Motivfeld Baumrinden und Holzstrukturen

Die erste wirkliche Sonne für dieses Jahr. Und die hat auch endlich wieder ordentlich Strom produziert. Da gibt es einiges aufzuholen, wenn es denn einmal so bleibt. M. meinte, der Frühling sei am Vormittag schon zu spüren gewesen, trotz der Eiseskälte in der Luft. Aber Spaziergänge machen bei solchem Wetter natürlich wieder mehr Spaß. Und auch für die Fotografie sehe ich die Zeit gekommen. Baumrinden und Holzstrukturen will ich mir dieses Jahr vornehmen, aus diesem Motivfeld kann ich sicherlich einiges herausholen. Allein schon wegen meiner Nähe zum Gegenstand. Mit der Feigenbaumrecherche bin ich indessen keinen Schritt weiter gekommen. Merkwürdigerweise ist nirgendwo gesundes Feigenbaumholz aufzutreiben. Selbst kleinere auf Raritäten spezialisierte Händler winken regelmäßig ab. Es ist aber auch ein verdamm schwieriges Holz, so empfindlich, wenn es nur einige Tage im Freien liegt. Vielleicht kommt deshalb niemand auf die Idee, es für kunsthandwerkliche Zwecke zu konservieren.

Kraftvoll ins Jahr hinein finden

Endlich einmal wieder ein Lichtblick nach Tagen der Ereignislosigkeit in meinem Microstock-Portfolio. Das Bild mit den Buchenblättern im Sommer hat Gefallen gefunden – und mich an die wärmere Jahreszeit erinnert, nach der wir uns derzeit alle sehnen. Endlich wieder Grün, vor allem das Hellgrün des Frühlings wäre eine Wohltat. Und diese angenehme Wärme der ersten anhaltenden Sonnenstrahlen. Mit den Haselsträuchern und den Ahornen wird er beginnen, dieser Grünrausch, der die Pflanzen Energie aus der Sonne tanken lässt und den neuen Wachstumszyklus in Gang setzt. Sie werden einiges von dieser Energie an uns Menschen weitergeben. Damit wir kraftvoller ins Jahr hineinfinden.

Güterabwägung

Jede Menge Bäume müssen dem jetzt begonnenen Bau unserer Ortsumgehung weichen. Ein Fall von Güterabwägung, denn andererseits werden über Jahrzehnte viele Menschen entlastet, von Lärm, Abgasen und Unfallgefahren. Obwohl ich mich so an die Geräuschkulisse gewöhnt habe, dass mir das hier, zwar in einer Nebenstraße, aber doch relativ nah an der Durchgangsstraße gelegen, kaum noch auffällt. Aber wenn es später auch noch ein Verkehrsberuhigung innerorts geben soll, dann könnte es tatsächlich spürbar angenehmer, und vielleicht auch wieder kommunikativer im Dorf werden. Möglicherweise wiegen solche Argumente schwerer als die Bäume. Zumal wir ohnehin im grünen Kreis leben, und Bäume bei uns nicht gerade Mangelware sind. Ich hoffe nur, es wird keine Auswirkungen auf unsere Bienen haben, denn die fliegen auch in die Richtung, in der jetzt bald gebaut wird. Leider haben die Bienen in den letzten Jahren außer mit ihren eigenen Krankheiten auch immer wieder mit solchen Veränderungen in ihrem natürlichen Umfeld zu kämpfen gehabt. Ihre ohnehin schwächelnde Konstitution könnte so weiter beeinträchtigt werden.

Tot-Holz

Der heutige Spaziergang war bei dauertrübem Wetter eher eine Gehmeditation denn ein Erholungsausflug. Jedenfalls lässt die Landschaft ihre Reize derzeit nicht spielen. Wohl, weil sie weiß, der Winter ist noch nicht ganz vorbei. So richtete sich der Fotografenblick auch auf die Verfallsprozesse. Leider sind die Originalformate nicht tiefenscharf geraten:

Totholzstamm

Totholzstamm

Kopf-Frei-Werden

Wieder ein dichter Arbeitstag, der mit dem Schreiben des Tagebucheintrags noch nicht zu Ende ist. Am späten Abend sind noch die Perlen für vier Armbänder aus dem Ölbad zu nehmen, abzutupfen und feinsäuberlich zum Trocknen aufzureihen. Diesmal muss ich aufpassen, dass nichts durcheinander gerät. Gleich zwei Sets Partner-Armbänder, d. h. vier verschiedene Hölzer (Ölbaum-Feigenbaum sowie Apfelbaum-Hasel), wobei die Umfänge der beiden Partner jeweils recht eng beieinander liegen. Das lässt sich schnell einmal etwas verwechseln. Gut, dass ich diese Mammutaufgabe abschließen konnte. Nächste Woche warten schon die nächsten beiden Bänder. Und schließlich ist die ,,eigentliche” Arbeit ebenfalls nicht aufzuschieben. So hoffe ich, den morgigen Sonntag zu einem längeren Spaziergang nutzen zu können, das ist immer gut zum Kopf-Frei-Werden.

Vorfrühling verspricht intensive Projektarbeit

Viel Arbeit an diesem trüben Immer-noch-Winter-Tag. Und leider auch ärgerliche Erlebnisse mit einer offenbar nicht richtig adressierten Sendung. So etwas muss ich wohl einmal im Jahr mindestens erleben. Ich hoffe aber, mit der Änderung der Versandkonditionen künftig eine bessere Kontrolle zu haben. Sieht so aus, dass das Frühjahr ein projektintensives wird, gut so, denn dann lassen sich die Frühlingsgefühle gleich produktiv umsetzen. Und so lang versuchen wir, den Winter munter zu überstehen. Irgendwie habe ich im Gefühl, dass er nicht mehr so lange dauern wird. Auch wenn die Bäume noch nicht von Veränderung zu verraten scheinen. Die Extreme haben wir sicher hinter uns.

Ob ein Baum im Winter wohl leidet?

Manchmal sind die täglichen Sprüche und Empfehlungen des Bauernkalenders ganz nützlich und zutreffend. Was die Wechselwirkung zwischen Befindlichkeit und Wetterverhältnissen draußen anbelangt, so bin ich aber selber der verlässlichere Experte. Kann ich doch Klimaumschwünge, vor allem Temperaturanstiege und -differenzen generell, schon Tage vorher wahrnehmen. Wetterfühligkeit nennt man das, und gebraucht damit ein verharmlosendes Wort. Tatsächlich hat solche besondere Feinfühligkeit für die energetischen Schwingungen des Erdklimas ziemlich starke Auswirkungen auf das Befinden. Das wirkt sich dann manchmal auch auf die Kommunikation aus, auch wenn ich, mit professioneller Distanz, ganz gut darin bin, die Qualität derselben dadurch nicht leiden zu lassen. Gerade im Winter frage ich mich gelegentlich, wie sich so ein Baum da draußen wohl fühlt. Wie er mit der Kälte und dem heftigen Winden, dem Regen und dem Nebel klarkommt. Ob er darunter leidet? Oder ist es für ihn genauso wie Sprießen, Blühen und Fruchten, nur der kalten Jahreszeit entsprechend. Vielleicht ,,versteht” er die Ruhephase ohne großen Stoffwechsel ja als notwendigen Teil des Zyklus, möglicherweise gar als Erholung, bevor es im Frühjahr wieder ans Wachsen und Hervorbringen geht. Trotz meiner Nähe zu den Bäumen kann ich diese Frage nicht beantworten.

Vollständig verplant

Das war eine ziemlich langwierige Drechselarbeit, die mich den ganzen Nachmittag bis zum Abend beschäftigt hat. Ausschließlich schwierige Hölzer: Hasel, Olivenbaum und Feigenbaum, und auch der Apfelbaum hat diesmal größere Widerstände gezeigt. Zudem musste ich noch zwei kleinere Stäbe für Hauptperlen und einen zusätzlichen Stab für den Feigenbaum anlegen, da der erste nicht lang genug war. Und dann eben diese knifflige Arbeit an den kurzen Olivenbaumstäbchen, von denen mir eines zerbrochen und eines zu dünn geraten ist. Nun bin ich froh, es hinter mir zu haben und mich in den nächsten Tagen der angenehmeren Innenraumarbeiten widmen zu können. Immerhin, diese Kombination zweier Exoten: Feigenbaum und Ölbaum, die hatte ich bisher noch nicht. Ist schon von der Idee her eine Attraktion. Optisch wird es sicher auch seinen Reiz haben. Und damit ist der Rest der Woche auch schon wieder vollständig verplant.

Wechsel der Extreme

So viele Dinge, die gleichzeitig auf mich zukommen. Und das bei den unwirtlichsten Außenverhältnissen. Vielleicht ist es gerade dieser Dauerschnee, der die Menschen wieder stärker über ihre Vorhaben nachdenken lässt, den Blick nach innen richtet. Gut für mich, denn jetzt können lange angedachte Projekte endlich in die Tat umgesetzt werden. Das heißt wieder viel handwerkliche Arbeit mit Hölzern, die zurzeit nicht mehr nur auf das Wochenende beschränkt ist. Das heißt aber auch Kreativarbeit auf allen Ebenen der Konzeptentwicklung, des grafischen Entwurfs und der Textausarbeitung. Das macht Spaß und fordert auf unterschiedlichsten Ebenen heraus. Ein gutes Training, das hoffentlich bald von außen, dem Frühling und einem Mehr an Licht, beflügelt wird. Lichtmess heute war zwar noch kein Hinweis in diese Richtung. Aber es ist ja häufig so, dass ein Extrem das nächste ablöst. Vielleicht also spüren wir schon bald durchgängig wärmende Sonnenstrahlen auf der Haut.

Gutes Licht

Morgen schon Lichtmess, und kein Licht in Sicht. Stattdessen sollten noch mal heftige Schneefälle und -verwehungen kommen. Verrückt ist das dieses Jahr. Aber wenn der heftige Winter schnell in einen strahlenden Frühling übergeht, dann sei es ihm verziehen. Es wäre höchste Zeit jetzt, dass diese Jahreszeit zu Ende geht. Auch weil ich mit meiner Serie von Holz-Strukturbildern loslegen will. Die ersten Versuche und Beobachtungen in dieser Richtung haben mir Mut gemacht. Schließlich umfasst mein Archiv schon eine Menge Material in diesem Motivbereich, aber leider mit der falschen Technik aufgenommen. So ist in den kommenden Monaten eine vollständig neue Runde angesagt. Gutes Licht ist dafür die Grundvoraussetzung.

Wachstumsringe

Der Spaziergang durch den hohen Schnee war am Nachmittag von einem wunderbaren Licht der tief stehenden Sonne gekrönt. Allein dafür hat sich der Gang gelohnt, zumal wir nach Monaten von Lichtabstinenz Nachholbedarf haben. Die Fotos meiner frisch gefschliffenen Baumscheibe sind teilweise ganz gut gelungen, wenn es auch schwierig ist, diese Scheibe vollständig in guter Qualität abzubilden. So sind es letztlich angeschnittene Aufnahmen geworden:

Holzstruktur-Wachstumsringe

Eisfieber

Draußen ein Wetterszenario, das sehr an die kürzlich gesehene Verfilmung von Ken Follets ,,Eisfieber” erinnerte, und drinnen wieder ein sehr intensiver Kunsthandwerktag, der das gewünschte Resultat brachte. Gut, dass wir für solche Zeiten den Holzofen und gut abgelagertes Obstbaumholz haben, die bei Schnee und Eis eine wunderbar wohlige Wärme verströmen, die in dem Moment sehr angenehm wirkt. Nur bei milden Wintertemperaturen ist die Holzofenfeuerung einfach zu viel des Guten. Morgen noch einige Formalia, und dann hoffentlich noch etwas Zeit, um meine Lektüre in der Akasha-Chronik fortzusetzen. Wenn so etwas am Sonntag nicht möglich ist, wann dann?

Parallelwelten

Morgen ist der Tag wieder mit Holzarbeit ausgefüllt. Ein Lebensbaum- und ein Kombinations-Wunschbaum-Armband. Wenn mir noch Zeit übrig bleibt, arbeite ich weiter an der Wunschbaumseite. Allein das Umkopieren der Wünsche ist ein Riesenprojekt. Ich sortiere jetzt nach Jahren. In 2009 waren es 105 virtuell platzierte Wünsche, in 2008 gar 127. Ich schätze, die beiden vorangehenden Jahre könnten noch umfangreicher gewesen sein. Aber so weit bin ich noch nicht. Auch die Inhaltsseiten müssen natürlich noch weiter eingepflegt und im Detail neu gestaltet werden, eine Mammutaufgabe. Bei der nachmittäglichen Arbeit an den Perlen ist mir die gestrige Fernsehreportage in ARTE über eine junge Modefirma aus New York nicht aus dem Sinn gekommen. Das war sehr interessant, auf diese Weise einmal hinter die Kulissen eines solchen Unternehmens zu schauen. Eine völlig andere Welt, die einem vor dem Hintergrund der Alltagssorgen des Normalmenschen, der Nachrichten liest und sich davon beeinflussen lässt, geradezu unwahrscheinlich vorkommt. Und doch hängt eine ganze Industrie daran. So gibt es doch so etwas wie abgeschlossene Parallelwelten. Unabhängig davon, was sonst so in der Welt vor sich geht.

Innovation durch Reflexion

Viel kreative Arbeit, sowohl inhaltlich als auch gestalterisch, steht für die nächsten Wochen auf dem Programm. In Kombination mit der handwerklichen Arbeit am Wochenende entwickle ich in diesem Arbeitsbereich ausgereifte Routine. Natürlich kommt es darauf an, die Spannung zu halten, zu kontrollieren, um in jeder Situation angemessene Lösungen zu finden. Ich denke schon, dass auch darin Entwicklung möglich ist. Auch Veränderung hinzu einer Ausweitung von Möglichkeiten und des Spektrums insgesamt. So kann es sein, dass man im zeitlichen Abstand Vergleichbares ganz anders angeht und zu anderen Schlüssen kommt als noch Jahre zuvor. Gut so, denn sonst hätte die ganze Lebenserfahrung ja keinen Sinn. Dennoch, häufig kann der Vergleich mit vergangenen Lösungen produktiv wirken, in der Neufassung und Neuinterpretation des Bekannten liegt häufig ein besonderer Reiz. Gegenwärtig erlebe ich das in der Wiederbeschäftigung mit älteren Texten über die Baumsymbolik. Die kommenden werden von dieser Reflexion profitieren, möglicherweise werden sie noch direkter und deutlicher sein, das jeweilige Thema gleichzeitig umfassend und kurzweilig behandeln. Das wird spannend, nur die Zeit muss ich noch finden.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.