin meinerseits jedenfalls froh, dass wenigstens der Sommer dieses Jahr etwas Jahreszeittypisches an sich hat. So kann man ihn als solchen wahrnehmen und vom anschließenden Herbst unterscheiden. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so klar. Bedenklich ist allerdings, dass es so wenig regnet. Sonst ist unser großer Regenwassertank erst gegen Ende des Hochsommers leer geworden, jetzt aber schon Anfang Juli. Bei dem enormen Flüssigkeitsbedarf unserer vielen Blumen und Bäumchen wird das Gießwasser dann bald aus dem Wasserhahn kommen müssen. So wäre es ganz gut, wenn es wenigstens über Nacht ein wenig regnen würde. Damit sich der Tank wieder schnell auffüllt.

Anpassung und Veränderung

Heute habe ich einige weitere Webdesign-Blogs ausfindig gemacht, die interessante Tipps für technische und gestalterische Neuerungen veröffentlichen. Ich denke, das kann als kontinuierlich sprudelnde Quelle für Anregungen nichts schaden. Zumal ich bezüglich meines technischen Repertoires mittlerweile in der Lage bin, das allermeiste davon auch tatsächlich umzusetzen. Natürlich ist vieles dabei, was mir nicht unbedingt sinnvoll oder konkret verwendbar erscheint. Aber als Reflexionsgrundlage über bestimmte Typen immer wiederkehrender Aufgaben können auch solche Beispiele durchaus nützlich sein. Die Kehrseite: Ich bin immer wieder geneigt, bereits abgeschlossene Projekte neu zu beleuchten. Bei weiter zurück liegenden Arbeiten ist da die Versuchung groß, einen Relaunch anzugehen. Aber das ist eben eine Zeitfrage. So viel Zeit und Geduld wie bei der Neuauflage von wunschbaum.de kann ich unmöglich bei allen anderen privaten Sites und erst recht nicht bei Kundenprojekten aufwenden. Das würde vollkommen ausufern. So beschränken sich Aktualisierungen häufig auf punktuelle Anpassungen, die die Grundstruktur aber unberührt lassen. Im Sinne einer überzeugenden Gesamterscheinung und des Wiedererkennungswertes ist das vermutlich auch besser.

Fotografiervorbereitungen und Holzbesorgungen

Auch wenn ich es mir immer wieder vornehme. Irgendwie komme ich nicht dazu, meine Fotoprojekte zu realisieren. Irgendetwas kommt immer dazwischen, und dann sind die Aktionen wieder einmal aufgeschoben. Dabei wäre das Licht dieser Jahreszeit, vor allem in den Vormittagsstunden ideal, um ohne künstliche Blitze gut belichtete Makroaufnahmen zu machen. Natürlich ist das Fotografieren nur ein Teil der Arbeit. Wichtiger wäre die Auswahl geeigneter Objekte und deren geeignete Auf- und Vorbereitung. Bei Materialien, Oberflächenstrukturen und -texturen kommt es eben auf einen gleichmäßigen Schliff (bei Holz) bzw. ein planes Aufspannen (bei künstlichen Materialien) an. Denn letztlich zählen die Abbildungsqualität und die Tiefenschärfe auch im kleinsten Detail. Ideen hierfür habe ich genug. Vieles ist aber nur unterwegs zu verwirklichen. Und das erfordert entsprechende Vorbereitung. Also, ich hoffe, es wird mir in diesem Sommer noch gelingen. Immerhin mit meinem Ginkgo-Holz-Projekt bin ich ein kleines Stück weiter gekommen. Ein Mitarbeiter der Stadt Duisburg hat mir erzählt, dass es noch kein grünes Licht für die Fällaktion der städtischen weiblichen Ginkgobäume gibt. Wohl eine Kostenfrage. Ich werde wohl erst im Herbst erfahren, ob ich in den Genuss einiger Abschnitte gelange. Grundsätzlich aber, das ist schon mal gut, wird es damit keine Probleme geben. Man wäre bereit, mir einige Stück zu überlassen.

Webtechnologie und Internetkommunikation

Die Wunschbaumseite ist ein wahrlich endloses Projekt. Um noch deutlicher auf den Shop aufmerksam zu machen, habe ich das Extruder-Modul in die Startseite integriert. Ich hoffe, auf die Art das Armbandprojekt besser zugänglich zu machen. Damit sich auch während der Sommerzeit in diesem Bereich wieder mehr bewegt. Insgesamt macht das Experimentieren mit neuen technischen Möglichkeiten viel Freude. Diese Tools helfen, die Interaktivität zu verbessern. Maßnahmen, die sich ganz konkret im Klickverhalten und die Klickpfade innerhalb der Webseiten auswirken. In Verbindung mit einer konsequent semantischen Orientierung in der Programmierung und einer Entwicklungsstrategie, die die Inhalte an den Anfang und in den Mittelpunkt stellt, ergibt sich aus dieser Entwicklung der Webtechnologie ein schlüssiges Gesamtbild. Das zeigt gleichzeitig eine mittelfristige Perspektive für die Zukunft des Internet als Kommunikationsmedium auf.

Wetterkommunikation

In diesem langen Winter konnten wir den so heftigen Sommer nicht wirklich vorhersehen. Es sei denn, man ist ein Anhänger von Kontrast-Theorien, nach dem Motto: Wenn es jetzt so extrem ungemütlich und kalt ist, dann wird der Sommer umso heißer. Zweifellos sind die Temperaturschwankungen, nicht nur zwischen den Jahreszeiten, in den letzten Jahren immer größer geworden. Oft wird das mit dem Klimawandel begründet. Jedenfalls denkt man auf Grund dieses Umstandes heute viel öfter über das Wetter nach, ist es auch in den Medien ein viel größeres Thema als z. B. zur Zeit meiner Kindheit. So als ob man mit der Intensität der Berichterstattung und Reflexion die Verläufe beeinflussen könnte. Und doch bleibt es dabei: Das Wetter wird so, wie es werden muss. Und wir müssen lernen, so damit umzugehen, dass die Schwankungen den Fluss der Arbeitsabläufe und das Umfeld der Kommunikationen nicht negativ beeinträchtigen. Auch damit haben wir mit den Bäumen etwas gemeinsam: Solche Flexibilität hat ihre Grenzen. Die lange nachwirkenden Hitzeschäden der Waldbäume in der Folge des Rekordsommers 2003 waren deutliche Zeichen hierfür. So hoffe ich im Sinne aller Lebewesen auf eine schöne, aber nicht übertriebene Sommerzeit.

Sieg und Selbstbewusstsein

Nach diesem souveränen Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Argentinien dürften die meisten hier aus dem Häuschen sein. Zu Recht, denn so viel Spielfreude und Dominanz haben wir schon seit vielen Jahren bei der eigenen Mannschaft nicht gesehen. Für das Selbstbewusstsein der sonst so gebeutelten Deutschen ist das wichtig, es gibt selbst an Sport sonst völlig desinteressierten Auftrieb und stärkt das Vertrauen in die eigene Kreativität. M. mit der Hawaikette in Deutschlandfarben und ich mit der schwarz-rot-goldenen Vuvuzela, ein Bild, das wir uns vor kurzem noch selber nicht hätten vorstellen können. Und vielleicht gibt’s ja in der kommenden Woche noch viel mehr Grund zur Freude. Mit der Abkühlung, die sich in Form eines Hitzegewittereinbruchs am Nachmittag anzudeuten schien, scheint es heute doch nichts zu werden. So wird unser Springbrunnenbecken nach der Entleerungs- und Reinigungsaktion heute wohl so schnell sich nicht mehr füllen. Eine große Menge des schon algengetrübten Wassers haben wir aufgefangen. Damit werden wir in den kommenden Tagen die Blumen versorgen können. Und dem Feigenbaum sowie dem Ginkgo gebe ich immer auch ein wenig mit. Damit ihr Wachstumsschub in dieser sonnenhellen Zeit des Jahres nicht abgebremst wird.

Sommer-Feeling

Diese Tage erinnern mich an die Wahnsinns-Hitze vom Sommer 2003. Damals ist das Thermometer bei uns bis zu 40 °C geklettert. Und jetzt hält die kaum geringere Hitze schon Tage unverändert an. Dann kommt man schon ins Schwitzen, aus dem man sich kaum noch erholen kann, mangels einer Abkühlung. Aber ewig geht das nicht. Irgendwann wird ein Wärmegewitter sich Luft machen und, hoffentlich über Nacht, die Luft auf erträgliches Niveau zurückführen. Gut ist aber immerhin, dass es wunderbar hell und sonnig ist. So gedeihen unsere Pflanzen. Und so kann man das Belastende besser verarbeiten, weil man eben doch das Idealbild des Sommers vor Augen hat. Unseren Nachbarn spornt das Sommerfeeling zu baulichen Aktivitäten an, ein neues Holzhäuschen, das später als Aufenthaltsort für seine Spielerunden dienen soll. Andere schwelgen noch im Weltmeisterschafts-Fußballrausch. Hoffen wir, es bleibt so noch bis Ende nächster Woche. Dann wird sich die Aufmerksamkeit wieder schnell auf die privaten Bereiche konzentrieren. Für wunschbaum.de ist der Sommer bisher eher ungünstig verlaufen. Ich glaube, es zieht die meisten eher ins Freie, und da ist die Natur in natura natürlich die attraktivere Variante.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.